sie, in mir

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Näherungsweise
Thaleia
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sie, in mir

Beitragvon Näherungsweise » 09.03.2012, 02:17

sie, in mir

(ein fragment)

sie, die bedeutende schnitzt
aus den nebelbänken des seins
die ersten namen und gesichter
es zuckt und zirpt und zappelt
was stumpf und stumm war belebt
sich mit sinn und eigensinnen
krieg und geschichten sprudeln
und jeder gott zeugt neues wort
die irrfahrt selbst der zufall
tragen schicksalshaftes in sich
fatal verbal gegen die launen
gegen die willkür des donnerbergs
es rinnt und quillt und sickert
durch schichten und sedimente
der zeit da wurzeln die fasern
meiner gedanken in der geometrie
des mythischen im syllogismus
in der lyrik der ersten dinge


sie, die tausendjährige geißel
brennt fegefeurige furcht
in unsere schamlosen seelen
brandrodet die gebiete jenseits
des buchstabens sie entrindet
sie hobbelt die balken zurecht
sie schmiedet die nägel des
gut und böse und ich trage
das knäuel des aberglaubens
in mir das schwelende gewissen
und den diamant des himmels


sie, die aufleuchtende über
den augen noch die dunkelheit
gräbt sie nach dem alten feuer
dem quell des menschenworts
häretisches gedankengift nagelt
sie an maroder werdende türen
lass ab vom seelenheilkonsum
der zweifel tanzt den glauben
zu neuem selbst-verstand und
mit nachdruck sich verbreitend
reißt es eine schwäre auf die
dreißig jahre brennt und blutet
kopflose macht geteilter throne
nehmen bürger sich die rechte
gerechtern leviathan zu schmieden
doch freiheit spinnt neue tyrannei
und tragisch spießt ein speer was
auf muschelbänken komisch strandet
hartnäckig wuchert auch heute noch
und glüht diese entzündung in mir


sie, die herrisch unbeherrschte
kreuzt im westen gen osten und
über den rand der welt hinaus
fällt sie nach gewürzen gierend
mit dem gestank von pocken und
schwarzpulver in paradiese
aus blutendem gold und welten
neu und unbewehrt waidet sie
verdeckt in der entdeckung aus
hängt es dem vergessen preis
gestreckt mit schwarzimporten
verfaulte gerste und glasmurmeln
und gegen gotteswort getauscht
kakao kartoffeln kautschuk kaffee
kaue ich noch immer auf dem
goldenen genozid im mund
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus

riemsche
Apollon
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Re: sie, in mir

Beitragvon riemsche » 13.03.2012, 22:08

warum bleib ich schon bei /nebelbänke des seins/ stecken? :-) falsches räucherstäbchen? quatsch. abiz später auf ein neues. mit zuckt zirpt und zappelt haste mich nämlich schon wieder. mag ich.
lGriemsche


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