Driving to Bratislava
Verfasst: 09.04.2003, 21:17
Driving to Bratislava
Kurz hinter Schwechat geht Österreichs Beitrag zur Öffnung des Westens von der holprigen Autobahn in die Bundesstraße über. Schengen! Slowakei? Noch nicht! Also bin ich doch noch in der Heimat. Unterschiede gibt es kaum. Die Grenze eben schon. Die Felder links und rechts neben der Straße vermitteln das Gefühl von Nachtsichtgeräten, Präsenzdienern und StG 77 und? Illegalen natürlich.
„Bald fahrn wir zu denen rüber.“
„Achtung“, sag ich zum Beifahrer „die Nachbarn sind doch gar nicht solche. Die Haben nur die drin die von weiter drüben “
Verwundert beobachte ich mich selbst dabei wie ich gekünstelt einfacher zu sprechen versuche. Doch nicht nur die Sprache verändert sich bei dieser primitiven Argumente-unterstreich- Technik sondern, wie mir vorkommt, auch der Inhalt. Denn eigentlich sollte ich jetzt durch stichhaltige Argumente, in überzeugender, rethorisch perfekter Manier, dem neben mir klar machen, das denen und solche eigentlich.......
Ach was gebe ich mich mit dem Trottel ab. Ich bin zu Größerem berufen.
Wie soll ich aber Größeres bewältigen wenn ich schon mit einer „ denen“ Konfrontation nicht fertig werde? Konfrontation? Lächerlich. Nur Ausreden. Muss mich ärgern, dass anscheinend das Ergebnis meiner gedanklichen Exzerpte dieser ganzen Leitartikel, Kommentare, Analysen und Diskussionen, auf ein nüchternes drüben ein absolutes Nichts ist. Ich denke nicht weiter.
Ich muss jetzt aufpassen. Denn der Ortschaftsfünfziger ist wieder zum anpassen. Interkulturell? nein, verkehrstechnisch.
Die Stille meines Beifahrers beunruhigt mich. Wahrscheinlich habe ich ihn mehr bestätigt als gereizt Aber was habe ich eigentlich erwartet? Für den sind das da drüben sowieso alles nur slawische Arbeitsplatzkiller und...
Bald wäre ich selbst zum Killer geworden. Diese verdammten Ortschaften.
Wo bleibt meine Toleranz frage ich mich? Der kann doch denken was er will.
Aber Gesellschaft. Vorurteile, Kronen Zeitung. Ich muss doch was verändern!
Plötzlich atmet der neben mit tief ein. Etwas Unangenehmes liegt in der Luft.
„ Weißt du ich komme von da weiter drüben. Legal. Geschäftlich. In fünf Kilometern kommt die Grenze. Dann bin ich bei denen drin. Habt noch viel zu tun . Nicht nur wegen Autobahn.“
Riesen Lungenvolumen hat der. Bekomme keine Luft mehr ab.
Der dreht mir doch das Wort im Mund um. Bin doch auf seiner Seite. Der glaubt doch nicht wirklich das ich .....
Warum eigentlich nicht. Er denkt, ich sei einer derer. Welcher? Eben dieser was ich von ihm dachte. Super.
Super Angriff gegen Gesellschaft, Vorurteile und Kronen Zeitung. Vorurteile. Der Kreis schließt sich: erst ich ihn, jetzt er mich. Doch es ist meine Schuld, weil eigentlich ich ihn. Auge um Auge. Back to the Steinzeit. So wie ich. So wie alles bei uns da.
Kurz hinter Schwechat geht Österreichs Beitrag zur Öffnung des Westens von der holprigen Autobahn in die Bundesstraße über. Schengen! Slowakei? Noch nicht! Also bin ich doch noch in der Heimat. Unterschiede gibt es kaum. Die Grenze eben schon. Die Felder links und rechts neben der Straße vermitteln das Gefühl von Nachtsichtgeräten, Präsenzdienern und StG 77 und? Illegalen natürlich.
„Bald fahrn wir zu denen rüber.“
„Achtung“, sag ich zum Beifahrer „die Nachbarn sind doch gar nicht solche. Die Haben nur die drin die von weiter drüben “
Verwundert beobachte ich mich selbst dabei wie ich gekünstelt einfacher zu sprechen versuche. Doch nicht nur die Sprache verändert sich bei dieser primitiven Argumente-unterstreich- Technik sondern, wie mir vorkommt, auch der Inhalt. Denn eigentlich sollte ich jetzt durch stichhaltige Argumente, in überzeugender, rethorisch perfekter Manier, dem neben mir klar machen, das denen und solche eigentlich.......
Ach was gebe ich mich mit dem Trottel ab. Ich bin zu Größerem berufen.
Wie soll ich aber Größeres bewältigen wenn ich schon mit einer „ denen“ Konfrontation nicht fertig werde? Konfrontation? Lächerlich. Nur Ausreden. Muss mich ärgern, dass anscheinend das Ergebnis meiner gedanklichen Exzerpte dieser ganzen Leitartikel, Kommentare, Analysen und Diskussionen, auf ein nüchternes drüben ein absolutes Nichts ist. Ich denke nicht weiter.
Ich muss jetzt aufpassen. Denn der Ortschaftsfünfziger ist wieder zum anpassen. Interkulturell? nein, verkehrstechnisch.
Die Stille meines Beifahrers beunruhigt mich. Wahrscheinlich habe ich ihn mehr bestätigt als gereizt Aber was habe ich eigentlich erwartet? Für den sind das da drüben sowieso alles nur slawische Arbeitsplatzkiller und...
Bald wäre ich selbst zum Killer geworden. Diese verdammten Ortschaften.
Wo bleibt meine Toleranz frage ich mich? Der kann doch denken was er will.
Aber Gesellschaft. Vorurteile, Kronen Zeitung. Ich muss doch was verändern!
Plötzlich atmet der neben mit tief ein. Etwas Unangenehmes liegt in der Luft.
„ Weißt du ich komme von da weiter drüben. Legal. Geschäftlich. In fünf Kilometern kommt die Grenze. Dann bin ich bei denen drin. Habt noch viel zu tun . Nicht nur wegen Autobahn.“
Riesen Lungenvolumen hat der. Bekomme keine Luft mehr ab.
Der dreht mir doch das Wort im Mund um. Bin doch auf seiner Seite. Der glaubt doch nicht wirklich das ich .....
Warum eigentlich nicht. Er denkt, ich sei einer derer. Welcher? Eben dieser was ich von ihm dachte. Super.
Super Angriff gegen Gesellschaft, Vorurteile und Kronen Zeitung. Vorurteile. Der Kreis schließt sich: erst ich ihn, jetzt er mich. Doch es ist meine Schuld, weil eigentlich ich ihn. Auge um Auge. Back to the Steinzeit. So wie ich. So wie alles bei uns da.