- Das Elixier
Müde zog sie ein Buch aus dem Regal, schlenderte damit wie automatisch zu ihrem Lesesessel.
Sie schlug es auf, wieder einmal suchte sie nach der passenden Zusammensetzung des Trankes. „Hmm“, murmelte sie ab und zu manchmal hörte man ein „aha!“
Als die Sonne schon fast verschwunden war schloss sie das Buch. Es musste doch eine Lösung geben. Verdammt dachte sie, warum stellte der König auch so unmögliche Ansprüche?!. Die junge Elfe streifte ihr langes dunkelbraunes Haar zurück. Ihre olivefarbene Haut war fad und wirkte abgespannt. Gut dann musste es anders gehen, beschloss sie für sich, viel Zeit hatte sie nicht mehr. Sie legte das Buch auf den Tisch neben sich. Sie stand auf, und packte entschlossen ihren Rucksack.
Merangez ihr Lehrmeister sagte immer, Kind wenn du nicht weiter weißt folge deinem Instinkt und scheue dich nicht deinen alten Lehrmeister aufzusuchen. Genau das würde sie nun tun. Wenig später zog sie los in Richtung der Stadttore.
Als sie die Wildnis erreichte, ereilte sie ein befreiendes Gefühl. Spät in der Nacht, baute sie ein kleines Lager auf. Am Feuer fand sie Wärme, Ruhe boten ihr die Klänge der Natur. Eine Stimme ließ sie aufschreckten. „Meine Dame, verzeiht aber erlaubt ihr einem alten Mann, sich bei euch am Feuer zu wärmen?“
Sie hob den Blick und betrachtete den „Alten“ musternd.
Vor ihr stand ein Mann mittleren alters, sie tippte auf einen Menschen. „Sicher mein Herr, kann ich euch etwas Brot anbieten?“
Er verneinte, setzte sich lächelnd zu ihr. „Was macht eine Elfe alleine des Nachts, mitten in der Wildnis?“, fragte er nach einiger Zeit.
„Das gleiche könnte ich euch fragen“, erwiderte sie kess, „ ich bin auf dem Weg in ein nah gelegenes Waldstück.“
Er nickte leicht und entgegnete sacht. „Auch mich zog es in die Ferne, ab und zu hilft es einem.“ Sie schmunzelte. Wohl wahr dachte sie. „Mein Name ist Shyra“, sie reichte ihm eine Hand. „Shyra…es freut mich sehr!“, er ergriff ihre Hand drückte sie sanft aber bestimmend. Ein Schauer lief über ihren Rücken als er ihren Namen aussprach. „Nennt mich Kenreth, Magier der Elemente!“ Sie zog die Hand zurück, sah einen Moment in die Flammen. „Angenehm Kenreth. Eine sehr interessante Disziplin der ihr folgt.“ Sie unterhielten sich die ganze Nacht, die meiste Zeit über Magie. Im Morgengrauen, schlief Shyra wohl ein. Als sie wieder erwachte war Kenreth zumindest fort. Verwundert sah sie sich um, er hatte das Feuer gelöscht. Vor ihrem Rucksack lag ein zusammen gerolltes Pergament. Als sie es ergriff, fiel eine kleine Phiole auf den Boden. Diese hob sie auf und betrachte den bläulichen Inhalt. Auf dem Pergament standen die Zeilen, gebt das eurem König es wird all seine Wünsche erfüllen. Ich hoffe auf ein baldiges wieder sehen Kenreth.
Sie öffnete die Phiole und untersuchte deren Inhalt. Es handelte sich um eben dieses Elixier wonach sie schon so lange suchte. Verwundert räumte sie das Lager. Sie hatten nicht über den Trank gesprochen, woher wusste der Fremde davon?
Auf der anderen Seite konnte es ihr egal sein, niemand würde fragen wie sie den Trank erhielt, hauptsache sie hatte ihn dabei. Frohen Mutes wanderte sie zurück in die Stadt.
Sie eilte zum Königshof, um das Elixier zu überreichen. „Ich sehe ihr seid zurückgekehrt Shyra, seid ihr endlich fündig geworden?“, fragte der König sofort ohne die Begrüßungsfloskel abzuwarten.
Sie nickte. „Ja Sire, betrachtet die Aufgabe als erledigt! Ihr werdet dank des Trankes Allwissend sein.“
Mit diesen Worten überreichte sie die Phiole. Welche er zufrieden, im Licht drehend betrachtete. Schnell trank er den Inhalt des Fläschchens. „Ich wusste, dass ihr mich nicht enttäuschen würdet!“ Diese Worte zauberten ein Lächeln auf ihr Gesicht, sie war unheimlich glücklich in diesem Moment. Ein Moment welcher nur kurz währen sollten, denn vieles änderte sich von diesem Zeitpunkt an. Vieles wurde anders, nicht vorhergesehene Dinge geschahen.
Doch dies ist eine andere Geschichte…leise vernahm sie die Stimme von Kenreth in ihrem Geist...