Klar, vogel...
Hier nochmal die ursprüngliche Version:
Schweigen am anderen Ende der Leitung
Kein Atmen ist zu hören, nur Stille
Wir schweigen uns gegenseitig an
Auch ich habe aufgehört zu atmen
um die Stille völlig herrschen zu lassen
Das ist ein Prozess, er hat aufgehört. Um jetzt Stille zu haben. Ich glaube, ich würde es stimmungsvoller finden, wenn es im Präzens geschrieben wäre.. Dass das LI die Stille hört, und dann selber auch Stille erzeugt..
Bezogen auf die Textpassage "Auch ich habe...".
Ja, es ist ein Prozeß der Beendigung, oder so...
Doch dieses "Auch..." bezieht sich gleichzeitig auf den "Anderen"...und als Reaktion auf den Umstand, daß der Andere im Atmen innehält, stellt das lyrische Ich das Atmen ebenfalls ein, um Stille herrschen zu lassen.
In dieser gemeinsam erzeugten Stille, entsteht eine Art lyrisches Vakuum, das einen Sogeffekt für Interpretationen und Bedeutungen entwickelt (hoff ich zumindest)...
Das heißt, die Stille wir zuerst vom anderen erzeugt und das Lyrische Ich stimmt in diese Stille mit ein...