Seite 1 von 1

hinter den augen

Verfasst: 04.06.2013, 22:37
von Näherungsweise
hinter den augen
unsichtbar
sprachlos
hinter der stimme

unter der haut
unter den knochen
körperlos
in einem körper

in einem netz
aus zweigen und licht
gefangen und
gefangen auch nicht

in einer zelle
von zellen
unteilbar
geteilt

an viergliedrige
ketten gelegt
doch dem schicksal
ungeprägt

verschachtelt in
die matroschkas
des greifbar
unbegreifbaren

jenseits der entropie
jenseits der zeit
unter dem schaum
der möglichkeiten

bin ich

Re: hinter den augen

Verfasst: 09.06.2013, 01:07
von Perry
Hallo näherungsweise,

das gefällt mir in seiner dichten Bildsprache.
Stilistisch ist die Wiederholungsmasche

"unter der haut
unter den knochen"
bzw.
"gefangen und
gefangen auch nicht"

spätestens nach dem dritten Mal aber langweilig. ;-)

Besonders gut gefällt mir die letzte Strophe, auch wenn ich bei "Schaum" immer an Boris Vians "Schaum der Tage" denken muss.

LG
Perry