Sinnloses Trumm
Verfasst: 12.10.2005, 00:43
Etwas das man nicht braucht. Wie das gute Porzellan zum Beispiel.
Aber aufpassen muss man darauf. Man muss, muss, muss. Weil es ja so leicht kaputt geht. Weil es ja so teuer ist. Und überhaupt, eine Zumutung ist das, wie so was Achtung! Aufpassen! verlangt. Aber was soll man machen? Da ist es nun mal. Sicher in der Vitrine, nutzlos, fängt Staub.
Man könnte es natürlich auch hervorholen, für besondere Anlässe, ja, man würde das tatsächlich tun, zu besonderen Anlässen. Aber besondere Anlässe sind nie.
Man könnte natürlich trotzdem. Vielleicht wird es dann ja sogar gerade dadurch ein besonderer Anlass, wer weiß. Es gibt eigenartige Wechselwirkungen in diesen Angelegenheiten, wer weiß, was sich tut unter den Wassern, wer weiß, welche Strömungen sich treffen in den Tiefen, niemand. Und deswegen, genau deswegen, schwebt der Dunst einer Möglichkeit über dem Wasserspiegel in manchen Momenten und das ist das Problem. Die Hoffnung als Dunst.
Denn man kann natürlich nicht. Man kann nicht einfach den Gästen das Kostbarste vorsetzen, ungefragt. Manche würden das ja tun und sich so wahnsinnig großzügig vorkommen dabei, ja klar. Aber die denken nicht nach. Wer nachdenkt, der sieht ein: es ist im Grunde die feinste Rücksichtslosigkeit. Denn wenn das schon zu dir so nach Achtung! Aufpassen! schreit, wie dann erst zum Gast! Und wenn du schon ächzt, unter der Zumutung, wie dann erst dein Gast! Er kann es nie ersetzen, wenn er es zerbricht, das weiß er doch, na, da wird er sich ja wohl fühlen damit. Ein vergnüglicher Abend wird das dann.
Lass also die Vitrine in Frieden, schiel am besten nicht einmal in ihre Richtung. Der vorsichtige Gast würde es bemerken, und sich bemüßigt fühlen, abzuwinken.
"Lass nur, zahlt sich gar nicht aus. Und so lang bleib ich auch gar nicht."
Lass die Vitrine in Frieden und schau was passiert. Schau, was passieren muss, wenn man etwas ehrfürchtig unberührt lässt. Ein Schrein wird daraus, und ein Schrein braucht eine Reliquie, ein Schrein braucht die Überreste von etwas Totem. Ein Platz für den Tod in deinem Wohnzimmer. Hübscher Effekt, nicht?
Es hilft ein bisschen, die Vitrine nicht zu putzen, aber nur insofern, als dass der Gast hinter den schmutzigen Scheiben die Wertsache nicht erkennt und sich nicht wundern muss, was es denn damit auf sich hat. Das erspart zumindest peinliche Fragen. Die schmutzigen Scheiben helfen sonst nicht besonders viel, denn du selbst weißt ja, was dahinter ist.
Am besten wäre also, du würdest das Klumpert los. Es verströmt so penetrant seine vorwurfsvoll spinnwebenverhangene Präsenz, die macht dir dein Heim direkt ungemütlich. Und es nimmt auch so viel Platz weg. Was man alles stattdessen hineinstellen könnte in die Vitrine, Bücher, wichtige Gedanken, Gedanken, die einen weiter bringen! (Wohin, wohin? Egal. Raus. Raus in die frische Luft). Aber das hier, das erzählt dir immer nur die gleichen alten Geschichten, nein, weiter bringt dich das nicht.
Also weg damit! Weg! Ab in den Müll und nie wieder dran gedacht.
Aber das geht nicht. Nicht so lang es noch ganz ist. Es wäre eine Sünde. Ja. Das hier sogar wirklich. Das hier wäre sogar wirklich eine Sünde.
So ist das eben: Du darfst es nicht weg schmeißen, so lange es ganz ist.
Macht sich also bitte wer die Mühe und bricht es?
Aber aufpassen muss man darauf. Man muss, muss, muss. Weil es ja so leicht kaputt geht. Weil es ja so teuer ist. Und überhaupt, eine Zumutung ist das, wie so was Achtung! Aufpassen! verlangt. Aber was soll man machen? Da ist es nun mal. Sicher in der Vitrine, nutzlos, fängt Staub.
Man könnte es natürlich auch hervorholen, für besondere Anlässe, ja, man würde das tatsächlich tun, zu besonderen Anlässen. Aber besondere Anlässe sind nie.
Man könnte natürlich trotzdem. Vielleicht wird es dann ja sogar gerade dadurch ein besonderer Anlass, wer weiß. Es gibt eigenartige Wechselwirkungen in diesen Angelegenheiten, wer weiß, was sich tut unter den Wassern, wer weiß, welche Strömungen sich treffen in den Tiefen, niemand. Und deswegen, genau deswegen, schwebt der Dunst einer Möglichkeit über dem Wasserspiegel in manchen Momenten und das ist das Problem. Die Hoffnung als Dunst.
Denn man kann natürlich nicht. Man kann nicht einfach den Gästen das Kostbarste vorsetzen, ungefragt. Manche würden das ja tun und sich so wahnsinnig großzügig vorkommen dabei, ja klar. Aber die denken nicht nach. Wer nachdenkt, der sieht ein: es ist im Grunde die feinste Rücksichtslosigkeit. Denn wenn das schon zu dir so nach Achtung! Aufpassen! schreit, wie dann erst zum Gast! Und wenn du schon ächzt, unter der Zumutung, wie dann erst dein Gast! Er kann es nie ersetzen, wenn er es zerbricht, das weiß er doch, na, da wird er sich ja wohl fühlen damit. Ein vergnüglicher Abend wird das dann.
Lass also die Vitrine in Frieden, schiel am besten nicht einmal in ihre Richtung. Der vorsichtige Gast würde es bemerken, und sich bemüßigt fühlen, abzuwinken.
"Lass nur, zahlt sich gar nicht aus. Und so lang bleib ich auch gar nicht."
Lass die Vitrine in Frieden und schau was passiert. Schau, was passieren muss, wenn man etwas ehrfürchtig unberührt lässt. Ein Schrein wird daraus, und ein Schrein braucht eine Reliquie, ein Schrein braucht die Überreste von etwas Totem. Ein Platz für den Tod in deinem Wohnzimmer. Hübscher Effekt, nicht?
Es hilft ein bisschen, die Vitrine nicht zu putzen, aber nur insofern, als dass der Gast hinter den schmutzigen Scheiben die Wertsache nicht erkennt und sich nicht wundern muss, was es denn damit auf sich hat. Das erspart zumindest peinliche Fragen. Die schmutzigen Scheiben helfen sonst nicht besonders viel, denn du selbst weißt ja, was dahinter ist.
Am besten wäre also, du würdest das Klumpert los. Es verströmt so penetrant seine vorwurfsvoll spinnwebenverhangene Präsenz, die macht dir dein Heim direkt ungemütlich. Und es nimmt auch so viel Platz weg. Was man alles stattdessen hineinstellen könnte in die Vitrine, Bücher, wichtige Gedanken, Gedanken, die einen weiter bringen! (Wohin, wohin? Egal. Raus. Raus in die frische Luft). Aber das hier, das erzählt dir immer nur die gleichen alten Geschichten, nein, weiter bringt dich das nicht.
Also weg damit! Weg! Ab in den Müll und nie wieder dran gedacht.
Aber das geht nicht. Nicht so lang es noch ganz ist. Es wäre eine Sünde. Ja. Das hier sogar wirklich. Das hier wäre sogar wirklich eine Sünde.
So ist das eben: Du darfst es nicht weg schmeißen, so lange es ganz ist.
Macht sich also bitte wer die Mühe und bricht es?