Sandfluss
Verfasst: 20.02.2005, 19:19
Die Straße hinab, er ist nah, nah, nah, ich bin in Sichtweite, das kann ich spüren, in Sichtweite und neben mir ein irgendwer, ist aber nicht schneller als ich. Die Straße hinab, ich höre die Schritte mit meinen vermischt, phasenverschoben. Er ist hinter mir, ich weiß das, der neben mir rennt nicht schneller als ich, nicht schneller. Ich kenne ihn nicht habe ich aus dem linken Winkel entdeckt, glaube ich, ich weiß es nicht mehr. Er ist hinter uns, obwohl nicht wir, nicht uns, hinter mir. Der neben mir rennt nur, rennt, die Straße hinab, wer weiß warum, ich nicht, ich nicht, nein, es gibt kein wir. Er wird mich einhohlen bestimmt, ich bin kein Läufer, und er ist schon zu nah für Verstecke. Die Straße hinab ist der Park, da sind Bäume, Äste, Büsche, da ist der Sandfluss, wenn er nur nicht so nah wäre. Ich renne und mein Atem schwebt noch, wie seltsam. Der neben mir läuft ruhig, mein Laufbruder, vielleicht schenke ich ihm doch ein wir, aber nein, wir gibt es nicht, nicht hier, er ist nur nicht schneller. Er wartet bestimmt nicht auf mich, warum sollte er, ich kenne ihn nicht. Die Straße entlang, da ist der Park, so weit kann es nicht sein, dachte ich, in meinen Augenwinkeln brennt es und meine Haare schlagen nach vorn, ein Windstoß. Die sind zu lang, da kann er mich fassen, der neben mir ganz leicht. Ich bin langsam darf nicht an meinen Atem denken, sonst packt er mich von hinten ins Haar.
Jetzt links. Mein Laufbruder folgt, oder er hat selber gedacht, wer weiß das schon, ich nicht, die Straße verlassen, das prasseln meiner zu schweren Schritte auf Asphalt bleibt liegen, kann ich hören. Nein das sind seine schritte bestimmt, zur Tarnung hat er sich in meinen Schrittrhythmus hineingestohlen, damit ich mich gerettet fühle, täuschend, aber ich weiß das. Mein Atem schwebt immer noch, ich darf nicht dran denken, doch schon nimmt er zwanghaft mein Schrittmetrum auf. Wenn das brennen in meiner Seite heraufzieht, wird er mich einhohlen. Der neben mir wird weiter laufen, weiter, bestimmt, ich kenne ihn nicht. Ihn wird er nicht fassen können, seine Haare sind kurz geschoren, mir fliegt eine Strähne in Auge und Mund, weil ich den Kopf wende, nein ich kenne ihn nicht, das wüsste ich. Vielleicht schenke ich ihm dennoch ein wir. Er rennt nicht schneller. Mein Atem brennt und langsam zieht ein Stechen von der Seite ein. Da ist die Brücke über den Sandfluss, weil ich nichts höre lauf ich außerhalb der Brüstung hinab. Zum Sandfluss. Mein Laufbruder zögert. Er zögert. Lauf, mach schon, du kennst mich doch nicht, aber er kommt. In den Sand, der ist kühl, mein Laufbruder zieht mir den Kopf zurück, als ich ihn hineindrehe. Der Sand ist kühl und fließend, ich muss meine Kehle kühlen.
Ich sehe ihn an.
Pakt geschlossen.
Aus seinen Händen rieselt der Sand auf mich herab, langsam, rieselt durch Knopflöcher, den Kragen auf meine Haut. Ich sehe nicht mehr, ich habe jetzt die Lider geschlossen, der Sand strömt über die Grenze meiner Lippen. Er legt sich staubfein auf die Nasenwand, ein feines knirschen zwischen den Zahnreihen. Kühle an meinem Körper, ich meine zu hören, er schiebt den Sand heran, der sich an mir wie an einer Staumauer auftürmt. Seine Hände geben die Steinkörner. Ich mache mich abwesend. Sie legen sich an meine Lunge. Unterm Sand kann der Verfolger mich nicht sehen, kann mich nicht sehen, ich kann nicht sehen. Das Gewicht nimmt beruhigend zu. Meine Lungen brennen jetzt nicht von Fluchtluft. Vielleicht geht er jetzt schon.
Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht mehr.
Jetzt links. Mein Laufbruder folgt, oder er hat selber gedacht, wer weiß das schon, ich nicht, die Straße verlassen, das prasseln meiner zu schweren Schritte auf Asphalt bleibt liegen, kann ich hören. Nein das sind seine schritte bestimmt, zur Tarnung hat er sich in meinen Schrittrhythmus hineingestohlen, damit ich mich gerettet fühle, täuschend, aber ich weiß das. Mein Atem schwebt immer noch, ich darf nicht dran denken, doch schon nimmt er zwanghaft mein Schrittmetrum auf. Wenn das brennen in meiner Seite heraufzieht, wird er mich einhohlen. Der neben mir wird weiter laufen, weiter, bestimmt, ich kenne ihn nicht. Ihn wird er nicht fassen können, seine Haare sind kurz geschoren, mir fliegt eine Strähne in Auge und Mund, weil ich den Kopf wende, nein ich kenne ihn nicht, das wüsste ich. Vielleicht schenke ich ihm dennoch ein wir. Er rennt nicht schneller. Mein Atem brennt und langsam zieht ein Stechen von der Seite ein. Da ist die Brücke über den Sandfluss, weil ich nichts höre lauf ich außerhalb der Brüstung hinab. Zum Sandfluss. Mein Laufbruder zögert. Er zögert. Lauf, mach schon, du kennst mich doch nicht, aber er kommt. In den Sand, der ist kühl, mein Laufbruder zieht mir den Kopf zurück, als ich ihn hineindrehe. Der Sand ist kühl und fließend, ich muss meine Kehle kühlen.
Ich sehe ihn an.
Pakt geschlossen.
Aus seinen Händen rieselt der Sand auf mich herab, langsam, rieselt durch Knopflöcher, den Kragen auf meine Haut. Ich sehe nicht mehr, ich habe jetzt die Lider geschlossen, der Sand strömt über die Grenze meiner Lippen. Er legt sich staubfein auf die Nasenwand, ein feines knirschen zwischen den Zahnreihen. Kühle an meinem Körper, ich meine zu hören, er schiebt den Sand heran, der sich an mir wie an einer Staumauer auftürmt. Seine Hände geben die Steinkörner. Ich mache mich abwesend. Sie legen sich an meine Lunge. Unterm Sand kann der Verfolger mich nicht sehen, kann mich nicht sehen, ich kann nicht sehen. Das Gewicht nimmt beruhigend zu. Meine Lungen brennen jetzt nicht von Fluchtluft. Vielleicht geht er jetzt schon.
Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht mehr.