Die Straße hinab, er ist nah, nah, nah, ich bin in Sichtweite, das kann ich spüren, in Sichtweite und neben mir ein irgendwer, ist aber nicht schneller als ich. Die Straße hinab, ich höre die Schritte mit meinen vermischt, phasenverschoben. Er ist hinter mir, ich weiß das, der neben mir rennt nicht schneller als ich, nicht schneller. Ich kenne ihn nicht habe ich aus dem linken Winkel entdeckt, glaube ich, ich weiß es nicht mehr. Er ist hinter uns, obwohl nicht wir, nicht uns, hinter mir. Der neben mir rennt nur, rennt, die Straße hinab, wer weiß warum, ich nicht, ich nicht, nein, es gibt kein wir. Er wird mich einhohlen bestimmt, ich bin kein Läufer, und er ist schon zu nah für Verstecke. Die Straße hinab ist der Park, da sind Bäume, Äste, Büsche, da ist der Sandfluss, wenn er nur nicht so nah wäre. Ich renne und mein Atem schwebt noch, wie seltsam. Der neben mir läuft ruhig, mein Laufbruder, vielleicht schenke ich ihm doch ein wir, aber nein, wir gibt es nicht, nicht hier, er ist nur nicht schneller. Er wartet bestimmt nicht auf mich, warum sollte er, ich kenne ihn nicht. Die Straße entlang, da ist der Park, so weit kann es nicht sein, dachte ich, in meinen Augenwinkeln brennt es und meine Haare schlagen nach vorn, ein Windstoß. Die sind zu lang, da kann er mich fassen, der neben mir ganz leicht. Ich bin langsam darf nicht an meinen Atem denken, sonst packt er mich von hinten ins Haar.
Jetzt links. Mein Laufbruder folgt, oder er hat selber gedacht, wer weiß das schon, ich nicht, die Straße verlassen, das prasseln meiner zu schweren Schritte auf Asphalt bleibt liegen, kann ich hören. Nein das sind seine schritte bestimmt, zur Tarnung hat er sich in meinen Schrittrhythmus hineingestohlen, damit ich mich gerettet fühle, täuschend, aber ich weiß das. Mein Atem schwebt immer noch, ich darf nicht dran denken, doch schon nimmt er zwanghaft mein Schrittmetrum auf. Wenn das brennen in meiner Seite heraufzieht, wird er mich einhohlen. Der neben mir wird weiter laufen, weiter, bestimmt, ich kenne ihn nicht. Ihn wird er nicht fassen können, seine Haare sind kurz geschoren, mir fliegt eine Strähne in Auge und Mund, weil ich den Kopf wende, nein ich kenne ihn nicht, das wüsste ich. Vielleicht schenke ich ihm dennoch ein wir. Er rennt nicht schneller. Mein Atem brennt und langsam zieht ein Stechen von der Seite ein. Da ist die Brücke über den Sandfluss, weil ich nichts höre lauf ich außerhalb der Brüstung hinab. Zum Sandfluss. Mein Laufbruder zögert. Er zögert. Lauf, mach schon, du kennst mich doch nicht, aber er kommt. In den Sand, der ist kühl, mein Laufbruder zieht mir den Kopf zurück, als ich ihn hineindrehe. Der Sand ist kühl und fließend, ich muss meine Kehle kühlen.
Ich sehe ihn an.
Pakt geschlossen.
Aus seinen Händen rieselt der Sand auf mich herab, langsam, rieselt durch Knopflöcher, den Kragen auf meine Haut. Ich sehe nicht mehr, ich habe jetzt die Lider geschlossen, der Sand strömt über die Grenze meiner Lippen. Er legt sich staubfein auf die Nasenwand, ein feines knirschen zwischen den Zahnreihen. Kühle an meinem Körper, ich meine zu hören, er schiebt den Sand heran, der sich an mir wie an einer Staumauer auftürmt. Seine Hände geben die Steinkörner. Ich mache mich abwesend. Sie legen sich an meine Lunge. Unterm Sand kann der Verfolger mich nicht sehen, kann mich nicht sehen, ich kann nicht sehen. Das Gewicht nimmt beruhigend zu. Meine Lungen brennen jetzt nicht von Fluchtluft. Vielleicht geht er jetzt schon.
Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht mehr.
Sandfluss
Re: Sandfluss
Hi Frl. Ede !
So, nun endlich will ich etwas zu deinem Textchen sagen.
Du schaffst es wiedermal, mir etwas zu erzählen, und ich lese es gerne. Diese Schwankungen, zwischen : WIR oder kein WIR. Dieses laufen. Das gefällt mir.
Aber das Ende, auch nach mehrmaligem Lesen, weiß ich damit nichts anzufangen ... Das LI (was wie immer weser Mann noch Frau - gut ^^) wird unter dem Sand begraben ? Hm, aber in welchem Zusammehang steht das mit dem Laufen ? Das läuftet mir nicht ein, meine süße
Soweit, wieder schön,
Liebe Grüße,
Madeleine ^^
So, nun endlich will ich etwas zu deinem Textchen sagen.
Du schaffst es wiedermal, mir etwas zu erzählen, und ich lese es gerne. Diese Schwankungen, zwischen : WIR oder kein WIR. Dieses laufen. Das gefällt mir.
Aber das Ende, auch nach mehrmaligem Lesen, weiß ich damit nichts anzufangen ... Das LI (was wie immer weser Mann noch Frau - gut ^^) wird unter dem Sand begraben ? Hm, aber in welchem Zusammehang steht das mit dem Laufen ? Das läuftet mir nicht ein, meine süße
Wie ich es nicht mehr ?! Hä ????Ich kenne ihn nicht habe ich aus dem linken Winkel entdeckt, glaube ich, ich wie es nicht mehr.
besser : das wüsste ich. Weil du weißt es ja, dass du ihn nich kennst, oder ?nein ich kenne ihn nicht, das wüsste ich nicht.
Das Bild ist nicht stimmig. Knopflöcher sind Löcher, der Krangen hat meistens keine Löcher (es sei denn die Motten )rieselt durch Knopflöcher, den Kragen
AbwesenD.ich mache mich abwesen.
Schöns Wortspiel. Aber ich finde das "Unterm" irgendwie unpassend, zieh es lieber wieder auseinander : unter dem Sand.Unterm Sand kann der Verfolger mich nicht sehen, kann mich nicht sehen, ich kann nicht sehen.
Soweit, wieder schön,
Liebe Grüße,
Madeleine ^^
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Sandfluss
Mir gehts wie dem KV, der Text erschließt sich nur sehr schwer. Das solltest Du aber nicht als negative Kritik verstehen, ich glaube nicht, dass Du hier einen einfachen Text schreiben wolltest. Und "erschließt sich schwer" ist das Merkmal einiger wirklicher Großer, aber wem sage ich das.
Viel wichtiger vielleicht: Das ist ein schwer verständlicher Text, mit dem ich mich länger beschäftigen möchte, und den ich gerne verstehen würde.
Die Bilder, die Du verwendest, scheinen sehr stimmig ("scheinen", weil ich ja noch nicht genau weiss, worauf Du hinauswillst. Sollte dies eine Allegorie auf einen faulen Nachmittag am Strand sein, sind die Bilder doch nicht stimmig. :-p Aber irgendwie glaube ich das nicht.
) Sie passen gut zueinander und wecken sofort passende Bilder im Kopf. Auch sehr gut, dass Du bei aller Abwesenheit von Erklärung sehr genau auf Details achtest, und sie gut einbettest .
Die größte Stärke für mich ist aber, dass Dein Erzählrythmus ganz genau zu dem durchgängigen Laufthema passt. Das fördert den Lesefluss (trotz aller Sperrigkeit) ungemein und zieht mich durch den Text. Außerdem glaube ich nicht, dass Du Dich hingesetzt hast mit dem Vorsatz "Ich stimme das Erzähltempo exakt auf das Laufthema ab." Spricht für ein gutes Gefühl für die Geschichte.
Am Text selber habe ich eigentlich gar keine Kritik, dafür muß ich etwas anführen, was ich sonst eigentlich nur bei Autoren kritisiere, die keinerlei Sprachgefühl haben: Die Kommasetzung. Hier fehlen mehrmal Kommata, und das ist bei einer Geschichte, die so dicht geschrieben ist, und bei der der Erzähltakt so sehr dem Thema entspricht, ein wirklicher Kritikpunkt. Ich bin alleine zweimal durch fehlende Kommata gebremst und verwirrt worden, das sollte nicht sein. Also gerade weil Du hier ein ausgeprägtes Sprachgefühl beweist: Mehr Sorgfalt!
Sonst... hm... eigentlich nix. Das Metronom gefällt mir nicht so, es ist eine unnötige Thematisierung dessen, was die ganze Geschichte durch gut funktioniert (s.o.). Aber das ist wirklich die einzige Textstelle, an der ich gezuckt habe. Dickes Lob!
Oh, eins noch: Nachdem nun zwei Leute erklärt haben, sie verstünden den Text nicht auf Anhieb, fühl Dich bitte, bitte, bitte nicht genötigt, ihn zu erklären. 8-o
Viel wichtiger vielleicht: Das ist ein schwer verständlicher Text, mit dem ich mich länger beschäftigen möchte, und den ich gerne verstehen würde.
Die Bilder, die Du verwendest, scheinen sehr stimmig ("scheinen", weil ich ja noch nicht genau weiss, worauf Du hinauswillst. Sollte dies eine Allegorie auf einen faulen Nachmittag am Strand sein, sind die Bilder doch nicht stimmig. :-p Aber irgendwie glaube ich das nicht.
Die größte Stärke für mich ist aber, dass Dein Erzählrythmus ganz genau zu dem durchgängigen Laufthema passt. Das fördert den Lesefluss (trotz aller Sperrigkeit) ungemein und zieht mich durch den Text. Außerdem glaube ich nicht, dass Du Dich hingesetzt hast mit dem Vorsatz "Ich stimme das Erzähltempo exakt auf das Laufthema ab." Spricht für ein gutes Gefühl für die Geschichte.
Am Text selber habe ich eigentlich gar keine Kritik, dafür muß ich etwas anführen, was ich sonst eigentlich nur bei Autoren kritisiere, die keinerlei Sprachgefühl haben: Die Kommasetzung. Hier fehlen mehrmal Kommata, und das ist bei einer Geschichte, die so dicht geschrieben ist, und bei der der Erzähltakt so sehr dem Thema entspricht, ein wirklicher Kritikpunkt. Ich bin alleine zweimal durch fehlende Kommata gebremst und verwirrt worden, das sollte nicht sein. Also gerade weil Du hier ein ausgeprägtes Sprachgefühl beweist: Mehr Sorgfalt!
Sonst... hm... eigentlich nix. Das Metronom gefällt mir nicht so, es ist eine unnötige Thematisierung dessen, was die ganze Geschichte durch gut funktioniert (s.o.). Aber das ist wirklich die einzige Textstelle, an der ich gezuckt habe. Dickes Lob!
Oh, eins noch: Nachdem nun zwei Leute erklärt haben, sie verstünden den Text nicht auf Anhieb, fühl Dich bitte, bitte, bitte nicht genötigt, ihn zu erklären. 8-o
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Sandfluss
Hallo Edekire,
wie schon so oft ein schöner, sperriger (was ich ausdrücklich nicht schlimm finde) Text von dir und diesmal überwinde ich mich mal und sage was dazu. Damit meine ich nicht, dass ich deine Texte ungern kommentiere, sondern dass es mir wie einigen anderen auch oft schwer fällt einen Zugang zu deinen Texten zu finden, selbst wenn sich schon Wörter, Halbsätze, Sätze, Passagen in meinem Kopf festgesetzt haben. Meistens habe ich dann Deutungsansätze oder etwas weitergehende Interpretationen und halte diese dennoch zurück – von dem dusseligen Gedanken geleitet es könnte FALSCH sein was ich sage, der Text könnte SO NICHT GEMEINT gewesen sein. Obwohl ich diese Position nach rationaler Abwägung hauptsächlich aus zwei gewichtigen Gründen (1. gibts halt mehrere Deutungen, kann sich der Autor eigentlich nicht drüber ärgern und seinen eigenen Text selbst noch mal neu lesen 2. Deutungsdiskussion wird angestossen) für Unfug halte hält sie mich, schiesst sie mir in den Kopf, eben doch oft zurück. Diesmal und auch in Zukunft nicht mehr, so habe ich mir fest vorgenommen. Was ich diesmal vorlegen kann ist allerdings noch längst keine ausgereifte Deutung, aber es sind immerhin ein paar Ansätze.
So, und nun verzeihe dieses lange Gerede, wird bei meinen künftigen Kommentaren nicht wieder vorkommen.
Zu meinen Ansätzen:
Die Grundlage meiner Ansätze ist, dass in der Geschichte entweder nur das LI oder nur zwei Personen vorkommen. Auf keinen Fall eine dritte Person. Das LI spricht zwar beständig von einer Person die
läuft und einem Verfolger, jedoch bleibt der Verfolger seltsam blass, um nicht zu sagen: er wirkt wie ein Phantom. Seine Existenz wird lediglich gespürt
aber das LI wendet sich nicht einmal um, um ermessen zu können ob er noch näher kommt, ob er das LI gleich fängt. Dieses "in Sichtweite sein" wäre, stimmt meine Grundlage, dann natürlich doppeldeutig zu sehen:
1) Lassen wir die Person neben dem LI als deren Verfolger gelten so stellt sich für diese Person das LI ja durchaus als in Sichtweite befindlich dar. Das LI spricht übrigens gleich zu Beginn davon wie nah der Verfolger ist.
Hier sehe ich abermals eine Verbindung zu der Person, die neben dem LI läuft. Denn es wird ein wenig oft, manchmal in Variationen, betont diese Person sei nicht schneller als das LI. Ja, und einmal, da wird sogar davon gespochen, dass diese Person LI folgt...
...und das "er" scheint sich hier auch eindeutig auf den Laufbruder zu beziehen.
Dieser befindet sich also durchaus nicht ständig auf gleicher Höhe mit dem LI, sondern auch manchmal knapp dahinter. Er rennt auch
wie das LI, dieselbe Formulierung. Und er kann angeschaut werden und dem LI die Vergewisserung geben, dass es jemand verfolgt. Und schon vorher bekommt das LI auf einmal auch Angst, der neben ihr würde ihr ins Haar fassen.
2) Setzt man hingegen in seiner Deutung mehr auf die Gefühle des LI, auf das was es spürt, so könnte dies schlicht auf Verfolgungswahn hindeuten. Diese Deutung erscheint mir sogar stimmiger. Sie könnte auf zwei Wege führen.
Erster Weg: Das LI bildet sich auch den Laufbruder nur ein. Es ist die ganze Zeit allein und läuft hinunter zum Sandfluss wo es sich den Pakt mit dem Laufbruder selbst ausdenkt.
Zweiter Weg (und dieser erscheint mir stimmiger): Das LI wird tatsächlich die ganze Zeit vom „Laufbruder“ verfolgt (siehe erster Punkt der Doppeldeutigkeit des "In-Sichtweite Seins", warum sich das LI allerdings dann eventuell eine dritte Person einbildet ist mir nicht klar), aber dieser hat nichts weiter als den Zustand des LI erkannt, welches offensichtlich verwirrt/schockiert/aus der Bahn geworfen ist und läuft deshalb hinterher um ein Unglück zu verhindern. Dazu passt, dass mehr als die gleiche Höhe nie erreicht wird und selbst bei gleicher Höhe der Laufbruder das LI nicht zu fassen kriegt. Dazu passt der Pakt, den die Beiden schliessen als das Li seinen Kopf in den Sand hinein drehen will. Und dazu passt der Schutz vor dem imaginären Verfolger, den der Laufbruder dem LI am Sandfluss gewährt. Auch der Schluss ergäbe dann für mich einen Sinn, nämlich den, dass das Li eben einfach nicht mehr weiß wann das Gefühl verfolgt zu werden, personifiziert durch den Verfolger, ging.
So, das ist jetzt wirklich nicht viel und die Geschichte bietet, habe ich das Gefühl, viele kleine Hinweise, aber ein Anfang ist erstmal gemacht was die Deutung angeht.
Ich möchte aber auch noch ein paar andere Dinge zu der Geschichte loswerden.
Dass ich deinen Schreibstil bewundere weißt du ja, vor allem diese ausgeprägte Fähigkeit die du hast, manchmal nur mit einem Wort, einer Wendung, einem Satz dem Leser eine Vorstellung zu vermitteln, ihn in die Geschichte hineinzuziehen. Auch hier finden sich wieder einige Stellen, an denen dir das vorzüglich gelingt. Kann gar nicht alle aufzählen, zwei habe ich stellvertretend ausgewählt:
"phasenverschoben" - sehr, sehr gut.
"Fluchtluft" - abermals klasse.
Überhaupt ist die Präsenz, die du hier zeigst, beindruckend. Mir kommt hier nichts Überflüssig vor und dennoch wirkt die Geschichte ganz und gar nicht wie am Reißbrett konstruiert. Dein Stil der kurzen, prägnanten Bilder und Sätze passt ausgezeichnet zum Tempo des Laufens und die ruhige Beschreibung am Sandfluss ebensogut zum Cooldown des LI.
Auf einer Seite so viel Stimmung zu erzeugen und den Leser so in Bann schlagen zu können ist eine große Leistung. Die Geschichte ist, selbst wenn alle meine Deutungsansätze nicht so intendiert waren von dir, für mich alleine deshalb schon so gut, weil sie eben auf mehrere verschiedene Weisen gelesen werden kann. Alleine das das möglich ist sorgt für die Faszniation, die vom LI und dem Laufbruder, und damit von der ganzen Geschichte, ausgeht.
Die Doppeldeutigkeit des Titels ist übrigens auch gut gelungen. Der Sandfluss und der rieselnde Sand in der Schlusszene, eben auch Sandfluss. Sehr schön gemacht.
Ich finde es aber auch beängstigend was du schreibst. Ja, erschreckend. Es gruselt mich manchmal bei dem Gedanken dass dieses fröhliche Mädchen, welches ich in meinem Kopf habe (gibt auch einige Bilder von dir, in denen du nicht so fröhlich bist, aber die verdränge ich gerne) solche Geschichten schreiben kann. Das beindruckt mich sehr.
Und nun, nach viel absolut verdientem Lob für dich noch ein bisschen Kritik. Dein altes Problem bleibt die Rechtschreibung.
(Über die Zeichensetzung kann ich mir kein Urteil anmaßen, da bin ich selber noch zu schwach.)
Nach wie vor gilt für mich: Mich stören deine Schwächen in diesem Bereich wirklich nur dort wo ich fehlgeleitet werde. Über "einholen" mit doppeltem "h" kann ich schmunzeln und das überlese ich aber zwischen "Packt geschlossen" und "Pakt geschlossen" ist ein Unterschied, ein sehr großer sogar. Ich hatte schon verdammte Angst um das LI, das kannst du mir
glauben.
Das klingt für dich vielleicht jetzt pedantisch, aber es gibt Leser (ich vermute auch in diesem Forum) für die es einfach ärgerlich ist so oft zu stolpern. Denk dir einfach, dass du deine Inhalte noch besser transportieren kannst wenn du daran ein wenig arbeitest. Muss ich, was Zeichensetzung angeht (teilweise auch Rechtschreibung) jetzt ja auch endlich mal tun.
Kommentar zum kv-Kommentar:
Hier meitn sie vermutlich "ich weiß es nicht mehr".
Bei allen anderen Anmerkungen stimme ich dir zu, aber "Unterm Sand" ist ungefähr 337 Mal schöner als unter dem Sand. Bitte, bitte nicht wieder auseinander ziehen. :-p
Kommentar zum razor-Kommentar:
Michael hat erschreckenderweise wieder mit allem Recht was er sagt - Ausnahme: Metronom - und...
...seiner Bitte möchte ich mich mit drei weiteren "bitte, bitte, bitte nicht erklären" ebenfalls anschliessen. Bleib und schreibe lieber weiter so geheimnisvoll wie du bist.
Und nun wünsche ich dir viele viele Postings für diese klasse Geschichte. Hast du dir echt verdient.
Liebe Grüße vom
Ham
wie schon so oft ein schöner, sperriger (was ich ausdrücklich nicht schlimm finde) Text von dir und diesmal überwinde ich mich mal und sage was dazu. Damit meine ich nicht, dass ich deine Texte ungern kommentiere, sondern dass es mir wie einigen anderen auch oft schwer fällt einen Zugang zu deinen Texten zu finden, selbst wenn sich schon Wörter, Halbsätze, Sätze, Passagen in meinem Kopf festgesetzt haben. Meistens habe ich dann Deutungsansätze oder etwas weitergehende Interpretationen und halte diese dennoch zurück – von dem dusseligen Gedanken geleitet es könnte FALSCH sein was ich sage, der Text könnte SO NICHT GEMEINT gewesen sein. Obwohl ich diese Position nach rationaler Abwägung hauptsächlich aus zwei gewichtigen Gründen (1. gibts halt mehrere Deutungen, kann sich der Autor eigentlich nicht drüber ärgern und seinen eigenen Text selbst noch mal neu lesen 2. Deutungsdiskussion wird angestossen) für Unfug halte hält sie mich, schiesst sie mir in den Kopf, eben doch oft zurück. Diesmal und auch in Zukunft nicht mehr, so habe ich mir fest vorgenommen. Was ich diesmal vorlegen kann ist allerdings noch längst keine ausgereifte Deutung, aber es sind immerhin ein paar Ansätze.
So, und nun verzeihe dieses lange Gerede, wird bei meinen künftigen Kommentaren nicht wieder vorkommen.
Zu meinen Ansätzen:
Die Grundlage meiner Ansätze ist, dass in der Geschichte entweder nur das LI oder nur zwei Personen vorkommen. Auf keinen Fall eine dritte Person. Das LI spricht zwar beständig von einer Person die
nicht schneller als ich
läuft und einem Verfolger, jedoch bleibt der Verfolger seltsam blass, um nicht zu sagen: er wirkt wie ein Phantom. Seine Existenz wird lediglich gespürt
ich bin in Sichtweite, das kann ich spüren,
aber das LI wendet sich nicht einmal um, um ermessen zu können ob er noch näher kommt, ob er das LI gleich fängt. Dieses "in Sichtweite sein" wäre, stimmt meine Grundlage, dann natürlich doppeldeutig zu sehen:
1) Lassen wir die Person neben dem LI als deren Verfolger gelten so stellt sich für diese Person das LI ja durchaus als in Sichtweite befindlich dar. Das LI spricht übrigens gleich zu Beginn davon wie nah der Verfolger ist.
er ist nah, nah, nah,
Hier sehe ich abermals eine Verbindung zu der Person, die neben dem LI läuft. Denn es wird ein wenig oft, manchmal in Variationen, betont diese Person sei nicht schneller als das LI. Ja, und einmal, da wird sogar davon gespochen, dass diese Person LI folgt...
Jetzt links. Mein Laufbruder folgt, oder er hat selber gedacht, wer weiß das schon, ich nicht, die Straße verlassen, das prasseln meiner zu schweren Schritte auf Asphalt bleibt liegen, kann ich hören. Nein das sind seine schritte bestimmt, zur Tarnung hat er sich in meinen Schrittrhythmus hineingestohlen, damit ich mich gerettet fühle, täuschend, aber ich weiß das.
...und das "er" scheint sich hier auch eindeutig auf den Laufbruder zu beziehen.
Dieser befindet sich also durchaus nicht ständig auf gleicher Höhe mit dem LI, sondern auch manchmal knapp dahinter. Er rennt auch
die Straße hinab
wie das LI, dieselbe Formulierung. Und er kann angeschaut werden und dem LI die Vergewisserung geben, dass es jemand verfolgt. Und schon vorher bekommt das LI auf einmal auch Angst, der neben ihr würde ihr ins Haar fassen.
2) Setzt man hingegen in seiner Deutung mehr auf die Gefühle des LI, auf das was es spürt, so könnte dies schlicht auf Verfolgungswahn hindeuten. Diese Deutung erscheint mir sogar stimmiger. Sie könnte auf zwei Wege führen.
Erster Weg: Das LI bildet sich auch den Laufbruder nur ein. Es ist die ganze Zeit allein und läuft hinunter zum Sandfluss wo es sich den Pakt mit dem Laufbruder selbst ausdenkt.
Zweiter Weg (und dieser erscheint mir stimmiger): Das LI wird tatsächlich die ganze Zeit vom „Laufbruder“ verfolgt (siehe erster Punkt der Doppeldeutigkeit des "In-Sichtweite Seins", warum sich das LI allerdings dann eventuell eine dritte Person einbildet ist mir nicht klar), aber dieser hat nichts weiter als den Zustand des LI erkannt, welches offensichtlich verwirrt/schockiert/aus der Bahn geworfen ist und läuft deshalb hinterher um ein Unglück zu verhindern. Dazu passt, dass mehr als die gleiche Höhe nie erreicht wird und selbst bei gleicher Höhe der Laufbruder das LI nicht zu fassen kriegt. Dazu passt der Pakt, den die Beiden schliessen als das Li seinen Kopf in den Sand hinein drehen will. Und dazu passt der Schutz vor dem imaginären Verfolger, den der Laufbruder dem LI am Sandfluss gewährt. Auch der Schluss ergäbe dann für mich einen Sinn, nämlich den, dass das Li eben einfach nicht mehr weiß wann das Gefühl verfolgt zu werden, personifiziert durch den Verfolger, ging.
So, das ist jetzt wirklich nicht viel und die Geschichte bietet, habe ich das Gefühl, viele kleine Hinweise, aber ein Anfang ist erstmal gemacht was die Deutung angeht.
Ich möchte aber auch noch ein paar andere Dinge zu der Geschichte loswerden.
Dass ich deinen Schreibstil bewundere weißt du ja, vor allem diese ausgeprägte Fähigkeit die du hast, manchmal nur mit einem Wort, einer Wendung, einem Satz dem Leser eine Vorstellung zu vermitteln, ihn in die Geschichte hineinzuziehen. Auch hier finden sich wieder einige Stellen, an denen dir das vorzüglich gelingt. Kann gar nicht alle aufzählen, zwei habe ich stellvertretend ausgewählt:
Die Straße hinab, ich höre die Schritte mit meinen vermischt, phasenverschoben.
"phasenverschoben" - sehr, sehr gut.
Mein Lungen brennen jetzt nicht von Fluchtluft.
"Fluchtluft" - abermals klasse.
Überhaupt ist die Präsenz, die du hier zeigst, beindruckend. Mir kommt hier nichts Überflüssig vor und dennoch wirkt die Geschichte ganz und gar nicht wie am Reißbrett konstruiert. Dein Stil der kurzen, prägnanten Bilder und Sätze passt ausgezeichnet zum Tempo des Laufens und die ruhige Beschreibung am Sandfluss ebensogut zum Cooldown des LI.
Auf einer Seite so viel Stimmung zu erzeugen und den Leser so in Bann schlagen zu können ist eine große Leistung. Die Geschichte ist, selbst wenn alle meine Deutungsansätze nicht so intendiert waren von dir, für mich alleine deshalb schon so gut, weil sie eben auf mehrere verschiedene Weisen gelesen werden kann. Alleine das das möglich ist sorgt für die Faszniation, die vom LI und dem Laufbruder, und damit von der ganzen Geschichte, ausgeht.
Die Doppeldeutigkeit des Titels ist übrigens auch gut gelungen. Der Sandfluss und der rieselnde Sand in der Schlusszene, eben auch Sandfluss. Sehr schön gemacht.
Ich finde es aber auch beängstigend was du schreibst. Ja, erschreckend. Es gruselt mich manchmal bei dem Gedanken dass dieses fröhliche Mädchen, welches ich in meinem Kopf habe (gibt auch einige Bilder von dir, in denen du nicht so fröhlich bist, aber die verdränge ich gerne) solche Geschichten schreiben kann. Das beindruckt mich sehr.
Und nun, nach viel absolut verdientem Lob für dich noch ein bisschen Kritik. Dein altes Problem bleibt die Rechtschreibung.
(Über die Zeichensetzung kann ich mir kein Urteil anmaßen, da bin ich selber noch zu schwach.)
Nach wie vor gilt für mich: Mich stören deine Schwächen in diesem Bereich wirklich nur dort wo ich fehlgeleitet werde. Über "einholen" mit doppeltem "h" kann ich schmunzeln und das überlese ich aber zwischen "Packt geschlossen" und "Pakt geschlossen" ist ein Unterschied, ein sehr großer sogar. Ich hatte schon verdammte Angst um das LI, das kannst du mir
glauben.
Das klingt für dich vielleicht jetzt pedantisch, aber es gibt Leser (ich vermute auch in diesem Forum) für die es einfach ärgerlich ist so oft zu stolpern. Denk dir einfach, dass du deine Inhalte noch besser transportieren kannst wenn du daran ein wenig arbeitest. Muss ich, was Zeichensetzung angeht (teilweise auch Rechtschreibung) jetzt ja auch endlich mal tun.
Kommentar zum kv-Kommentar:
Zitat:
Ich kenne ihn nicht habe ich aus dem linken Winkel entdeckt, glaube ich, ich wie es nicht mehr.
Wie ich es nicht mehr ?! Hä ????
Hier meitn sie vermutlich "ich weiß es nicht mehr".
Bei allen anderen Anmerkungen stimme ich dir zu, aber "Unterm Sand" ist ungefähr 337 Mal schöner als unter dem Sand. Bitte, bitte nicht wieder auseinander ziehen. :-p
Kommentar zum razor-Kommentar:
Michael hat erschreckenderweise wieder mit allem Recht was er sagt - Ausnahme: Metronom - und...
Oh, eins noch: Nachdem nun zwei Leute erklärt haben, sie verstünden den Text nicht auf Anhieb, fühl Dich bitte, bitte, bitte nicht genötigt, ihn zu erklären.
...seiner Bitte möchte ich mich mit drei weiteren "bitte, bitte, bitte nicht erklären" ebenfalls anschliessen. Bleib und schreibe lieber weiter so geheimnisvoll wie du bist.
Und nun wünsche ich dir viele viele Postings für diese klasse Geschichte. Hast du dir echt verdient.
Liebe Grüße vom
Ham
"If it's a hit? - Yeah, that's me! If it's a miss? - Yeah, that's me!" (Robert Palmer)
Re: Sandfluss
Meine drei Lieben
Wie immer finde ich das sehr schön das euch die Geschichte gefällt und vielen Dank für euren lieben antworten. Ich werde brav sein und keine Erklärungen von mir geben. Das würde mir auch sehr schwer fallen, muss ich ehrlich zugeben. Ich weiß nicht ob euch das schon zuviel der Information, aber dieser Text beruht auf einem Traum.
Ich habe jetzt noch mal nach rechtschreibfehlern gesucht und auch noch welche gefunden, wenn auch vermutlich nicht alle. Von dir, Vögelchen, habe ich alles verbessert, was du gesagt hast, nur das „unterm Sand“ Der Ham bekommt da recht, weil mir das sowieso aus Rhythmus und Geschwindigkeitsgründen lieber ist. Achja, die Knopflöcher. Wie sagt man das denn? etwas rieselt doch durch dn Kragen hinein? natürlich nicht wirklich, aber sprachlich schon oder?
@Razor
das steht gar nichts von Metronom
da ist doch kein klickendes, knackendes, blinkendes, pendelndes wasauchimmer, sondern ein Metrum. ich will ja nur ein bisschen kleinlich sein
Ich habe ein ganz tolles Metronom, das sieht aus wie ein giftgrüne Mine. das hat aber nichts mit der Geschichte zu tun. Ich habe auch noch ein oder zwei Kommas gesetzt, aber ich war mir bei diesen hier nicht sicher ob dort ein komma hingehört:
Ich kenne ihn nicht(,) habe ich aus dem linken Winkel entdeckt
Er ist hinter uns, obwohl(,) nicht wir, nicht uns, hinter mir
und du musst das positiv sehen: ich habe hier eine derartige Menge Kommas gesetzt das die Menge der nicht gesetzten dagegen verschwinden gering ist. Als Grundschulkind habe ich nicht mal Punkte verwendet. Ich finde da habe ich mich innerhalb der letzten 10 Jahre eindeutig verbessert
Ich denke hier sind bestimmt noch mehr stellen wo noch eines hingehört, aber die finde ich immer noch nicht *seufz*
@Mirko und jetzt sei streng zu dir und setzte diesen Entschluss des ersten Absatztes um
)
ich hoffe ich habe alle schlimmen rechtschreibefehler nun draußen *seufz*
Diese Mehrdeutigkeit über die Existenz des Verfolgers war durchaus beabsichtig. Naja, sagen wir mal, sie ist mir dann auch aufgefallen als ich fertig war und hat mir gefallen
Ahhh, ich glaube ich bin lieber still, ich will hier nicht zu sehr meine Meinung darüber ausbreiten, es hat mich aber sehr gefreut deine Deutungsansätze zu lesen...
und bitte keine sorgen um meine person, mein bedürfnis eingegraben zu werden strebt gegen Null
)
die sich freuende
edekire
Wie immer finde ich das sehr schön das euch die Geschichte gefällt und vielen Dank für euren lieben antworten. Ich werde brav sein und keine Erklärungen von mir geben. Das würde mir auch sehr schwer fallen, muss ich ehrlich zugeben. Ich weiß nicht ob euch das schon zuviel der Information, aber dieser Text beruht auf einem Traum.
Ich habe jetzt noch mal nach rechtschreibfehlern gesucht und auch noch welche gefunden, wenn auch vermutlich nicht alle. Von dir, Vögelchen, habe ich alles verbessert, was du gesagt hast, nur das „unterm Sand“ Der Ham bekommt da recht, weil mir das sowieso aus Rhythmus und Geschwindigkeitsgründen lieber ist. Achja, die Knopflöcher. Wie sagt man das denn? etwas rieselt doch durch dn Kragen hinein? natürlich nicht wirklich, aber sprachlich schon oder?
@Razor
Ich kenne ihn nicht(,) habe ich aus dem linken Winkel entdeckt
Er ist hinter uns, obwohl(,) nicht wir, nicht uns, hinter mir
und du musst das positiv sehen: ich habe hier eine derartige Menge Kommas gesetzt das die Menge der nicht gesetzten dagegen verschwinden gering ist. Als Grundschulkind habe ich nicht mal Punkte verwendet. Ich finde da habe ich mich innerhalb der letzten 10 Jahre eindeutig verbessert
@Mirko und jetzt sei streng zu dir und setzte diesen Entschluss des ersten Absatztes um
ich hoffe ich habe alle schlimmen rechtschreibefehler nun draußen *seufz*
Diese Mehrdeutigkeit über die Existenz des Verfolgers war durchaus beabsichtig. Naja, sagen wir mal, sie ist mir dann auch aufgefallen als ich fertig war und hat mir gefallen
Ahhh, ich glaube ich bin lieber still, ich will hier nicht zu sehr meine Meinung darüber ausbreiten, es hat mich aber sehr gefreut deine Deutungsansätze zu lesen...
und bitte keine sorgen um meine person, mein bedürfnis eingegraben zu werden strebt gegen Null
die sich freuende
edekire
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
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