meinst du mit dem anfang/ ende der text würde sich ohne pointe wohler fühlen würde? ich hab mich das nämlich gefragt eine pointe ist was komisches sie erzeugt ein gefühl der konstruiertheit ich dachte eigentlich ist ne pointe was für nen witz.
genau das habe ich gemeint.
im klassischen bild eines gedichts, gibt es einen fluchtpunkt
die einzelnen sätze münden in einen und je weiter das gedicht führt, desto mehr werden die sätze zu eben jenem schlußsatz
der das gedicht rechtfertigt
und der durch das gedicht gerechtfertigt wird.
fehlt der - und dafür braucht es mut, wir fühlen, dass etwas inkomplett ist, so ganz ohne schluß - fängt es an spannend zu werden.
die flucht verschwindet, jeder satz muss für sich selber stehen und kann die anderen nur noch lose tragen.
das erfordert mehr kunstfertigkeit
aber bringt m.E. den leser oft weiter.
der schluß selbst wiederum, liest sich eher als ein anfang.
kerzen die bis unter die decke flammen
wachs, petroleum, holz, was knarrt knackt wenn es brennt, usw.
edit:
gutes extrembeispiel für diese "lose dichtung ohne pointe oder sinnsatz" sind heikus.
ein heiku unterliegt so strengen regeln in der form, dass der inhalt oft viel freier gestaltet wird
und jedes wort für sich isoliert genauso beeindruckend (oder oft auch: langweilig) wie jeder satz oder die sätze zusammen genommen wirkt.
Eisige Flocken
halten als Schneedecke warm,
schützen die Flora.
Spiegelndes Wasser.
Der Wind macht unser Gesicht
darin zur Fratze.
usw.
da muss sparsam und sinnvoll gesetzt werden,
es gibt keine lückenfüller, dafür hat man zu wenige silben zu verschenken.
man kann sich an der präzision bedienen ohne sich an die regeln halten zu müssen, das wäre vielleicht was für dich
