Von großen und kleinen Vögeln
Verfasst: 05.01.2008, 12:55
Von großen und kleinen Vögeln
Es doziert der Historiker mit strenger Miene: Meine Damen und Herren, machen Sie sich bitte die Dimension dieses Krieges bewusst. Wir sprechen hier von einer exorbitanten Mortalität bar jeder Reglementierung. Von 5,7 Millionen Kriegsgefangenen wurden ca. 2,5-3 Millionen in Kriegsgefangenenlagern systematisch liquidiert.
Ich halte einen Moment inne und schließe die Augen. Langsam verklingt das Rauschen. Mein Blick wandert nach oben und bemerkt den Adler. Mit mächtigen Flügeln reitet er auf unsichtbaren Wellen. Seine Heimat ist die Höhe, der Himmel, der frühere Wohnsitz der Götter. Ein moderner Gott, mit stechender Präzision wacht er über die Vergangenheit, beständig über dem schmutzigen Menschengewühle schwebend, sich nicht verunreinigend.
Aber wer sieht schon mit geschlossenen Augen? Also hebe ich die Lider, strenge den Sehapparat an und enttarne den Angeblichen. Nichts weiter als eine ängstliche Taube mit Übergewicht, von einem glücklichen Windstoss nach oben getragen. Ja, der Himmel kann auch Versteck sein. Aus majestätischem Flügelschlag wird hilfloses Taumeln, er leidet unter der dünnen Luft, überanstrengt die kleine Lunge.
Ob Adler oder Taube, zum Fressen kommen sie Alle nach unten.
Es doziert der Historiker mit strenger Miene: Meine Damen und Herren, machen Sie sich bitte die Dimension dieses Krieges bewusst. Wir sprechen hier von einer exorbitanten Mortalität bar jeder Reglementierung. Von 5,7 Millionen Kriegsgefangenen wurden ca. 2,5-3 Millionen in Kriegsgefangenenlagern systematisch liquidiert.
Ich halte einen Moment inne und schließe die Augen. Langsam verklingt das Rauschen. Mein Blick wandert nach oben und bemerkt den Adler. Mit mächtigen Flügeln reitet er auf unsichtbaren Wellen. Seine Heimat ist die Höhe, der Himmel, der frühere Wohnsitz der Götter. Ein moderner Gott, mit stechender Präzision wacht er über die Vergangenheit, beständig über dem schmutzigen Menschengewühle schwebend, sich nicht verunreinigend.
Aber wer sieht schon mit geschlossenen Augen? Also hebe ich die Lider, strenge den Sehapparat an und enttarne den Angeblichen. Nichts weiter als eine ängstliche Taube mit Übergewicht, von einem glücklichen Windstoss nach oben getragen. Ja, der Himmel kann auch Versteck sein. Aus majestätischem Flügelschlag wird hilfloses Taumeln, er leidet unter der dünnen Luft, überanstrengt die kleine Lunge.
Ob Adler oder Taube, zum Fressen kommen sie Alle nach unten.