Lauschen
Verfasst: 15.04.2005, 23:44
Wenn ich die Wohnungstür hinter mir schließe werde ich rufen. Sie wird nicht da sein, natürlich und ich werde trotzdem rufen, weil ja doch eine Antwort kommen könnte und auch weil dann ihr Name im Flur hängt und ich es mag, wenn etwas von ihr über mich hinaus geht.
Ich werde ein bisschen lauschen und überrascht sein und um ihn herumgehen, wie er da schwebt, die Tasche ablegen, die Schuhe, die Jacke.
In der Küche koche ich, das kann ich gut, ich gebe mir mühe. Das Gewürzregal habe ich für sie gekauft, doch die Farbe der Aufkleber ist schon weggenutzt, Zimt, Oregano, Majoran, ich mag auch den Klang diese Wörter. Ich werde sie laut sprechen, während ich das Fleisch schneide, sodass sie den Raum erfüllen. Ich werde auf die Uhr sehen. Zum Glück habe ich zu tun, den Abend lang. Sonst müsste ich vielleicht hinaus gehen, da ist es schwer darauf zu achten, ob sie dort mal war, oder sein wird. Bei der Arbeit werde ich nicht fragen ob sie wartet. Kann es sein, dass sie warten kann, warte ich? Ich weiß es nicht, ich werde nur die Tür schließen und auch den Schlüssel umdrehen. Ich genieße den Klang ihres Namens, welcher es auch immer sein mag, ich weiß es nicht. Ich werde langsam essen, der Mühe wegen und mich fragen ob es ihr geschmeckt hätte. Ich werde schwanken, einen Moment lang sicher, natürlich, denn schließlich habe ich für sie gekocht, den anderen Augenblick verunsichert. Ich weiß es nicht.
Wenn ich durch den Flur gehe werde ich vorsichtig sein, wo ich hintrete, denn ihr Name ist in der Zwischenzeit zu Boden geschwebt, ich will nicht darauf treten. Ich werde mich fragen ob ich nicht ein zweites mal rufen soll und einmal von dreien schnell im Arbeitszimmer verschwinden. Wenn ich rufe bleibt mir die Stille am Körper kleben. Stille kümmert sich nicht um Kleider und es fällt mir schwer mich zu konzentrieren. Heute wäre es Zeit zu rufen.
Ich werde rufen. Es wird keine Antwort kommen, sie ist nicht da. Ich werde rufen.
Flurzeit. Ich rufe. Ihren Namen, ihren Namen. Ich rufe. Bin unersättlich heute, will mich noch einen Moment vor der Stille retten. Sie kommt. Kriecht herein. Legt sich auf die Oberfläche sickert ein. Wie eine Base, welche die Oberfläche nicht schließt, sondern immer tiefer hineinkriecht. Ich warte, das ich aus dem Flur darf. Noch muss ich lauschen. Es ist Flurzeit. Stille.
Gleich wird die Zeit vergangen sein, ich werde aufatmen und gehen. Ich merke auf, ich habe gelauscht und da war etwas. Vor der Tür der Wohnungstür die ich so sicher geschlossen hatte. Jetzt darf das nicht sein, denn ich habe gelauscht und wenn sie es nicht ist werde ich nie wieder stehen dürfen und warten. Ich öffne die Tür sehr vorsichtig. Da steht sie, oder nur jemand, sie hält das Geländer umklammert mit den Fingern und sieht mich an, wie ein Mensch, der nicht weinen darf, wenn Augen auf ihn gerichtet sind.
Ich frage: bist du da?
Ich werde ein bisschen lauschen und überrascht sein und um ihn herumgehen, wie er da schwebt, die Tasche ablegen, die Schuhe, die Jacke.
In der Küche koche ich, das kann ich gut, ich gebe mir mühe. Das Gewürzregal habe ich für sie gekauft, doch die Farbe der Aufkleber ist schon weggenutzt, Zimt, Oregano, Majoran, ich mag auch den Klang diese Wörter. Ich werde sie laut sprechen, während ich das Fleisch schneide, sodass sie den Raum erfüllen. Ich werde auf die Uhr sehen. Zum Glück habe ich zu tun, den Abend lang. Sonst müsste ich vielleicht hinaus gehen, da ist es schwer darauf zu achten, ob sie dort mal war, oder sein wird. Bei der Arbeit werde ich nicht fragen ob sie wartet. Kann es sein, dass sie warten kann, warte ich? Ich weiß es nicht, ich werde nur die Tür schließen und auch den Schlüssel umdrehen. Ich genieße den Klang ihres Namens, welcher es auch immer sein mag, ich weiß es nicht. Ich werde langsam essen, der Mühe wegen und mich fragen ob es ihr geschmeckt hätte. Ich werde schwanken, einen Moment lang sicher, natürlich, denn schließlich habe ich für sie gekocht, den anderen Augenblick verunsichert. Ich weiß es nicht.
Wenn ich durch den Flur gehe werde ich vorsichtig sein, wo ich hintrete, denn ihr Name ist in der Zwischenzeit zu Boden geschwebt, ich will nicht darauf treten. Ich werde mich fragen ob ich nicht ein zweites mal rufen soll und einmal von dreien schnell im Arbeitszimmer verschwinden. Wenn ich rufe bleibt mir die Stille am Körper kleben. Stille kümmert sich nicht um Kleider und es fällt mir schwer mich zu konzentrieren. Heute wäre es Zeit zu rufen.
Ich werde rufen. Es wird keine Antwort kommen, sie ist nicht da. Ich werde rufen.
Flurzeit. Ich rufe. Ihren Namen, ihren Namen. Ich rufe. Bin unersättlich heute, will mich noch einen Moment vor der Stille retten. Sie kommt. Kriecht herein. Legt sich auf die Oberfläche sickert ein. Wie eine Base, welche die Oberfläche nicht schließt, sondern immer tiefer hineinkriecht. Ich warte, das ich aus dem Flur darf. Noch muss ich lauschen. Es ist Flurzeit. Stille.
Gleich wird die Zeit vergangen sein, ich werde aufatmen und gehen. Ich merke auf, ich habe gelauscht und da war etwas. Vor der Tür der Wohnungstür die ich so sicher geschlossen hatte. Jetzt darf das nicht sein, denn ich habe gelauscht und wenn sie es nicht ist werde ich nie wieder stehen dürfen und warten. Ich öffne die Tür sehr vorsichtig. Da steht sie, oder nur jemand, sie hält das Geländer umklammert mit den Fingern und sieht mich an, wie ein Mensch, der nicht weinen darf, wenn Augen auf ihn gerichtet sind.
Ich frage: bist du da?