Und ich küsse ständig fremde Männer
Verfasst: 13.04.2005, 21:30
Mehr kann ich nach drei Wochen noch immer nicht sagen .. Weil ein anderer mich nicht zu verstehen scheint und ich nicht weiß, ob ich will, es aber tue und aufgehört habe darüber nach zu denken, und lüge und lüge und lüge, und ich mich doch immer im Kreise drehe und ich so oft Hunger habe aber kaum was esse, und alles is mir viel zu fremd, und ich war feig und jetz ist es so, und ich nicht weiß, was ich wirklich vermisse ..
Weil er heute "Bitte" gesagt hat und mir vorwarf, Frauen wären immer vom Grund auf böse, ich heute eine halbe Stunde gelacht habe und weil mein verhastes Wort "Körper" mich heute mehr denn je abstößt ...
[ich küsse fremde Männer]
(03 : Das Mädchen im Spiegel)
Ich bin das Mädchen. Das bin nur ich im Spiegel. Ich bin dieses Mädchen. Dieses nackte Mädchen. Und das Mädchen wird bleiben, solange ich hier stehe. Den Teppichboden unter meinen Füßen. Die Paneele an der Wand im Hintergrund. Und ich bleibe stehen, und ich blicke auf dieses Mädchen. 1 Meter 76 groß, mit rotblonden Haaren. Keine Frau, ein kleines Mädchen. Klein, naiv, und vielleicht auch süß. Ein Mädchen, das bin ich. Und ich will klein sein. Will mich vor diesen Spiegel stellen und weinen können. Weinen, so wie es das Mädchen im Spiegel tut. Ihre Augen blicken mich traurig an, die Tränen tropfen von der Wange, der Nase, auf ihr Schlüsselbein, verlieren sich dann auf ihrem Körper. Ihrem schönen Mädchenkörper. Sie weint. Und ich spüre die Tränen nicht. Sie rinnen mir nicht die Wangen herab, verlieren sich nicht in meinen roten Haaren. Ich weine nicht.
Naiv. Ist dieses Mädchen denn wirklich naiv, wenn sie lacht, und ihr wieder die Tränen kommen. Wenn sie sich den Bauch hält, und ihr Lachen all die Blicke auf sich zieht. Dieses Mädchen dort im Spiegel schaut hinaus, aus dem Fenster, sie lächelt und ihre Augen erzählen von einem Jungen. Von seinen blonden Haaren, das in der Mitte gescheitelt ist, von seiner spitzen, langen Nase, von seinen großen gütigen Augen, von seinem Geruch. Sie blickt aus dem Fenster und denkt nur an ihn, und ihre Augen glänzen. Und ich denke auch an ihn. An seine Art zu gehen, die Tasche zu tragen, seine sanfte Art sich am Telefon zu melden, und wie er unterschreibt und mir manchmal Aufträge gibt. Ich bin sein Mädchen für alles. Und ich blicke wie das Mädchen aus dem Fenster, und ich weiß, ich bin zu feige, ihm zu sagen, was ich fühle. Und ich weiß, dass es wohl auch unnütz wäre es zu tun.
Ich schließe meinen Augen, und wende meinen Kopf wieder zum Spiegel. Ich trete an das Mädchen heran, lege meine Hände an ihre zierlichen Finger. Ihre Haut ist zarter, heller, als meine, ihre Augen grüner. Ich sehe an ihr herunter. Sie hat lange Beine, so wie ich. Sie versteckt gern ihre Oberschenkel, so wie ich. Ihr Bauch ist nicht dick, ihre Arme lang, ihre Hände scheinen genauso kalt wie meine. Ihre Brust ist genauso groß wie meine. Wir sind nicht dick. Doch sie ist süß. Sie kann sich im Spiegel verdrehen, winden, wie es süße Mädchen machen. Und ich steh steif davor. Spüre den Teppich zwischen meinen Zehen, merke wie meine weichen Knie sich nur hart beugen wollen. Sie lächelt so süß, schaut von unten nach oben, und lacht mit den Tränen in den Augen. Und ich blicke sie an, versuche einen weichen Gesichtsausdruck zu zaubern, doch ich weiß, ich sehe sie hart an. Ich habe keinen verträumten Blick wie sie. Ich kann nicht aus dem Fenster blicken und an den Jungen denken.
Ich drehe mich um. Lasse zaghaft von ihren Fingern ab. Ich gehe. Und ich weiß, sie sieht mir nach und dreht sich irgendwann traurig weg. Und alles was ich kann, ist zu denken: „Ich Schlampe...“
(31.März 05)
Weil er heute "Bitte" gesagt hat und mir vorwarf, Frauen wären immer vom Grund auf böse, ich heute eine halbe Stunde gelacht habe und weil mein verhastes Wort "Körper" mich heute mehr denn je abstößt ...
[ich küsse fremde Männer]
(03 : Das Mädchen im Spiegel)
Ich bin das Mädchen. Das bin nur ich im Spiegel. Ich bin dieses Mädchen. Dieses nackte Mädchen. Und das Mädchen wird bleiben, solange ich hier stehe. Den Teppichboden unter meinen Füßen. Die Paneele an der Wand im Hintergrund. Und ich bleibe stehen, und ich blicke auf dieses Mädchen. 1 Meter 76 groß, mit rotblonden Haaren. Keine Frau, ein kleines Mädchen. Klein, naiv, und vielleicht auch süß. Ein Mädchen, das bin ich. Und ich will klein sein. Will mich vor diesen Spiegel stellen und weinen können. Weinen, so wie es das Mädchen im Spiegel tut. Ihre Augen blicken mich traurig an, die Tränen tropfen von der Wange, der Nase, auf ihr Schlüsselbein, verlieren sich dann auf ihrem Körper. Ihrem schönen Mädchenkörper. Sie weint. Und ich spüre die Tränen nicht. Sie rinnen mir nicht die Wangen herab, verlieren sich nicht in meinen roten Haaren. Ich weine nicht.
Naiv. Ist dieses Mädchen denn wirklich naiv, wenn sie lacht, und ihr wieder die Tränen kommen. Wenn sie sich den Bauch hält, und ihr Lachen all die Blicke auf sich zieht. Dieses Mädchen dort im Spiegel schaut hinaus, aus dem Fenster, sie lächelt und ihre Augen erzählen von einem Jungen. Von seinen blonden Haaren, das in der Mitte gescheitelt ist, von seiner spitzen, langen Nase, von seinen großen gütigen Augen, von seinem Geruch. Sie blickt aus dem Fenster und denkt nur an ihn, und ihre Augen glänzen. Und ich denke auch an ihn. An seine Art zu gehen, die Tasche zu tragen, seine sanfte Art sich am Telefon zu melden, und wie er unterschreibt und mir manchmal Aufträge gibt. Ich bin sein Mädchen für alles. Und ich blicke wie das Mädchen aus dem Fenster, und ich weiß, ich bin zu feige, ihm zu sagen, was ich fühle. Und ich weiß, dass es wohl auch unnütz wäre es zu tun.
Ich schließe meinen Augen, und wende meinen Kopf wieder zum Spiegel. Ich trete an das Mädchen heran, lege meine Hände an ihre zierlichen Finger. Ihre Haut ist zarter, heller, als meine, ihre Augen grüner. Ich sehe an ihr herunter. Sie hat lange Beine, so wie ich. Sie versteckt gern ihre Oberschenkel, so wie ich. Ihr Bauch ist nicht dick, ihre Arme lang, ihre Hände scheinen genauso kalt wie meine. Ihre Brust ist genauso groß wie meine. Wir sind nicht dick. Doch sie ist süß. Sie kann sich im Spiegel verdrehen, winden, wie es süße Mädchen machen. Und ich steh steif davor. Spüre den Teppich zwischen meinen Zehen, merke wie meine weichen Knie sich nur hart beugen wollen. Sie lächelt so süß, schaut von unten nach oben, und lacht mit den Tränen in den Augen. Und ich blicke sie an, versuche einen weichen Gesichtsausdruck zu zaubern, doch ich weiß, ich sehe sie hart an. Ich habe keinen verträumten Blick wie sie. Ich kann nicht aus dem Fenster blicken und an den Jungen denken.
Ich drehe mich um. Lasse zaghaft von ihren Fingern ab. Ich gehe. Und ich weiß, sie sieht mir nach und dreht sich irgendwann traurig weg. Und alles was ich kann, ist zu denken: „Ich Schlampe...“
(31.März 05)