verloren im sein
verloren im sein
Irgendwo suche ich noch nach einem Kern, auf den ich beissen kann. Die Mannigfaltigkeiten des Seins lassen mich im Dunklen. Falten wie Funken schlagen Flügel in meiner Seele. Manchmal spreche ich mit den Toten, ohne Spirituelles in mir zu entdecken, nur der Hang zum Selbstmord trägt mich in unermessliche Spähren wie Tunnel unter den Fjorden in Island. Spiralen im Hirn hinterlassen mich oft schlaflos wie ein Geistwanderer. Oft hilft Musik, um Erleichterung meinem ruhelosen Geist zu verschaffen, aber wenn ich den Klängen zu oft lausche, werden sie unbequem, wie eine Kakerlakke in der Küche. Sie bringen mich nicht mehr auf die Manie, die ich vermisse, denn sie trägt mich. Die Tabletten ebnen mein Hirn in eine Sonntagsbratensoße, die ich jeden Tag esse und nichts mehr verspricht. Das Sein wird unerträglich, wenn ich lese und vermeine nicht den Ansprüchen genügen zu können, genauso zu schreiben. Als ob ich mich über andere überheben wollte. Das passiert mir nur in der Schrift, nicht im realen Leben. Es ist eine Trennung zwischen Denken und Realität passiert, die ich nicht erklären kann. Menschen, die ich virtuell kenne, nehmen mich ganz anders war, als die die mich umgeben. Wie kommt dieser Bruch zustande? Das geschriebene Wort schwarz auf weiß ist ein ganz anderes, als die Worte die wir Menschen uns ständig zuraunen. Man hört Betonungen, Versprecher. Ich bin kein guter Redner, deshalb steht mir das gesprochene Wort nicht gut. Ich bin ein virtueller Geist, der immer noch den Kern sucht, auf den er beissen kann. Den wird es niemals geben, denn die Virtualität ist nur ein Schein. Sie bildet die Realität nichteinmal ab.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste