Teil.2 wird noch geschrieben. Wenn eine von euch die Mühe macht es zu lesen, bitte schreibt uns was du denkst
Die Schatulle
Als Faik bey in das Bosboruser Auktionshaus herein kam, bemerkte er sofort die kleine Schatulle.
Sie stand neben einen Massiven Antik Spiegel der zwischen zwei Nachtkommoden aus der siebziger angelehnt war.
Sie war aus Kirsche Massiv mit Metallbeschläge. Ihr Schlüsselschild war sehr stark von dem Rost angegriffen. Und es sah so aus als ob lange Jahre Niemand den Deckel öffnen vermochte. Aber der schreckliche Angriffe von der Seite des Bösen Rosts, oder den fresssüchtigen Holzwürmern konnten ihren schönen Osmanischen Verzierrungen nicht verunstalten. Sie sah alt aus. Ja sie war alt, aber trotzdem, oder gerade deswegen wirkte sie so Edel. Und so Stolz stand sie da wie eine Schmuckschatulle aus dem Reich der Sultanen.
Faik bey wusste nicht mehr genau wann seine Antik-Tick angefangen hat. Es musste unmittelbar nach dem sein Frau gestorben war und er in die Rente ging, gewesen sein. Damals wusste er nicht was er mit so viel Zeit anfangen sollte.
Seine ehemalige Kollegen hatten ihn ab und zu, zum Fischen verführen wollen aber Fischen langweilte ihn nur noch mehr.
Es war eine jener Nieselwettertag, in denen er nicht zu wissen glaubte warum er überhaupt noch leben sollte. Er war alt und verbraucht. Seine Rheuma gekrankten Gelenke schmerzte bis ins Knochenmarkt. Und seine Kater Berduş war wieder mal flüchtig. Er suchte in den Nachbarstrassen nach ihn, und in den Nachbarstrassen von den Nachbarstrassen.
Als er auf ein alt Griechisches Stadthaus den Anhang las, „heute 16.00 Versteigerung. Auktionshaus Antik&Kitsch“ dachte er, er könnte es mal ansehen wie es so ist wenn er mal starb und sein Möbelkram dann in so eine Auktion geplündert wird. Genau so war seine Antik-Tick angefangen, wie er immer dazu sagte. Plötzlich errinerte er sich wieder an alle Einzelheiten.
Ohne die Schatulle aus dem Augen zu lassen, schlich er sich zu den Ersten reihe hin. Tastend fand er einen Stuhl und setzte sich mit der halben Pobacke hin.
´Es würde so gut im Wohnzimmer auf dem Sideboard unter dem Regal mit meiner Weckersammlung passen.´ Dachte er entzückt.
Darin könnte er die Schlüsseln von seiner Blechspielzeugsammlung oder seiner Ordensammlung aufbewahren. Nein! Dafür war sie sicherlich zu klein. Aber wie währe mit dem Briefmarken die er weder Zeit noch Lust hatte sie ins Album zu sortieren.
Ja, er musste unbedingt diese Schatulle haben. Heute hatte er auch frisch seine Monatliche Rente erhalten; was für ein Zufall. Jetzt konnte er diese Schatulle ohne Wimpernzucken nach Lust und Laune ersteigern.
Es war endlich so weit. Nach einige Porzellan Geschirr und Silberbestecke, kam der Auktionator tatsächlich zu der Schatulle. Er zeigte sie und sprach.
Seine gewöhnliche Vertreter stimme hatte plötzlich eine Wende genommen. Er schrie nicht mehr wie verrückt, sondern er sprach mäßig. Ja, fast leise.
Nach dem er das Holz und die Material von den Beschlägen, sowie der Jahrgang, Herkunft und das Antikwert erklärte, blieb er einige Sekunden stumm. Das Publikum die fast den Atem angehalten hatten um den Auktionator zu verstehen, wurden allmählich unruhig.
Nun wurde er plötzlich wieder lauter und fuhr mit seinem gewöhnlichen Ton weiter.
„Leider kam die Schatulle zu uns in Geschlossenen zustand ohne Schlüssel.
Hätten wir einen geeigneten Schlüssel nachmachen lassen und es damit geöffnet, währe es dann eine angriff an die Originalität der Schatulle und somit hätte sie auch von ihren Antikwert verlieren. Darum haben wir sie so gelassen wie wir sie bekommen haben.
Meine Damen und Herren, das heißt, ich weiß nicht was in diesem Schatulle drinnen ist. Wer diese Schatulle ersteigert, bekommt auch ihren Inhalt mit. Es könnte aber auch sein das die Schatulle leer ist. Um eventuelle Enttäuschungen aus zuschlissen, sollten sie, sie als eine leere Schatulle betrachten und ihr Wert nicht übersteigen. Als sicherheits- gründen wollte ich jegliche Ansprüche in dieser Hinsicht vor Zeugen ausschlissen; Nur damit ich das gesagt habe.“
Faik bey zog seine Augenbrauen hoch und pustete ungeduldig in die Luft. „Gott oh Gott, zieht er es aber in die Länge“ flüsterte er zu sein Nachbarn. Neugier und Aufregung zerrte seine Nerven. An seiner Lippen zuckte eine Stelle unübersehbar. Während er an seinem Stuhl hin und her wackelte, hob er kurz seine rechte Hand hoch an seinem Schulterbereich und lies sie sofort wieder nieder. Er sah aus wie ein Erstklasslerschüler der aufs Klo gehen wollte, aber sich nicht abmelden traute.
Die Versteigerung fing mit 3 Million Türkischen Lira an. „Fünf!“, Sagte einer von den hinteren reihen. „Zehn!“, „Zwölf!“ ...´Was für eine Geschwindigkeit?´, dachte sich Faik bey. Scheinbar hatte die alte Schatulle noch mehr Interessenten.
Sein Gefühl sagte ihm, falls er es schnappen wollte, musste er sich beeilen. Offensichtlich hatte der Geheime Inhalt der Schatulle eine starke Anziehungskraft auf dem mitbietenden.
Als das Wort „Achtzehn!“ Aus Faik bey heraus kam, rief der Erstbietende schon gleich „Zwanzig!“ , zu.
„Zwanzig? Ist doch eine lächerliche Summe. Kommen sie meine Herren, wer bietet meeeehr?!“ Schrie der Auktionator zwischendrein.
„Fünfzig!“ , rief Faik bey, wehrend er seine geschwitzte Handinnenfläche an seinem Hosenbein putzte.
„ Jawohl! So ist schon besser... Fünfzig! Wer bietet meeeehr? ! Zum ersten...“
„Einundfünfzig!“
Faik bey bekam Aufeinmahl ein kurzes Bauchstechen. Der hintere Mitbieter tastete offenbar seine Budgetgrenzen. Faik bey wand sich nach hinten und schrie, „zweiundfünfzig!“ Wehrend er mit seinem hochgehobenen Augenbrauen zu den vorbietenden blickte und somit auch ihm den Krieg erklärte. Und zu gleich hatte er innerlich sein Höchstlimit auf fünfundfünfzig aufgestockt. Falls sein Gegner mehr als fünfundfünfzig bieten sollte, wollte er so vernünftig sein und aufhören mit zubieten.
Als ob der vorbietende Faik bey´s Gedanken gelesen hätte, erhob er rasch den Betrag auf Sechzigmillionen. Der Auktionator griff sofort ein. „Endlich ein Mitbürger der von antik eine Ahnung hat!“ „Sechsundsechzig!“ Sagte eine Fremde stimme von der hinteren reihe. Faik bey´s Preislimit blieb mittlerweile sehr weit zurück. Ab dem Zeitpunkt sollte er sich eigentlich zurückhalten und den Ablauf der Auktion nur noch als ein Außenstehender beobachten. Aber seine Innere Stimme sagte ihm ständig, ´Du musst diese Schatulle haben`. „Siehibzig!“, Sagte er hustend, als ob eine Fischgräte in seiner Luftröhre steckengeblieben ist.
Als sein Erstgegner gleich darauf fünfundsiebzig rief, wusste er von seinem Ton schon, das er ebenfalls sein Preislimit weit überschritten hatte.
Und somit schlug Faik bey mit seiner letzten Kraft zu. „Achtzig!“ Falls nicht noch ein Verrückter dazwischen kommt, gehörte die Schatulle ihm. Kommenden Monat musste er zwar seine Gürtel bisschen enger schnallen, aber das war ihm wert, den er erinnerte sich nicht, was er sich in letzte Zeit so sehr wie diese Schatulle gewünscht hätte.
„Achtziiig! Zum ersteeen, zum zweiteeen, zum dritteeen!“
Nach Heimweg entlang sah Faik bey seine Schatulle mit verliebten Augen.
In seinem Kopf klangten der Hammerschläge immer noch so laut. „Zum ersteeen, zum zweiteeen, zum dritteeen!" Tock, tock, tock!!! Die Schatulle gehörte von nun an den Faik bey. Niemand konnte sie ihm wegnehmen. Nach dem er erleichtert in die Luft pustete, fing er an über ihre eventuellen Inhalt Kopf zu machen. Bis er seine drei Zimmer Wohnung erreichte, träumte er von der Schmuck oder Geld die er in der Schatulle vermutete.