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Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 11.09.2005, 18:23
von Hamburger
Hi Leute,

würde mich freuen wenn wir in diesen Thread die Definitionen einstellt, die wir als Aufgabe nach meinem Referat gemacht haben.

Erklärung für die Daheimgebliebenen:

Ambrose Bierce hat in seinem Leben viele zynische Definitionen in Zeitungen veröffentlicht (er hat noch viel mehr getan, aber das ist hier das Entscheidende), die später von den Bierce-Forschern zu The Devil`s Dictionary zusammengefasst wurden.

Eine Kostprobe:

Hochzeit: "Feierliche Zeremonie, hierbei werden zwei Personen zu einer, eine zu nichts und nichts erträglich."

Aufgabe dieses Schreibspiels war es nun einen Begriff, den man von seinem Stuhlnachbarn aufgeschrieben bekam, in 10 Minuten möglichst zynisch zu definieren. Es sind einige sehr gute Sachen dabei rausgekommen, aber egal ob es einem selbst gefällt oder nicht - wäre schön wenn wir unsere Definitionen auch hier verewigen würden.

10 Minuten hatte übrigens jeder für seinen Begriff Zeit.

Meinen Begriff bekam ich von charis. Er lautete Gründlichkeit und meine Defintion lautete wie folgt:

Gründlichkeit: "Kluge und weise Erfindung eines zur Depression neigenden europäischen Volksstammes, dessen Name auf Grund seiner totalen kontinentalen Bedeutungslosigkeit hier nichts zur Sache tut. Machtinstrument, dessen Ziel es ist jedes Vorhaben zwecks Zermürbung des Gegners auszudiskutieren um sich, hält ein Diskutant stand, auf jeweils einschlägige traditionelle Überlieferungen zu besinnen, deren Inhalt Diskussionen jeder Art aufs Schärfste verbietet."


Liebe und erwartungsvolle Grüße,

Ham

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 11.09.2005, 23:04
von charis
Den hübschen Begriff "Rebellion" hat mir Tolya verehrt. Rausgekommen ist dabei folgende Definition:

"Rebellion richtet sich immer gegen jene Ideale des Lebens, an deren Erfüllung man selber im stillen Kämmerlein schändlich gescheitert ist."
:-p

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 12.09.2005, 12:02
von Silentium
Ich hab von Angelika "Sonne" auf's Aug gedrückt bekommen. B-)


SONNE:
blödes Ding am Himmel mit miserablem Timing. Wenn mein Bruder Jo mit Stacheldraht gefesselt unter einer gigantischen Lupe liegt, die die Sonnenstrahlen bündeln und ihn zu einem kleinen Häufchen verbrutzeln wird, dann zieht sie sich eine Wolkendecke über den Kopf und schnarcht. Wenn aber derselbe Bruder mit Klebeband am Grund eines Swimmingpools befestigt ist und nur noch ein zusätzlicher Zentimeter Wasser zum Ertrinkungstod fehlt, dann grinst das gelbe Miststück vom Himmel wie Marylin Monroe auf Ecstasy.
Auch wenn sie gerade nicht durch unerwünschtes An- beziehungsweise Abwesen der Tötung ebenso unerwünschter Brüder entgegenwirkt, ist die Sonne eine Lästwanze. Erwähnenswert ist hier die Farce mit dem blauen Himmel. Nichts gegen blau, blau ist toll. Aber das himmelblaue Blau an einem strahlenden Sonnentag sieht aus, als hätte man dort oben ein Dorf Schlümpfe zertreten. (siehe auch: Freiheitliche Partei Österreich).

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 12.09.2005, 13:27
von Glaukos
Ich hoffe, ich bekomme meinen noch hin, aus dem Gedächtnis zitierend.
Ich bekam "political correctness":

Beliebte Methode, aus Geiern Schwäne zu machen.

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 12.09.2005, 20:40
von mög
So blau, als hätte man dort ein Dorf Schlümpfe zertreten.

Genial.

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 12.09.2005, 21:34
von Flocke
So, Frl. Ede hatte mir geistreicherweise das Wort Tiefsinn verpaßt:

Idealisierte Geisteshaltung, aufgrund der massiven Vermehrung von Kleingeistern jedoch zunehmend vom Aussterben bedroht. Vereinzelte Anhänger sind meist noch in schummerigen Hinterzimmern, versunken in halsstarrigen Denkerposen, anzutreffen.

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 12.09.2005, 21:43
von Flocke
Und Sandro hat von mir Buchhaltung bekommen und wie folgt definiert:

Ursprünglich erfunden als perfide Foltermethode babylonischer Herrscher für ihre Sklaven, hat sich die Buchhaltung in heutiger Zeit zu einer Art Arbeitsbeschaffungsmassnahme entwickelt.
Während es früher als Zeitvertreib angesehen wurde, dass die Haussklaven die Tontafeln ihrer Herren vor sich hertragen mussten und auf Anfrage genau Auskunft geben mussten, von wem der Herr wieviele Krüge Öl zu welchem Preis erworben hatte, gestaltet sich die Buchhaltung für die Betroffenen heutzutage etwas rückenschonender.
Im Prinzip füllt man Unmengen von Ordnern mit Informationen darüber, wie man an diese Informationen gekommen ist, von wem sie stammen und wie oft sie erhoben wurden. Daraus leitet man dann einen Arbeitsaufwand ab, den man in Rechnung stellt und flugs einen neuen Ordner damit füllt, an wen man diese Rechnung wann weshalb geschickt hat. Es soll mittlerweile Buchhalter geben, die das permanente Vor-sich-Hertragen von Tontafeln bevorzugen würden...

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 12.09.2005, 21:56
von Silentium
:rofl:

Re: Wiener Textwerkstatt - zum Dritten

Verfasst: 16.09.2005, 15:25
von Khadija
Meinen Begriff hab ich von Sandro bekommen.

Handy,das: Erfindung der Verschwörungsgruppe MNBDM ( Mehr
Nervenzusammenbrüche braucht die Menschheit). Wurde unter dem Deckmantel des Praktischen eingeschleust.
Steigerte sich von einer lästigen Störquelle zur perfiden
Folter mit Hilfe von Klingeltonwerbungen.

Weitere Erfindungen der MNBDM siehe unter anderem bei
den Begriffen ICQ, sowie Mathematik