Die Briefe von Michel Dontraux und Mimi Dunett

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Das Lyrische Glied
Medusa
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Die Briefe von Michel Dontraux und Mimi Dunett

Beitragvon Das Lyrische Glied » 09.03.2005, 03:21

Sehr geehrte Mme Dunett,

in Ihrer hohngesegneten Abwesenheit habe ich mich erdreistet, mir die Freiheit zu nehmen, um ein weiteres Weniges unwichtiger zu werden, als ich es bisher schon war, und zwar um ein absolutes. Demnach, da meine Wichtigkeit sich schon vor dem Vollzug dieses Vollzuges nurmehr auf ein absolutes Weniges beschränkte, bin ich nun auch absolut unrelativ und unauslöschlich immerdarmäßig unwichtig.
Und Sie, liebe Mme Dunett, Sie schätzen doch das Unwichtige von allem Wichtigen als das Allerwichtigste, wenn mich da nicht eine Information geirrführt haben mag. So nehmen Sie denn vorlieb mit mir, geliebte Mme Dunett, denn ich und alles das mein ist stehen ihnen in Gänze zu ihrer herrschaflichen Verfügsamkeit bereit in unserer absoluten und vollständig kompletten Unwichtigkeit. Nehmen Sie, wenn Sie es denn wünschen, doch einen kleinen Appetitthappen von meinen unumstößlich belanglos prachtvollen Genitalapparaten, die ich Ihrem wohlveranschaulichbaren Unterleibe anzuvertrauen und zu verinnerlichen nie auch nur eine Sekunde zögern würde, sollten Sie solches denn wünschen. Oder lassen Sie sich amüsieren von der völlig bedeutungslosen, ihres Gleichen suchenden Brillanz meines vernachlässigbaren Geistes, welcher Ihnen immer eine Verfügbarkeit von scharfsinnigen Scherzereien bedeuten soll. Ich bin Ihres. Werden Sie Meines. Mitsamt Ihrem Unterleib. Um solches bitte ich und habe die unvergleichliche Ehre mit den besten Wünschen zu verbleiben

untertänigst

Ihr Michel Dontraux




Hochgeschätzter Michel,

ich muß Ihnen leider und in zuallertiefst bedauerlich bedauernswerter Weise ein Neinsagen erweisen zu den von Ihnen in Ihrem letzthinlich an mich gerichteten Briefe geäußerten Wünschen. Zwar besticht mich Ihr erogenes Lippenbekenntnis zu Ihrer nun vollkommenen Unwichtigkeit, die Ihnen einen Platz in etlichen Geschichtsbüchern ganz sicherlich beunscheren wird, doch haben sich in der Zeit meiner Abwesenheit, wohl auch unter dem Einfluß klimatöser Umstände, meine Geschmacksknospen etwas mehr dahin verdinglicht, den säuerlichen Abschaum der Vorzüglichkeit und bedeutsamen Hochgesittung kosten zu mögen. Ihre Bedeutungslosigkeit, verstehen Sie mich da bitte nicht falsch, lieber Michel, reizt mich nach wie vor sehr, doch ist sie nicht mehr das einzige, was mich verköstlicht zu stimmen vermag und würde mir wohl auf die Dauer etwas fad werden und mich flatulent werden lassen; was würden Sie schon mit meinen Flatulenzen anfangen können? So sehr es mich also reizen würde, ein Weniges oder auch ein Weniges mehr auf ihre herrlichen Genitalien zu speicheln und so sehr ich diese auch gerne in mein Höhlengleichnis zu integrieren vermögen würde, leider müssen sie dennoch draußen bleiben, draußen in der furchthaftig trostlosen Lichtwelt der idealen Offenbarheit. Die Schatten meiner Lust werden andere Dinge einhüllen. Auch der brillanten Unwichtigkeit Ihres Geistes mich selbstverloren hinzugeben werde ich leider vermeiden müssen. Wie gern hätte ich Ihre belanglosen Scherze genossen. Doch nein. Es kann nicht sein. Es würde mir sicherlich bald flatulent davon zumute.

Ich verbleibe mit den besten Wünschen und herzliche Grüße meines Unterleibes an Ihr segensreiches Glied ausrichtend,

hochachtungsvoll

Ihre Mimi Dunett
Das Lyrische Glied

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