Ein Kavalier, wer Böses dabei denkt?
Verfasst: 25.10.2004, 13:20
Wenn ich heute nicht die Welt verändere, dann nie. Was für ein Tag. Frühling, Sonne und den ganzen Sonntag nichts zu tun. Also, raus in die Welt. Gar nichts kann mir heute mein Lächeln rauben. Gar nichts.
Ich gehe meine Strasse herunter. Überall spazieren Verliebte. Auch ich finde mal mein Glück, so viel ist sicher. Ich bin nur zu wählerisch - hoffentlich. Ich biege um die Ecke in eine kleine, verträumte Seitenstrasse und schlendere auf ein Haus zu, vor dem ein dunkelblauer Lieferwagen steht. Eine junge Frau in Jeans und dunklem T-Shirt lädt gerade ein paar Vasen in den Wagen. Sie geht wieder zurück in die Wohnung. Braune, halblange Haare mit einem dichten Dschungel aus Locken, sportliche Figur - wahrscheinlich Mitte zwanzig.
Ein wenig Hilfe beim Umzug wird sie wohl kaum abschlagen können. Ihr Fernseher, den Sie gerade versucht aus der Wohnung zu tragen, scheint mir für sie allein doch ein wenig schwer. "Hallo, kann ich Ihnen vielleicht helfen?", frage ich mit dem verklemmtesten Grinsen dieser Welt. Was für eine Ausstrahlung ich doch habe. Das scheint vorher nur noch keine bemerkt zu haben. Sie schon. Wie gebannt schaut sie mich an. Ihr Lächeln treibt mir ein wohliges Kribbeln den Rücken hinab. Und wie in einem Traum höre ich ihre Stimme: "Ja, sehr gerne. Das ist das letzte Teil, dann bin ich fertig." Gemeinsam tragen wir den Fernseher von der gefühlten Größe eines japanischen Kleinwagens in ihren Lieferwagen. Ich kann meine Augen den ganzen Weg über nicht von ihr lassen. Ein Umstand, der meinen ansonsten zumindest durchschnittlichen Gleichgewichtssinn nicht gerade im besten Licht erscheinen lässt. Wir verstauen den Fernseher im Lieferwagen direkt zwischen den Vasen und ihrer Stereoanlage, klettern heraus und schließen die Türen. Da stehe ich nun direkt vor ihr und schaue in diese wunderschönen braunen Augen. "Danke. Ich heiße übrigens Hanna.", sagt sie, gibt mir einen Kuss auf die Wange und geht in Richtung der Fahrertür. Ich kann ihr nur noch nachsehen wie sie einsteigt und den Motor startet. Hanna - mein Glück hat Locken und heißt Hanna.
Eine Chance habe ich noch. "Hanna, deine Haustür ist noch offen!", rufe ich dem anfahrenden Wagen zu. "Nein, meine Haustür ist geschlossen.", höre ich sie rufen. Ihr Lieferwagen braust davon. Sirenengeheul. Vasen, Stereoanlage und Fernseher - heute ist kein guter Tag.
Ich gehe meine Strasse herunter. Überall spazieren Verliebte. Auch ich finde mal mein Glück, so viel ist sicher. Ich bin nur zu wählerisch - hoffentlich. Ich biege um die Ecke in eine kleine, verträumte Seitenstrasse und schlendere auf ein Haus zu, vor dem ein dunkelblauer Lieferwagen steht. Eine junge Frau in Jeans und dunklem T-Shirt lädt gerade ein paar Vasen in den Wagen. Sie geht wieder zurück in die Wohnung. Braune, halblange Haare mit einem dichten Dschungel aus Locken, sportliche Figur - wahrscheinlich Mitte zwanzig.
Ein wenig Hilfe beim Umzug wird sie wohl kaum abschlagen können. Ihr Fernseher, den Sie gerade versucht aus der Wohnung zu tragen, scheint mir für sie allein doch ein wenig schwer. "Hallo, kann ich Ihnen vielleicht helfen?", frage ich mit dem verklemmtesten Grinsen dieser Welt. Was für eine Ausstrahlung ich doch habe. Das scheint vorher nur noch keine bemerkt zu haben. Sie schon. Wie gebannt schaut sie mich an. Ihr Lächeln treibt mir ein wohliges Kribbeln den Rücken hinab. Und wie in einem Traum höre ich ihre Stimme: "Ja, sehr gerne. Das ist das letzte Teil, dann bin ich fertig." Gemeinsam tragen wir den Fernseher von der gefühlten Größe eines japanischen Kleinwagens in ihren Lieferwagen. Ich kann meine Augen den ganzen Weg über nicht von ihr lassen. Ein Umstand, der meinen ansonsten zumindest durchschnittlichen Gleichgewichtssinn nicht gerade im besten Licht erscheinen lässt. Wir verstauen den Fernseher im Lieferwagen direkt zwischen den Vasen und ihrer Stereoanlage, klettern heraus und schließen die Türen. Da stehe ich nun direkt vor ihr und schaue in diese wunderschönen braunen Augen. "Danke. Ich heiße übrigens Hanna.", sagt sie, gibt mir einen Kuss auf die Wange und geht in Richtung der Fahrertür. Ich kann ihr nur noch nachsehen wie sie einsteigt und den Motor startet. Hanna - mein Glück hat Locken und heißt Hanna.
Eine Chance habe ich noch. "Hanna, deine Haustür ist noch offen!", rufe ich dem anfahrenden Wagen zu. "Nein, meine Haustür ist geschlossen.", höre ich sie rufen. Ihr Lieferwagen braust davon. Sirenengeheul. Vasen, Stereoanlage und Fernseher - heute ist kein guter Tag.