Frohes Fest

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Pheedor
Kerberos
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Frohes Fest

Beitragvon Pheedor » 20.12.2005, 01:06

Unerwartet mußte Abraham am Heiligen Abend arbeiten. Leider hatte er der Gouvernante bis Neujahr frei gegeben, so daß die kleine Katharina allein zu Hause blieb. In der Abwesenheit ihres Vaters beschäftigte sie sich wieder einmal mit ihrem Chemiebaukasten, dank dem sie schon öfter glücklicherweise harmlos gebliebene Explosionen verursacht hatte. Als sie durchs Fenster schaute und sah, daß draußen Schneeflocken nieder rieselten, verlor sie die Lust an Mixturen, schob alles, was sie hergerichtet hatte, in den Papierkorb und begab sich zum Spielen in den nahen Park, dort Kinder rodelten und Schneemänner bauten. Gegen fünf Uhr war für Abraham Feierabend, und er freute sich auf sein Zuhause und einen Heiligen Abend mit Katharina, und er frug sich, ob sie sich wohl auch freuen würde über das Geschenk, das in einem großen Karton auf dem Rücksitz seines Wagens verborgen war. Angekommen in der Straße, in der er wohnte, wunderte er sich über die Feuerwehrautos daselbst, und er scherzte mit einem Nachbarn, wessen Baum denn da brenne. Unter seiner Wohnungstür kamen ihm Feuerwehrleute mit Äxten und Schläuchen entgegen. Entgegen kam ihm auch Katharina, sichtlich eingeschüchtert. Abraham erfuhr zum Teil von ihr, zum Teil von den Feuerwehrleuten, daß eine Chemikalie, die er nicht kannte, deren Namen er auch sofort wieder vergaß, im Plastikpapierkorb mit Feuchtigkeit in Berührung gekommen sei und sich entzündet habe, was dann zu einem Schwelbrand geführt hätte, der sich zum Glück, weil Nachbarn frühzeitig nach der Feuerwehr gerufen hätten, auf das Kinderzimmer, das allerdings nun hinüber sei, beschränkt hätte.

Da saß sie nun, die kleine Katharina mit gesenktem Blick, und Abra-ham saß ebenfalls da und grübelte, es sei nun mal Heiliger Abend, und obgleich Leichtsinn ein Zimmer in Schwelbrand gesetzt habe, so bestünde trotzdem ein feierlicher Anlaß, dem ihn nichts vergällen sollte. So frug er angesichts des rampunierten Raumes nach einer Weile, „meinst du nicht auch, daß es zur Begrüßung völlig gereicht hätte, wenn der Baum gebrannt hätte.“ Katharina schwieg und kämpfte um ein krampfhaftes Lächeln. „Nun komm schon her zu mir, du kleines Feuerteufelchen.“ Zögerlich kam sie herbei, und Abraham hob sie auf seinen Schoß, „wie konnte denn das passieren?“
„Ich hab nicht aufgepaßt.“
„Das kann man wohl sagen. Wer hat denn die Feuerwehr gerufen?“
„Der Mann im Nebenhaus.“

So nahm er Katharina bei der Hand und beide suchten den Nachbarn auf, den Abraham wie auch die anderen Anwohner nur flüchtig kann-ten, weil er als eigenbrötlerischer Sonderling galt, ebenfalls nahm er den großen Karton vom Rücksitz seines Autos mit. „Verzeihen Sie, Herr Nachbar, wenn wir stören. Aber ich, nein, wir wollten uns be-danken, daß Sie so rechtzeitig die Feuerwehr alarmiert haben, sonst wäre der Schaden sicherlich größer geworden.“ Der Nachbar bat sie herein, führte sie in einen Raum, in dessen Mitte ein Weihnachtsbaum leuchtete. Sie sprachen noch eine Weile über das Geschehen, bis der Nachbar sie einlud, bei ihm den Heiligen Abend zu begehen, weil er dann nicht alleine das Fest begehen müsse, zu dem es in Abrahams Wohnung des Brandes halber sicherlich nicht gut röche. Abraham nahm die Einladung an, und er überreichte Katharina den Karton, den er mitgebracht hatte. Sie öffnete ihn, ein Metallbaukasten gelangte zum Vorschein, aber nicht irgendeiner, sondern solch einer für eine Abbruchmaschine. Der Nachbar lachte, „wenn das mal gut geht!“ Ka-tharina freute sich schon, doch vergaß sie nicht, was sie angerichtet hatte. „Darüber reden wir später einmal, im neuen Jahr vielleicht, aber nicht heute“, ermunterte Abraham.

Und dann gingen zwei Männer und ein Kind daran, am Tisch vor dem Fenster die Maschine zusammen zu bauen, und nach dem Katharina auf dem Sofa eingeschlafen war, bauten die Männer weiter. In tiefer Nacht stellten sie die Abbruchmaschine fertig, an deren Kranausleger eine Abbruchbirne pendelte, und es reizte die Männer, deren Wirkung einmal auszuprobieren. Der Nachbar brachte eine alte, häßliche, wie er meinte, Vase herbei und stellte sie auf den Tisch. Über eine Fern-bedienung steuerten sie die Maschine, zielten gut, die Abbruchbirne schwang exakt an der Vase vorbei, auf die Fensterscheibe zu, die klirrend zerbarst. Darüber erwachte Katharina, rieb sich die Augen, war sprungauf dabei und bat um die Fernbedienung, fuhr die Räumschau-fel der Maschine aus und kehrte mit ihr die Splitter zusammen und fuhr sie zu einem Papierkorb, wo sie sie ablud. „Na ja“, befand der Nachbar, „muß ich sie nicht mehr putzen.“
„Und ich bin meiner Argumente, Vorsicht walten zu lassen, enthoben“, antwortete Abraham.

Nach Neujahr erinnerte Katharina, weil Abraham mit ihr über das, was sie angerichtet hatte, reden wollte. Abraham schmunzelte und frug, wie sie den Nachbarn, den alle ignorierten, fände. „Er ist ein netter Mensch“, antwortete sie. „Eben“, entgegnete Abraham, was Katharina nicht verstand, also erklärte er es ihr, „nette Menschen sind selten. Und wenn wir nun durch einen Brand einen netten Mensch kennen gelernt haben, worüber sollten wir dann noch reden?“
„Du meinst...?“
„Ja, so meine ich es. Obschon ich durchaus nicht unerwähnt lassen möchte, daß du für die nächste nette Bekanntschaft nicht unbedingt die Wohnung unter Wasser setzen oder sprengen solltest.

Seit jenem Tag waren Katharina, Abraham und der Nachbar öfter gemeinsam anzutreffen, worauf eine Anwohnerin in der Straße Abraham ansprach, „wie kann man nur mit einem solchen Menschen eine Freundschaft pflegen?“
„Die Macht es Feuers!“, antworte Abraham, nicht mehr und ging seines Weges.

(>ganz lautlos ist dieser lärm<, wmv2005)

Edekire
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Re: Frohes Fest

Beitragvon Edekire » 24.12.2005, 19:52

Hallo Pheedor,

Ich weiß nicht so recht was ich von dem Text halten soll. an sich erzählst du ja einfach eine Geschichte, die zwar irgendwie moralisch/ weihnachtlich ist, da bei aber eigentlich nicht altmodisch ist, und dann verwendest du diese merkwürdigen altertümelnden Formen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mir der Sinn nicht klar ist. soll das irgendwie heißen, dass ene Moral etwas altmodisches ist? Das kommt mir aber sehr weit hergeholt vor von mir selber....
Ich meine wenn du von einem Chemiebaukasten erzählst, was soll dann die Gouvernante daneben, und Formen wie frug?

Ich könnte das ja wirklich nicht kritisieren,w enn der sinn klar wäre...

Es kommt mir auch so vor, als wäre ebendso wie die Spielzeit/Sprache auch die Sprache an sich uneinheitlich, denn Grundsätzlich erzählst du nicht altmodisch, deshalb fällt "frug" besonders auf und meiner Meinung nach aus dem Rahmen.

Ich würde mich dafür interessieren, warum du das gemacht hast, halte es aber für die Geschichte nicht günstig.

Mir gefällt Grundsätzlih die überdeutlich Moral nicht, das ist aber geschmack und vielleicht willst du ja auch gerade das auf die Schüpper nehmen...das wiederum würde aber ein wesentlich verschärfung der sprach erfordern, denke ich...

GRüße

Edekire
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane


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