Laura
Verfasst: 26.01.2005, 22:00
Laura
Durch ihre Zimmertür hörte sie ihn toben. Wieder einmal ist Laura während einer Diskussion mit ihm einfach abgehauen. Sie konnte ihn einfach nicht mehr sehen und ertragen. Tränen laufen ihr die Wange herunter, sie stellt ihre Stereoanlage an, legt die gewohnte CD ein, schließt die Kopfhörer an, setzt sie auf und drückt auf Play. Die gewohnte Stimme des Sängers Löwenherz dringt in ihr Ohr.
„Asche zu Asche und Staub zu Staub, die Herren mit Zigarren kommen grau in grau und ich lauf und lauf durch die Straßen von Haus zu Haus. Warum hört dieser Traum nicht auf? – Weil er echt is. Ich kenn keinen Film, der so schlecht is, wie die Realität und hier ist mein Vermächtnis: Wir haben Technik und mächtig Luxus zur Lebenszeit, doch Gold und Silber sind nur lästig in der Ewigkeit. Cash, Sex und Action – wo ist die Connection? Sag mir, wo der Sinn ist, des Lebens – wer bin ich? Höre auf die Stimme, die innen in dir drin ist. Komm zur Besinnung, finde die Bestimmung...
Die Schere, die sie in der rechten Hand hat, schneidet langsam in ihr Fleisch. Der Druck in ihr läßt nach, das Blut fließt ihren Arm runter, doch sie fühlt keinerlei Schmerzen, nein, sie fühlt sich befreit. Sie sieht dem Blut hinterher, wie es aus ihrem Arm herunter tropft auf den Teppich. Ja, sie lebt noch, sie hatte stark daran gezweifelt. Der Kerl kann ihr so was von am Arsch vorbei gehen! Wut steigt in ihr auf. Wieso nur ist er so, wieso nur muss er immer alles ausdiskutieren und wieso ist sie hier? Wütend schneidet sie sich direkt neben die eben entstandene Wunde. Ja, das tut gut. Und auf diese Weise kommen noch zwei bis drei neue Wunden hinzu und nachdem sie das Lied zum zwanzigsten Mal gehört hat, stellt sie ihre Stereoanlage wieder aus und geht zu ihrem Wellensittich herüber, der wie immer fröhlich erzählend auf seiner Stange sitzt und sie anschaut. Sie weiß genau, dass er merkt, dass es ihr nicht schlecht geht. Sie nimmt ihn heraus, er fliegt sofort auf ihre Schulter und fängt an sanft an ihrem Ohrläppchen zu knabbern. Sie weiß, dass er sie gern hat und es tut ihr gut. Langsam setzt sie sich auf den Fußboden, zieht ihre Knie an sich heran und denkt, wieder mal, über ihr Leben nach.
Sie jetzt 16 Jahre alt und wohnt nun seit 5 Jahren in dieser Hölle und sie war noch selbst daran Schuld, denn anfangs mochte sie ihn, was ihr jetzt völlig logisch erscheint, denn er kann Menschen geschickt manipulieren, genauso macht er es auch mit ihrer Mutter. Er hat sie auch schon so weit gebracht, dass ihre Mutter mehrmals mit ihr geschimpft und sie beleidigt hat, obwohl sie nichts unrechtes getan hatte, doch sie gibt ihm die Schuld, denn sie weiß, dass ihre Mutter sie liebt und eines Tages würden sie wieder glücklich miteinander werden, oder?
Laura hat einen Freund namens Mathias, der auch ein Auto hat und sie öfters hier raus holt, doch er ist eben nicht immer da. Meistens darf sie auch gar nicht zu ihm, denn sie hat immer viel Arbeit zu erledigen. Angefangen vom Abwaschen, über die komplette Hausarbeit dieses beschissenen Hauses und kochen bis hin zur Gartenarbeit eines Gartens, der nicht mal Ansatzweise schön aussieht, egal wie viel Mühe sie sich auch gibt. Natürlich darf sie ihre Hausaufgaben nicht vergessen, die sie aber eh nie macht, denn sie soll ja gut in der Schule sein, aber das ist sie nicht. Sie hat keine Lust. Das einzige Fach, was ihr Spaß macht ist Deutsch und da ist sie gut und auf Abi hat sie erst recht keine Lust, denn das würde bedeuten, dass sie noch länger von ihm abhängig ist, denn ohne Arbeit verdient sie kein Geld und ohne Geld kann sie hier nicht raus. Wie immer in solchen Momenten faßt sie den Entschluß, dass sie, egal wie, mit 18 von hier verschwindet, denn dann kann ihr niemand mehr was sagen. Wie sehr sehnt sie sich diesen Tag herbei. Ihr Wellensittich hat inzwischen wieder angefangen ihr etwas in ihr Ohr zu erzählen, sie ist so froh, dass sie ihn seit nun mehr 6 Jahren hat. Sie steht auf und geht ans Fenster. Da unten im Garten steht er und raucht eine Zigarette, während ihre Mutter Unkraut in einem verkommenen Beet hakt. Sie schüttelt den Kopf. Es ist unglaublich. Wie kann ein Mensch nur so sein? Er schmeißt seine Zigarette weg und geht zum Nachbarn, um ein Schwätzchen zu halten. Laura setzt ihren Wellensittich auf seinen Käfig. Sie kann ihre Mutter nicht alleine da unten arbeiten lassen, dazu hat sie sie viel zu sehr lieb. Sie zieht sich einen Pullover an, obwohl es Sommer ist und auch warm draußen, aber ihre Mutter darf nicht erfahren, was sie mit ihrem Arm anstellt. Es würde sie tot unglücklich machen. Als sie die blutigen Schnitte das letzte Mal gesehen hat, hat Laura ihr erzählt, sie wären von ihrer Katze, die gerade Junge hat und deshalb etwas kratzbürstig ist. Sie hat ihr geglaubt, zum Glück.
Sie geht zu ihrer Mutter und nimmt wortlos eine Hacke und fängt an ihr zu helfen. Heike, Lauras Mutter, schaut auf und lächelt schwach. „Danke, meine Püppi.“ sagt sie. Laura wird seitdem sie klein ist von Heike so genannt und es macht ihr auch nichts aus, auch in der Öffentlichkeit nicht. „Ich kann dir schließlich nicht beim arbeiten zu sehen, wie es andere tun“, flüstert sie, denn er darf es nicht hören. Sie schaut auf, war ja klar, seine Mutter liegt faul in der Sonne, ihre speckige Haut hängt an ihren Beinen herunter. „Wieso muss die denn noch einen Bikini anziehen?“ fragt sich Laura und schaut angeekelt wieder weg und widmet sich dem störrischen Unkraut unter ihrem Füßen. Sie muss dabei an den gestrigen Tag denken. Gestern hatte sie erst den kompletten, schätzungsweise 500 m² großen Rasen gemäht, natürlich hatte der Mäher kein Fangkorb, der ist irgendwann kaputt gegangen und es ist ja zu teuer einen neuen zu kaufen, was bedeutete, dass Laura noch das Gras zusammen rechen mußte, außerdem mußte sie jeden Abend die bescheuerten Beete gießen, sie hatte jedes Mal das Gefühl, ihre Arme wären danach Gummi. Zudem hatte sie noch drei Maschinen Wäsche gewaschen und einen Anraunzer kassiert, warum sich so viel Wäsche angesammelt hätte. Die einzige Arbeit gestern, die schön war, aber wo sie eigentlich kaum noch Kraft für aufbringen konnte, war mit dem Hund Arco spazieren zu gehen, denn bei jedem Spaziergang konnte sie die Schönheit dieses Tals bewundern und dabei nachdenken, während Arco fröhlich vor ihr herum tollte.
„Da ist noch ein Löwenzahn“, die Stimme der Alten, wie Laura und ihre Heike die Mutter von ihm insgeheim nannten, riss sie aus ihren Gedanken. Laura sieht zu ihr auf. „Ja doch, hexen hab ich noch nicht gelernt“, gibt sie patzig zur Antwort und die Alte trollte sich. Froh darüber arbeitet Laura weiter und sieht dabei in das lächelnde Gesicht ihrer Mutter. Zu wissen, dass sie auf ihrer Seite steht, macht das Ganze etwas erträglicher und die Tatsache, dass sie Schnittwunden unter ihrem Pullover anfangen zu brennen. Er taucht erst nach Stunden wieder vom Nachbarn auf und begutachtet das Beet, welches sie gerade fertig gejätet haben, rümpft die Nase und geht ins Haus. „Er legt sich sicher auf die Couch und klagt wehleidig über irgend welche Schmerzen, die nicht wirklich da sind“, denkt sich Laura als sie ihm nachsieht.
Einige Stunden später kommt Laura frisch geduscht und umgezogen aus ihrem Zimmer, Mathias sitzt schon seit geraumer Zeit auf dem Sofa und muss sich vom ihm anhören wie frech und böse Laura in Wirklichkeit ist. Sie hätte es ihm gern erspart, doch sie ist nicht eher fertig geworden, denn bis vor einer halben Stunde stand sie noch im Garten und hat irgendwelche Arbeit erledigen müssen. „Wir können los“, sagt sie zu Mathias und er will sich erheben. „Nicht so schnell“, ertönt seine tiefe Stimme. „Wo wollt ihr hin?“ Mathias antwortet sofort und schaut zu ihm. „Ins Kino.“ Er sieht ihn schon fast drohend an. „Wann seid ihr wieder da?“ Schnell und doch vorsichtig sagt Laura. „Mama hat gesagt um 11.“ Er sieht sie fragend an und ruft: „Heike?“ Diese kommt genervt zur Tür herein. „Jaaaa?“ fragt sie mindestens ebenso genervt wie sie aussieht. „Laura soll um 10 zurück sein, oder?“ Laura schaut ihre Mutter flehend an und diese antwortet: „Nein, ich hab gesagt um 11, denn um 10 ist der Film noch nicht vorbei und dann müssen sie ja auch wieder hierher fahren.“ Damit hatte sie ihm jegliche Einwände sofort genommen und Laura freut sich insgeheim. „Na schön, dann haut ab“, sagt er dann, schon fast freundlich.
Mathias erhebt sich sofort und er und Laura gehen raus auf den Parkplatz zu seinem Auto, welches er gleich aufschließt und beide sich hinein setzen. „Puh“, atmet Laura aus, sieht zu ihrem Freund und beugt sich zu ihm, um ihn mit einem Kuß zu begrüßen. Er startet den Motor und gemeinsam verlassen sie diesen schrecklichen Ort.
Durch ihre Zimmertür hörte sie ihn toben. Wieder einmal ist Laura während einer Diskussion mit ihm einfach abgehauen. Sie konnte ihn einfach nicht mehr sehen und ertragen. Tränen laufen ihr die Wange herunter, sie stellt ihre Stereoanlage an, legt die gewohnte CD ein, schließt die Kopfhörer an, setzt sie auf und drückt auf Play. Die gewohnte Stimme des Sängers Löwenherz dringt in ihr Ohr.
„Asche zu Asche und Staub zu Staub, die Herren mit Zigarren kommen grau in grau und ich lauf und lauf durch die Straßen von Haus zu Haus. Warum hört dieser Traum nicht auf? – Weil er echt is. Ich kenn keinen Film, der so schlecht is, wie die Realität und hier ist mein Vermächtnis: Wir haben Technik und mächtig Luxus zur Lebenszeit, doch Gold und Silber sind nur lästig in der Ewigkeit. Cash, Sex und Action – wo ist die Connection? Sag mir, wo der Sinn ist, des Lebens – wer bin ich? Höre auf die Stimme, die innen in dir drin ist. Komm zur Besinnung, finde die Bestimmung...
Die Schere, die sie in der rechten Hand hat, schneidet langsam in ihr Fleisch. Der Druck in ihr läßt nach, das Blut fließt ihren Arm runter, doch sie fühlt keinerlei Schmerzen, nein, sie fühlt sich befreit. Sie sieht dem Blut hinterher, wie es aus ihrem Arm herunter tropft auf den Teppich. Ja, sie lebt noch, sie hatte stark daran gezweifelt. Der Kerl kann ihr so was von am Arsch vorbei gehen! Wut steigt in ihr auf. Wieso nur ist er so, wieso nur muss er immer alles ausdiskutieren und wieso ist sie hier? Wütend schneidet sie sich direkt neben die eben entstandene Wunde. Ja, das tut gut. Und auf diese Weise kommen noch zwei bis drei neue Wunden hinzu und nachdem sie das Lied zum zwanzigsten Mal gehört hat, stellt sie ihre Stereoanlage wieder aus und geht zu ihrem Wellensittich herüber, der wie immer fröhlich erzählend auf seiner Stange sitzt und sie anschaut. Sie weiß genau, dass er merkt, dass es ihr nicht schlecht geht. Sie nimmt ihn heraus, er fliegt sofort auf ihre Schulter und fängt an sanft an ihrem Ohrläppchen zu knabbern. Sie weiß, dass er sie gern hat und es tut ihr gut. Langsam setzt sie sich auf den Fußboden, zieht ihre Knie an sich heran und denkt, wieder mal, über ihr Leben nach.
Sie jetzt 16 Jahre alt und wohnt nun seit 5 Jahren in dieser Hölle und sie war noch selbst daran Schuld, denn anfangs mochte sie ihn, was ihr jetzt völlig logisch erscheint, denn er kann Menschen geschickt manipulieren, genauso macht er es auch mit ihrer Mutter. Er hat sie auch schon so weit gebracht, dass ihre Mutter mehrmals mit ihr geschimpft und sie beleidigt hat, obwohl sie nichts unrechtes getan hatte, doch sie gibt ihm die Schuld, denn sie weiß, dass ihre Mutter sie liebt und eines Tages würden sie wieder glücklich miteinander werden, oder?
Laura hat einen Freund namens Mathias, der auch ein Auto hat und sie öfters hier raus holt, doch er ist eben nicht immer da. Meistens darf sie auch gar nicht zu ihm, denn sie hat immer viel Arbeit zu erledigen. Angefangen vom Abwaschen, über die komplette Hausarbeit dieses beschissenen Hauses und kochen bis hin zur Gartenarbeit eines Gartens, der nicht mal Ansatzweise schön aussieht, egal wie viel Mühe sie sich auch gibt. Natürlich darf sie ihre Hausaufgaben nicht vergessen, die sie aber eh nie macht, denn sie soll ja gut in der Schule sein, aber das ist sie nicht. Sie hat keine Lust. Das einzige Fach, was ihr Spaß macht ist Deutsch und da ist sie gut und auf Abi hat sie erst recht keine Lust, denn das würde bedeuten, dass sie noch länger von ihm abhängig ist, denn ohne Arbeit verdient sie kein Geld und ohne Geld kann sie hier nicht raus. Wie immer in solchen Momenten faßt sie den Entschluß, dass sie, egal wie, mit 18 von hier verschwindet, denn dann kann ihr niemand mehr was sagen. Wie sehr sehnt sie sich diesen Tag herbei. Ihr Wellensittich hat inzwischen wieder angefangen ihr etwas in ihr Ohr zu erzählen, sie ist so froh, dass sie ihn seit nun mehr 6 Jahren hat. Sie steht auf und geht ans Fenster. Da unten im Garten steht er und raucht eine Zigarette, während ihre Mutter Unkraut in einem verkommenen Beet hakt. Sie schüttelt den Kopf. Es ist unglaublich. Wie kann ein Mensch nur so sein? Er schmeißt seine Zigarette weg und geht zum Nachbarn, um ein Schwätzchen zu halten. Laura setzt ihren Wellensittich auf seinen Käfig. Sie kann ihre Mutter nicht alleine da unten arbeiten lassen, dazu hat sie sie viel zu sehr lieb. Sie zieht sich einen Pullover an, obwohl es Sommer ist und auch warm draußen, aber ihre Mutter darf nicht erfahren, was sie mit ihrem Arm anstellt. Es würde sie tot unglücklich machen. Als sie die blutigen Schnitte das letzte Mal gesehen hat, hat Laura ihr erzählt, sie wären von ihrer Katze, die gerade Junge hat und deshalb etwas kratzbürstig ist. Sie hat ihr geglaubt, zum Glück.
Sie geht zu ihrer Mutter und nimmt wortlos eine Hacke und fängt an ihr zu helfen. Heike, Lauras Mutter, schaut auf und lächelt schwach. „Danke, meine Püppi.“ sagt sie. Laura wird seitdem sie klein ist von Heike so genannt und es macht ihr auch nichts aus, auch in der Öffentlichkeit nicht. „Ich kann dir schließlich nicht beim arbeiten zu sehen, wie es andere tun“, flüstert sie, denn er darf es nicht hören. Sie schaut auf, war ja klar, seine Mutter liegt faul in der Sonne, ihre speckige Haut hängt an ihren Beinen herunter. „Wieso muss die denn noch einen Bikini anziehen?“ fragt sich Laura und schaut angeekelt wieder weg und widmet sich dem störrischen Unkraut unter ihrem Füßen. Sie muss dabei an den gestrigen Tag denken. Gestern hatte sie erst den kompletten, schätzungsweise 500 m² großen Rasen gemäht, natürlich hatte der Mäher kein Fangkorb, der ist irgendwann kaputt gegangen und es ist ja zu teuer einen neuen zu kaufen, was bedeutete, dass Laura noch das Gras zusammen rechen mußte, außerdem mußte sie jeden Abend die bescheuerten Beete gießen, sie hatte jedes Mal das Gefühl, ihre Arme wären danach Gummi. Zudem hatte sie noch drei Maschinen Wäsche gewaschen und einen Anraunzer kassiert, warum sich so viel Wäsche angesammelt hätte. Die einzige Arbeit gestern, die schön war, aber wo sie eigentlich kaum noch Kraft für aufbringen konnte, war mit dem Hund Arco spazieren zu gehen, denn bei jedem Spaziergang konnte sie die Schönheit dieses Tals bewundern und dabei nachdenken, während Arco fröhlich vor ihr herum tollte.
„Da ist noch ein Löwenzahn“, die Stimme der Alten, wie Laura und ihre Heike die Mutter von ihm insgeheim nannten, riss sie aus ihren Gedanken. Laura sieht zu ihr auf. „Ja doch, hexen hab ich noch nicht gelernt“, gibt sie patzig zur Antwort und die Alte trollte sich. Froh darüber arbeitet Laura weiter und sieht dabei in das lächelnde Gesicht ihrer Mutter. Zu wissen, dass sie auf ihrer Seite steht, macht das Ganze etwas erträglicher und die Tatsache, dass sie Schnittwunden unter ihrem Pullover anfangen zu brennen. Er taucht erst nach Stunden wieder vom Nachbarn auf und begutachtet das Beet, welches sie gerade fertig gejätet haben, rümpft die Nase und geht ins Haus. „Er legt sich sicher auf die Couch und klagt wehleidig über irgend welche Schmerzen, die nicht wirklich da sind“, denkt sich Laura als sie ihm nachsieht.
Einige Stunden später kommt Laura frisch geduscht und umgezogen aus ihrem Zimmer, Mathias sitzt schon seit geraumer Zeit auf dem Sofa und muss sich vom ihm anhören wie frech und böse Laura in Wirklichkeit ist. Sie hätte es ihm gern erspart, doch sie ist nicht eher fertig geworden, denn bis vor einer halben Stunde stand sie noch im Garten und hat irgendwelche Arbeit erledigen müssen. „Wir können los“, sagt sie zu Mathias und er will sich erheben. „Nicht so schnell“, ertönt seine tiefe Stimme. „Wo wollt ihr hin?“ Mathias antwortet sofort und schaut zu ihm. „Ins Kino.“ Er sieht ihn schon fast drohend an. „Wann seid ihr wieder da?“ Schnell und doch vorsichtig sagt Laura. „Mama hat gesagt um 11.“ Er sieht sie fragend an und ruft: „Heike?“ Diese kommt genervt zur Tür herein. „Jaaaa?“ fragt sie mindestens ebenso genervt wie sie aussieht. „Laura soll um 10 zurück sein, oder?“ Laura schaut ihre Mutter flehend an und diese antwortet: „Nein, ich hab gesagt um 11, denn um 10 ist der Film noch nicht vorbei und dann müssen sie ja auch wieder hierher fahren.“ Damit hatte sie ihm jegliche Einwände sofort genommen und Laura freut sich insgeheim. „Na schön, dann haut ab“, sagt er dann, schon fast freundlich.
Mathias erhebt sich sofort und er und Laura gehen raus auf den Parkplatz zu seinem Auto, welches er gleich aufschließt und beide sich hinein setzen. „Puh“, atmet Laura aus, sieht zu ihrem Freund und beugt sich zu ihm, um ihn mit einem Kuß zu begrüßen. Er startet den Motor und gemeinsam verlassen sie diesen schrecklichen Ort.