Heimkehr
Verfasst: 14.06.2003, 12:22
Viele Jahre waren vergangen, Maria zuletzt in diesem Ort gewesen war. Als sie jetzt durch die Straßen schlenderte – schaute sie nach links und rechts, nach hinten, eben zurück. Durch den Sucher ihrer Kamera suchte sie Erinnerungen. sie fotografierte alles was sie in diesem Kleinen Ort an ihre Kindheit erinnert, die zugleich unerreichbar weit weg war. Das Dorf ähnelte immer noch dem Bild in ihrem Geiste, nun umhüllt vom nostalgischen Nebel ihrer Träume.
Die Bauern ließen ihre Erntewagen immer noch von Ochsen ziehen. Nur beim Metzger Desseck, stand ein Lieferwagen vor der Tür.
Auf dem Marktplatz war ein Wartehäuschen einer Buslinie eingerichtet.
Sie erinnert sich der vielen Fußmärsche in die 12 Km. entfernte Kreisstatt.
Maria sah den Kramladen, wohin sie oft geschickt wurde Brot, Milch und Zucker einzukaufen. Äußerlich hatte sich nur wenig verändert, doch sie ahnte –, dass die Menschen im Laden nicht dieselben sein können: ihre aus der Kindheit mühsam erretteten Bilder korrespondieren mit dem Gesehenen, und auch wieder nicht.
Innerlich bewegt, ging Maria langsam, durch die Ortschaft die Wege entlang, die sie schon seit langer Zeit nicht mehr gegangen. deutlich hörte sie, eine Kinderstimme ihren Namen rief, weit und breit war jedoch niemand zu sehen. Sie schaute um die Ecke eines steinerne Backsteinhauses und dort stand sie selbst, Irgendwie wusste Maria, sie war das kleine Mädchen, dass schon seit fünfzig Jahren eine Ewigkeit, auf sich selbst gewartet hat.
Leicht verschämt, wie es ihrer Art war, drehte sie den blonden Zopf , mit dem eingeflochtenen blauen Band, in den Zeigefinger ihrer rechten Hand.
Und Beide schauten sich mit grünen Mandelaugen, wie eine Erscheinung an. Um die zierlichen Arme trug sie dünne Bändchen aus Wolle: ´Ich habe sie selbst geflochten´, sagte Maria, als Antwort auf eine nicht ausgesprochene Frage.
das Mädchen wies Maria mit ihrem Finger, ihr zu folgen. Durch die schmalen Gassen eilend, war das Kind schneller als Maria und so hielt es immer wieder inne, um auf die Fotografin zu warten die ihre Erinnerungen durch den Sucher ihrer Kamera suchte. [als sie vor einigen Monaten mit ihren Mann. einen Segelturn durch das Mittelmeer gemacht hatte, war ihr Boot in einem Sturm zerschellt ; Ralf hatte sich immer wieder die Gischt aus dem Gesicht gewischt, das alt geworden war, doch dann war er in den Wellen verschwunden, Maria schrie sich die Seele aus dem Laib, und hielt sich um so fester an ein stück Planke des zertrümmerten Boot fest, als sie nach dem Unglück stunden durch die Wogen trieb, betete sie den Rest ihres Gottvertrauen um Rettung, um noch einmal dahin zurück zu können, wohin sie sich mitten der tosenden Wellen sehnlich hinwünschte;... ´Komm!´, rief das Mädchen, ´komm!´ Maria zuckte zusammen, als schrecke sie aus einem Traum auf. Jetzt hatte sie das Wort, nach dem sie gesucht hatte: ´Verbundenheit´ war es von der sie erfüllt war. Sie weinte.
Bald schon waren sie ausserhalb des Dorfes und Maria wischte sich salzigen Schweiß aus den Augenhöhlen. Da war es: ihr Elternhaus: aus der Kastanie – die sie damals, als Setzling einpflanzen durfte – war ein mächtiger Baum geworden, sein Blätterdach verdeckte jetzt die Fenster der oberen Räume: und ihr ehemaliges Zimmer. Die bewegten Blätter legten die Eingangstür in Schattenbilder, dass es unmöglich war, mit den Augen zu folgen. Maria machte eine kleine Pause. Dann das Foto.
Das Haus war immer noch das Haus ihrer Eltern.
Maria entfernte die Bretter die an der Eingangstür genagelt waren. Das Mädchen öffnete vorsichtig die nur angelehnte Tür [immer wieder hatte Maria ihrem Vater gesagt, er solle sie richtig schliessen und ebenso oft hatte er ihr geantwortet, dass hier doch nichts passieren könne]; Maria atmete heftig. Etwas drängte Vorwärtz, Nur zögerlich folgte ihre Seele: nach all den Jahren hatte Maria Angst, in das Haus ihrer Kindheit zurückzukehren. die kleine Diele roch immer noch so vertraut wie früher ; viele viele Bilder regneten von der niedrigen Decke. Ihr Vater war nicht in der Küche. Sie blickte sich um: nur wenig hatte sich verändert. Das Mädchen sass artig am Küchentisch und trank aus einer viel zu schweren Tasse, schluckweise Tee. auf der, der Name ´Maria´ geschrieben stand (irgendwann einmal, vor vielen Jahren: war die tasse ein Geburtstagsgeschenk ihrer Eltern, und die Tasse mit ihrem Namen drauf ein sakraler Gegenstand geworden. als sie auszog, hatte sie ihn hiergelassen –: sie wollte nichts an Erinnerung mitnehmen, was sie in der fremde nur traurig gemacht hätte, zweitens wollte sie, dass etwas von ihr in diesen Räumen bleiben soll: eine Erinnerung für ihre Eltern, die sie aufrichtig geliebt hat.
Für die Eltern war das damalige Landleben harte Arbeit, und Emotionen nur zu den Feiertagen und bei Beerdigungen erlaubt.
Maria setzte sich ihrerseits an den Tisch, wie von Zauberhand öffnete sich ein vertikaler Raum: in dem sich Mutter und Vater bewegten. ihr Vater blickte sie lange an, obwohl sie sich beide anschauten trafen sich ihre Blicke nicht .
´Wir sind so froh, dass du zurückgekehrt bist, meine Kleine. jaja, Trink etwas! Nach all den Reisen musst du sehr durstig sein!´
Wann war es gewesen, dass ihre Eltern gestorben waren?, sie wollte sich nicht erinnern. Zur Seite blickend, war das Mädchen verschwunden und ihre eigenen Hände umschlossen die Tasse, aus der heisser Dampf strömte.
"Maria", las sie leise ihren Namen von der Tasse.
Maria Dakuschewskie, später von Ihrem Türschild, Maria war heimgekehrt.
Copyright by bsucher
Die Bauern ließen ihre Erntewagen immer noch von Ochsen ziehen. Nur beim Metzger Desseck, stand ein Lieferwagen vor der Tür.
Auf dem Marktplatz war ein Wartehäuschen einer Buslinie eingerichtet.
Sie erinnert sich der vielen Fußmärsche in die 12 Km. entfernte Kreisstatt.
Maria sah den Kramladen, wohin sie oft geschickt wurde Brot, Milch und Zucker einzukaufen. Äußerlich hatte sich nur wenig verändert, doch sie ahnte –, dass die Menschen im Laden nicht dieselben sein können: ihre aus der Kindheit mühsam erretteten Bilder korrespondieren mit dem Gesehenen, und auch wieder nicht.
Innerlich bewegt, ging Maria langsam, durch die Ortschaft die Wege entlang, die sie schon seit langer Zeit nicht mehr gegangen. deutlich hörte sie, eine Kinderstimme ihren Namen rief, weit und breit war jedoch niemand zu sehen. Sie schaute um die Ecke eines steinerne Backsteinhauses und dort stand sie selbst, Irgendwie wusste Maria, sie war das kleine Mädchen, dass schon seit fünfzig Jahren eine Ewigkeit, auf sich selbst gewartet hat.
Leicht verschämt, wie es ihrer Art war, drehte sie den blonden Zopf , mit dem eingeflochtenen blauen Band, in den Zeigefinger ihrer rechten Hand.
Und Beide schauten sich mit grünen Mandelaugen, wie eine Erscheinung an. Um die zierlichen Arme trug sie dünne Bändchen aus Wolle: ´Ich habe sie selbst geflochten´, sagte Maria, als Antwort auf eine nicht ausgesprochene Frage.
das Mädchen wies Maria mit ihrem Finger, ihr zu folgen. Durch die schmalen Gassen eilend, war das Kind schneller als Maria und so hielt es immer wieder inne, um auf die Fotografin zu warten die ihre Erinnerungen durch den Sucher ihrer Kamera suchte. [als sie vor einigen Monaten mit ihren Mann. einen Segelturn durch das Mittelmeer gemacht hatte, war ihr Boot in einem Sturm zerschellt ; Ralf hatte sich immer wieder die Gischt aus dem Gesicht gewischt, das alt geworden war, doch dann war er in den Wellen verschwunden, Maria schrie sich die Seele aus dem Laib, und hielt sich um so fester an ein stück Planke des zertrümmerten Boot fest, als sie nach dem Unglück stunden durch die Wogen trieb, betete sie den Rest ihres Gottvertrauen um Rettung, um noch einmal dahin zurück zu können, wohin sie sich mitten der tosenden Wellen sehnlich hinwünschte;... ´Komm!´, rief das Mädchen, ´komm!´ Maria zuckte zusammen, als schrecke sie aus einem Traum auf. Jetzt hatte sie das Wort, nach dem sie gesucht hatte: ´Verbundenheit´ war es von der sie erfüllt war. Sie weinte.
Bald schon waren sie ausserhalb des Dorfes und Maria wischte sich salzigen Schweiß aus den Augenhöhlen. Da war es: ihr Elternhaus: aus der Kastanie – die sie damals, als Setzling einpflanzen durfte – war ein mächtiger Baum geworden, sein Blätterdach verdeckte jetzt die Fenster der oberen Räume: und ihr ehemaliges Zimmer. Die bewegten Blätter legten die Eingangstür in Schattenbilder, dass es unmöglich war, mit den Augen zu folgen. Maria machte eine kleine Pause. Dann das Foto.
Das Haus war immer noch das Haus ihrer Eltern.
Maria entfernte die Bretter die an der Eingangstür genagelt waren. Das Mädchen öffnete vorsichtig die nur angelehnte Tür [immer wieder hatte Maria ihrem Vater gesagt, er solle sie richtig schliessen und ebenso oft hatte er ihr geantwortet, dass hier doch nichts passieren könne]; Maria atmete heftig. Etwas drängte Vorwärtz, Nur zögerlich folgte ihre Seele: nach all den Jahren hatte Maria Angst, in das Haus ihrer Kindheit zurückzukehren. die kleine Diele roch immer noch so vertraut wie früher ; viele viele Bilder regneten von der niedrigen Decke. Ihr Vater war nicht in der Küche. Sie blickte sich um: nur wenig hatte sich verändert. Das Mädchen sass artig am Küchentisch und trank aus einer viel zu schweren Tasse, schluckweise Tee. auf der, der Name ´Maria´ geschrieben stand (irgendwann einmal, vor vielen Jahren: war die tasse ein Geburtstagsgeschenk ihrer Eltern, und die Tasse mit ihrem Namen drauf ein sakraler Gegenstand geworden. als sie auszog, hatte sie ihn hiergelassen –: sie wollte nichts an Erinnerung mitnehmen, was sie in der fremde nur traurig gemacht hätte, zweitens wollte sie, dass etwas von ihr in diesen Räumen bleiben soll: eine Erinnerung für ihre Eltern, die sie aufrichtig geliebt hat.
Für die Eltern war das damalige Landleben harte Arbeit, und Emotionen nur zu den Feiertagen und bei Beerdigungen erlaubt.
Maria setzte sich ihrerseits an den Tisch, wie von Zauberhand öffnete sich ein vertikaler Raum: in dem sich Mutter und Vater bewegten. ihr Vater blickte sie lange an, obwohl sie sich beide anschauten trafen sich ihre Blicke nicht .
´Wir sind so froh, dass du zurückgekehrt bist, meine Kleine. jaja, Trink etwas! Nach all den Reisen musst du sehr durstig sein!´
Wann war es gewesen, dass ihre Eltern gestorben waren?, sie wollte sich nicht erinnern. Zur Seite blickend, war das Mädchen verschwunden und ihre eigenen Hände umschlossen die Tasse, aus der heisser Dampf strömte.
"Maria", las sie leise ihren Namen von der Tasse.
Maria Dakuschewskie, später von Ihrem Türschild, Maria war heimgekehrt.
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