kleine narben ...

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
hginsomnia
Klio
Beiträge: 590
Registriert: 03.09.2009, 05:04

kleine narben ...

Beitragvon hginsomnia » 22.01.2012, 12:11

kleine narben, schau, rückblickend, ab, nabel und große


wann menschen böse werden die in sandkästen
und an den sielen mit den bisamratten uns
ungeheuer damals die geschichten lieferten
von mit taschenmessern erstochenen
muttertieren heldensagen der tapfersten
und gegen die windpeitschen spielten
zeilen erfanden
es hängt der baum der niemals bricht
noch ab vom kleinsten sonnenlicht
und weglegten
fragt sie bei öli an der ecke zum riechtum
dem schulgebäude das vor uns und gegen uns
mit verkabelten augen fressen konnte
mit gerissenen augen unsere stunden riss
wie unter klarsichtfolie eingeschweißte
bisamratten ganz ohne die sagen
die gleich mit verschluckten uns eingeschworene
gegen sichtverzehrung eidesriten zelebrierend
zu beäugten zeugen machte und ich lege
dir bei öli wo wir uns mit frikadellen
vergifteten und ich dich dazu einlud
das jetzt außer betrieb heißt
eine träne ins gesicht und wünsche mir
man könnte tränen erwürgen du warst
ganz verdünnt als ich nach der verschmelzung
auf der morschen holzbrücke über den bisamratten
über das haiku zwischen deinen brauen sprach
gebrochener baum
tote äste schlagen schwer
gegen dein gesicht
und es ist nicht nah und es kommt näher wie die beiden türen
die sichtbare hinter der mir der wolf mit seinem lineal
auf die finger hauen wollte und es nicht tat
und die erahnte schwere des wolfes
die uns trennte du dann zu oft
für meinen verstand eurydike sein musstest
und es kommt näher und ist nicht nah wirst du den
sarg tragen werde ich da sein als
bisamratte wirst du das reh sein
ein letztes mal für die verkabelten augen und
es hängt ein baum der niemals bricht

Edekire
Pegasos
Beiträge: 1100
Registriert: 10.02.2004, 21:55
Wohnort: berlin

Re: kleine narben ...

Beitragvon Edekire » 29.02.2012, 00:06

hallo hginsomnia,

irgendwie ist das seltsam mit diesem text er erinnert mich an so bilder die aus ganz vielen einzelnen bildern zusammengesetzt sind. auf den ersten blick sieht man nur das große aber wenn man genauer hinsieht kann man alles kleine ansehen und verliert dann das leicht das gesamte aus den augen aber man kann immer weiter suchen finden.
so ein feingestricktes wortnetz und immer wieder entwirrt sich was und verwirrt sich wieder das macht es mir sehr schwierig dazu etwas zu schreiben
ich denke an ein jugendliches pärchen, die sich schon als kinder kannten. es hat etwas von entfernen und entfremden und vergangen an sich. und wie sich verschworernheit und nähe lansam zersetzen kann...
jetzt hab ich zumindest mal angefangen.


und ich hab was gelernt. ich weiß jetzt was ein siel ist. und was über bisamratten
und

zum riechtum
einfach ein ort?
sichtverzehrung
das finde ich irgendwie dann doch eine etwas hm sehr künstliche worterfindung, das kommt mir so ein klein wenig überdreht vor.

schöne grüße

edekire

hginsomnia
Klio
Beiträge: 590
Registriert: 03.09.2009, 05:04

Re: kleine narben ...

Beitragvon hginsomnia » 01.03.2012, 08:55

hallo edekire,

danke für deine einlassung. ich bin selbst noch nicht glücklich mit dem text, vor allem mit dem letzten abschnitt.

'riechtum' ist einfach ein fiktionaler ort. mir gefällt die mögliche amalgamierung aus riechen und siechtum, weil sie nahe am thema ist, auch wenn das vielleicht zu weit weg führt. für mich hat der ort damit etwas mystisches.

sichtverzehrung - ich denke drüber nach. ich hatte es wegen der fressenden augen drin, quasi umgedreht.
Edekire hat geschrieben:das finde ich irgendwie dann doch eine etwas hm sehr künstliche worterfindung, das kommt mir so ein klein wenig überdreht vor.

kann sein, ja. wie gesagt, schaue ich mir das nochmal an.

danke
hginsomnia


Zurück zu „Gedichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Baidu [Spider] und 7 Gäste