Seite 1 von 1

Am Anfang des Tages

Verfasst: 05.03.2014, 21:53
von Pentzw
Ich wache auf. Schädelbrummen.
Ich öffne ein Auge, um den
Druck entweichen zu lassen und denke:
„Ich hasse Dich, Heimat!“
Tatsächlich,
es wirkt.
Schon fühle ich mich
etwas
erleichtert.

Ich öffne das zweite Auge und sage:
„Hoffnung, stirb!“
Peng.
Das Kopfweh weg,
das Brummen, kein Gedankenrauschen.
Befreit kann ich den Tag beginnen,
denke ich mir.

Aber da liegst Du neben mir,
wie der Reiz der gestrigen Zeitung,
die ich ausführlich kenne und
Deine Bewegungen spotten nicht Lazarus,
da er als Lebra-Kranker von dem Totenbett stieg.

Ich renne, haste, stürme ins Bad,
unter die Dusche, lass es
eiskalt
herabprasseln und
als ich zur Besinnung komme,
frage ich mich: am Anfang
war das Wort, nur
welches?
Ich erinnere mich nicht mehr daran –
aber –
gelobt sei’s! –
alles fließt und fließt...

Re: Am Anfang

Verfasst: 15.03.2014, 09:37
von riemsche
hallo morgenmuffel :-)

Schädelbrummen gehört zusammen wie Hirnsausen und es heißt /Hoffnung stirb/ wenn ich mich nicht irre, denn ich denk mir das nie (:->))
tja wenn das geflügelte wort stimmt, dass sie immer zu allerletzt den löffel abgibt .... wirst du wohl oder übel vorher dran glauben müssen
der druck ist bei geschlossenem auge niedriger - s´gibt ja nix zu sehen außer dem inwendingen, vor allem keine fernseher
vonwegen hass/liebe ..... was ist für dich /Heimat/?

lGriemsche

Re: Am Anfang

Verfasst: 17.03.2014, 15:42
von Pentzw
liebes riemsche,
noch kann und will ich keine antwort auf Deine überaus "gewichtige" frage geben, mit der so ziemlich jeder früher oder später gepeinigt wird. Stattdessen, um zu verdeutlichen, wie ich mich fühle, ob hier oder dort, musste ich noch einen Vers anfügen, der das weiterspinnt, was mich umtreibt und weiteres, freue mich schon darauf, wird folgen müssen.

entschuldige mich für Deine (noch) nicht beantwortete Frage

WPentz

Re: Am Anfang des Tages

Verfasst: 19.03.2014, 23:39
von riemsche
aktuell abiz durcheinander, was? lass dir zeit ...
lGriemsche

Re: Am Anfang des Tages

Verfasst: 21.03.2014, 14:22
von Pentzw
zunächst habe ich gedacht, riemsche ist aktuell etwas durcheinander, weil sie keine antwort auf mein gedicht gefunden hat, aber objektiv bezieht sich das auf mich, das mit dem fragezeichen.

liebes riemsche, du irrst dich. jeder vers könnte für sich stehen. und der dritte rundet das bild einfach ab und da können noch viele, viele verse kommen, die das bild noch feiner zeichnen. wenn du willst, mache ich das gerne für dich, damit du nicht befürchten muss, ich sei "aktuell", was immer das in diesem zusammenhang heißen mag, schließlich bin ich keine zeitungsmeldung, irritiert.

grüßla in die östr*ischen berge

wpentz

Re: Am Anfang des Tages

Verfasst: 21.03.2014, 23:55
von riemsche
Pentzw hat geschrieben:und der dritte rundet das bild einfach ab

ist das so?
//Aber da liegst Du neben mir,//
ne frage der vorweg nehmenden betonung.
Aber da liegt wer neben mir
Du
//Du wie der Reiz der
gestrigen Zeitung,//
warum doppelDu wenn der reiz offensichtlich keiner ist. umbau?
auch kein Anreiz
wie die Zeitung gestern
//die ich
(genau und) ausführlich kenne //
ausführlich hat´s vom genau schon reichlich intus
//Deine Bewegungen spotten nicht Lazarus,//
keiner weiß ob der gute mann mit dem linken oder rechten zuerst .... dem /spottet/ fehlt der bezug
//als er als Pest-, Lebra- und Cholara-Kranker aus dem Totenbett stieg.//
leBra und cholAra ? büstenhalter und papagei ? :-)
das mit dem toten ist glaub ich die einzige horizontale VON der man steigt
und

liebeS riemsche ist _außer dritte schublade von unten_ ne art von kontraproduktiver nebenSächlichkeit
impliziert, dass du das mit dem schreiben wahrscheinlich von grund auf auch so hältst.
und wenn, dein ding. nicht meins. respektvoller umgang ist dennoch möglich, oder?

Dir nen gruss vomSee
riemsche

Re: Am Anfang des Tages

Verfasst: 28.03.2014, 21:13
von Pentzw
hallo riemsche,

deine anmerkungen sind wie immer profund.
nur letzte zeile - das mit dem todenbett, stimmt schon, jemand fällt von der Stange, das ja, aber vom Bett, mein idiom sagt mir aus, aber ich nehme deins mal ab.

auch wie gerne wäre ich auch am see, doch ich bin nur am wald.

gruß

werner

Re: Am Anfang des Tages

Verfasst: 29.03.2014, 10:03
von riemsche
danke für die rückmeldung und erläuterungen. ich hab auch dein neuerlich ausgebautes in sachen loci aufm tisch. aber dazu später. wochenende :-)
wahrscheinlich geht einem /vom totenbett/ deswegen besser über die lippen, weils mit /von den toten auferstanden/ impliziert wurde. nundenn
ich setz mal in klammer, was ich mir im verlauf denke und nenn mit schräg / strich alternativen... vielleicht bringts auf ideen

Ich wache auf. Schädelbrummen(.)/,
(Ich) öffne ein Auge, um (den)
Druck (darin entweichen zu lassen) abzulassen und denke:
„Ich hasse Dich, Heimat!“ Tatsächlich,
es wirkt.
Schon fühle ich mich
(etwas) / irgendwie
erleichtert.

Ich öffne das zweite (Auge) und sage:
„Hoffnung, sterbe / stirb !“
Peng.
(Das) Kopfweh weg,
(das) / kein Brummen, (das) Gedankenrauschen.
Befreit kann ich den Tag beginnen.

Da liegst Du neben mir,
(wie der Reiz der) / reizend wie die gestrige(n) Zeitung,
die ich ausführlich kenne und
Deine Bewegungen spotten nicht Lazarus,
als er als Le(b)/pra-Kranker (von dem)/ vom Totenbett stieg.

(Als ich zur)/ Wieder bei Besinnung (komme,)
(denke)/ frage ich (mir)/ mich: am Anfang
war das Wort, nur
welches?/(habe ich keine Erinnerung mehr davon)/ kann mich nicht mehr dran erinnern.

hab (außer bei finsteren fichten-monokulturen) ne schwäche für´n wald (:->))
lGriemsche

Re: Am Anfang des Tages

Verfasst: 29.03.2014, 14:31
von Pentzw
hallo riemsche,

hab's bischen erweitert, auch ein paar elemente aufgegriffen, mal hören, wie das sich jetzt anhört.

P.S.: ich glaube es gibt hier hauptsächlich kiefern, in mittelfranken, na, ich lade Dich mal ne woche zu mir ein und du mich eine woche an den see, wär das was? der kunst zu gefallen! :-) aber bring ein paar pampers mit, siehe genius loci


gruß

wpentz