Des Nachts

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Pentzw
Pegasos
Beiträge: 1104
Registriert: 11.04.2011, 19:59

Des Nachts

Beitragvon Pentzw » 14.10.2011, 14:10

Nein, ich habe nichts zu schreiben.
Ja, ich habe wirklich nichts zu sagen.
Tja, wer erwartet dies auch schon?
Eben, es ist nur ver-vertanene Zeit.

Verzeiht mir!

Wie, kommt jetzt wohl etwas?
Nein, ich schlage nur die Zeit tot.
Wartet, bis zur nächsten Station.
Bitte, eine Haltestelle doch nur.

Ich danke Euch!

Bis bald einmal wieder…

Halt, verlasst mich noch nicht!
Uih, muss durchs Dunkle gehen.
Iih, unheimliche Häuser, Gestalten.
Oh, ihr könnt mir nicht helfen!

Daumen halten, bitte!

Ja, ihr sitzt bequem im Sessel.
Gleich, dann bin ich um die Ecke.
Uff, jetzt ist es hell geworden.
So, jetzt bin ich endlich gerettet.

Einen Moment noch!

Dort, sie wohnt gleich dort.
Hoffentlich ist sie zuhause.
Sonst muss ich wieder zurück.
Dann ginge das hier so weiter.

Ein kurzes Weilchen noch, ja!

Naja, ihr könnt’s Euch denken, wer.
Ok, für die Ahnungslosen: die SIE.
Das, was ich jedermann wünsche!
Das, was man braucht für die Nacht!

Pst, jetzt wird’s spannend!

Yeah, es brennt Licht im Häuser-Nichts.
Merci, und danke für Euer Stehvermögen.
Oih, wo sind die Schlüssel, Mist auch.
Brr, es ist das jetzt ganz schön kalt!

Ja, wir haben’s bald!!

Jetzt, so kann das nicht mehr weitergehen.
Los, komm zur Ruh, geh ins Bett, schlaf!
Mann, jetzt hast Du doch Deine Frau, so!
Ja, ist ja so gut, beruhigt, Labsal, Balsam.

Und gute Nacht!
Guten Morgen…
Wann, wo immer,
da doch...

Hier und jetzt!

Perry
Melpomene
Beiträge: 711
Registriert: 26.02.2009, 21:48

Re: Des Nachts

Beitragvon Perry » 15.10.2011, 00:03

Hallo Pentzw,
ja irgendwie weiß ich nicht so recht was ich da jetzt schreiben soll.
Das Positive ist sicher, dass das mal etwas ganz anderes ist. ;-)
Ob es Lyrik ist, bezweifle ich, ich würde eher auf Comedy oder Kabarett tippen.
Konstruktiv würde ich empfehlen, die direkte Anrede des Lesers wegzulassen, aber ich denke, das hilft auch nicht wirklich. Vielleicht hast du ja noch was anderes in Peto.
Bis dann und LG
Perry

riemsche
Apollon
Beiträge: 5003
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

Re: Des Nachts

Beitragvon riemsche » 15.10.2011, 11:14

erinnert mich an den typ, der nachts mit seinem haustürschlüssel an einer strassenlaterne fummelte.
auf die nüchterne feststellung "da wohnt niemand" antwortete er: glaub ich nicht. da oben brennt ja licht (:->))

ich finde, dass du dir mit der zugegeben bequemen art, so oft wie geht den schnoddrigen bezug zu suchen oder über das zu schreiben, was du dir denkst, was andere sagen meinen denken könnten, wenn du das schreibst, viel von dem verbaust, was auf die simpel direkte dein eigen sein könnte bzw. ja ist. dieses begründen von etwas gegenüber jemandem, der in der situation physisch gar nicht vorhanden ist, sich in folge als leser lieber sein eigenes bild zu dem vor dir wahrgenommenem machen würde, das selbstgespräch in erwartung eines kontra´s mit der passenden antwort in der hinterhand - hemmt den fluß, macht auch _um einen kommentar zu einem anderen posting von dir aufzugreifen_ dinge nicht mehr witzig, die es eigentlich sein sollten oder könnten.

mich zeile für zeile als hannibal lektor (:->)) zu betätigen ist mir zuweit aus dem fenster gelehnt. außerdem fehlt mir dazu die zeit. aber ich nehme an, du bist jung genug, um den stil, der dir so vorschwebt in eigenregie zu entwickeln. gut gemeinte ratschläge sind da nach meiner erfahrung sehr selten objektiv, speziell bei kreativen unter sich meist nur auf das jeweilige eigene ego umzulegen. in diesem sinne: hartnäckig bleiben. weiterschreiben.

lGriemsche

Pentzw
Pegasos
Beiträge: 1104
Registriert: 11.04.2011, 19:59

Re: Des Nachts

Beitragvon Pentzw » 15.10.2011, 11:40

hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm,

zu beiden antworten: beide finden die direkte anrede des lesers hemmend,
wobei ich gerade das interessant daran finde.

die "schnoddrigkeit" stellt die identität her, passt auch zum unheimlichen rahmen der nacht.
aber das ist in allen meinen gedichten, dieser "slang" , und ich finde das authentisch. wer kann heute noch ein abgeschottetes, statisch in sich verschlossenes und unerreichbares "lyrisches Ich" aufrechterhalten in der lyrik? schwer vorstellbar.

aber wo ich denn zu viel beschreibe, so dass der leser sich erdrückt und in seiner phantasie beschnitten fühlt, weil er selber lieber assoziiert, ist mir nicht klar.

aber mal nachdenk.

merci

gruß

w.p.


Zurück zu „Gedichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste