stumm den weg gegangen
auf vorgegebenen pfaden
an kreuzungen geradeaus
blick auf warngekreuztes
verlockend noch immer
weite hinter zugfenstern
stränge eines fernwehs
das unaufhörlich pocht
die gipfel am horizont
klarer jetzt das echo
reiner deine stimme
die von herzwänden hallt
salzwege
Re: salzwege
was ist in letzter zeit mit deiner wortung los? die ersten drei zeilen.... ja Perry live. oder sollte ich sagen stillAlive (:->)) aber dann wirds sowas von stocksteif ... blick auf was? warngekreuztes brrrrrrrr. weite hinter zugfenstern und stränge eines fernwehs ... irgendwie alles so mit krampf ohne dampf. und wenns am end von den herzwänden hallt, isses ganz aus bei mir
sorry. klappe. buch zu. gute nacht.
lGr
sorry. klappe. buch zu. gute nacht.lGr
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hginsomnia
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Re: salzwege
sehe ich etwas anders als riemsche,
also, mir gefällt das jetzt auch nicht, aber ich sehe zumindest den versuch, sich etwas zu öffnen hinsichtlich der wortkompositionen und auch mal etwas zu wagen, eben das zu tun, was ich bei nicht wenigen anderen texten vermisse (z.b. bei 'herbstblick'). mir ist jedenfalls lieber, jemand versucht etwas und es funktioniert nicht, als dass er so viele vorgefertigte phrasen benutzt, dass es vielleicht einen halbwegs lesbaren, aber unendlich langweiligen text zur folge hat (für mich sind diese texte dann i.ü. nie lesbar, sondern immer schrecklich, aber okay - befindlichkeit - ach, ne, eigentlich nicht, sondern urteil)
'stränge eines fernwehs' finde ich jedenfalls als einzelkomposition gelungen, weil sich eben nicht auf vorgegebenen pfaden entwickelnd.
die gesamtkomposition ist mir allerdings auch zu unausgereift. warum nun riemsche die ersten drei zeilen besonders hervorhebt, verschließt sich mir völlig. die sind doch recht langweilig in wortung und verlauf, was nicht hieße, dass ich sie nicht als intro zu irgendetwas akzeptieren könnte, aber das sind sie hier ja nicht.
in einem gebe ich riemsche aber recht:
das ist echt ein horrorwort. wenn der text jetzt nur mit solchen horrorwörtern arbeiten würde, könnte man sich vielleicht wieder anders dazu verhalten (obgleich ich zugeben muss, dass ich mir das schwer vorstellen kann), so aber richtet sich dieses schauderwort ja gegen den textduktus
also, mir gefällt das jetzt auch nicht, aber ich sehe zumindest den versuch, sich etwas zu öffnen hinsichtlich der wortkompositionen und auch mal etwas zu wagen, eben das zu tun, was ich bei nicht wenigen anderen texten vermisse (z.b. bei 'herbstblick'). mir ist jedenfalls lieber, jemand versucht etwas und es funktioniert nicht, als dass er so viele vorgefertigte phrasen benutzt, dass es vielleicht einen halbwegs lesbaren, aber unendlich langweiligen text zur folge hat (für mich sind diese texte dann i.ü. nie lesbar, sondern immer schrecklich, aber okay - befindlichkeit - ach, ne, eigentlich nicht, sondern urteil)
'stränge eines fernwehs' finde ich jedenfalls als einzelkomposition gelungen, weil sich eben nicht auf vorgegebenen pfaden entwickelnd.
die gesamtkomposition ist mir allerdings auch zu unausgereift. warum nun riemsche die ersten drei zeilen besonders hervorhebt, verschließt sich mir völlig. die sind doch recht langweilig in wortung und verlauf, was nicht hieße, dass ich sie nicht als intro zu irgendetwas akzeptieren könnte, aber das sind sie hier ja nicht.
in einem gebe ich riemsche aber recht:
riemsche hat geschrieben:warngekreuztes brrrrrrrr.
das ist echt ein horrorwort. wenn der text jetzt nur mit solchen horrorwörtern arbeiten würde, könnte man sich vielleicht wieder anders dazu verhalten (obgleich ich zugeben muss, dass ich mir das schwer vorstellen kann), so aber richtet sich dieses schauderwort ja gegen den textduktus
Re: salzwege
Hallo riemsche,
na da hast du dir mal wieder den "lyrischen" Frust von der Seele geschrieben.
Wenn wir uns nicht schon so lange kennen würden, könnte mich deine Sicht glatt aufregen, aber so sehe ich sie eben als deine Art dich mit anderen Stilrichtungen auseinanderzusetzen.
Ich mag Wortschöpfungen wie "Warngekreuztes", denn sie lassen z.B. das Andreaskreuz zu einem Lebenswarner werden.
Aber ich nehm deine Wertung gern zur Kenntnis und werde vorallen an den Herzwänden feilen.
LG
Perry
Hallo hginsomnia,
ja die pochenden Fernwehstränge als Metapher für die Schienen des Lebens finde ich selbst auch gelungen.
Welchen Duktus du in dem Text allerdings siehst und warum der nicht zum "Warngekreuzten" passen soll, könntest du mir vielleicht näher erklären.
LG
Perry
na da hast du dir mal wieder den "lyrischen" Frust von der Seele geschrieben.
Wenn wir uns nicht schon so lange kennen würden, könnte mich deine Sicht glatt aufregen, aber so sehe ich sie eben als deine Art dich mit anderen Stilrichtungen auseinanderzusetzen.
Ich mag Wortschöpfungen wie "Warngekreuztes", denn sie lassen z.B. das Andreaskreuz zu einem Lebenswarner werden.
Aber ich nehm deine Wertung gern zur Kenntnis und werde vorallen an den Herzwänden feilen.
LG
Perry
Hallo hginsomnia,
ja die pochenden Fernwehstränge als Metapher für die Schienen des Lebens finde ich selbst auch gelungen.
Welchen Duktus du in dem Text allerdings siehst und warum der nicht zum "Warngekreuzten" passen soll, könntest du mir vielleicht näher erklären.
LG
Perry
Re: salzwege
ich glaube ja, dass du zu viele bilder unerklärt einfach versacken lässt.
der gehende passiert bilder und diese bilder werden in relation zu dem gehenden gesetzt
aber weder der gehende/wandelnde/sich auf der reise scheinbar entwickelnde/verkraftende mensch wird aufgelöst
noch die bilder die er passiert hat
sie bleiben unberührt
aber auch ihre unberührbarkeit im text findet keinen platz
ich sehe das häufig in deinen gedichten,
dass sie sich mit sehr elementaren bedürfnissen auseinander setzen
und du - nach dem prinzip des universums in der nussschale - diese bedürfnisse auf die umwelt projezierst
aber ich vermisse den moment in dem wirklich etwas passiert,
in dem nicht alles in einen satz gefroren und aufbewahrt wird, sondern irgendeine form von leben oder zumindest eine über den satz hinaus übergeordnete rolle bekommt.
stränge eines fernwehs
das unaufhörlich pocht
die stränge sind mit sicherheit ein schönes bild, mit dem sich viel anfangen lässt
aber sie tauchen hier nur einmal kurz auf, in der zweiten zeile ist nicht mehr von den strengen die rede
sondern vom fernweh, das pocht
ich denke genau hier könnte man beispielweise einen eingriff wagen
und den strängen mehr bedeutung schenken, als dem fernweh
stränge die an jedem objekt haften bleiben
jedes objekt das mit einer erinnerung aufgeladen wird
die alle in einen fluchtpunkt weisen
von dem man sich wegbewegt, ja flieht
oder zu dem man hinstolpert - vielleicht müde, vielleicht erschöpft, vielleicht voll jugendlichem elan
stränge die das licht brechen und die gegenwart aufheben
ein fächer von gefühl
dessen fäden alle einen klang besitzen, einen klang der in die berge läuft
und sich vermengt, erst zu einer melodie (vielleicht die des erlkönigs?)
aber dann zu einer stimme
wessen stimme? erinnert man sich ihrer wirklich noch?
uswusf, das ist ja jetzt nur ein mögliches szenario, das aus diesem drängen erwachsen könnte
oder aber auch die kreuzung die man übergeht
die nur eine rolle spielen kann, um zu verdichten, wie determiniert man ist eine luftlinie einzuschlagen
die ein teil des oben beschriebenen drangs werden könnte
aber hier nur eine kreuzung bleibt
und die - sofern man nicht dem autor wohlgesonnen, viel zeit und spaß an interpretation im gepäck - keine funktion über die ihr angestammte (nämlich kreuzung sein) erfüllen kann, weil sie nicht weiter mit "leben" beladen wird.
ich denke da könntest du vieles umgestalten
aber natürlich würde sich dann auch dein gesamter schreibstil verändern müssen,
daher verstünde ich sehr gut, wenn du sagen würdest "nö, mach ich nich"
aber das könnte ja mal etwas sein an dem du dich selber weiterentwickeln kannst
um zumindest die möglichkeit offen zu halten
an selektierten und passenden stellen deine schreibe für eine nähere beschreibung umzustellen.
der gehende passiert bilder und diese bilder werden in relation zu dem gehenden gesetzt
aber weder der gehende/wandelnde/sich auf der reise scheinbar entwickelnde/verkraftende mensch wird aufgelöst
noch die bilder die er passiert hat
sie bleiben unberührt
aber auch ihre unberührbarkeit im text findet keinen platz
ich sehe das häufig in deinen gedichten,
dass sie sich mit sehr elementaren bedürfnissen auseinander setzen
und du - nach dem prinzip des universums in der nussschale - diese bedürfnisse auf die umwelt projezierst
aber ich vermisse den moment in dem wirklich etwas passiert,
in dem nicht alles in einen satz gefroren und aufbewahrt wird, sondern irgendeine form von leben oder zumindest eine über den satz hinaus übergeordnete rolle bekommt.
stränge eines fernwehs
das unaufhörlich pocht
die stränge sind mit sicherheit ein schönes bild, mit dem sich viel anfangen lässt
aber sie tauchen hier nur einmal kurz auf, in der zweiten zeile ist nicht mehr von den strengen die rede
sondern vom fernweh, das pocht
ich denke genau hier könnte man beispielweise einen eingriff wagen
und den strängen mehr bedeutung schenken, als dem fernweh
stränge die an jedem objekt haften bleiben
jedes objekt das mit einer erinnerung aufgeladen wird
die alle in einen fluchtpunkt weisen
von dem man sich wegbewegt, ja flieht
oder zu dem man hinstolpert - vielleicht müde, vielleicht erschöpft, vielleicht voll jugendlichem elan
stränge die das licht brechen und die gegenwart aufheben
ein fächer von gefühl
dessen fäden alle einen klang besitzen, einen klang der in die berge läuft
und sich vermengt, erst zu einer melodie (vielleicht die des erlkönigs?)
aber dann zu einer stimme
wessen stimme? erinnert man sich ihrer wirklich noch?
uswusf, das ist ja jetzt nur ein mögliches szenario, das aus diesem drängen erwachsen könnte
oder aber auch die kreuzung die man übergeht
die nur eine rolle spielen kann, um zu verdichten, wie determiniert man ist eine luftlinie einzuschlagen
die ein teil des oben beschriebenen drangs werden könnte
aber hier nur eine kreuzung bleibt
und die - sofern man nicht dem autor wohlgesonnen, viel zeit und spaß an interpretation im gepäck - keine funktion über die ihr angestammte (nämlich kreuzung sein) erfüllen kann, weil sie nicht weiter mit "leben" beladen wird.
ich denke da könntest du vieles umgestalten
aber natürlich würde sich dann auch dein gesamter schreibstil verändern müssen,
daher verstünde ich sehr gut, wenn du sagen würdest "nö, mach ich nich"
aber das könnte ja mal etwas sein an dem du dich selber weiterentwickeln kannst
um zumindest die möglichkeit offen zu halten
an selektierten und passenden stellen deine schreibe für eine nähere beschreibung umzustellen.
Re: salzwege
Hallo shuya,
da hast du ein weise uns wahre Worte gesprochen.
Man könnte, wenn man wollte oder besser wenn man diese Intension besäße.
Mein Lyrikverständnis ist es nicht dem Leser Bilder aufzuschlüsseln, sondern sie als Sprungbretter der Fantasie anzubieten.
Wenn ich das, was du hier aus deiner Sicht mit Recht einforderst, tun würde, dann würde ich vermutlich bald ins epische Lager wechseln.
Meine Bilder in den Texten sind wie Steine in einem Bach, über die man ans andere Ufer balancieren oder springen kann, wenn man will.
Da ich, gerade bei diesem Text sehr reduziert und stellenweise sogar auf das Zeilenübergreifende verzichtet habe. sehe ich deinen Anstoß dahingehend, dass ich vielleicht etwas überzogen habe.
Sogesehen gibt mir dein und auch die Kommentare der anderen durchaus einen Denkanstoß.
LG
Perry
da hast du ein weise uns wahre Worte gesprochen.
Man könnte, wenn man wollte oder besser wenn man diese Intension besäße.
Mein Lyrikverständnis ist es nicht dem Leser Bilder aufzuschlüsseln, sondern sie als Sprungbretter der Fantasie anzubieten.
Wenn ich das, was du hier aus deiner Sicht mit Recht einforderst, tun würde, dann würde ich vermutlich bald ins epische Lager wechseln.
Meine Bilder in den Texten sind wie Steine in einem Bach, über die man ans andere Ufer balancieren oder springen kann, wenn man will.
Da ich, gerade bei diesem Text sehr reduziert und stellenweise sogar auf das Zeilenübergreifende verzichtet habe. sehe ich deinen Anstoß dahingehend, dass ich vielleicht etwas überzogen habe.
Sogesehen gibt mir dein und auch die Kommentare der anderen durchaus einen Denkanstoß.
LG
Perry
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hginsomnia
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Re: salzwege
hallo, perry
so ganz einfach ist das nicht, dir das zu erklären, weil es ja um ein sprachempfinden geht und du erst nachempfinden, sehen müsstest, warum dieses 'warngekreuzte' mir wie riemsche so gar nicht behagt.
ich versuche es mal so:
ich beschritt die brücken
über bäche und rauschende
flüsse rannte über
weite wiesen und gefelstes
das beispiel ist sogar noch etwas milder als dein text. 'gefelstes' ist hier das sperrwort, ein wort, das sich gegen den sprachfluss richtet, eines, welches sich mit der sprachmelodie anlegt.
in deinem text ist das eigentlich noch deutlicher. vielleicht siehst du das ja jetzt.
Perry hat geschrieben:Welchen Duktus du in dem Text allerdings siehst und warum der nicht zum "Warngekreuzten" passen soll, könntest du mir vielleicht näher erklären.
so ganz einfach ist das nicht, dir das zu erklären, weil es ja um ein sprachempfinden geht und du erst nachempfinden, sehen müsstest, warum dieses 'warngekreuzte' mir wie riemsche so gar nicht behagt.
ich versuche es mal so:
ich beschritt die brücken
über bäche und rauschende
flüsse rannte über
weite wiesen und gefelstes
das beispiel ist sogar noch etwas milder als dein text. 'gefelstes' ist hier das sperrwort, ein wort, das sich gegen den sprachfluss richtet, eines, welches sich mit der sprachmelodie anlegt.
in deinem text ist das eigentlich noch deutlicher. vielleicht siehst du das ja jetzt.
Re: salzwege
tschuldigung wenn ich mich da auf die kurze dazwischenmisch. denn _obs nun gesehen wird oder nicht_ (insgeheimer daumendrück) ich finde HG´s letzten kommentar exzellent vermittelt. respekt.
und danke Perry dass du meine eigenart, mich mit texten _die mich hängen lassen (:->))_ auf die knurrige auseinanderzusetzen, mittlerweile mit einem lächeln wegsteckst. ich komm einfach zuweilen nicht aus meiner haut.
lGr
und danke Perry dass du meine eigenart, mich mit texten _die mich hängen lassen (:->))_ auf die knurrige auseinanderzusetzen, mittlerweile mit einem lächeln wegsteckst. ich komm einfach zuweilen nicht aus meiner haut.
lGr
Re: salzwege
Hallo hginsomnia,
danke für dein Beispiel, das mir die Möglichkeit gibt ein wenig tiefer in meine Wortschöpfung einzusteigen.
"Warngekreuztes" ist eine Kurzform für "zur Warnung Gekreuztes" hat also durchaus einen Sinn, gibt damit dem Andreaskreuz eine tiefere bzw. erweiterte Funktion als Lebenswarner.
Bei "Gefelstem" ist es zwar auch möglich, eine Bedeutung zu finden, etwas das zu Fels geworden ist, ergibt aber nur im entsprechenden Kontext einen Sinn.
Wenn du allein den Sprachfluss als Hinderungsgrund siehst, dann mag das manchmal richtig sein, hier stehen die Zeilen überwiegend für sich, sind sozusagen Schienenabschnitte, die aneinandergereiht werden. Außerdem geht mir Ausdruck im Zweifelfall vor Lesegefälligkeit.
Ich hoffe, du argumentierst jetzt nicht, dass ich mir das nachträglich zurechtgeboben habe, denn dann wäre es wirklich Schade um die Zeit, die wir hier investieren um gegenseitig zu provitieren.
LG
Perry
Hallo riemsche,
auf die "knurrige" reagiere ich nur, wenn mir jemand auf die dumme Art kommen will.
LG
Perry
danke für dein Beispiel, das mir die Möglichkeit gibt ein wenig tiefer in meine Wortschöpfung einzusteigen.
"Warngekreuztes" ist eine Kurzform für "zur Warnung Gekreuztes" hat also durchaus einen Sinn, gibt damit dem Andreaskreuz eine tiefere bzw. erweiterte Funktion als Lebenswarner.
Bei "Gefelstem" ist es zwar auch möglich, eine Bedeutung zu finden, etwas das zu Fels geworden ist, ergibt aber nur im entsprechenden Kontext einen Sinn.
Wenn du allein den Sprachfluss als Hinderungsgrund siehst, dann mag das manchmal richtig sein, hier stehen die Zeilen überwiegend für sich, sind sozusagen Schienenabschnitte, die aneinandergereiht werden. Außerdem geht mir Ausdruck im Zweifelfall vor Lesegefälligkeit.
Ich hoffe, du argumentierst jetzt nicht, dass ich mir das nachträglich zurechtgeboben habe, denn dann wäre es wirklich Schade um die Zeit, die wir hier investieren um gegenseitig zu provitieren.
LG
Perry
Hallo riemsche,
auf die "knurrige" reagiere ich nur, wenn mir jemand auf die dumme Art kommen will.
LG
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hginsomnia
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Re: salzwege
hallo perry,
mir ist das dann doch etwas zu einfach auf gegensatz getrimmt, sprich: die dichotomie 'ausdruck' vs. 'lesegefälligkeit' existiert hier m.e. in dieser form gar nicht.
ob du dir nun etwas nachträglich zurechtgebogen hast, kann ich nicht beurteilen und möchte ich auch nicht. das ist eine frage, die du dir nur selbst ehrlich beantworten kannst.
das hier allerdings halte ich dann doch für sehr weit hergeholt und auch nicht wirklich schlüssig, wenn ich mir deinen text anschaue. wichtig ist es für das, was wir hier besprechen, auch nicht.
also nochmal zurück:
dass das sinn macht, also semantischen sinn, habe ich nie bezweifelt und das, was du dazu aussagst, war auch meine annahme.
wenn man genau sein will, ist 'warngekreuztes' eine spezielle kurzform, nämlich die solche einer partizipbildung, welche dann substantiviert wird. solche substantivierten partizipien sind jetzt keine große herausforderung, sie sind nahezu unendlich möglich (z.b. hausbesetztes, untergelegtes, reihengesichtetes u.s.w.).
das meinte ich mit auf gegensatz getrimmt. zunächst einmal ist die ausdrucksfähigkeit nicht auf den einzelausdruck (das wort) begrenzt, sondern muss sich immer auch an der sprachlichen umgebung messen lassen. und lesegefälligkeit ist dann auch wieder etwas anderes als sprachmelodik. ein text kann sehr wohl sehr kryptisch, also nicht lesegefällig sein, aber dennoch eine innere melodik oder allgemeiner struktur zu grunde haben.
die frage bleibt also, ob nicht dein 'warngekreuztes' innerhalb deines textes deplatziert ist, weil es sich schon über die wortstruktur / - melodik nicht der textumgebung gemäß verhält. ich meine, dem ist so.
vielleicht noch ein versuch zur veranschaulichung:
geteerte straßen ganz zu
schwer für meine
beine und doch
belaufen den blick auf
warngekreuztes dann
diverser ...
jedenfalls bin ich hier näher dran, am wort im text. nicht, dass mir das hier gefiele oder du auch nur eine zeile hiervon übernehmen solltest. ich will dich ja im gegenteil davon überzeugen, ein wort zu verändern. das kann ich, glaube ich, nur mit beispielen erklären
stumm den weg gegangen
auf vorgegebenen pfaden
an kreuzungen geradeaus
blick auf gekreuzte warnungen
oder, um die doppelte kreuzung aufzuheben
stumm den weg gegangen
auf vorgegebenen pfaden
an kreuzungen geradeaus
blick auf gleichförmige warnungen
kickt mich jetzt alles nicht sonderlich, aber du kannst je was draus machen
lg
hginsomnia
editier:
noch nachträglich, weil ich mal wieder nicht schlafe
'warngekreuztes' ist ja schon objektiv kein schönes wort, und ja, es ist ist schwierig, schön und objektiv in einem satz zu verwenden, aber darüber müssten uns wir eigentlich, weil wir sprache benutzen, einigen können (ich bin vorsichtig geworden - schon bei aus meiner sicht leicht verständlichen ansichten wurde ich zu häufig enttäuscht oder (weniger dramatisch) überrascht).
man könnte auch sagen, 'warngekreuztes' ist ein dissonantes wort (im musikalischen, nicht im lyrischen terminus). bis dahin noch kein grund, es nicht zu verwenden. es müsste sich halt nur in einem text wiederfinden, der sich solcher dissonanzen bedient. da dein text aber eher - ich schreibe es mal allgemeiner - einen romantischen habitus hat (der sich auch sehr bei den meisten deiner texte wiederfindet), benötigt er eine kohärente begründung für erzeugte dissonanzen, einen nachhall beispielsweise oder eine semantische / pragmatische hervorhebung. da fehlt es mir hier etwas an ausarbeitung auch im gesamtbild (hat shuya angedeutet).
der stein, der hier meine phantasie anregen soll, liegt mir eher quer im magen, um mal in deinem bild zu bleiben. die einzelnen strophen bleiben in ihrer gesamtheit m.e. stumm, obwohl, wie gesagt, darin durchaus schöne und treffende (damit meine ich: das motiv (ungenau beschrieben: eisenbahn) aufgreifende) wortzusammenfügungen zu finden sind.
sodele, genug gelabert
mir ist das dann doch etwas zu einfach auf gegensatz getrimmt, sprich: die dichotomie 'ausdruck' vs. 'lesegefälligkeit' existiert hier m.e. in dieser form gar nicht.
ob du dir nun etwas nachträglich zurechtgebogen hast, kann ich nicht beurteilen und möchte ich auch nicht. das ist eine frage, die du dir nur selbst ehrlich beantworten kannst.
Perry hat geschrieben:hier stehen die Zeilen überwiegend für sich, sind sozusagen Schienenabschnitte, die aneinandergereiht werden
das hier allerdings halte ich dann doch für sehr weit hergeholt und auch nicht wirklich schlüssig, wenn ich mir deinen text anschaue. wichtig ist es für das, was wir hier besprechen, auch nicht.
also nochmal zurück:
Perry hat geschrieben:"Warngekreuztes" ist eine Kurzform für "zur Warnung Gekreuztes" hat also durchaus einen Sinn, gibt damit dem Andreaskreuz eine tiefere bzw. erweiterte Funktion als Lebenswarner.
dass das sinn macht, also semantischen sinn, habe ich nie bezweifelt und das, was du dazu aussagst, war auch meine annahme.
wenn man genau sein will, ist 'warngekreuztes' eine spezielle kurzform, nämlich die solche einer partizipbildung, welche dann substantiviert wird. solche substantivierten partizipien sind jetzt keine große herausforderung, sie sind nahezu unendlich möglich (z.b. hausbesetztes, untergelegtes, reihengesichtetes u.s.w.).
Perry hat geschrieben:Außerdem geht mir Ausdruck im Zweifelfall vor Lesegefälligkeit.
das meinte ich mit auf gegensatz getrimmt. zunächst einmal ist die ausdrucksfähigkeit nicht auf den einzelausdruck (das wort) begrenzt, sondern muss sich immer auch an der sprachlichen umgebung messen lassen. und lesegefälligkeit ist dann auch wieder etwas anderes als sprachmelodik. ein text kann sehr wohl sehr kryptisch, also nicht lesegefällig sein, aber dennoch eine innere melodik oder allgemeiner struktur zu grunde haben.
die frage bleibt also, ob nicht dein 'warngekreuztes' innerhalb deines textes deplatziert ist, weil es sich schon über die wortstruktur / - melodik nicht der textumgebung gemäß verhält. ich meine, dem ist so.
vielleicht noch ein versuch zur veranschaulichung:
geteerte straßen ganz zu
schwer für meine
beine und doch
belaufen den blick auf
warngekreuztes dann
diverser ...
jedenfalls bin ich hier näher dran, am wort im text. nicht, dass mir das hier gefiele oder du auch nur eine zeile hiervon übernehmen solltest. ich will dich ja im gegenteil davon überzeugen, ein wort zu verändern. das kann ich, glaube ich, nur mit beispielen erklären
stumm den weg gegangen
auf vorgegebenen pfaden
an kreuzungen geradeaus
blick auf gekreuzte warnungen
oder, um die doppelte kreuzung aufzuheben
stumm den weg gegangen
auf vorgegebenen pfaden
an kreuzungen geradeaus
blick auf gleichförmige warnungen
kickt mich jetzt alles nicht sonderlich, aber du kannst je was draus machen
lg
hginsomnia
editier:
noch nachträglich, weil ich mal wieder nicht schlafe
'warngekreuztes' ist ja schon objektiv kein schönes wort, und ja, es ist ist schwierig, schön und objektiv in einem satz zu verwenden, aber darüber müssten uns wir eigentlich, weil wir sprache benutzen, einigen können (ich bin vorsichtig geworden - schon bei aus meiner sicht leicht verständlichen ansichten wurde ich zu häufig enttäuscht oder (weniger dramatisch) überrascht).
man könnte auch sagen, 'warngekreuztes' ist ein dissonantes wort (im musikalischen, nicht im lyrischen terminus). bis dahin noch kein grund, es nicht zu verwenden. es müsste sich halt nur in einem text wiederfinden, der sich solcher dissonanzen bedient. da dein text aber eher - ich schreibe es mal allgemeiner - einen romantischen habitus hat (der sich auch sehr bei den meisten deiner texte wiederfindet), benötigt er eine kohärente begründung für erzeugte dissonanzen, einen nachhall beispielsweise oder eine semantische / pragmatische hervorhebung. da fehlt es mir hier etwas an ausarbeitung auch im gesamtbild (hat shuya angedeutet).
der stein, der hier meine phantasie anregen soll, liegt mir eher quer im magen, um mal in deinem bild zu bleiben. die einzelnen strophen bleiben in ihrer gesamtheit m.e. stumm, obwohl, wie gesagt, darin durchaus schöne und treffende (damit meine ich: das motiv (ungenau beschrieben: eisenbahn) aufgreifende) wortzusammenfügungen zu finden sind.
sodele, genug gelabert
Re: salzwege
Hallo hginsomnia,
für dich sicher nicht so gut,
"dass du mal wieder nicht schlafen kannst"
für mich dagegen durchaus wertvoll, dann mit deinen detaillierten Ausführungen kann ich schon was anfangen.
Deine Vorschläge bringen mich nicht direkt weiter, außer dass mir z.B. die Wiederholung von Kreuzung/Warngekreuztes noch gar nicht aufgefallen ist.
Meine momentane Arbeitversion ist
stumm den weg beschritten
auf vorgegebenen pfaden
an kreuzungen geradeaus
mit blick auf warnsignale
oder alternativ:
stumm schreitend
auf vorgegebenem
geradeaus vorbei
an warngekreuztem
Du siehst, ich bin noch nicht am Ende meiner lyrischen Weisheit.
Danke fürs Begleiten und LG
Perry
für dich sicher nicht so gut,
"dass du mal wieder nicht schlafen kannst"
für mich dagegen durchaus wertvoll, dann mit deinen detaillierten Ausführungen kann ich schon was anfangen.
Deine Vorschläge bringen mich nicht direkt weiter, außer dass mir z.B. die Wiederholung von Kreuzung/Warngekreuztes noch gar nicht aufgefallen ist.
Meine momentane Arbeitversion ist
stumm den weg beschritten
auf vorgegebenen pfaden
an kreuzungen geradeaus
mit blick auf warnsignale
oder alternativ:
stumm schreitend
auf vorgegebenem
geradeaus vorbei
an warngekreuztem
Du siehst, ich bin noch nicht am Ende meiner lyrischen Weisheit.
Danke fürs Begleiten und LG
Perry
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