1
Höllenzauber fegt durch die Gassen. Das Furunkel glänzt. Die Klinik sagte, man solle mit dem Rauchen aufhören. Dann könnten Tabletten helfen. Aber man weigert sich partout, die Zigaretten in die Ecke zu schleudern. Betaisadona für die Übergangszeit. Das hilft zu desinfizieren. Vielleicht ist es auch nicht das Rauchen, sondern der Schwarztee mit dem Süßstoff.
2
Wie garstig, um fünf Uhr morgens aufzuwachen. Man schaut in das Dunkelnichts und ist beschäftigungslos. Das einzige, was hilft, ist Débussy hören und das Klappern auf der Tastatur. Man fischt sich ein paar Worte aus dem Netz und legt los. Dabei sind die Hände noch wie frischer Klebstoff von der Übernächtigung. Überhaupt hat man das Gefühl, in einem Vakuum unter einer Klebstoffhaube zu sitzen.
3
Im Traum verwandelt man sich größenwahnsinnig geworden in einen Bestsellerautor und glaubt das dannn auch noch, wenn man aufwacht. Der Kopf schwebt drei Meter über dem Körper. Die Sinne sind wie angespitzt. In den Adern pulsiert das Blut und man steht auf einem Plateau mit Blick in das Tal. Winzige Menschlein und Spielzeugautos wuseln dort unten. Das ist dann die Maniemaschine.
4
Plumps, der Vogel ist von der Stange gefallen. Er hat ganz eitirige Augen, das Gefieder ist gerupft. Sicherlich hätte er sich einen siamesischen Zwilling gewünscht, der jetzt noch auf der Stange sitzen könnte, aber es ist aus. Die Raubkatze wartet schon unter dem Käfig, um ihn in ihre Krallen zu nehmen. Ihre Tatzen zeigen nach oben, während sie schnurrt. Das läßt das Blut in den Adern gefrieren. Vielleicht sollte man jetzt böse werden?
5
Die Gedanken weiten sich zu wabernden Flächen aus. Die Semiotik steht Kopf. Signifikat und Signifikant werden verwechselt. Das wird dann Paranoia genannt. Ein Mantel wird nicht mehr als Mantel gesehen, sondern nur noch seine Bedeutung, der Schutz. Der Paranoiker hat sein eigenes System. Er nimmt sich ein Wörterbuch der Symbolik und bastelt sich seine Geheimsprache. Die Eule beispielsweise wird Sinnbild für den Tod. Sie ist ein Leichenhuhn.
6
Die letzten Schatten der Nacht wachen noch. Ein paar Wintervögel zwitschern. Im Winter fangen sie erst um halb acht an, im Sommer um vier Uhr. Die Winterzeit ist beruhigender. Im Sommer werden die Gedanken zu früh aufgescheucht. Wieder prallen die Gegensätze aneinander. Es steigt der Skorpion mit seinem gifitgen Stachel empor. Die andere Hälfte ist nicht da, also wird man sprachlos.
Splitter
Re: Splitter
7
Wenn das Hochgefühl immer seltener erscheint, malt man sich Sprachgitter und füllt das Dazwischen der Stäbe mit Worten aus. Die Maschen des Netzes zieht man enger und enger, solange bis keine Luft über und einem nichts mehr in den Sinn kommt. Manchmal jedoch quellen noch einige Worte wie Eiter heraus, aber jene sind dann nur aus der Not herausgeschrien, da das Hochgefühl entbehrt wird.
8
Krawumm die Glühbirne ist geplatzt. Ein Sekret fließt aus dem Furunkel. Der Täter: die Abszessalbe. Der Leidende ist der Körper. Er möchte nicht unters Messer. Es kommt der Wunsch nach dem organlosen Körper auf. Man wird ganz fickrig, da man den Ausschalter nicht findet. Die Gedanken pulsieren und reihen Assoziationsketten. Wie Tarzan hangelt man sich von Liane zu Liane. Nur hier von Wort zu Wort. Das Rhizom frißt sich wie ein Wurm in den Apfel.
9
Die Gedärme rumoren. Man hockt ständig auf dem Klo. Kommt unten zu viel heraus, muß man oben wieder nachfüttern. Das ist die Verdauungs-Manie-Maschine. Es kommt der Wunsch auf, die Löcher zuzustopfen, da man gar nicht hinterherkommt mit Wasser und Brot. Die Augen flattern von dem Energieverlust. Die Hände zittern, da der Geist aufgerieben. Die Zehen frieren trotz Heizung auf Hochtouren durch den Wärmeverlust des Körpers. Das Gesicht wird spitz wie ein Vogelschnabel. Dabei gefällt man sich aber auch noch in der Rolle des dahinscheidenden Wesens.
10
Der Vogel wird entsorgt in eine Alditüte und dann auf den Müll getragen. Die herumliegenden Federn werden einzeln aufgelesen, um damit den Kaktus zu schmücken. Die Katze bekommt aus der Zoohandlung einen Plastikvogel zum Spielen. Leider will sie von dem Plastikgenossen nichts wissen. Er liegt wie tot in einer Ecke. Die Katze schnurrt am Bein. Also muß wohl ein neuer Vogel her. Ein Pfau ist zu groß. Ein Papagei plappert zu viel. Ein Huhn macht Dreck. Für eine Ente reicht die Badwanne nicht aus. Ein Pinguin braucht Eis. Also, was bleibt? Ein Wellensittich. Das Kind und die Katze hüpfen nun begeistert um den neuen Vogel herum.
11
Das Kind lenkt ab. Es stoppt den Schreibfluß und führt einen in die Realität. Die Assoziationskette wird unterbrochen. Das Kind ist ein Ausschalter. Es drückt einen auf den Boden, wenn man fliegen will. Schade für den Flug. Er wäre so schön gewesen! Aber wir sollten dem Kind dankbar sein. Schließlich kann man wenigstens für ein paar Stunden so tun, als ob man alle Tassen im Schrank hätte.
12
Die andere Hälfte ist krank. Ihr wurde der Schleimbeutel entnommen nach einer Entzündung. Schleimbeutel und Furunkel knallen nun am Firmament zusammen und fliehen in eine neue Ordnung. Man schwelgt miteinander über russischen Eiern und "Der alte Mann und das Meer". Als der Schwertfisch auf die Meeresoberfläche prallt, gibt es einen spitzen Kuß auf den Mund. Als die Haie sich an dem Gerippe des Schwertfisches genüßlich verzehren, ist man auch schon im Schleimbeutel-Furunkel-Himmel.
13
Pizzaro-Förster. 3:1. Erster Bundeliga-Gegentreffer. Das Kind schaut Fußball. Man mag das nicht, wenn man nicht selber zuschaut. Es nervt im Kostüm. Nicht nur Franz Beckenbauer freut sich über dieses tolle Fußballspiel. Auf dem Fußballplatz hat man die Normale gemimt und hat mit den Fußballeltern Glühwein und Espresso getrunken. Vielleicht ist man doch noch nicht so durchgeknallt. Die Oberfläche genießen. Ein Abtauchen in den Höhenrausch ist verführerisch. Wobei, als das Kind dreimal nach der Uhrzeit fragte, wurde es angeschnauzt. Das hinterhergeschoßene Lob klang gar nicht echt.
Wenn das Hochgefühl immer seltener erscheint, malt man sich Sprachgitter und füllt das Dazwischen der Stäbe mit Worten aus. Die Maschen des Netzes zieht man enger und enger, solange bis keine Luft über und einem nichts mehr in den Sinn kommt. Manchmal jedoch quellen noch einige Worte wie Eiter heraus, aber jene sind dann nur aus der Not herausgeschrien, da das Hochgefühl entbehrt wird.
8
Krawumm die Glühbirne ist geplatzt. Ein Sekret fließt aus dem Furunkel. Der Täter: die Abszessalbe. Der Leidende ist der Körper. Er möchte nicht unters Messer. Es kommt der Wunsch nach dem organlosen Körper auf. Man wird ganz fickrig, da man den Ausschalter nicht findet. Die Gedanken pulsieren und reihen Assoziationsketten. Wie Tarzan hangelt man sich von Liane zu Liane. Nur hier von Wort zu Wort. Das Rhizom frißt sich wie ein Wurm in den Apfel.
9
Die Gedärme rumoren. Man hockt ständig auf dem Klo. Kommt unten zu viel heraus, muß man oben wieder nachfüttern. Das ist die Verdauungs-Manie-Maschine. Es kommt der Wunsch auf, die Löcher zuzustopfen, da man gar nicht hinterherkommt mit Wasser und Brot. Die Augen flattern von dem Energieverlust. Die Hände zittern, da der Geist aufgerieben. Die Zehen frieren trotz Heizung auf Hochtouren durch den Wärmeverlust des Körpers. Das Gesicht wird spitz wie ein Vogelschnabel. Dabei gefällt man sich aber auch noch in der Rolle des dahinscheidenden Wesens.
10
Der Vogel wird entsorgt in eine Alditüte und dann auf den Müll getragen. Die herumliegenden Federn werden einzeln aufgelesen, um damit den Kaktus zu schmücken. Die Katze bekommt aus der Zoohandlung einen Plastikvogel zum Spielen. Leider will sie von dem Plastikgenossen nichts wissen. Er liegt wie tot in einer Ecke. Die Katze schnurrt am Bein. Also muß wohl ein neuer Vogel her. Ein Pfau ist zu groß. Ein Papagei plappert zu viel. Ein Huhn macht Dreck. Für eine Ente reicht die Badwanne nicht aus. Ein Pinguin braucht Eis. Also, was bleibt? Ein Wellensittich. Das Kind und die Katze hüpfen nun begeistert um den neuen Vogel herum.
11
Das Kind lenkt ab. Es stoppt den Schreibfluß und führt einen in die Realität. Die Assoziationskette wird unterbrochen. Das Kind ist ein Ausschalter. Es drückt einen auf den Boden, wenn man fliegen will. Schade für den Flug. Er wäre so schön gewesen! Aber wir sollten dem Kind dankbar sein. Schließlich kann man wenigstens für ein paar Stunden so tun, als ob man alle Tassen im Schrank hätte.
12
Die andere Hälfte ist krank. Ihr wurde der Schleimbeutel entnommen nach einer Entzündung. Schleimbeutel und Furunkel knallen nun am Firmament zusammen und fliehen in eine neue Ordnung. Man schwelgt miteinander über russischen Eiern und "Der alte Mann und das Meer". Als der Schwertfisch auf die Meeresoberfläche prallt, gibt es einen spitzen Kuß auf den Mund. Als die Haie sich an dem Gerippe des Schwertfisches genüßlich verzehren, ist man auch schon im Schleimbeutel-Furunkel-Himmel.
13
Pizzaro-Förster. 3:1. Erster Bundeliga-Gegentreffer. Das Kind schaut Fußball. Man mag das nicht, wenn man nicht selber zuschaut. Es nervt im Kostüm. Nicht nur Franz Beckenbauer freut sich über dieses tolle Fußballspiel. Auf dem Fußballplatz hat man die Normale gemimt und hat mit den Fußballeltern Glühwein und Espresso getrunken. Vielleicht ist man doch noch nicht so durchgeknallt. Die Oberfläche genießen. Ein Abtauchen in den Höhenrausch ist verführerisch. Wobei, als das Kind dreimal nach der Uhrzeit fragte, wurde es angeschnauzt. Das hinterhergeschoßene Lob klang gar nicht echt.
Re: Splitter
14
Der Globus wird angeknipst. Der Wellensittich kreischt. Er will raus aus seinem Käfig. Zur Strafe, daß er so schreit, bleibt er in seinem Gefängnis. Aber da öffnet das Kind die Käfigtür. Der Wellensittich fliegt hinaus, setzt sich auf die Schulter und pickt ins Ohrläppchen. Garstiges Vieh. Man sollte ihm den Hals herumdrehen! Der Vogel wird verjagt. Vor Angst scheißt er das ganze Wohnzimmer voll. Ein Meer von schwarz-weißen Punkten auf dem rubinroten Teppich.
15
Die andere Hälfte stinkt nach Krankenhaus. Ungewaschen, unsrasiert im Bademantel sitzt sie im Wohnzimmer und schaut Sportstudio. Man hofft, der Schleimbeutel wachse bald nach. Das Furunkel zwickt beim Sitzen. Könnte das Hochgefühl seine Ursache in dem Furunkel haben? Vielleicht sollte man eine blinde Eule konsultieren. Das Auto fährt im Kreis. Es gibt keine Parkplätze. Man riskiert einen Strafzettel. Er könnte eine Krücke zur Ordnung des Hirns sein.
16
Die Eiterbeulenromantik kostet eine Nacht Schlaf. Die Wirklichkeit am nächsten Tag verzerrt sich wie der Mund eines schreienden Kindes. Die Stunden stocken zäh gleich einer gallertartigen Masse. Welch quälendes Kaugummi-Leben! Fast wünscht man sich den Tod, um dieser Eintönigkeit Einhalt zu gebieten. Zählt man doch die Stunden bis es endlich wieder Nacht wird. Die einzige Hoffnung wieder Schlaf zu bekommen.
17
Das Kind wurde entführt. Es sitzt mit zehn anderen Kindern im Bus. Man schnappt es heraus aus der schnatternden Horde und trägt es weg. Später stellt sich heraus, die Kidnapper waren die Kripo. Die Kinder wurden schein-entführt, um sie zu retten. Wohin jetzt mit dem nicht geretteten Kind? Man hat Schuldgefühle und Peinlichkeiten drängen sich zu Türmen auf. Welch gräßlicher Traum! Das Kind ist Symbol für Kreativität im Traum. Ohje, die Kreativität ist versunken im Sargloch.
18
Einst wurde der Lack entfernt. Übrig blieb diese rauhe rissige Oberfläche. Weiße kamen und haben versucht neu zu lackieren. Sie wandten Ewigkeiten darauf, die Fläche wieder zu verschließen. Aber da tropfte ständig diese Harzwunde. Gleich Eiter quoll das weiße Blut in den Rissen. Bis es ein Weißer schaffte, die klaffende Öffnung einzuebnen, aber die Kratzer im Lack bleiben. Bis heute.
19
Tabakkrümmel fallen beim Drehen der Zigarette auf die Brokatdecke. Der Vogel pickt die Krümmel auf. Sie hängen jetzt an seinem Schnabel. Er sieht aus wie ein Opi. Er rettet die Krümmel in seinen Käfig. Dort verstaut er sie zwischen seinem Futter. Der Rauch der Zigarette hängt im Zimmer. Der Vogel verdreht die Augen, so auch das Kind. Die Championsleague ist zu Ende. Man könnte ewig auf dem Sofa liegen und Zigaretten rauchen.
20
Wie mißt man einen Kreis? Die Rolläden beim Arzt waren geschlossen. Heute sind wir im Urlaub. Dabei wurde ein Termin vereinbart. Über mehrere Kreisverkehre wurde das Auto frustriert nach Hause gelenkt. Das Furunkel juckte. Die Beule wird immer größer. Rund, rot, angeschwollen. Man braucht ein Geodreieck.
21
Wenn Liebe Entpersonalisierung ist, dann muß man sich vor der anderen Hälfte solange schälen bis nichts mehr übrig bleibt. Das ist, als ob jemand versucht eine kleine Kartoffel zu schälen und es nicht vermag, da er die Schale so dick abschneidet, so daß vom Inneren der Frucht nichts übrigbleibt. Über die Kartoffel gibt es keinen Eintrag im Wörterbuch der Symbolik. Das ist dann die Entpersonalisierung der Kartoffel. Auch die Liebe hat keinen Eintrag.
22
Wenn die Schlange in das Kloloch kriecht, so kann das doch nur den Wunsch nach einer sexuellen Vereinigung bedeuten. Die Schlange hier vergrößerter Phallus, das Kloloch ein Gefäß, Symbol für den Uterus. Die andere Hälfte ist nicht da. Vielleicht sollte man onanieren? Aber da ist noch das Furunkel. In Abszesszeiten ist von sexueller Betätigung abzusehen. Also raucht man Zigaretten. Die Eiterblase sitzt im Kopf.
23
Die Löcher müssen gestopft werden, nicht mit Garn. Oh nein. Ein Einverleiben von Schlangen, Vibratoren, Flaschenhälsen, Bananen, Einläufen, Zigaretten, Alkoholika, Kaffee, Tee und Zigaretten beruhigt die Gehirnwindungen. Die Aufnahme von Nahrung weniger. Auch hier und da zu sprechen oder laut aufzuschreien könnte helfen. Das Kind auch, aber es ist bei seiner Mapali (Mama-Papa-Lisa). Musik: seichte Klänge aus dem Radio. Die Katze liegt unter dem Vogelkäfig und schnurrt. Der Vogel flattert aufgeregt zwischen den Gitterstäben.
24
Draußen sind 6 Grad. Trüb. Bäume kahl. Das Laub liegt im Auto. Glühwein trinken aus Langeweile. Alkohol desinfiziert. Ein Blättern in den Wellen. Ganz schaumige Kronen. Die Angst vor den Naturgewalten bleibt. Vor allem vor Haifischen. Gott sei Dank heute kein Sturm. Alles ruhig. Ein Blättern in den Tausend Plateaus. Die Deterritorialisierungsströme reißen einen fort. Ertrinken in einem Sog von Rotwein und Sperma. Fortgespült weggewaschen an das andere Ufer. Kein Eintrag für Ufer gefunden. Das Wörterbuch ist Scheiße. Man sollte das Etymologische zur Hand nehmen. Auch hier keine Bedeutung.
Der Globus wird angeknipst. Der Wellensittich kreischt. Er will raus aus seinem Käfig. Zur Strafe, daß er so schreit, bleibt er in seinem Gefängnis. Aber da öffnet das Kind die Käfigtür. Der Wellensittich fliegt hinaus, setzt sich auf die Schulter und pickt ins Ohrläppchen. Garstiges Vieh. Man sollte ihm den Hals herumdrehen! Der Vogel wird verjagt. Vor Angst scheißt er das ganze Wohnzimmer voll. Ein Meer von schwarz-weißen Punkten auf dem rubinroten Teppich.
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Die andere Hälfte stinkt nach Krankenhaus. Ungewaschen, unsrasiert im Bademantel sitzt sie im Wohnzimmer und schaut Sportstudio. Man hofft, der Schleimbeutel wachse bald nach. Das Furunkel zwickt beim Sitzen. Könnte das Hochgefühl seine Ursache in dem Furunkel haben? Vielleicht sollte man eine blinde Eule konsultieren. Das Auto fährt im Kreis. Es gibt keine Parkplätze. Man riskiert einen Strafzettel. Er könnte eine Krücke zur Ordnung des Hirns sein.
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Die Eiterbeulenromantik kostet eine Nacht Schlaf. Die Wirklichkeit am nächsten Tag verzerrt sich wie der Mund eines schreienden Kindes. Die Stunden stocken zäh gleich einer gallertartigen Masse. Welch quälendes Kaugummi-Leben! Fast wünscht man sich den Tod, um dieser Eintönigkeit Einhalt zu gebieten. Zählt man doch die Stunden bis es endlich wieder Nacht wird. Die einzige Hoffnung wieder Schlaf zu bekommen.
17
Das Kind wurde entführt. Es sitzt mit zehn anderen Kindern im Bus. Man schnappt es heraus aus der schnatternden Horde und trägt es weg. Später stellt sich heraus, die Kidnapper waren die Kripo. Die Kinder wurden schein-entführt, um sie zu retten. Wohin jetzt mit dem nicht geretteten Kind? Man hat Schuldgefühle und Peinlichkeiten drängen sich zu Türmen auf. Welch gräßlicher Traum! Das Kind ist Symbol für Kreativität im Traum. Ohje, die Kreativität ist versunken im Sargloch.
18
Einst wurde der Lack entfernt. Übrig blieb diese rauhe rissige Oberfläche. Weiße kamen und haben versucht neu zu lackieren. Sie wandten Ewigkeiten darauf, die Fläche wieder zu verschließen. Aber da tropfte ständig diese Harzwunde. Gleich Eiter quoll das weiße Blut in den Rissen. Bis es ein Weißer schaffte, die klaffende Öffnung einzuebnen, aber die Kratzer im Lack bleiben. Bis heute.
19
Tabakkrümmel fallen beim Drehen der Zigarette auf die Brokatdecke. Der Vogel pickt die Krümmel auf. Sie hängen jetzt an seinem Schnabel. Er sieht aus wie ein Opi. Er rettet die Krümmel in seinen Käfig. Dort verstaut er sie zwischen seinem Futter. Der Rauch der Zigarette hängt im Zimmer. Der Vogel verdreht die Augen, so auch das Kind. Die Championsleague ist zu Ende. Man könnte ewig auf dem Sofa liegen und Zigaretten rauchen.
20
Wie mißt man einen Kreis? Die Rolläden beim Arzt waren geschlossen. Heute sind wir im Urlaub. Dabei wurde ein Termin vereinbart. Über mehrere Kreisverkehre wurde das Auto frustriert nach Hause gelenkt. Das Furunkel juckte. Die Beule wird immer größer. Rund, rot, angeschwollen. Man braucht ein Geodreieck.
21
Wenn Liebe Entpersonalisierung ist, dann muß man sich vor der anderen Hälfte solange schälen bis nichts mehr übrig bleibt. Das ist, als ob jemand versucht eine kleine Kartoffel zu schälen und es nicht vermag, da er die Schale so dick abschneidet, so daß vom Inneren der Frucht nichts übrigbleibt. Über die Kartoffel gibt es keinen Eintrag im Wörterbuch der Symbolik. Das ist dann die Entpersonalisierung der Kartoffel. Auch die Liebe hat keinen Eintrag.
22
Wenn die Schlange in das Kloloch kriecht, so kann das doch nur den Wunsch nach einer sexuellen Vereinigung bedeuten. Die Schlange hier vergrößerter Phallus, das Kloloch ein Gefäß, Symbol für den Uterus. Die andere Hälfte ist nicht da. Vielleicht sollte man onanieren? Aber da ist noch das Furunkel. In Abszesszeiten ist von sexueller Betätigung abzusehen. Also raucht man Zigaretten. Die Eiterblase sitzt im Kopf.
23
Die Löcher müssen gestopft werden, nicht mit Garn. Oh nein. Ein Einverleiben von Schlangen, Vibratoren, Flaschenhälsen, Bananen, Einläufen, Zigaretten, Alkoholika, Kaffee, Tee und Zigaretten beruhigt die Gehirnwindungen. Die Aufnahme von Nahrung weniger. Auch hier und da zu sprechen oder laut aufzuschreien könnte helfen. Das Kind auch, aber es ist bei seiner Mapali (Mama-Papa-Lisa). Musik: seichte Klänge aus dem Radio. Die Katze liegt unter dem Vogelkäfig und schnurrt. Der Vogel flattert aufgeregt zwischen den Gitterstäben.
24
Draußen sind 6 Grad. Trüb. Bäume kahl. Das Laub liegt im Auto. Glühwein trinken aus Langeweile. Alkohol desinfiziert. Ein Blättern in den Wellen. Ganz schaumige Kronen. Die Angst vor den Naturgewalten bleibt. Vor allem vor Haifischen. Gott sei Dank heute kein Sturm. Alles ruhig. Ein Blättern in den Tausend Plateaus. Die Deterritorialisierungsströme reißen einen fort. Ertrinken in einem Sog von Rotwein und Sperma. Fortgespült weggewaschen an das andere Ufer. Kein Eintrag für Ufer gefunden. Das Wörterbuch ist Scheiße. Man sollte das Etymologische zur Hand nehmen. Auch hier keine Bedeutung.
Re: Splitter
25
Die andere Hälfte könnte kotzen. 10mal erzählt sie das gleiche. Drei Schnäpse hat sie schon in sich hineingeleert. Dabei hat sie das Würstchen auf dem Weihnachtsmarkt nicht einmal ganz aufgegessen. Die Wurst war fettig, der Senf schlecht, das Brötchen alt. Da kommen vorweihnachtliche Gefühle auf! Also heute nix mit Romantik. Man hängt über der Kloschüssel, während der Schleimbeutel wächst.
26
Über Nacht schwillt das Furunkel an, wird hart und rot. Die Ärztin will es nicht aufschneiden. Da käme nur Blut. Entweder warten bis es sich eitrig zusammenzieht oder es bildet sich zurück. Sie verschreibt ein lokales Antibiotikum und Kamillesitzbäder. Vor allem Menschen mit Diabetes bekommen Furunkel. Ist Schizophrenie nicht das gleiche wie eine Zuckerkrankheit? Bei beiden funktioniert der Stoffwechsel nicht. Man muß die Eule fragen. Bald ist sie dran. Eine Überweisung hat man schon. Ansonsten schlechtes Sitzen.
27
Die Katze leckt sich im Genitalbereich. Sie hat keine entzündlichen Stellen. Manchmal steht man auf und geht im Zimmer auf und ab, um dem Stuhl zu entweichen. Dazwischen die Kamillebäder. Sie lindern, auch wenn es keine Bäder sind, sondern nur ein in Kamille getränkter Wachlappen. Wer besitzt schon ein Sitzbad? Die im Süden vielleicht. Man kennt das auch in Hotels. Leider ist man hier weder im Süden noch in einem Hotel. Die andere Hälfte meldet sich nicht.
28
Das Kind mit Papa auf dem Weihnachtsmarkt. Ihm wurde eingeschärft, keine Wurst zu essen. Einsam schreibt man vor sich hin und schaut auf seine Engelsammlung. Hin und wieder der Hörer in der Hand: der Gesprächspartner ist nicht erreichbar. Doch plötzlich klingelt es. Die andere Hälfte. Heute abend gibt es Sushi. Besser als jede Weihnachtsmarktswurst. Man ist zufrieden trotz der Schmerzen, obwohl man sich am liebsten mit einem Kakao ins Bett legen würde. Der Vogel ist heute ruhig. Meldet sich kaum. Er spürt das Karma. Man könnte davon ausgehen.
Die andere Hälfte könnte kotzen. 10mal erzählt sie das gleiche. Drei Schnäpse hat sie schon in sich hineingeleert. Dabei hat sie das Würstchen auf dem Weihnachtsmarkt nicht einmal ganz aufgegessen. Die Wurst war fettig, der Senf schlecht, das Brötchen alt. Da kommen vorweihnachtliche Gefühle auf! Also heute nix mit Romantik. Man hängt über der Kloschüssel, während der Schleimbeutel wächst.
26
Über Nacht schwillt das Furunkel an, wird hart und rot. Die Ärztin will es nicht aufschneiden. Da käme nur Blut. Entweder warten bis es sich eitrig zusammenzieht oder es bildet sich zurück. Sie verschreibt ein lokales Antibiotikum und Kamillesitzbäder. Vor allem Menschen mit Diabetes bekommen Furunkel. Ist Schizophrenie nicht das gleiche wie eine Zuckerkrankheit? Bei beiden funktioniert der Stoffwechsel nicht. Man muß die Eule fragen. Bald ist sie dran. Eine Überweisung hat man schon. Ansonsten schlechtes Sitzen.
27
Die Katze leckt sich im Genitalbereich. Sie hat keine entzündlichen Stellen. Manchmal steht man auf und geht im Zimmer auf und ab, um dem Stuhl zu entweichen. Dazwischen die Kamillebäder. Sie lindern, auch wenn es keine Bäder sind, sondern nur ein in Kamille getränkter Wachlappen. Wer besitzt schon ein Sitzbad? Die im Süden vielleicht. Man kennt das auch in Hotels. Leider ist man hier weder im Süden noch in einem Hotel. Die andere Hälfte meldet sich nicht.
28
Das Kind mit Papa auf dem Weihnachtsmarkt. Ihm wurde eingeschärft, keine Wurst zu essen. Einsam schreibt man vor sich hin und schaut auf seine Engelsammlung. Hin und wieder der Hörer in der Hand: der Gesprächspartner ist nicht erreichbar. Doch plötzlich klingelt es. Die andere Hälfte. Heute abend gibt es Sushi. Besser als jede Weihnachtsmarktswurst. Man ist zufrieden trotz der Schmerzen, obwohl man sich am liebsten mit einem Kakao ins Bett legen würde. Der Vogel ist heute ruhig. Meldet sich kaum. Er spürt das Karma. Man könnte davon ausgehen.
Re: Splitter
29
Die Wärme des Waschlappens in Kamille getränkt bringt Linderung. Das Messer vermeiden. Wer läßt sich schon gern das Gehirn aufmetzeln? Ein kleiner Drache hüpft auf einer grünen Wiese herum. Man sollte ihn fangen, aber er bleibt unerreicht. Tierträume gehen auf das Archaische zurück. Vielleicht wäre eine blinde Eule mit Couch hilfreich? Aber man weiß, man darf es nicht. Der Kopf ist krank. Das Messer steckt im Kopf. Jetzt müde. Mit einem Kakao ins Bett. Der kleine Drache bleibt. Er ist die Dunstglocke für die Nachtruhe.
30
Die andere Hälfte verabschiedet sich mit dem Messer in der Hand. Das Blut stockt. Entfernte Klänge an einen Neuroleptikatraum. Dabei ist es nur das Sushi-Messer. Morgen wird es noch mehr finnischen Lachs geben. Sogar die Japaner importieren ihn. Lachs mit klebrigem Reis. Der Magen hüpft. Wahrscheinlich eher wegen dem Messer. Die Unterhose ist weg. Der Gummi störte. Das Furunkel kann jetzt frei flukturieren in seiner Kamille-Ekstase.
31
Kontinente reiben aneinander. Das Furunkel ist betäubt mit Alkohol. Dazu Gemüse und Salat. Die Katze hat die Haargummis unter dem Sofa gesammelt. Jetzt gähnt sie in der Ecke. Das Kind wie immer vor dem Fernseher. Schreiben und Lesen liegt ihm fern. Dafür wird es ein Mathematikgenie. Gedanken an das Knie-Gedicht von Anne Sexton, aber vielleicht ist das jetzt zu kompliziert.
32
Die andere Hälfte wollte nicht zur Notaufnahme fahren. Taxi war zu teuer, also selber gefahren. Weitere 10 Euros abgedrückt. Das macht jetzt schon 20 Euro. So ein Furunkel ist eben teuer. Die Verbände, die Salben noch oben drauf gerechnet. Der Notfallarzt, ein alter Herr mit weißem Haar, wollte nicht schneiden. Der Eiter fehlt. Nun gut, das Ding ist knallrot angeschwollen und hat sich vergrößert. Könnte das jetzt endlich mal jemand wegschneiden? Der ältere Herr hat die Diagnose Follikolitis gestellt. Dafür gabs dann auch noch ein paar größere Heftpflaster. Umsonst! Er meinte Eispackungen könnten jetzt helfen. Was jetzt eigentlich? Kamille oder Eis. Die Ärzte sind sich ja nie einig.
33
Die Küche der anderen Hälfte ist das Zentrum. Dort kann man an der Balkontür stehen und rauchen. Der Gasofen blubbert und sendet seine Wärme aus. Ein dicker Verband jetzt. Das Ding muß chirugisch mit Vollnarkose herausgeschnitten werden. In der Schenkelbeuge ist es warm und feucht. Dort setzen sich die Bakterien fest. Daß die Eiterbeule im Gehirn sitzt, hat immer noch niemand verstanden. Der Arzt wußte noch nicht einmal, was eine Psychose ist. Er hat keine Ahnung von Solian und Diabetes. Das Einschlafen der Hände und Arme ist ein Anzeichen für die Diabetes. Man sollte eine Blutuntersuchung festlegen. Die Schokolade aus dem häßlichen LKW-Weihnachtskalender nicht zu klauen, bringt Genugtuung. Die andere Hälfte hört "I can't get no satisfaction".
34
Man igelt sich ein auf seinem Furunkelplanet. Traut sich kaum noch aus dem Haus. Gerade zum Chinesen reichts noch. Dort ist es leer. Einziger Gast. Hat den Chinsen um die Ecke jetzt auch schon die Wirtschaftsflaute erreicht? Es gibt Rindfleisch scharf mit Zwiebeln. Gottseidank heut keine Kinder, die wie Aasgeier über das Essen herfallen.
35
Geist und Körper sind eins. Man sieht wieder klar. Die Symbole sind verschwunden. Das Furunkel juckt und heilt. Es ist nicht mehr rot und wird langsam weich. Rivanol heißt das Wundermedikament. Manche Ärzte sehen doch noch klar. Das heißt: keine OP. Für Diabetes zu wenig Symptome. Vogel und Katze schlummern tief und friedlich vor sich hin. Das Kind ist wieder da und macht Spaß. Man hofft, auf lange Zeit wird kein Erdbeben mehr kommen.
E N D E !
Die Wärme des Waschlappens in Kamille getränkt bringt Linderung. Das Messer vermeiden. Wer läßt sich schon gern das Gehirn aufmetzeln? Ein kleiner Drache hüpft auf einer grünen Wiese herum. Man sollte ihn fangen, aber er bleibt unerreicht. Tierträume gehen auf das Archaische zurück. Vielleicht wäre eine blinde Eule mit Couch hilfreich? Aber man weiß, man darf es nicht. Der Kopf ist krank. Das Messer steckt im Kopf. Jetzt müde. Mit einem Kakao ins Bett. Der kleine Drache bleibt. Er ist die Dunstglocke für die Nachtruhe.
30
Die andere Hälfte verabschiedet sich mit dem Messer in der Hand. Das Blut stockt. Entfernte Klänge an einen Neuroleptikatraum. Dabei ist es nur das Sushi-Messer. Morgen wird es noch mehr finnischen Lachs geben. Sogar die Japaner importieren ihn. Lachs mit klebrigem Reis. Der Magen hüpft. Wahrscheinlich eher wegen dem Messer. Die Unterhose ist weg. Der Gummi störte. Das Furunkel kann jetzt frei flukturieren in seiner Kamille-Ekstase.
31
Kontinente reiben aneinander. Das Furunkel ist betäubt mit Alkohol. Dazu Gemüse und Salat. Die Katze hat die Haargummis unter dem Sofa gesammelt. Jetzt gähnt sie in der Ecke. Das Kind wie immer vor dem Fernseher. Schreiben und Lesen liegt ihm fern. Dafür wird es ein Mathematikgenie. Gedanken an das Knie-Gedicht von Anne Sexton, aber vielleicht ist das jetzt zu kompliziert.
32
Die andere Hälfte wollte nicht zur Notaufnahme fahren. Taxi war zu teuer, also selber gefahren. Weitere 10 Euros abgedrückt. Das macht jetzt schon 20 Euro. So ein Furunkel ist eben teuer. Die Verbände, die Salben noch oben drauf gerechnet. Der Notfallarzt, ein alter Herr mit weißem Haar, wollte nicht schneiden. Der Eiter fehlt. Nun gut, das Ding ist knallrot angeschwollen und hat sich vergrößert. Könnte das jetzt endlich mal jemand wegschneiden? Der ältere Herr hat die Diagnose Follikolitis gestellt. Dafür gabs dann auch noch ein paar größere Heftpflaster. Umsonst! Er meinte Eispackungen könnten jetzt helfen. Was jetzt eigentlich? Kamille oder Eis. Die Ärzte sind sich ja nie einig.
33
Die Küche der anderen Hälfte ist das Zentrum. Dort kann man an der Balkontür stehen und rauchen. Der Gasofen blubbert und sendet seine Wärme aus. Ein dicker Verband jetzt. Das Ding muß chirugisch mit Vollnarkose herausgeschnitten werden. In der Schenkelbeuge ist es warm und feucht. Dort setzen sich die Bakterien fest. Daß die Eiterbeule im Gehirn sitzt, hat immer noch niemand verstanden. Der Arzt wußte noch nicht einmal, was eine Psychose ist. Er hat keine Ahnung von Solian und Diabetes. Das Einschlafen der Hände und Arme ist ein Anzeichen für die Diabetes. Man sollte eine Blutuntersuchung festlegen. Die Schokolade aus dem häßlichen LKW-Weihnachtskalender nicht zu klauen, bringt Genugtuung. Die andere Hälfte hört "I can't get no satisfaction".
34
Man igelt sich ein auf seinem Furunkelplanet. Traut sich kaum noch aus dem Haus. Gerade zum Chinesen reichts noch. Dort ist es leer. Einziger Gast. Hat den Chinsen um die Ecke jetzt auch schon die Wirtschaftsflaute erreicht? Es gibt Rindfleisch scharf mit Zwiebeln. Gottseidank heut keine Kinder, die wie Aasgeier über das Essen herfallen.
35
Geist und Körper sind eins. Man sieht wieder klar. Die Symbole sind verschwunden. Das Furunkel juckt und heilt. Es ist nicht mehr rot und wird langsam weich. Rivanol heißt das Wundermedikament. Manche Ärzte sehen doch noch klar. Das heißt: keine OP. Für Diabetes zu wenig Symptome. Vogel und Katze schlummern tief und friedlich vor sich hin. Das Kind ist wieder da und macht Spaß. Man hofft, auf lange Zeit wird kein Erdbeben mehr kommen.
E N D E !
Re: Splitter
Hallo Patina,
also ich habe bis jetzt immer nur die Abschnitte 1 bis 6 gelesen, aber die dafür schon fünf oder sechs Mal. Und ich bin wirklich sehr beeindruckt von diesem Text. Und weiß leider nicht, was ich dem noch hinzufügen könnte. Ich will nur, dass du weißt, dass mich dieser Text hier im Augenblick am meisten von allen fasziniert.
Herzliche Grüße,
[) i r k
also ich habe bis jetzt immer nur die Abschnitte 1 bis 6 gelesen, aber die dafür schon fünf oder sechs Mal. Und ich bin wirklich sehr beeindruckt von diesem Text. Und weiß leider nicht, was ich dem noch hinzufügen könnte. Ich will nur, dass du weißt, dass mich dieser Text hier im Augenblick am meisten von allen fasziniert.
Herzliche Grüße,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: Splitter
Hallo Dirk,
vielen Dank für das Kompliment *freu*
Mich wundert es, daß bisher keine Reaktionen auf den Text gekommen sind. Hab ich jetzt alle mit meinen Worten erschlagen?
liebe Grüße
Patina
vielen Dank für das Kompliment *freu*
liebe Grüße
Patina
Re: Splitter
"Splitter" von Patina
Reflektiert von Ham und [) i r k
1.
Die Tabletten können sich nicht auf das Furunkel beziehen. Ham gefällt der Satz: "Das Furunkel glänzt", weil ein Abszess was Ekliges ist und "Glanz" einen Gegensatz zum Ekligen darstellt. Rauchen und Schwarztee weisen schon hier auf eine psychische Problematik hin, da Nikotin und Teein einen unmittelbaren Einfluss auf die Gemütsverfassung/Psyche haben können. – Interessant ist das geschlechtslose, unbestimmte "man", das schon hier zu Anfang das "ich" ersetzt und auf eine Distanz des Erzählers zu sich selbst hindeutet.
"Höllenzauber" ist ein Hinweis auf eine bipolare Störung. "Hölle" ist negativ, "Zauber" positiv besetzt. "Hölle" passt als Begriff gut zu den Abgründen der Depression, "Zauber" weist auf die spielerische Leichtigkeit des Manikers hin.
2.
Die Übernächtigung deutet darauf hin, dass der Lebensrhythmus des LI gestört/durcheinander geraten ist. Debussy ist ein helle, melodische und vor allem sehr beruhigende Musik und wenn diese Musik dem LI hilft, bedeutet das im Umkehrschluss, dass das LI innerlich aufgewühlt ist. Dafür spricht auch das Klappern auf der Tastatur – das etwas monoton-beruhigendes haben kann. Das LI versucht sich durch die Tätigkeit des Schreibens und das Surfen im Internet etwas abzulenken und zu zerstreuen. Die klebstoffartigen Hände könnten darauf hindeuten, dass das LI schweißgebadet erwacht ist.
Der "Klebstoff" fixiert das LI, er haftet am LI, er lässt es in einer bestimmten Situation oder Position erstarren. Die "Haube" oder auch Klebstoffglocke symbolisiert vielleicht eine Art Gefangenschaft oder wiederum eine Distanz zu allem, was um das LI herum geschieht. Davon abgesehen haben bestimmte Psychopharmaka die Wirkung, dass man alles sehr gedämpft und wie durch einen Filter wahrnimmt – auch das könnte hier beschrieben worden sein. "In einem Vakuum" könnte die innere Leere und Einsamkeit des LI versinnbildlichen, die es von der Außenwelt entfremdet und isoliert. Dieses Bild erinnert Ham und mich an Fitnats Text "Flasche".
3.
Beschreibung einer manisch-euphorischen Phase bei einem Menschen mit bipolarer Störung. Er ist aufgekratzt und hat ein übersteigertes, unrealistisches Selbstbild.
Es klingt implizit ein wenig vorwurfsvoll, dass das LI an der Fiktion, ein Bestsellerautor zu sein, die es im Traum hatte, auch noch im Wachzustand festhält. Das weist wiederum auf die Distanz hin, die das LI zu sich selbst einnimmt. Das LI befindet sich in seiner Funktion als Erzähler also in einer analytischen Metaposition zu dem manisch-depressiven Menschen, welchen es a.) beschreibt und b.) selbst ist.
4.
Wir haben uns überlegt, dass der Vogel die depressive Seite der bipolaren Störung symbolisieren könnte. Dazu passen das Von-der-Stange-Fallen, die eitrigen Augen und das gerupfte Gefieder, letzteres weist auf viele verlorene Kämpfe hin. Der siamesische Zwilling ist eventuell eine Metapher für die zwei, sich gegenseitig bedingenden Gemütsverfassungen bei einer manisch-depressiven Erkrankung. Der Vogel, plumps, sprich die "depressive Seite" wünscht sich ein fröhlicheres, lebensbejahenderes Ich an seiner Seite. Wohingegen die Raubkatze, sprich die "manische Seite", den Vogel fressen will, d.h. die depressiven Phasen für immer überwinden möchte. Ungewöhnlich ist das Wort "Raubkatze", denn eine Raubkatze (Tiger, Leopard, Löwe) ist immer noch etwas anderes als eine Hauskatze – auf jeden Fall steht die Raubkatze aber für etwas Gesundes, Starkes, Schönes und Geschmeidiges. Das Schnurren des Tieres deutet außerdem auf ein Wohlgefühl hin.
Vordergründig passt die Reaktion des LIs hier nicht zu unserer Deutung. Sie bezieht sich auf das Verhalten der Raubkatze, die wir als Symbol für die manische Seite der biploaren Störung ansehen. Doch genauer besehen könnte die Reaktion durchaus passen. Zum einen passt das Raubtierhafte, der starre, undurchdringliche Blick des Tieres, die Fixierung sehr gut zu der Manie – der Bann, die Lähmung, den so ein Tier bei seinem Opfer auslöst, kann einem Beobachter durchaus das Blut in den Adern gefrieren lassen. Außerdem können Maniker etwas sehr Surreales an sich haben.
Diese Reaktion des LIs wirkt schon recht inkonsequent und hilflos. Es weiß nicht, wie es mit der bipolaren Störung umgehen soll.
5.
Dass sich die Gedanken zu "wabernden Flächen" ausweiten, hebt die innere Aufgewühltheit des LIs hervor. Seine Gedanken wuchern immer mehr aus und es vermag nicht mehr, sie zu kontrollieren. In der Welt des Paranoiden werden Bezeichnetes und Bezeichnendes immer häufiger verwechselt:
Somit haben alle Dinge ihre Gegenständlichkeit verloren, und an ihre Stelle ist die Bedeutung, die Symbolhaftigkeit des jeweiligen Dinges getreten. Damit verliert die gegenständliche Welt für den Paranoiden ihre Harmlosigkeit, ihre Einfachheit und Klarheit – und kann sich zu einer ständigen Bedrohung und Quelle der Verunsicherung wandeln:
6.
Wie schon in Abschnitt 3 bringt das LI anscheinend auch hier wieder etwas aus seinen Träumen mit in den Tag, in den Wachzustand. Dabei ist "Schatten" negativ besetzt. Es könnte sich also zum Beispiel um Wahnvorstellungen handeln.
Das LI erwacht im Winter. Der Winter kann durch seine Eintönigkeit depressive Stimmungen befördern. Das LI "beruhigt" sich zwar, aber damit könnte der Vergleich zu manischen Phasen gemeint sein.
Das Aufscheuchen der Gedanken im Sommer spielt auf eine manische Phase an. Der Gegensatz der Jahreszeiten charakterisiert den Gegensatz der verschiedenen bipolaren Stimmungen.
Buh, Effekthascherei!!!
Der Skorpion scheint uns nicht so gut ins Bild zu passen. Zwar kann er durchaus für eine depressive Phase stehen – wobei es hier interessant ist, dass er wesentlich gefährlicher ist als ein gerupfter, kränkelnder Vogel und nicht wie dieser in einem Käfig gefangen ist – aber das Bild erscheint uns zu krass zur Beschreibung der Schwermut.
Hier ist der Wendepunkt zum Depressiven.
7.
Während in Abschnitt 2 eine exzessiv-zwanghafte Art des Schreibens dargestellt wurde, ist es hier eine verzweifelt-zwanghafte. Das LI schreibt bis es innerlich ausgelaugt ist und presst am Schluss die letzten Worte aus sich heraus, bis es ganz leer und ausgehöhlt ist.
8.
Das Furunkel, dass im ersten Satz nur beiläufig erwähnt wurde, taucht erst hier wieder auf. Interessant ist, dass du in den bisherigen Abschnitten ausschließlich über psychische Leiden gesprochen hast und nun auf physische Leiden zu sprechen kommst.
Ein organloser Körper wäre kein Körper mehr. Unserer Ansicht nach wird hier das Ausmaß des Leidens des LIs veranschaulicht.
Das physische Leiden scheint das psychische Leiden noch zu verstärken. Durch das Auflösen der Semiotik hat das Furunkel für das LI eine ganz andere Bedeutung als für einen psychisch gesunden Menschen. Es ist für das LI nicht nur eine einfache Krankheit, sondern besitzt eine unheilvolle Symbolkraft (Rhizom, Wurm). Siehe Abschnitt 5.
9.
Was sich schon am Anfang in dem unpersönlichen Wörtchen "man" ausdrückt, setzt sich hier in der Beziehung zum eigenen Körper fort. Durch die Krankheit, durch das seelische, wie das körperlichen Leiden entfremdet sich das LI zunehmend von seinem Leib, es würde ihn am liebsten abstoßen oder alle Körperöffnungen verstopfen. Selbst die Natürlichkeit der Nahrungsaufnahme, der Verdauung und des Ausscheidens geht vollkommen verloren. Der Körper wirkt nur noch wie eine Puppe, aus der, was man oben einfüllt, unten wieder herausläuft. Dass sich das LI dennoch in seiner Rolle gefällt, deutet auf eine gewisse Wehleidigkeit hin. Dabei ist die Wehleidigkeit, das Selbstmitleid, das Sich-Gefallen im eigenen Unglück eine Facette der Depression.
10.
Aldi billig
Vogel / Depri eingesperrt, Katze frei
Derivat reicht nicht
Bipolare Grüße
von Ham & [) i r k
Reflektiert von Ham und [) i r k
1.
Die Tabletten können sich nicht auf das Furunkel beziehen. Ham gefällt der Satz: "Das Furunkel glänzt", weil ein Abszess was Ekliges ist und "Glanz" einen Gegensatz zum Ekligen darstellt. Rauchen und Schwarztee weisen schon hier auf eine psychische Problematik hin, da Nikotin und Teein einen unmittelbaren Einfluss auf die Gemütsverfassung/Psyche haben können. – Interessant ist das geschlechtslose, unbestimmte "man", das schon hier zu Anfang das "ich" ersetzt und auf eine Distanz des Erzählers zu sich selbst hindeutet.
"Höllenzauber" ist ein Hinweis auf eine bipolare Störung. "Hölle" ist negativ, "Zauber" positiv besetzt. "Hölle" passt als Begriff gut zu den Abgründen der Depression, "Zauber" weist auf die spielerische Leichtigkeit des Manikers hin.
2.
Die Übernächtigung deutet darauf hin, dass der Lebensrhythmus des LI gestört/durcheinander geraten ist. Debussy ist ein helle, melodische und vor allem sehr beruhigende Musik und wenn diese Musik dem LI hilft, bedeutet das im Umkehrschluss, dass das LI innerlich aufgewühlt ist. Dafür spricht auch das Klappern auf der Tastatur – das etwas monoton-beruhigendes haben kann. Das LI versucht sich durch die Tätigkeit des Schreibens und das Surfen im Internet etwas abzulenken und zu zerstreuen. Die klebstoffartigen Hände könnten darauf hindeuten, dass das LI schweißgebadet erwacht ist.
Überhaupt hat man das Gefühl, in einem Vakuum unter einer Klebstoffhaube zu sitzen.
Der "Klebstoff" fixiert das LI, er haftet am LI, er lässt es in einer bestimmten Situation oder Position erstarren. Die "Haube" oder auch Klebstoffglocke symbolisiert vielleicht eine Art Gefangenschaft oder wiederum eine Distanz zu allem, was um das LI herum geschieht. Davon abgesehen haben bestimmte Psychopharmaka die Wirkung, dass man alles sehr gedämpft und wie durch einen Filter wahrnimmt – auch das könnte hier beschrieben worden sein. "In einem Vakuum" könnte die innere Leere und Einsamkeit des LI versinnbildlichen, die es von der Außenwelt entfremdet und isoliert. Dieses Bild erinnert Ham und mich an Fitnats Text "Flasche".
3.
Beschreibung einer manisch-euphorischen Phase bei einem Menschen mit bipolarer Störung. Er ist aufgekratzt und hat ein übersteigertes, unrealistisches Selbstbild.
Im Traum verwandelt man sich größenwahnsinnig geworden in einen Bestsellerautor und glaubt das dann auch noch, wenn man aufwacht.
Es klingt implizit ein wenig vorwurfsvoll, dass das LI an der Fiktion, ein Bestsellerautor zu sein, die es im Traum hatte, auch noch im Wachzustand festhält. Das weist wiederum auf die Distanz hin, die das LI zu sich selbst einnimmt. Das LI befindet sich in seiner Funktion als Erzähler also in einer analytischen Metaposition zu dem manisch-depressiven Menschen, welchen es a.) beschreibt und b.) selbst ist.
4.
Wir haben uns überlegt, dass der Vogel die depressive Seite der bipolaren Störung symbolisieren könnte. Dazu passen das Von-der-Stange-Fallen, die eitrigen Augen und das gerupfte Gefieder, letzteres weist auf viele verlorene Kämpfe hin. Der siamesische Zwilling ist eventuell eine Metapher für die zwei, sich gegenseitig bedingenden Gemütsverfassungen bei einer manisch-depressiven Erkrankung. Der Vogel, plumps, sprich die "depressive Seite" wünscht sich ein fröhlicheres, lebensbejahenderes Ich an seiner Seite. Wohingegen die Raubkatze, sprich die "manische Seite", den Vogel fressen will, d.h. die depressiven Phasen für immer überwinden möchte. Ungewöhnlich ist das Wort "Raubkatze", denn eine Raubkatze (Tiger, Leopard, Löwe) ist immer noch etwas anderes als eine Hauskatze – auf jeden Fall steht die Raubkatze aber für etwas Gesundes, Starkes, Schönes und Geschmeidiges. Das Schnurren des Tieres deutet außerdem auf ein Wohlgefühl hin.
Das läßt das Blut in den Adern gefrieren.
Vordergründig passt die Reaktion des LIs hier nicht zu unserer Deutung. Sie bezieht sich auf das Verhalten der Raubkatze, die wir als Symbol für die manische Seite der biploaren Störung ansehen. Doch genauer besehen könnte die Reaktion durchaus passen. Zum einen passt das Raubtierhafte, der starre, undurchdringliche Blick des Tieres, die Fixierung sehr gut zu der Manie – der Bann, die Lähmung, den so ein Tier bei seinem Opfer auslöst, kann einem Beobachter durchaus das Blut in den Adern gefrieren lassen. Außerdem können Maniker etwas sehr Surreales an sich haben.
Vielleicht sollte man jetzt böse werden?
Diese Reaktion des LIs wirkt schon recht inkonsequent und hilflos. Es weiß nicht, wie es mit der bipolaren Störung umgehen soll.
5.
Dass sich die Gedanken zu "wabernden Flächen" ausweiten, hebt die innere Aufgewühltheit des LIs hervor. Seine Gedanken wuchern immer mehr aus und es vermag nicht mehr, sie zu kontrollieren. In der Welt des Paranoiden werden Bezeichnetes und Bezeichnendes immer häufiger verwechselt:
Ein Mantel wird nicht mehr als Mantel gesehen, sondern nur noch seine Bedeutung, der Schutz.
Somit haben alle Dinge ihre Gegenständlichkeit verloren, und an ihre Stelle ist die Bedeutung, die Symbolhaftigkeit des jeweiligen Dinges getreten. Damit verliert die gegenständliche Welt für den Paranoiden ihre Harmlosigkeit, ihre Einfachheit und Klarheit – und kann sich zu einer ständigen Bedrohung und Quelle der Verunsicherung wandeln:
Die Eule beispielsweise wird Sinnbild für den Tod. Sie ist ein Leichenhuhn.
6.
Die letzten Schatten der Nacht wachen noch.
Wie schon in Abschnitt 3 bringt das LI anscheinend auch hier wieder etwas aus seinen Träumen mit in den Tag, in den Wachzustand. Dabei ist "Schatten" negativ besetzt. Es könnte sich also zum Beispiel um Wahnvorstellungen handeln.
Das LI erwacht im Winter. Der Winter kann durch seine Eintönigkeit depressive Stimmungen befördern. Das LI "beruhigt" sich zwar, aber damit könnte der Vergleich zu manischen Phasen gemeint sein.
Im Sommer werden die Gedanken zu früh aufgescheucht. Wieder prallen die Gegensätze aneinander.
Das Aufscheuchen der Gedanken im Sommer spielt auf eine manische Phase an. Der Gegensatz der Jahreszeiten charakterisiert den Gegensatz der verschiedenen bipolaren Stimmungen.
Es steigt der Skorpion mit seinem giftigen Stachel empor.
Buh, Effekthascherei!!!
Der Skorpion scheint uns nicht so gut ins Bild zu passen. Zwar kann er durchaus für eine depressive Phase stehen – wobei es hier interessant ist, dass er wesentlich gefährlicher ist als ein gerupfter, kränkelnder Vogel und nicht wie dieser in einem Käfig gefangen ist – aber das Bild erscheint uns zu krass zur Beschreibung der Schwermut.
Die andere Hälfte ist nicht da, also wird man sprachlos.
Hier ist der Wendepunkt zum Depressiven.
7.
Während in Abschnitt 2 eine exzessiv-zwanghafte Art des Schreibens dargestellt wurde, ist es hier eine verzweifelt-zwanghafte. Das LI schreibt bis es innerlich ausgelaugt ist und presst am Schluss die letzten Worte aus sich heraus, bis es ganz leer und ausgehöhlt ist.
8.
Das Furunkel, dass im ersten Satz nur beiläufig erwähnt wurde, taucht erst hier wieder auf. Interessant ist, dass du in den bisherigen Abschnitten ausschließlich über psychische Leiden gesprochen hast und nun auf physische Leiden zu sprechen kommst.
Es kommt der Wunsch nach dem organlosen Körper auf. Man wird ganz fickrig, da man den Ausschalter nicht findet.
Ein organloser Körper wäre kein Körper mehr. Unserer Ansicht nach wird hier das Ausmaß des Leidens des LIs veranschaulicht.
Das Rhizom frißt sich wie ein Wurm in den Apfel.
Das physische Leiden scheint das psychische Leiden noch zu verstärken. Durch das Auflösen der Semiotik hat das Furunkel für das LI eine ganz andere Bedeutung als für einen psychisch gesunden Menschen. Es ist für das LI nicht nur eine einfache Krankheit, sondern besitzt eine unheilvolle Symbolkraft (Rhizom, Wurm). Siehe Abschnitt 5.
9.
Was sich schon am Anfang in dem unpersönlichen Wörtchen "man" ausdrückt, setzt sich hier in der Beziehung zum eigenen Körper fort. Durch die Krankheit, durch das seelische, wie das körperlichen Leiden entfremdet sich das LI zunehmend von seinem Leib, es würde ihn am liebsten abstoßen oder alle Körperöffnungen verstopfen. Selbst die Natürlichkeit der Nahrungsaufnahme, der Verdauung und des Ausscheidens geht vollkommen verloren. Der Körper wirkt nur noch wie eine Puppe, aus der, was man oben einfüllt, unten wieder herausläuft. Dass sich das LI dennoch in seiner Rolle gefällt, deutet auf eine gewisse Wehleidigkeit hin. Dabei ist die Wehleidigkeit, das Selbstmitleid, das Sich-Gefallen im eigenen Unglück eine Facette der Depression.
10.
Aldi billig
Vogel / Depri eingesperrt, Katze frei
Derivat reicht nicht
Bipolare Grüße
von Ham & [) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: Splitter
Hallo Ham und Dirk,
uupps, da habt Ihr Euch aber viel Mühe gegeben, meinen Text zu interpretieren. Das erschlägt mich jetzt völlig. Ich habs jetzt einmal gelesen und werde es nochmal lesen.
Ein geringfügiger Fehler ist euch untergekommen. Ich bin nicht bipolar, ich bin nach Meinung meines Psychologen monopolar-manisch. Das gibts anscheinend ganz selten.
Und der Vogel ist für mich eigentlich nicht Symbol für das Depressive, sondern eher Symbol für das Freigeistige, den Abflug, also wohl eher Manie.
Ansonsten bin ich mit Eurer Interpretation einverstanden.
monopolare Weihnachtsgrüße
Vielen herzlichen Dank
Patina
uupps, da habt Ihr Euch aber viel Mühe gegeben, meinen Text zu interpretieren. Das erschlägt mich jetzt völlig. Ich habs jetzt einmal gelesen und werde es nochmal lesen.
Ein geringfügiger Fehler ist euch untergekommen. Ich bin nicht bipolar, ich bin nach Meinung meines Psychologen monopolar-manisch. Das gibts anscheinend ganz selten.
Und der Vogel ist für mich eigentlich nicht Symbol für das Depressive, sondern eher Symbol für das Freigeistige, den Abflug, also wohl eher Manie.
Ansonsten bin ich mit Eurer Interpretation einverstanden.
monopolare Weihnachtsgrüße
Vielen herzlichen Dank
Patina
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