sorry, perry,
aber den text hast du mal gehörig in den sand gesetzt.
Perry hat geschrieben:so einen hatten wir noch nie
zumindest kann ich mich nicht
an eine solche farbenpracht erinnern
ja, das li hat kann sich an so einen herbst also nicht erinnern. so what? das ist mal stilistisch wie inhaltlich dermaßen belanglos, da friert mir beim lesen das gähnen ein. das wirkt wie ein teil eines abgeschriebenen small-talk-dialogs.
Perry hat geschrieben:viele bleiben stehen und staunen
wie blätter glimmen im tiefstehenden
licht wandern wir über laubteppiche
dieses stehen bleiben und staunen alleine schon ist in sich dermaßen überdramatisiert, dass es m.e. schon surreal wirkt oder nein, besser: es wirkt wie die vorstellung eines lis, das sich vorstellt, wie man sich diesen herbst vorzustellen hat, nämlich postkartenidyllbeeindruckt (geiles wort, ne

) verzückt. statt 'glimmen' wäre wohl ein leuchten besser, schließlich wollen die leute ja nicht auf heißen kohlen laufen.
Perry hat geschrieben:hinauf zu den hügeln von denen aus
erste winterwolken erahnbar sind
deren schneewehen uns frösteln lässt
das verweist auf ein iteriertes muster in einer gewissen menge deiner texte: gegenwartsbeschreibung + antizipation (nur als feststellung).
ich nehme an, du meinst die schneewehen als plural von wehe und müsstest dann das 'lässt' ebenfalls pluralisch konjugieren. solltest du das 'wehen' meinen, würde ich einwerfen, dass das sprachlich ungeschickt eingebettet ist, da der bezug auf 'die winterwolken ..., deren' auf ein plural verweist.
davon abgesehen haben aber die wolken auch gar nichts mit den wehen zu tun (ja, eine wolke erzeugt, wenn man es ganz genau nehmen will, noch nicht mal schnee, sondern regnet ab, wobei ich diese differenzierung in einem lyrischen text nicht erwarte.). eine wehe allerdings findet nicht durch die wolke statt, sondern durch den wind und typischerweise durch bodenwinde, weil sie sonst als solche ja nicht wahrgenommen werden kann. statt schneewehe könnte hier im bezug zur wolke höchstens schnee stehen.
es geht mir dabei keineswegs darum, einen lyrischen text zu verwissenschaftlichen, wohl aber darauf hinzuweisen, welche wortbedeutungen sich in diesem text verstecken. denn dieses ist für dessen qualität ein wichtiges kriterium ...
... und da ist leider mein urteil eindeutig:
der text bildet eine belanglose szenerie mit tausendfach in diesem herbstzusammenhang gehörten wörtern ('farbenpracht, laubteppich, blätter z.b.) ab und ist teilweise sogar in seiner wortwahl falsch bzw. ungenau ('glimmen' und 'schneewehen').
lg
hginsomnia