..... Schnee von gestern .....

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riemsche
Apollon
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..... Schnee von gestern .....

Beitragvon riemsche » 21.01.2007, 20:20

Irgendwo zwischen zwei driftenden Kontinentalplatten: "Deine Nachbarn brechen morgen aus. Ich koche noch. Und wie steht´s mit dir?" Bis zur Herzkammer im SteinschmelzFruchtwasser von Gaia und schon rauchen beim Schloten übermütig die Köpfe. Bisher eskalierte dieses gespaltene Verhältnis alle paar Sekunden Sternzeit und zeigte jedes Mal nicht nur der bis dahin dominierenden, sondern vorbeugend gleich mal fast allen anderen am Tag X existierenden Lebensformen die feuerrote Karte oder winkte mit dem Eispickel - je nach Verdunkelungsgefahr, Überdruck, Biorhythmus und Wasserpegel.
Apropos Rhythmus - meiner gerät eben wieder komplett aus dem Takt. Liegt wahrscheinlich am Espresso der Hausmarke lieber einen Löffel zu viel als zu wenig, der bei all der Hirnakrobatik über dem angeknabberten GutenMorgenHäferl mittlerweile die Konsistenz von Altöl mit leichteMuhFettaugen angenommen hat.
Fossile Brennstoffe - da ist der Faden ja wieder - wir verheizen alles Brennbare auf diesem Planeten. Nicht böswillig - nein - wir haben es nur gern warm. Ist das zutiefst menschlich? Deppen haben es gern warm - und Schneekanonen sind eine Form von Sünde. Das behauptete ein von sich sehr überzeugt wirkender Hardliner allen Ernstes zur besten Sendezeit und weckte damit bei Interviews mit der von Lawinen- und Touristenzuwachs verwöhnten Schi-heil-Bergbevölkerung sichtlich das lokalaugenscheinliche Verlangen nach Lynchjustiz. Seiner Ansicht nach zeigen uns mitteleuropäische Nichtwinter wie jetzt unübersehbar, dass man eigennützige Freizeitgestaltung und die bis jetzt dafür sehr einseitig kalkulierte KostenNutzenRechnung neu zu überdenken hat. Was neben Entzugserscheinungen auch mehr oder weniger existenzielle Fragen beinhaltet wie: gibt es ein Leben nach dem weißen Rausch und fallen Wintersportartikel unter Sondermüll?
Auf der wund gescheuerten Herdplatte verliert der Lungenschmorbraten gerade trotz sehr sehr viel Tetrapackrotwein bei mittlerer Hitze im Topf unter dem Sichtdeckel immer mehr an Substanz und drängt unter metallisch dumpfen Klopfgeräuschen darauf, ihn auf die vorgewärmte Platte zu schichten - bevor er implodiert.
Als Menschheit sind wir seit jeher mit steigender Population eine Gefahr für alles und jeden - und die personifizierte Katastrophe selbst. Interplanetarische Konföderationsmücken mit den hartnäckigen Rückständen von verbrannter Erde hinter faustdick verstopften Ohren. Andererseits verschafft uns die Hitze andauernder Pyrrossiege unverhoffte Einblicke unter eisige Faltenunterröcke und spült uns dabei vermehrt gut konservierte Zeugnisse eigener Frühgeschichte vor die Füße. Sie richtig zu interpretieren könnte Wege aufzeigen, wie der Mensch gewordener Problemfaktor im Multiplikationsmodus es mit evolutionärer Vielfalt und unter für beide Seiten schmerzhaften Probeläufen doch noch schaffen könnte, Blaupausen der Pläne des Weltarchitekten inklusive Zeichenerklärung zu sichten. Wir müssten mittlerweile intelligent genug sein, um sie dann nicht seitenverkehrt zu lesen. IchmusswegPasterzen und schwitzende Eisbären zeigen langsam Wirkung und wir sind die erste Katastrophe, die die Chance hat, Ursachenforschung in eigener Sache zu betreiben.
„To hell with circumstances; I create opportunities.“ – Bruce Lee

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