Paula verlernt das Fliegen

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Patina
Prometheus
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Paula verlernt das Fliegen

Beitragvon Patina » 17.09.2003, 19:40

Herzliche Grüße in die Runde. Habe mich soeben angemeldet. Einige kenne ich ja schon vom jungen lektorat.
Hier mein erster Text...

Die letzte Altweibersommersonne schimmerte durch die Vorhänge, die wie Eingeweide auf den Boden fielen. Ein sachter Wind spielte mit den noch grünen Blättern der Bäume. Kein Geräusch war zu hören. Nur das Rascheln von Buchseiten. Paula blätterte in ihrem Buch. Ihr Vater hatte es ihr gestern übergeben. Heute morgen war er gestorben. Der Umschlag war mit rotem Samt überzogen. Das Buch roch nach Nelken. Paula fuhr mit ihren Fingern über die eingelassenen schwarzen Lettern. „Für Paula“. Sie konnte sich noch nicht auf die Handschrift einlassen. Die gesamten 400 Seiten waren mit seinen Schnörkeln bedeckt. Paula schaute nur die eingeklebten Bilder an. Immer wieder. Paula und Papa. Immer nur Paula und Papa. Sie konnte sich noch an viele Bilder erinnern. Er mußte sie kurz vor seinem Tod aus dem Familienalbum herausgerissen haben. Sicher, das war seine Rache an der Hexe, Paulas Mutter. Die Hexe hatte ihm die Luft geraubt. Die Luft zum Malen und zum Musik hören. Hatte Papa Paula nicht drei Monate vor seinem Tod versprochen, daß er wieder malen würde? Er hatte Befürchtungen angeführt. Er sei kein Genie. Vielleicht sollte er es dann besser lassen. Paula hatte geantwortet, daß es für ihn allein sei, das Malen. Stattdessen hatte er ihr nun dieses Buch überreicht. Tränen sammelten sich in Paulas Augen. Die Schrift wurde unscharf.

Paula blätterte weiter. Ihr Blick fiel auf ein ausgedörrtes vierblättriges Kleeblatt. Es mußte Jahrzehnte zwischen Buchseiten gepreßt worden sein. Unter dem Kleeblatt stand:
„Liebe Paula, dieses Kleeblatt habe ich an dem Tage deiner Geburt gefunden. Auf das du mehr Glück im Leben hast und als Genie in die Geschichte eingehst. Einer aus unserer Familie muß es doch schaffen!“
Paula schniefte empört. Warum hatte er ihr das nie zu seinen Lebenszeiten gesagt? Jetzt gab es keinen Papa mehr, mit dem sie sich auseinandersetzen könnte. Der Geniekult war aus einer anderen Zeit. Sie erinnerte sich an ein Buch in Papas Regal: Genie und Wahnsinn. Paula blätterte auf die nächste Seite. Dort stand in großen Lettern:
„Paula, mache aus deiner Krankheit eine Waffe.“
Pahh, Papa, will ich denn als Hitler enden? Hitler war größenwahnsinnig, ich war es auch. Wieviele Leute gibt es auf der Erde, die nichts zu tun haben und dann meinen sich in das Geschehen anderer Menschen einmischen zu müssen?
Auf der nächsten Seite stand in kleinen Buchstaben:
„Wir haben schon viele Krankheiten in unserer Famile gehabt, aber ich glaube du bist auserwählt.“
Paahh Papa, auserwählt zu was? Ich bin nur ein kleines Rädchen im Getriebe.
„Ich habe dich damals gesehen, deine Augen waren wild. Du schienst entschlossen zu sein, zu einem Punkt zu kommen.“
Ja, ich war verrückt. Papa, willst du mit mir noch reden?
Sie las entsetzt weiter:
„Verrücktheit ist eine Waffe, die du jederzeit einsetzen kannst.“
Ja, aber Papa, was ist mit all den Verrückten, die nie ein Bild malen, die nie eine Zeile zustande bekommen? Hast du die alle vergessen? Paula ließ das Buch sinken und schaute aus dem Fenster. Wolken hatten sich vor die Altweibersommersonne gestellt. Wie stille Tier trieben sie vor sich hin. Der Rand der Wolken hell gezackt von dem Licht, das durchdringen wollte. Paulas Augen trafen wieder auf das Buch.
„Paula, was glaubst du, wieviele Künstler verrückt geworden sind?“
Paula dachte an schwarze Löcher in ihrem Gehirn. An Aussetzer. Das Buch sprach zu ihr. Warum hatte ihr Vater dieses Thema nocheinmal aufgewärmt? Sie war seit 20 Jahren gesund. Warum dies an seinem Lebensende? Sie hatte begonnen, ihr Leben in ihrer Kleinheit anzunehmen.
„Paula, du tust das nicht für dich, du tust das für die Öffentlichkeit. Du bist eine Künstlerin.“
Dunkle Wolken trieben nun am Himmel. Der Regen hatte eingesetzt. Ein einziger schwarzer Vogel flog noch.
Paula sah ihren Vater wild gestukilierend. Über Hitler. Über sich als Künstler. Über die Welt. Die Welt war ein Boden. Den sollte man betreten. Vielleicht hatte ihr Papa ihr das Fliegen gelehrt. Irgendwann, zu einer anderen Zeit. Das Fliegen sollte man nicht verlernen, befand Paula. Vielleicht würde sie eines Tages ja doch fliegen?..., ja vielleicht...nicht als Hitler, aber als Künstlerin.
Paula legt sich auf ihr Bett. Sie war einsam. Sie war keine Künstlerin. Die Worte höhlten sie aus. Sie dachte immer nur das gleiche. Ich bin einsam, ich bin keine Künstlerin. Es hämmerte in ihrem Kopf, bis sie hinweg dämmerte. Als sie aufstand verschwamm der Mond undeutlich hinter den Wolken. Die alte Krankheit holte sie wieder ein. Sie sagte sich: „Ich habe seit langem aufgehört, nachts aufzustehen, um Sätze zu notieren. Virginia Woolf konnte das. Sie war ein Genie.“ Sie notierte: „Eine halb angefressene Sichel scheint auf mich herab.“ Nach diesem Satz zündete sie sich eine Zigarette an. Sie schaute dem Rauch hinterher. Sie wußte, sie würde am liebstem immer nur so dasitzen und dem eigenen Rauch hinterherschauen und dabei keinen einzigen Satz schreiben. Paula nahm Papas Buch und stellte es in die oberste Zeile ihres Regals. Dort würde sie nicht mehr hinschauen. Sie hatte keine Kraft, es zu verbrennen. Als sie wieder ins Bett ging, konnte sie nicht schlafen. Der Satz würde sie ewig einholen: „Paula, du bist auserwählt.“

gelbsucht
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Re: Paula verlernt das Fliegen

Beitragvon gelbsucht » 19.09.2003, 01:34

Hallo Patina,

weiß gar nicht, ob ich überhaupt schon mal zu einem deiner Texte was gesagt habe. Ich finde die Idee, die dieser Geschichte zugrundeliegt, sehr interessant. Der Druck, dem Paula durch den Tod und die Worte ihres Vaters ausgesetzt wird. Und, wie der Vater sein eigenes Versagen verdrängt und auf Paula abwälzt, indem er sie zum "Genie der Familie" erklärt. Wie er außerdem ihre Krankheit, ihre anscheinend geheilte Krankheit wieder heraufbeschwört und sie als Indiz, als Anzeichen für ihre künstlerische Genialität nimmt, eine Gleichsetzung, die schon ziemlich absurd ist.

Allerdings habe ich auch irgendwie das Gefühl, du könntest aus dieser Geschichte sehr viel mehr herausholen. Ich kann dir noch nicht einmal genau sagen warum. Vielleicht indem du den Konflikt etwas subtiler einführst und ausbaust. An vielen Stellen kommt mir dein Text zu direkt, zu hastig, zu ungeduldig vor ... du solltest dem ganzen mehr Raum für Entwicklung und Spannung bieten. Was mich daneben stört, ist vor allem die Beschreibung der Natur-Kulisse. Ein paar Beispiele:
Die letzte Altweibersommersonne schimmerte durch die Vorhänge, die wie Eingeweide auf den Boden fielen.

Also ich bin kein Mediziner. Wie Eingeweide aussehen, wenn sie auf dem Boden liegen, kann ich mir nur bedingt vorstellen und bei Gardinen denke ich nicht unbedingt gleich an Innereien. Dieses Bild, dieser Vergleich ist sehr krass. Bei dieser Einführung hatte ich gleich zwei Überlegungen: a.) entweder ist das eine schlechte Horrorgeschichte oder b.) die Wahrnehmung des Erzählers ist irgendwie arg beeinträchtigt, ich meine psychisch vorbelastet. Außerdem: Das sind aber schlechte Vorhänge, wenn sie auf den Boden fallen, wo sie doch eigentlich vor den Fenstern hängen sollten ... ich kann mir nur vorstellen, dass du eigentlich den Schatten der Vorhänge meinst, der auf den Boden fällt.
Ein sachter Wind spielte mit den noch grünen Blättern der Bäume.

Der Satz ist irgendwie ziemlich blutleer.
Wie stille Tier trieben sie vor sich hin.

Tier=Tiere. Der Satz gefällt mir, aber auch hier zeigt sich wieder die Vorliebe für ungewöhnliche Vergleiche.
Der Rand der Wolken hell gezackt von dem Licht, das durchdringen wollte.

Fehlt hier ein Verb oder ist das Absicht?
Dunkle Wolken trieben nun am Himmel. Der Regen hatte eingesetzt. Ein einziger schwarzer Vogel flog noch.

Neeeeeeeee. Das ist ziemlich kitschig. Dunkle Wolken, Regen, schwarzer Vogel. Das ist für mich zu platt, zu gewöhnlich, zu ausgelutscht, um irgendeine Stimmung zu erzeugen.
Paula sah ihren Vater wild gestukilierend.

gestukilierend = gestikulierend.
Die Welt war ein Boden. Den sollte man betreten. Vielleicht hatte ihr Papa ihr das Fliegen gelehrt. Irgendwann, zu einer anderen Zeit. Das Fliegen sollte man nicht verlernen, befand Paula. Vielleicht würde sie eines Tages ja doch fliegen?..., ja vielleicht...nicht als Hitler, aber als Künstlerin.

Auch, wenn sich daraus der Titel der Geschichte ableitet, rauscht das komplett an mir vorbei. Kommt mir etwas hochgestochen und melodramatisch vor. Erreicht mich nicht.
Die Worte höhlten sie aus. Sie dachte immer nur das gleiche.

Diese zwei Sätze berühren mich, treffen mich, holen ein Gefühl in mir herauf, das ich gut kenne ... vor allem in kreativen Löchern resp. Krisen.

Insgesamt könnte die Geschichte etwas subtiler, etwas trockener sein. Ich kann es wirklich ganz schlecht beschreiben. Ich denke, die Idee ist ausgezeichnet und, wenn du etwas den Hang zum Melodramatischen, zu starken Bildern und Effekten zurücknimmst und dafür das Thema langsamer entwickelst, also mehr andeutest, mehr im Vagen, im Schemenhaften belassen würdest und damit der Vorstellungskraft des Lesers mehr Raum, mehr Anreize gibst, sich seinen Teil zu denken, könnte daraus eine verdammt gute Story werden.

;-) gelbe grüße :-)
"Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung." (Heinrich Heine)

Patina
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Re: Paula verlernt das Fliegen

Beitragvon Patina » 19.09.2003, 18:31

Hallo Gelb,
vielen Dank für die gründliche Auseinandersetzung mit meinem Text. Schön, daß du soviel herausgefunden hast, was ich noch überarbeiten kann/muß. Ich habe den Text für einen Kurzgeschichtenwettbewerb geschrieben und deshalb will ich, daß er absolut stimmig ist.

Zu der Naturkulisse: Ich würde sie gerne drinlassen. Vielleicht fallen mir andere nicht so abgesdroschene Bilder ein. Ich werde mir was überlegen.

Zu dem langsamen subtilen Hinführen des Lesers: Da hast du recht. Man darf nicht gleich mit dem Holzhammer kommen. Ich werde die Übergänge weicher gestalten. Vielleicht wird der Text dann harmonischer.

Ich nehme die nächste Woche deine Kritik mit in den Urlaub und werde den Text nochmal nach deinen angegebenen Vorschlägen gründlich überarbeiten.

Schöne Woche noch und liebe Grüße
Patina :-)

Patina
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Re: Paula verlernt das Fliegen

Beitragvon Patina » 19.09.2003, 21:10

Vielleicht so?

Die letzte Spätsommersonne schimmerte durch die Vorhänge, fahle Häute die den Boden streiften. Die Bäume raschelten wie zerknittertendes Papier. Sonst war kein Geräusch war zu hören. Nur noch das Blättern von Buchseiten. Paula schaute in ihr Buch. Ihr Vater hatte es ihr gestern übergeben. Heute morgen war er gestorben. Der Umschlag war mit rotem Samt überzogen. Das Buch roch nach Nelken. Paula fuhr mit ihren Fingern über die eingelassenen schwarzen Lettern. „Für Paula“. Sie konnte sich noch nicht auf die Handschrift einlassen. Die gesamten 400 Seiten waren mit seinen Schnörkeln bedeckt. Paula schaute nur die eingeklebten Bilder an. Immer wieder. Paula und Papa. Immer nur Paula und Papa. Sie konnte sich noch an viele Bilder erinnern. Er mußte sie kurz vor seinem Tod aus dem Familienalbum herausgerissen haben. Sicher, das war seine Rache an der Hexe, Paulas Mutter. Die Hexe hatte ihm die Luft geraubt. Die Luft zum Malen und zum Musik hören. Hatte Papa Paula nicht drei Monate vor seinem Tod versprochen, daß er wieder malen würde? Er hatte Befürchtungen angeführt. Er sei nicht gut genug. Vielleicht sollte er es dann besser lassen. Paula hatte geantwortet, daß es für ihn allein sei, das Malen. Stattdessen hatte er ihr nun dieses Buch überreicht. Tränen sammelten sich in Paulas Augen. Die Schrift wurde unscharf.

Paula blätterte weiter. Ihr Blick fiel auf ein ausgedörrtes vierblättriges Kleeblatt. Es mußte Jahrzehnte zwischen Buchseiten gepreßt worden sein. Unter dem Kleeblatt stand:
„Liebe Paula, dieses Kleeblatt habe ich an dem Tage deiner Geburt gefunden. Auf das du mehr Glück im Leben hast und bekannt wirst. Einer aus unserer Familie muß es doch schaffen!“
Paula schniefte empört. Was sollte das? Jetzt plötzlich nach seinem Tod? Warum stellte er diese Forderungen?
Paula blätterte auf die nächste Seite. Dort stand in großen Lettern:
„Paula, mache aus deiner Krankheit eine Waffe. Paula, du bist auserwählt.“
Pahh, Papa, will ich denn wieder dort enden, wo ich schon war?
Auf der nächsten Seite stand in kleinen Buchstaben:
„Wir haben schon viele Krankheiten in unserer Famile gehabt, aber ich glaube du bist auserwählt.“
Paahh Papa, auserwählt zu was? Ich bin nur ein kleines Rädchen im Getriebe.
„Ich habe dich damals gesehen, deine Augen waren wild. Du schienst entschlossen zu sein, zu einem Punkt zu kommen.“
Papa, aber ich bin nicht mehr krank. Das war eine andere Zeit.
Paula ließ das Buch sinken und schaute aus dem Fenster. Wolken hatten sich vor die Spätsommersonne gestellt. Wie stille Tiere trieben sie vor sich hin. Der Rand der Wolken wie Blitze. Paulas Augen trafen wieder auf das Buch.
„Hitler war auch größenwahnsinnig, vielleicht vergißt du das?“
Papa, spinnst du eigentlich? Was kommst du mir nun mit Hitler? Ich weiß um dein Faible für ihn. Er hat die Autobahn gebaut. Ja, ja. Immer der gleiche Sermon. Warst du eigentlich recht bei Trost, als du diese Zeilen schriebst? Warum bist du, ja du nicht auserwählt in deinem Wahn?
„Die meisten Künstler waren verrückt.“
Jetzt kommst du mir mit dem Geniekult. Ich erinnere mich an eine lange Buchreihe von Lange-Eichbaum „Genie und Wahnsinn“. Aber Papa, paah, das ist aus einer anderen Zeit! Papa, was ist mit all den Verrückten, die nie ein Bild malen, die nie eine Zeile zustande bekommen? Hast du die alle vergessen?

Paula dachte an schwarze Löcher in ihrem Gehirn. An Aussetzer. Das Buch sprach zu ihr. Warum hatte ihr Vater dieses Thema nocheinmal aufgewärmt? Sie war seit 20 Jahren gesund. Warum dies an seinem Lebensende? Sie hatte begonnen, ihr Leben in ihrer Kleinheit anzunehmen.
„Paula, du tust das nicht für dich, du tust das für die Öffentlichkeit. Du bist eine Künstlerin.“
Dunkle Wolken trieben nun am Himmel. Der Regen hatte eingesetzt. Ein Rabenflügel am Fenster.
Paula sah ihren Vater wild gestikulierend. Über Hitler. Über sich als Künstler. Über die Welt. Die Welt war ein Boden. Den sollte man betreten. Vielleicht hatte ihr Papa ihr das Fliegen gelehrt. Irgendwann, zu einer anderen Zeit. Das Fliegen sollte man nicht verlernen, befand Paula. Vielleicht würde sie eines Tages ja doch fliegen?..., ja vielleicht...nicht als Hitler, aber als Künstlerin.
Paula legt sich auf ihr Bett. Sie war einsam. Sie war keine Künstlerin. Die Worte höhlten sie aus. Sie dachte immer nur das gleiche. Ich bin einsam, ich bin keine Künstlerin. Es hämmerte in ihrem Kopf, bis sie hinweg dämmerte. Als sie aufstand verschwamm der Mond undeutlich hinter den Wolken. Die alte Krankheit holte sie wieder ein. Sie sagte sich: „Ich habe seit langem aufgehört, nachts aufzustehen, um Sätze zu notieren. Virginia Woolf konnte das. Sie war ein Genie.“ Sie notierte: „Eine halb angefressene Sichel scheint auf mich herab.“ Nach diesem Satz zündete sie sich eine Zigarette an. Sie schaute dem Rauch hinterher. Sie wußte, sie würde am liebstem immer nur so dasitzen und dem eigenen Rauch hinterherschauen und dabei keinen einzigen Satz schreiben. Paula nahm Papas Buch und stellte es in die oberste Zeile ihres Regals. Dort würde sie nicht mehr hinschauen. Sie hatte keine Kraft, es zu verbrennen. Als sie wieder ins Bett ging, konnte sie nicht schlafen. Der Satz würde sie ewig einholen: „Paula, du bist auserwählt.“


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