Das Meer
Verfasst: 13.06.2005, 18:39
ich gebe zu das ist nicht alles Prosa, aber es gehört zusammen und Text passt entschieden besser als Lyrik
Abwärts, Meer
Es war als das Meer mit den Flutfingern nach der Liege griff. Ich schlief. Es schmiss zuerst spielerisch den Schirm hinter sich, hinter die Brandungsgrenze um dann die vier Plastikfüße zu umspielen. Ich träumte von Wasserfällen über deren Kante ich stürzte und schlief. Das Schaukeln war angenehm, als ich zu schwimmen begann. Das Meer ist eine Schlange, es wiegt sich bis man erstarrt ist. Im Traum lag ich am Grund des Felsbecken in das ich gestürzt war. Ich atmete und betrachtete die brodelnde Wasseroberfläche von unten. Ich atmete und war verzückt vom Spiel der Blasen. Nur fror ich, im Traum.
Das Meer leckte mit seiner Zunge über mich hinweg, als ich trieb und der Wind kühlte mich aus.
Das Wasser tanzte die Liege auf und ab, ließ sie von Wellenspitzen in Täler fallen, bis ich ins ruhige Wasser trieb.
Dann schien die Sonne auf mich herunter. Ich erwachte, weil ihre roten Spitzen in meine Augen stachen. Ich erwachte. Meine Augen verklebt.
Ich spürte das Schaukeln, die Kruste von Kristallen, erstarrt. Ich lag Bewegungslos, eingehüllt. Die Oberfläche meines Körpers brannte unter den Strahlen, das Meer leckte zuweilen auf die Liege, wie kühle Finger. Ich wartete. Ich dachte, dass es gut wäre zu sinken. Es musste kühl sein und dunkel, geschützt vor dem brennenden Himmelspunkt.
Währenddessen wurden die Wellen wieder höher. Ich spürte das Aufwallen, hörte, wie sich das Geräusch des Wassers veränderte und den Wind der meerfeucht über meine Haut strich. Das Wasser befreite mich aus der Salzschicht, doch als ich mich aufsetzte um mich zu strecken, drückte ich die eine Seite der Liege unter Wasser und sie sank. Ich rutschte hinunter in ein Wellental, als sie sich senkrecht stellte und das Meer war kalt und brannte. Die Wellen fielen über mir zusammen. Das Salz biss, als sie in meine Lungenflügel einströmten. Ich brauchte Minuten, um mich daran zu gewöhnen, sehnte mich nach dem Fluss meines Traums mit dem süßen Wasser, empfand danach das Kribbeln aber als angenehm. Ich sank. Das helle blau verdunkelte sich und das Schimmern der Oberfläche verschwand.
Ich schwebte, die Augen geöffnet, ohne Sicht. Der Druck nahm zu und ich verformte mich langsam. Meine Finger erspürten die wachsenden Schwimmhäute, die Schuppen. Meine Beine wuchsen ineinander, die Füße spreizten und streckten sich, ich verlor alle Kanten. Ich war schwerelos und begann das Wasser zu schlagen, begann das Meer mich streicheln zufühlen, seine Bewegung und sie Straßen darin zu fühlen.
Der Sog führte hinab.
Es ist nicht dunkel hier für meine Augen.
Haiku
Mond im Wolkenloch
Von Vorne: Meeresrauschen
Straßenlärm, Musik
Im Dunklen, bald bin ich fort
Sie hat mich heute
Auf einen Stein geschmissen
Mit zwei Wellen
Sie grollt noch immer
Das meine Hände über ihren Kies streichen,
meine Zehen eingegraben sind.
Bald ist Flut
Rache
Das Motiv: Rache. Ich bin zu dünn meine Rippen stechen heraus, er wollte sie zählen, hat er gesagt, da war er Tod. Ich war Schattenhaft und die Felsen spürte ich hart an meinen Hüftknochen, sah dem Blut beim gerinnen zu. Der Damm war verspült, umspült, überspült, und ich wusste schon da er würde bald nicht mehr vorhanden sein. Vorher würde die Tat vollendet sein. Ich hörte es heran kriechen, es liebt keine Heimlichkeit, wie es gurgelte, über die Ruine brandete. Es lachte. Ich hatte schon aufgegeben, es machte nicht mehr, sein Plan war gescheitert und das Blut gerann vor meine Augen. Das machte ihm nichts mehr, auch dem Täter nicht, vollendet. Es war seltsam, dass jetzt auch seine Knochen heraus stachen, ich zählte sie, die Splitter auch, so zerbrochen waren sie. Ich hatte eine Hand auf dem Fels liegen und glaubte seine Vorfreude zu spüren, auch überspült und glatt zu werden. Auch an meinen Rippen spürte ich den Fels, er stichelte ein wenig, der kleine Bruder. Wer tut das auch, Dämme bauen, er wollte es, Pläne machen, jetzt ist es vollendet und es rauscht. Ich schälte die Holzstämme und glättet sie, ich, Complice. Complicenschaft, gestraft, schon jetzt, auch wenn es denkt es wäre gnädig, mir noch Minuten zu geben: die dunkel gesogenen Steine. Dann nahm ich sie doch, die Minute und ließ mich ins Rückwärts gleiten, zu seiner Stimme, die Worte, die das Bauwerk schon malten und meine Messer zärtlich auf dem Holz, während er die Stein trug. Ich bin zu dünn.
Bis dann: Gischt auf meinem Rücken, bald
Abwärts, Meer
Es war als das Meer mit den Flutfingern nach der Liege griff. Ich schlief. Es schmiss zuerst spielerisch den Schirm hinter sich, hinter die Brandungsgrenze um dann die vier Plastikfüße zu umspielen. Ich träumte von Wasserfällen über deren Kante ich stürzte und schlief. Das Schaukeln war angenehm, als ich zu schwimmen begann. Das Meer ist eine Schlange, es wiegt sich bis man erstarrt ist. Im Traum lag ich am Grund des Felsbecken in das ich gestürzt war. Ich atmete und betrachtete die brodelnde Wasseroberfläche von unten. Ich atmete und war verzückt vom Spiel der Blasen. Nur fror ich, im Traum.
Das Meer leckte mit seiner Zunge über mich hinweg, als ich trieb und der Wind kühlte mich aus.
Das Wasser tanzte die Liege auf und ab, ließ sie von Wellenspitzen in Täler fallen, bis ich ins ruhige Wasser trieb.
Dann schien die Sonne auf mich herunter. Ich erwachte, weil ihre roten Spitzen in meine Augen stachen. Ich erwachte. Meine Augen verklebt.
Ich spürte das Schaukeln, die Kruste von Kristallen, erstarrt. Ich lag Bewegungslos, eingehüllt. Die Oberfläche meines Körpers brannte unter den Strahlen, das Meer leckte zuweilen auf die Liege, wie kühle Finger. Ich wartete. Ich dachte, dass es gut wäre zu sinken. Es musste kühl sein und dunkel, geschützt vor dem brennenden Himmelspunkt.
Währenddessen wurden die Wellen wieder höher. Ich spürte das Aufwallen, hörte, wie sich das Geräusch des Wassers veränderte und den Wind der meerfeucht über meine Haut strich. Das Wasser befreite mich aus der Salzschicht, doch als ich mich aufsetzte um mich zu strecken, drückte ich die eine Seite der Liege unter Wasser und sie sank. Ich rutschte hinunter in ein Wellental, als sie sich senkrecht stellte und das Meer war kalt und brannte. Die Wellen fielen über mir zusammen. Das Salz biss, als sie in meine Lungenflügel einströmten. Ich brauchte Minuten, um mich daran zu gewöhnen, sehnte mich nach dem Fluss meines Traums mit dem süßen Wasser, empfand danach das Kribbeln aber als angenehm. Ich sank. Das helle blau verdunkelte sich und das Schimmern der Oberfläche verschwand.
Ich schwebte, die Augen geöffnet, ohne Sicht. Der Druck nahm zu und ich verformte mich langsam. Meine Finger erspürten die wachsenden Schwimmhäute, die Schuppen. Meine Beine wuchsen ineinander, die Füße spreizten und streckten sich, ich verlor alle Kanten. Ich war schwerelos und begann das Wasser zu schlagen, begann das Meer mich streicheln zufühlen, seine Bewegung und sie Straßen darin zu fühlen.
Der Sog führte hinab.
Es ist nicht dunkel hier für meine Augen.
Haiku
Mond im Wolkenloch
Von Vorne: Meeresrauschen
Straßenlärm, Musik
Im Dunklen, bald bin ich fort
Sie hat mich heute
Auf einen Stein geschmissen
Mit zwei Wellen
Sie grollt noch immer
Das meine Hände über ihren Kies streichen,
meine Zehen eingegraben sind.
Bald ist Flut
Rache
Das Motiv: Rache. Ich bin zu dünn meine Rippen stechen heraus, er wollte sie zählen, hat er gesagt, da war er Tod. Ich war Schattenhaft und die Felsen spürte ich hart an meinen Hüftknochen, sah dem Blut beim gerinnen zu. Der Damm war verspült, umspült, überspült, und ich wusste schon da er würde bald nicht mehr vorhanden sein. Vorher würde die Tat vollendet sein. Ich hörte es heran kriechen, es liebt keine Heimlichkeit, wie es gurgelte, über die Ruine brandete. Es lachte. Ich hatte schon aufgegeben, es machte nicht mehr, sein Plan war gescheitert und das Blut gerann vor meine Augen. Das machte ihm nichts mehr, auch dem Täter nicht, vollendet. Es war seltsam, dass jetzt auch seine Knochen heraus stachen, ich zählte sie, die Splitter auch, so zerbrochen waren sie. Ich hatte eine Hand auf dem Fels liegen und glaubte seine Vorfreude zu spüren, auch überspült und glatt zu werden. Auch an meinen Rippen spürte ich den Fels, er stichelte ein wenig, der kleine Bruder. Wer tut das auch, Dämme bauen, er wollte es, Pläne machen, jetzt ist es vollendet und es rauscht. Ich schälte die Holzstämme und glättet sie, ich, Complice. Complicenschaft, gestraft, schon jetzt, auch wenn es denkt es wäre gnädig, mir noch Minuten zu geben: die dunkel gesogenen Steine. Dann nahm ich sie doch, die Minute und ließ mich ins Rückwärts gleiten, zu seiner Stimme, die Worte, die das Bauwerk schon malten und meine Messer zärtlich auf dem Holz, während er die Stein trug. Ich bin zu dünn.
Bis dann: Gischt auf meinem Rücken, bald