Endstation Leben
Verfasst: 31.05.2006, 19:36
bin hier ein richtiger frischling und wollte mir mal meinungen einfangen
Endstation Leben
„Ekelhaft, du bist ekelhaft.“ Angewidert schaut er in den Spiegel. „Wie kann man nur so aussehen?“ Lauter solche Gedanken durchströmen seinen Kopf. Letztendlich entscheidet er sich wieder für die weite schwarze Hose, den schlabberigen schwarzen Pulli und ein dunkelblaues T-Shirt, falls es wirklich unerträglich heiß werden sollte. Ihm ist es aber lieber, wenn er seinen Pullover anbehalten kann. Er konnte sich selbst im Spiegel nicht mehr anschauen, wie sollte es dann erst den anderen gehen?
Mit einem weiteren verachtenden Blick für sein Spiegelbild dreht er sich um und schnappt seine Schultasche. Hektisch rennt er die Treppe hinunter, verabschiedet sich mit einem Kopfnicken samt „Ciao Minka“ bei seiner Katze und hetzt zum Bus.
Völlig außer Atem erwischt er ihn gerade noch. Erleichtert steigt er ein und will sich auf den nächst besten Sitz fallen lassen. Doch wie immer ist kein Platz mehr frei. Resigniert stellt er sich an das hinterste Ende des Busses und blendet alles um sich herum aus. Die kleinen nervigen Kinder, die vermeintlich über ihn lästern, interessieren ihn nicht. Ebenso wenig interessiert ihn die laut dröhnende HipHop Musik, von denjenigen, die ihre Mp3-Player auf volle Lautstärke drehen müssen um überhaupt noch etwas zu hören.
Seine Gedanken kreisen nur um ein Thema, sein Aussehen und dessen Wirkung auf andere.
Durch seine geistige Abwesenheit hat er fast verpasst auszusteigen und hastet gerade noch rechtzeitig aus der Tür, bevor sie sich schließen kann.
Nach wenigen Metern zu Fuß kommt er an der Schule an, erste zwei Stunden Sport. „Sport Sport Sport“ dröhnt es in seinen Gedanken. Sport, das heißt sich vor allen anderen blamieren und trotzdem so zu tun als sei es unwichtig.
„Los Jungs, die Mädels rennen schon, ihr müsst auch 12 Minuten laufen auf auf!“ unterbricht ihn die Stimme des Sportlehrers in seinen Gedanken.
Langsam setzt er sich in Bewegung und läuft, immer und immer wieder dieselbe Strecke im Kreis.
„Noch 3 Minuten.“ Klingt es nach ihm unendlich erscheinender Zeit durch die Halle. Ächzend rennt die gesamte elfte Jahrgangsstufe weiter. Er schaut sich die Gesichter seiner Mitschüler genau an. Müdigkeit, Anstrengung und zu seinem erstaunen Freude spiegelt sich in ihren Gesichtern wieder. Sein Blick wandert zu der Fensterwand, in der er sich sieht.
Sein Gesicht ist blass, sein gesamtes Erscheinungsbild ist von Schwäche gekennzeichnet, schwarze krause Haare schimmern in der Spiegelung, eine durchschnittliche Figur und wunderschöne, durch die Schwäche getrübte Augen, sind zu sehen. Aber er sieht das alles nicht. Überall entdeckt er Makel, fühlt sich zu dick, hässlich, empfindet sich einfach als einen einzigen Haufen Müll.
Sein Blick trübt sich, das Spiegelbild verschwimmt vor seinen Augen. Alles ist Schwarz.
Diagnose: Kreislaufzusammenbruch durch Schlafmangel und Essensentzug.
Der Beginn des Leidesweges von nur einem von vielen. Ausgelöst durch die Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft.
Magersucht, Bulimie, Selbstverletzendes Verhalten, Borderline, alles eine Frage der Zeit.
Endstation Leben.
<Ende>
Endstation Leben
„Ekelhaft, du bist ekelhaft.“ Angewidert schaut er in den Spiegel. „Wie kann man nur so aussehen?“ Lauter solche Gedanken durchströmen seinen Kopf. Letztendlich entscheidet er sich wieder für die weite schwarze Hose, den schlabberigen schwarzen Pulli und ein dunkelblaues T-Shirt, falls es wirklich unerträglich heiß werden sollte. Ihm ist es aber lieber, wenn er seinen Pullover anbehalten kann. Er konnte sich selbst im Spiegel nicht mehr anschauen, wie sollte es dann erst den anderen gehen?
Mit einem weiteren verachtenden Blick für sein Spiegelbild dreht er sich um und schnappt seine Schultasche. Hektisch rennt er die Treppe hinunter, verabschiedet sich mit einem Kopfnicken samt „Ciao Minka“ bei seiner Katze und hetzt zum Bus.
Völlig außer Atem erwischt er ihn gerade noch. Erleichtert steigt er ein und will sich auf den nächst besten Sitz fallen lassen. Doch wie immer ist kein Platz mehr frei. Resigniert stellt er sich an das hinterste Ende des Busses und blendet alles um sich herum aus. Die kleinen nervigen Kinder, die vermeintlich über ihn lästern, interessieren ihn nicht. Ebenso wenig interessiert ihn die laut dröhnende HipHop Musik, von denjenigen, die ihre Mp3-Player auf volle Lautstärke drehen müssen um überhaupt noch etwas zu hören.
Seine Gedanken kreisen nur um ein Thema, sein Aussehen und dessen Wirkung auf andere.
Durch seine geistige Abwesenheit hat er fast verpasst auszusteigen und hastet gerade noch rechtzeitig aus der Tür, bevor sie sich schließen kann.
Nach wenigen Metern zu Fuß kommt er an der Schule an, erste zwei Stunden Sport. „Sport Sport Sport“ dröhnt es in seinen Gedanken. Sport, das heißt sich vor allen anderen blamieren und trotzdem so zu tun als sei es unwichtig.
„Los Jungs, die Mädels rennen schon, ihr müsst auch 12 Minuten laufen auf auf!“ unterbricht ihn die Stimme des Sportlehrers in seinen Gedanken.
Langsam setzt er sich in Bewegung und läuft, immer und immer wieder dieselbe Strecke im Kreis.
„Noch 3 Minuten.“ Klingt es nach ihm unendlich erscheinender Zeit durch die Halle. Ächzend rennt die gesamte elfte Jahrgangsstufe weiter. Er schaut sich die Gesichter seiner Mitschüler genau an. Müdigkeit, Anstrengung und zu seinem erstaunen Freude spiegelt sich in ihren Gesichtern wieder. Sein Blick wandert zu der Fensterwand, in der er sich sieht.
Sein Gesicht ist blass, sein gesamtes Erscheinungsbild ist von Schwäche gekennzeichnet, schwarze krause Haare schimmern in der Spiegelung, eine durchschnittliche Figur und wunderschöne, durch die Schwäche getrübte Augen, sind zu sehen. Aber er sieht das alles nicht. Überall entdeckt er Makel, fühlt sich zu dick, hässlich, empfindet sich einfach als einen einzigen Haufen Müll.
Sein Blick trübt sich, das Spiegelbild verschwimmt vor seinen Augen. Alles ist Schwarz.
Diagnose: Kreislaufzusammenbruch durch Schlafmangel und Essensentzug.
Der Beginn des Leidesweges von nur einem von vielen. Ausgelöst durch die Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft.
Magersucht, Bulimie, Selbstverletzendes Verhalten, Borderline, alles eine Frage der Zeit.
Endstation Leben.
<Ende>