Mit der Flasche und einem Glas in der Hand wandelte [lief?] sie durch die Wohnung. Sie hatte kein Licht gemacht, da es ihr zu grell erschien. Im Halbdunkel wanderte sie die Zimmer ab. Eines nach dem anderen öffnete sie, blieb stehen, nahm ein Schluck direkt aus der Flasche und schaute in das diffuse Licht. Als ob sie etwas suchen würde. Natürlich |KOMMA| es war der Engel, der es ihr angetan hatte.
Als sie |an?|zu der?| die Schlafzimmertür gelangte, saß er auf ihrem Bett. Die Flügel brannten hellrot wie Feuer. Die restliche Gestalt regte sich nicht. Der Körper und das Gesicht kaum erkennbar. Ihr fiel das Glas aus der Hand. Als die Scherben klirrten, meinte sie |KOMMA| der Engel habe sich bewegt. Sie trug nur Socken. Durch die Scherben wandelte [schon wieder "wandelte" ...] sie zu der Erscheinung. Sie merkte nicht, daß sie sich die Füße aufschnitt. Beim Gehen nahm sie noch einen kräftigen Zug [Schluck? Es ist ja keine Zigarette?] aus der Flasche. Der Engel trug Angelikas Züge. War sie schon heimgekehrt? Sie wollte schon [zweimal "schon" kurz hintereinander] jubilieren, als sich die Züge plötzlich wandelten. Der Engel sah jetzt aus wie eine Greisin, erinnerte aber immer noch [noch immer?] an Angelika. Der abgerissene Kopf eines Kindes lag auf ihrem Kopfkissen. Der Engel regte sich nicht. Sie packte ihn an den Schultern.
„Mußt du mir das antun?“ Die Mimik des Engels schwang in Entsetzen.
„Ich wollte dich nur darauf aufmerksam machen, daß man keine Kinder tötet.“ „Aber ich war es nicht, es war mein Exmann!“
„Dazu gehören immer zwei!“
„Verschwinde, das ist mein Bett, mein Schlafzimmer!“
„Willst du mich jetzt auch noch töten?“
„Ich will nur, daß du gehst.“
„Ich bleibe.“
Simone rannte zurück durch die Scherben aus dem Schlafzimmer. Erst in der Küche schaute sie auf den Boden. Überall Blutspuren. Sie mußte das aufwischen, bevor Angelika es bemerkte. Wobei Angelika saß in ihrem Schlafzimmer [in ihrem Schlafzimmer saß]. Also (ließ sie die Blutspuren sein,)<-weglassen-< setzte sich ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein. Während es flimmerte, zog sie die Scherben aus den Wunden. Sie bemerkte nicht einmal, wie höllisch es schmerzte (komischer Satz; entweder es schmerzt höllisch, oder eben nicht; ich weiß, was gemeint ist, aber finde es unglücklich ausgedrückt).
Sie drehte sich eine Zigarette, während ihr das neueste Video von Silbermond entgegenschrie. Die Musik unterstrich (noch)<-weglassen ihre Gefühle. Sie war ganz oben. Den Engel im Schlafzimmer verdrängte sie (schob sie beiseite). Schließlich war sie die beste Malerin und Musikerin aller Zeiten. Lauthals sang sie völlig falsch die Zeilen des Videos mit. Das war sie, die da sang. Natürlich. Sie mit schwarz gefärbten Haaren.
Als die Klingeltöne-Werbung kam, dachte sie wieder an den Engel. Sollte sie noch einmal in das Schlafzimmer schauen? Schließlich war es das Gleiche, wie die eigenen Bilder zu bestaunen. Wie magisch stand sie auf. (Wie magisch? hmh) Die Blutspuren waren ihr so egal (total egal, völlig egal, ganz egal). Der Engel saß immer noch da. Nur die Flügel flammten nicht mehr ganz so rot. Schnell zog sie die Tür zum Schlafzimmer zu. Sie würde heute im Wohnzimmer schalfen (schlafen).
Sie schaute noch lange MTV und spiegelte sich in allen möglichen Sängerinnen. Sogar Sarah O‘Connor hatte sie für sich eingenommen. Sie hatte jetzt in ihren Gedanken selbst ein Baby und eine glückliche Beziehung. Die Flasche Wein tat ihr Gutes. Sie dämmerte hinweg.
(ABSATZ)(Aber) nachts um vier Uhr erwachte sie. Der Engel saß an ihrem Bett. Seine Augen waren blutunterlaufen. Als ob er sich mit rotem Kajal geschminkt hätte oder eine Runde Koks genommen hätte (sehen so Kokser aus? ich weiß es nicht, glaube aber eher nicht). Er hielt ihre Hand.
„Simone, was ist das in der Küche? Woher kommt das ganze Blut? Warum schläfst du hier im Wohnzimmer?“
Simone dachte kurz nach. Was war das? Nicht der Engel? War das real? War das tatsächlich Angelika?
„Das Blut, ja, ich habe ein Glas zertrümmert. Aber jetzt ist es doch schon wieder gut, oder?“
„Geh schlafen, leg dich in dein Schlafzimmer.“ (wieso sagt sie nicht: "In dein Bett??)
„Aber da sitzt doch er.“
„Wer?" (sitzt in deinem Schlafzimmer?“)<-weglassen
Simone flüsterte ganz leise, daß Angelika es nicht hören konnte.
„Na der Engel.“ Dann etwas lauter mit bittender Stimme.
„Laß mich heute hier schlafen.“
Simone hörte noch, wie der Engel oder Angelika das zerbrochene Glas wegräumte.
So, Patina, ich war mal wieder hier und habe gewütet

Sonst wirft mich meist O livro heraus, wenn ich versuche, auch nur einen Thread zu öffnen unter meinem Namen. Soeben hatt ich mal Glück ...
Was mir auffällt: Diese Verankerungen in der Gegenwart - Musik von Silbermond, O-Connor, finde ich nicht so gut. Das freilich ist Geschmackssache ... aber zeitliche Verortungen, finde ich, sollte man nur einbauen, wenn sie eine genaue Funktion haben. Also: Wenn das ein Buch just über diese Jetztzeit ist, und das auch sein soll. Eine Zeitkritik, meine ich ...
Alsdenn
liebe Grüße zur Nacht
tolya