Monolog
Sie stand an eine Hauswand gelehnt, eine Hand tief in ihrer Manteltasche vergraben. In der anderen Hand hielt sie eine Zigarette, deren Rauch sie noch vor wenigen Augenblicken geräuschvoll eingezogen und wieder in die kalte Nachtluft geblasen hatte. Ein leichter Wind trug den Rauch davon, ließ ihn in der Luft verwehen.Der selbe Wind trug eine kleine Feder vor ihre Füße. Sie senkte den Blick, ohne ohne dabei den Kopf großartig zu bewegen.Die Feder war wirklich klein, doch mit ihrem weiß hob sie sich von der grauen Stadt ab, wie ein Blitz vom Nachthimmel. Sie wackelte ein wenig hin und her und drohte davon zu fliegen, in einer flinken Bewegung bückte sich die Frau und hob sie mit zwei Fingern auf. Sie hielt sie gegen den grauen Himmel und betrachtete sie, in diesem Moment nahm der Wind ein wenig an Intensität zu, so dass die kleine Feder zwischen ihren Fingern zitterte wie ein kleines Kind. Um sie herum konnte man die üblichen Geräusche einer Stadt hören, entfernte, hastige Schritte..vobeifahrende Autos...eine Frau die mit ihrem Sohn schimpfte. Von all dem bekam sie nichts mit, schaute nur stumm auf die Feder und lauschte dem Wind, der ihr zärtlich das Haar zerzauste. Plötzlich hörte man Reifen quietschen und jemand hupte. Und ja, irgendwo ganz weit weg nahm sie dies wahr, doch nichts hätte sie in diesem Moment dazu bewegen können in die Richtung des Hupens zu blicken, wie sie es nomalerweise getan hätte. Und obwohl sie noch immer die Feder ansah, war es nicht mehr diese welcher ihre Aufmerksamkeit galt.Sie lauschte nur noch dem Wind, hörte sein Flüstern, fühlte sein Ziehen und Schieben. Lauter als alles andere schien er ihr, drohte über ihr zusammen zu brechen. Sie öffnete die Finger, die kleine Feder erhob erhob sich mit dem Wind in die Luft, machte einige Wirbel über ihrem Kopf und wurde davon getragen. Mit ihr ging auch der Wind. Die Frau blickte den Beiden nach wie sie über die Straße, an den Häusern vorbei eilten und die Feder schließlich vor den Füßen eines Kindes auf dem Boden zum Liegen kam. Das Kind war stehen geblieben, hatte die Feder aufgehoben und betrachtete sie dann. der Wind zerzauste ihr Haar.
Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen der jungen Frau.."Wer hören will, muss schweigen können..." wisperte sie, ließ den abgebrannten Zigarettenstummel fallen und ging nach Hause...
Chia
Monolog
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Chialandra
- Sphinx
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- Registriert: 13.07.2003, 06:38
Monolog
Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Fähigkeit, sich der Situation anzupassen. Wenn du ein Buch verkehrt in die Hand genommen hast, lerne, es verkehrt zu lesen. (Wieslaw Brudzinski)
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CharlieChaplin
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- Wohnort: Sauerland
Re: Monolog
Hallo Chialandra!
Eindeutig: Du hast Sprachgefühl und die Gabe, Situationen und Bilder zu malen!
Als kurze Geschichte oder Kurzgeschichte würde ich den Text eventuell als Vorlage nehmen und eine andere, längere einbauen, nur die Symbolik nutzen. Zwei Gründe:
- das Bild der Feder (zuletzt massenwirksam in Forest Gump) / des Blattes (in unzähligen Literaturformen) / der Plastiktüte (American Beauty) oder ä. im Wind ist schon zu sehr benutzt worden, als dass es heute noch allein und eine Geschichte als einziges, umschließendes Bild tragen könnte.
- So wie Du die junge Frau beschreibst, steckt dahinter sicher potentiell inhaltlich noch sehr viel mehr als die Schlußaussage des Schweigen-könnens. Du beschreibst natürlich völlig richtig die Fähigkeit des Innehaltens im Zufall / Zu-gefallenen, Zu-getriebenen von Schönheit im Moment eines Lebens. Aber richtig interessant wird es, wenn diese Schwebe in derselben Geschichte noch durch den Kontrast auf der anderen Seite / den Konflikt auf der Welt, in der jungen Frau gegenüber oder in Auflösung in sich einschließend ergänzt wird.
Ich würde solche Texte sorgsam aufbewahren, weil sie meist mit anderen zusammen das Material werden können, das Du nur noch zu verknüpfen brauchst, um eine inhaltlich wesentlich umfangreichere Erzählung zu schaffen.
Verstehe mich nicht falsch - ich wäre der letzte, der Masse gleich Klasse setzen würde; Dein Text hier ist nur so lang, wie er sein muß und das macht ihn auch so gut, aber als Geschichte mit der Symbolik ist er für sich allein stehend aus obigen Gründen etwas zu wenig.
Und ich bin mir sicher, dass der vom Leser gesuchte Kontrast, nämlich die wühlende, konfliktbelastete Geschichte der jungen Frau, nicht nur innehaltend durch die Welt läuft, ebenso in Dir steckt.
So kannst Du auch eine Kurzgechichte entwerfen, in welcher der bisherige Text als Rahmen erscheint oder auch als wiederkehrendes Bild, als Stück für Stück erzähltes Puzzle.... Du wirst dann schon das richtige gestalten.
Bloß aufheben und warten, wofür Du es noch brauchst!!
Sprachlich fähig bist Du allemal!!!
Beste Grüße
Charlie
Eindeutig: Du hast Sprachgefühl und die Gabe, Situationen und Bilder zu malen!
Als kurze Geschichte oder Kurzgeschichte würde ich den Text eventuell als Vorlage nehmen und eine andere, längere einbauen, nur die Symbolik nutzen. Zwei Gründe:
- das Bild der Feder (zuletzt massenwirksam in Forest Gump) / des Blattes (in unzähligen Literaturformen) / der Plastiktüte (American Beauty) oder ä. im Wind ist schon zu sehr benutzt worden, als dass es heute noch allein und eine Geschichte als einziges, umschließendes Bild tragen könnte.
- So wie Du die junge Frau beschreibst, steckt dahinter sicher potentiell inhaltlich noch sehr viel mehr als die Schlußaussage des Schweigen-könnens. Du beschreibst natürlich völlig richtig die Fähigkeit des Innehaltens im Zufall / Zu-gefallenen, Zu-getriebenen von Schönheit im Moment eines Lebens. Aber richtig interessant wird es, wenn diese Schwebe in derselben Geschichte noch durch den Kontrast auf der anderen Seite / den Konflikt auf der Welt, in der jungen Frau gegenüber oder in Auflösung in sich einschließend ergänzt wird.
Ich würde solche Texte sorgsam aufbewahren, weil sie meist mit anderen zusammen das Material werden können, das Du nur noch zu verknüpfen brauchst, um eine inhaltlich wesentlich umfangreichere Erzählung zu schaffen.
Verstehe mich nicht falsch - ich wäre der letzte, der Masse gleich Klasse setzen würde; Dein Text hier ist nur so lang, wie er sein muß und das macht ihn auch so gut, aber als Geschichte mit der Symbolik ist er für sich allein stehend aus obigen Gründen etwas zu wenig.
Und ich bin mir sicher, dass der vom Leser gesuchte Kontrast, nämlich die wühlende, konfliktbelastete Geschichte der jungen Frau, nicht nur innehaltend durch die Welt läuft, ebenso in Dir steckt.
So kannst Du auch eine Kurzgechichte entwerfen, in welcher der bisherige Text als Rahmen erscheint oder auch als wiederkehrendes Bild, als Stück für Stück erzähltes Puzzle.... Du wirst dann schon das richtige gestalten.
Bloß aufheben und warten, wofür Du es noch brauchst!!
Sprachlich fähig bist Du allemal!!!
Beste Grüße
Charlie
-
Chialandra
- Sphinx
- Beiträge: 112
- Registriert: 13.07.2003, 06:38
Re: Monolog
Hallo Charlie
Danke für deine Worte, ich habe sie mir gestern durchgelesen, heute nochmal und hmm.. naja ich versuch einfach mal etwas dazu zu sagen *g*
Ja, das Bild mit der Feder ist wirklich recht abgegriffen, bzw denken viele sicher sofort an Forest Gump. Unbewußt habe ich vielleicht auch an den Film gedacht als ich den Text geschrieben habe, bewußt nicht.
Die Idee gefällt mir gut, aber ich hab da wieder mein altes Problem, dass ich nicht weiß wie ich es umsetzen soll.. zumindest nicht auf Anhieb. Vielleicht kommt mir eine Idee dazu, wenn ich ein paar ruhige Tage habe. Auf jeden Fall werde ich es mir merken, und wenn ich dann etwas habe schreib ich es hier wieder hin.. bzw ergänze die Geschichte hier
Liebe Grüße, Marina
Danke für deine Worte, ich habe sie mir gestern durchgelesen, heute nochmal und hmm.. naja ich versuch einfach mal etwas dazu zu sagen *g*
Ja, das Bild mit der Feder ist wirklich recht abgegriffen, bzw denken viele sicher sofort an Forest Gump. Unbewußt habe ich vielleicht auch an den Film gedacht als ich den Text geschrieben habe, bewußt nicht.
wenn diese Schwebe in derselben Geschichte noch durch den Kontrast auf der anderen Seite / den Konflikt auf der Welt, in der jungen Frau gegenüber oder in Auflösung in sich einschließend ergänzt wird
Die Idee gefällt mir gut, aber ich hab da wieder mein altes Problem, dass ich nicht weiß wie ich es umsetzen soll.. zumindest nicht auf Anhieb. Vielleicht kommt mir eine Idee dazu, wenn ich ein paar ruhige Tage habe. Auf jeden Fall werde ich es mir merken, und wenn ich dann etwas habe schreib ich es hier wieder hin.. bzw ergänze die Geschichte hier
Liebe Grüße, Marina
Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Fähigkeit, sich der Situation anzupassen. Wenn du ein Buch verkehrt in die Hand genommen hast, lerne, es verkehrt zu lesen. (Wieslaw Brudzinski)
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