wortlose gesänge

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Perry
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wortlose gesänge

Beitragvon Perry » 25.04.2011, 18:09

und gehen wir nebeneinander,
sprichst du fast nichts,
als könnte ich gedanken lesen
wie den flügelschlag der lerche,
die uns weglocken will von dem,
was heilig ist - ihr und dir.

1. Fassung:

wortlose gesänge

und als wir nebeneinander gehen,
da sprichst du fast nichts,
als könnte ich gedanken lesen
wie den flügelschlag der lerche,
die uns weglocken will von dem,
was ihr und dir heilig ist.

shuya
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Re: wortlose gesänge

Beitragvon shuya » 26.04.2011, 03:18

schwieriges ding.
ich finde die ersten beiden sätze als einleitung top.
aber dann führst du plötzlich von der stimmung weg und gehst zu einer lerche
die vermutlich auch die aufmerksamkeit weggezogen hat.
m.E. stehen die ersten beiden sätze auf solidem boden, der rest ist ungeschickt gelöst.

Kastell
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Re: wortlose gesänge

Beitragvon Kastell » 26.04.2011, 17:06

shuya hat geschrieben:schwieriges ding.
ich finde die ersten beiden sätze als einleitung top.
aber dann führst du plötzlich von der stimmung weg und gehst zu einer lerche

als ob das du so verstanden werden wollte wie eine lerche, was mit recht ein thema wäre, aber dann vertieft das sprecher-ich den vergleich noch auf platteste weise - ja, ja, die natur und die frauen.

Ein lyrisch treffsicheres Haarsträubing zum Vergleich im Liebesgedicht?

;-) kastell
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Perry
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Re: wortlose gesänge

Beitragvon Perry » 26.04.2011, 17:47

Hallo ihr Beiden,

erst einmal danke für das Lob zum Einstieg, den ich allerdings mittlerweile noch etwas "entschlackt" habe (siehe Neufassung).
Dass der Vergleich mit der Lerche nicht funktioniert, überrascht mich etwas, ist er doch eine Art Anleihe an die Großen des Genres, die schon gern mal ähnliches Vogelgetier (Nachtigall etc.) bemüht haben, um der Liebe eine Sprache zu verleihen.

Ich will jetzt nicht zuweit ausholen, denn es liegt mir fern den Text zu verteidigen, aber im "wortlosen", sei es nun der Gesang des Schweigens oder im Thrillern der Lerche liegt manchmal mehr, als wenn es ausgesprochen würde.

Danke für euer Interesse und LG
Perry

riemsche
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Re: wortlose gesänge

Beitragvon riemsche » 26.04.2011, 19:53

Perry hat geschrieben:und als wir nebeneinander gehen,
da sprichst du fast nichts,

in der ersten bist du irgendwo zwischen den zeiten. mit /als/ tippst du auf vergangenheit. beim /gehen/ hast du es dir schon wieder anders überlegt. un_absicht? ich denke ja und nein, weils mir so schräg klingt. und so gar nicht nach Perry (:->)) /fast nichts/wäre mir zu sehr verallgemeinerung. wie wärs mit /kaum/. in summe bin ich in den 1. 2zeilen schon zu sehr mit der form beschäftigt. was mich leser stoppen lässt. immerhin gibst du mir mit /wortlose gesänge/ einen titel an, der geradezu nach verdichtung und pausen schreit :-) und ich beschäftige mich immer noch mit der ersten fassung, weil mich die eröffnung in der urfassung interessiert.
lGr

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Re: wortlose gesänge

Beitragvon hginsomnia » 27.04.2011, 01:58

Hallo Perry,

ein paar Zwischenfragen auf der Metaebene, wenn es recht ist:

Perry hat geschrieben:Ich will jetzt nicht zuweit ausholen, denn es liegt mir fern den Text zu verteidigen,


Warum willst du den Text nicht verteidigen? (Meine Sicht: Darum sollte es doch hier gehen, also ums Reden und Gegenreden auf der Grundlage von Texten. Sonst kann sich ja gar kein Gespräch aufbauen.)

Warum möchtest du nicht weiter ausholen? (Meine Sicht: Ich würde hier gerne eine Verteidigung lesen.)

Perry hat geschrieben:Dass der Vergleich mit der Lerche nicht funktioniert, überrascht mich etwas, ist er doch eine Art Anleihe an die Großen des Genres, die schon gern mal ähnliches Vogelgetier (Nachtigall etc.) bemüht haben, um der Liebe eine Sprache zu verleihen


Könntest du Beispiele bringen, auf welche Form-Inhalt Referenzen du hier verweist? (Meine Befürchtung: Da du ad hoc die Nachtigall mit ins Boot holst, denke ich, du verweist auf Shakespeare, was ich aus diversen Gründen aber nicht hoffe, weil das .... ähm gut, aber das erst, wenn es dich weiter interessiert.)

lg
hginsomnia

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Re: wortlose gesänge

Beitragvon Kastell » 27.04.2011, 22:25

Perry hat geschrieben:Hallo ihr Beiden,
erst einmal danke für das Lob zum Einstieg, den ich allerdings mittlerweile noch etwas "entschlackt" habe (siehe Neufassung).

noch mehr drama oder überhöhung.
Perry hat geschrieben:Dass der Vergleich mit der Lerche nicht funktioniert, überrascht mich etwas, ist er doch eine Art Anleihe an die Großen des Genres, die schon gern mal ähnliches Vogelgetier (Nachtigall etc.) bemüht haben, um der Liebe eine Sprache zu verleihen.

na, die lerche will mit ihrem gesang die anderen lebewesen vom gelege ablenken, also klingt deine vergleicherei nach: liebendes nebeneinander, nur dann sagt sie nichts, wortloses verstehen einklagend, frauen wie lerchenmütter ...
Perry hat geschrieben:Ich will jetzt nicht zuweit ausholen, denn es liegt mir fern den Text zu verteidigen, aber im "wortlosen", sei es nun der Gesang des Schweigens oder im Thrillern der Lerche liegt manchmal mehr, als wenn es ausgesprochen würde.

meiner Ansicht nach war dein erstes gedicht schon gut gemacht, wenn du obiges aussagen möchtest, und du würdest mit der entschlackung eben noch kitschiger werden, was auch okay ist, wenn du das willst, wobei ich glaube, dass du "zeitloser" lieber lesen würdest.

:-)) kastell
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Re: wortlose gesänge

Beitragvon Perry » 01.05.2011, 12:59

Hallo riemsche,
ja der erste Einstieg war "schräger", wurde aber nicht nur in diesem Forum als zeitlich missverständlich aufgefasst, was ich durch die neue Fassung vermeiden wollte, denn die eigentliche Thematik ist ja eine andere (muss man immer alles wissen, was der andere denkt etc.). Ansonsten danke fürs Beschäftigen und Anregen, das letzte Wort ist bei diesem Text sicher noch nicht gesprochen. ;-)
LG
Perry

Hallo hginsomnia,
warum sollte ich meine Intention verteidigen, jeder darf den Text lesen wie er will.
Das Einzige was mich interessiert ist, welche Reaktionen ein Text bei den Lesern hervorruft. Ob und wie ich darauf reagiere, ist dann wiederum mein Part. Diskutieren oder sogar streiten habe ich mir im Großen und Ganzen abgewöhnt, das bringt bekanntlich nur Missstimmung bis hin zur Forensperrung. ;-)
Was den Hinweis auf Romeo und Julia anbelangt, war der eher ironisch in Bezug auf den Komm von Suya gedacht.
LG
Perry

Hallo Kastell,
wo siehst du hier "drama bzw. überhöhung", das LI beklagt lediglich, dass das LD ihm nicht alles erzählt. Was du dem LD für Gründe dafür andichtest ist deine Spekulation/Lebenserfahrung (Frauen sind wie Lerchenmütter etc.), die nicht meine sein muss. Aber genau das macht doch Lyrik aus, dass ein Text anregt, sich an ihm zu reflektieren.
LG
Perry

Kastell
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Re: wortlose gesänge

Beitragvon Kastell » 01.05.2011, 21:21

hi, perry,

also, ich meine bestimmt nicht, dass frauen im allgemeinen wie lerchenmütter sind, sondern lese dein gedicht. Nun steige ich lieber aus, denn letztlich mag ich es auch situativ oder etwas verbindlicher, etwa, dem Thema "muss man immer alles wissen, was der andere denkt" entsprechend:

fortlocken, von dem was heilig ist - ihr und mir.

:-)) kastell


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