Silly in der Hölle
Verfasst: 19.04.2005, 22:27
Ich gehe davon aus, dass ich einmal sterben werde. Beziehungsweise: mir ist bis jetzt noch kein vernünftiges Alternativprogramm eingefallen. Also, irgendwo in den letzten Phasen meiner Lebensplanung spielt mein Tod doch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wie ich sterben werde, weiß ich nicht ganz genau, aber es wäre nett, wenn ein bezahlter Profikiller im Spiel wäre. Okay, das ist unbescheiden. Aber welcher Satireschreiberling träumt nicht davon, jemanden bis zu dieser Investition zu ärgern? Ist das nicht das Ziel, auf die alle Spottdrosseln dieser Welt hinarbeiten? Soviel zu meinen Karrierewünschen. Falls Profikiller nicht drin ist, wäre ein wütendes Nashorn auch nicht schlecht.
Ich möchte, dass neben meinem Sarg jemand steht und mit einer Fahne winkt, auf der Holländische Tulpen steht. Das wird insofern lustig, weil sich dann alle fragen: „Was will uns die damit sagen? Steht Holländische Tulpen für ein Lebenskonzept? Ist es ein letzter Gruß an die Leihbibliothek? Was ist der tiefere Sinn?“
Ich werd mich köstlich amüsieren, weil Holländische Tulpen für gar nichts anderes stehen wird als für Holländische Tulpen . Ist mir nur grad eingefallen, genau so gut könnte auf der Fahne Pensionsreform stehen oder Kugelschreiber oder sonst was. Aber alle werden sich den Kopf zerbrechen, warum jemand mit einer Fahne, auf der Holländische…. eh klar.
Das Problem mit dem Sterben: nachher ist man tot.
Gott und ich haben einen deal - ich glaub nicht an ihn, dafür muss er nicht an mich glauben. Wir können beide mit dieser Regelung recht gut leben, es heißt nur blöderweise, dass ich nach meiner Beerdigung in der Hölle landen werde, weil es dem Satan wurscht ist, ob ich an ihn glaube. Glaubt man nicht an Gott, dann landet man bei der Konkurrenz, oder? (Die dämlichen Gesichter der ganzen Satanisten möchte ich sehn, die im Himmel aufwachen!)
Der Teufel und ich, wir werden dann folgenden Dialog führen:
Ich: Servus, Luzifer. Wie geht’s?
Er: Heiß. Und dir?
Ich: Kann nicht klagen. Bin gestorben.
Er: Und?
Ich: Eigentlich bin ich immer davon ausgegangen, als tasmanischer Beutelwolf wiedergeboren zu werden.
Er: Hast du nicht grad geschrieben, dass du glaubst, dass du in der Hölle landen wirst?
Ich: Vor zehn Zeilen. Du hast mir die Pointe versaut.
Er: Sorry.
Ich: Und?
Er: Was, und?
Ich: Ich bin tot und in der Hölle gelandet. Was passiert jetzt?
Er: Ich könnte dir ein Programmheft geben.
Ich: Ein was?
Er: Ein Programmheft.
Ich: Soll das heißen, ihr, hier, in der Hölle, DER HÖLLE, habt ein Programmheft.
Er: Ja.
Ich: Oh. Sag mal, wer ist der Typ dort hinten, der alles mitschreibt?
Er: Nur Dante. Ignorier ihn.
Ich: Okay. Was steht für heute auf dem Programm?
Er: Eine Lesung von Robert Schneider.
Ich: Oh. Und morgen?
Er: Eine Lesung von Robert Schneider.
Ich: Aha. Und übermorgen.
Er: Eine Lesung von Robert Schneider.
Ich: Wie lange Schneider?
Er: Nur, bis Süßkind nicht mehr heiser ist.
Ich: Willst du sagen, ihr habt bis ans Ende der Ewigkeit Lesungen von…?
Er: Das ist der Witz dabei.
Ich: Oh.
Er: Sarah, kann ich offen mit dir reden?
Ich: Nein, sonst geh ich zur Presse. Natürlich kannst du offen mit mir reden, du Hirni! Du bist der Teufel.
Er: Auch wieder wahr. Also: du redest irgendwelchen Blödsinn von Holländischen Tulpen, kommst mir mit dem tasmanischen Beutelwolf –
Ich: Der Witz war aber gut!
Er: War er nicht!
Ich: War er doch! Weil der Beutelwolf…
Er: Das ist ein Rohrkrepierer. Also – dann kommst du mit diesem unheimlich gezwungenen Dialog – ich meine, Dante , Himmelherrgott, das ist ein humoristischer Tiefschlag sondergleichen, und dann willst du Robert Schneider bis in alle Ewigkeit. Noch dazu, wo du das Thema „Literarische Figur reflektiert über ihr Dasein als Literarische Figur“ schon bis zum Erbrechen ausgereizt hast. Ich frage dich daher, ganz ehrlich, ohne Umschweife: Was soll der Scheiß? Ist dir fad? Hast du nichts zu lernen? Warum?
Ich: Nun, weißt du…
Er: Ja.
Ich: Seit anderthalb Seiten versuch ich, zum Thema Papst überzuleiten. Von wegen neuer Papst. Ich meine, es ist lustig, dass nach dem Typen, der Kondome für zu kleine Luftballone und Frauen für zu große Chorknaben hält, jetzt…
Er: Gib es auf. Zu dem Thema würgst du heute keine ordentliche Pointe mehr raus.
Ich: Du spielst ja auch nicht mit.
Er: Keine schlechte Publicity für den Vatikan.
Ich: Warum?
Er: Weil ich die Aktienmehrheit bei Projekt Afrika hab.
Ich: Oh.
Und darum will ich Holländische Tulpen. Und einen Trauermarsch im Vierviertel-Takt.
Ich möchte, dass neben meinem Sarg jemand steht und mit einer Fahne winkt, auf der Holländische Tulpen steht. Das wird insofern lustig, weil sich dann alle fragen: „Was will uns die damit sagen? Steht Holländische Tulpen für ein Lebenskonzept? Ist es ein letzter Gruß an die Leihbibliothek? Was ist der tiefere Sinn?“
Ich werd mich köstlich amüsieren, weil Holländische Tulpen für gar nichts anderes stehen wird als für Holländische Tulpen . Ist mir nur grad eingefallen, genau so gut könnte auf der Fahne Pensionsreform stehen oder Kugelschreiber oder sonst was. Aber alle werden sich den Kopf zerbrechen, warum jemand mit einer Fahne, auf der Holländische…. eh klar.
Das Problem mit dem Sterben: nachher ist man tot.
Gott und ich haben einen deal - ich glaub nicht an ihn, dafür muss er nicht an mich glauben. Wir können beide mit dieser Regelung recht gut leben, es heißt nur blöderweise, dass ich nach meiner Beerdigung in der Hölle landen werde, weil es dem Satan wurscht ist, ob ich an ihn glaube. Glaubt man nicht an Gott, dann landet man bei der Konkurrenz, oder? (Die dämlichen Gesichter der ganzen Satanisten möchte ich sehn, die im Himmel aufwachen!)
Der Teufel und ich, wir werden dann folgenden Dialog führen:
Ich: Servus, Luzifer. Wie geht’s?
Er: Heiß. Und dir?
Ich: Kann nicht klagen. Bin gestorben.
Er: Und?
Ich: Eigentlich bin ich immer davon ausgegangen, als tasmanischer Beutelwolf wiedergeboren zu werden.
Er: Hast du nicht grad geschrieben, dass du glaubst, dass du in der Hölle landen wirst?
Ich: Vor zehn Zeilen. Du hast mir die Pointe versaut.
Er: Sorry.
Ich: Und?
Er: Was, und?
Ich: Ich bin tot und in der Hölle gelandet. Was passiert jetzt?
Er: Ich könnte dir ein Programmheft geben.
Ich: Ein was?
Er: Ein Programmheft.
Ich: Soll das heißen, ihr, hier, in der Hölle, DER HÖLLE, habt ein Programmheft.
Er: Ja.
Ich: Oh. Sag mal, wer ist der Typ dort hinten, der alles mitschreibt?
Er: Nur Dante. Ignorier ihn.
Ich: Okay. Was steht für heute auf dem Programm?
Er: Eine Lesung von Robert Schneider.
Ich: Oh. Und morgen?
Er: Eine Lesung von Robert Schneider.
Ich: Aha. Und übermorgen.
Er: Eine Lesung von Robert Schneider.
Ich: Wie lange Schneider?
Er: Nur, bis Süßkind nicht mehr heiser ist.
Ich: Willst du sagen, ihr habt bis ans Ende der Ewigkeit Lesungen von…?
Er: Das ist der Witz dabei.
Ich: Oh.
Er: Sarah, kann ich offen mit dir reden?
Ich: Nein, sonst geh ich zur Presse. Natürlich kannst du offen mit mir reden, du Hirni! Du bist der Teufel.
Er: Auch wieder wahr. Also: du redest irgendwelchen Blödsinn von Holländischen Tulpen, kommst mir mit dem tasmanischen Beutelwolf –
Ich: Der Witz war aber gut!
Er: War er nicht!
Ich: War er doch! Weil der Beutelwolf…
Er: Das ist ein Rohrkrepierer. Also – dann kommst du mit diesem unheimlich gezwungenen Dialog – ich meine, Dante , Himmelherrgott, das ist ein humoristischer Tiefschlag sondergleichen, und dann willst du Robert Schneider bis in alle Ewigkeit. Noch dazu, wo du das Thema „Literarische Figur reflektiert über ihr Dasein als Literarische Figur“ schon bis zum Erbrechen ausgereizt hast. Ich frage dich daher, ganz ehrlich, ohne Umschweife: Was soll der Scheiß? Ist dir fad? Hast du nichts zu lernen? Warum?
Ich: Nun, weißt du…
Er: Ja.
Ich: Seit anderthalb Seiten versuch ich, zum Thema Papst überzuleiten. Von wegen neuer Papst. Ich meine, es ist lustig, dass nach dem Typen, der Kondome für zu kleine Luftballone und Frauen für zu große Chorknaben hält, jetzt…
Er: Gib es auf. Zu dem Thema würgst du heute keine ordentliche Pointe mehr raus.
Ich: Du spielst ja auch nicht mit.
Er: Keine schlechte Publicity für den Vatikan.
Ich: Warum?
Er: Weil ich die Aktienmehrheit bei Projekt Afrika hab.
Ich: Oh.
Und darum will ich Holländische Tulpen. Und einen Trauermarsch im Vierviertel-Takt.