Stimmen
Verfasst: 16.10.2003, 17:17
Hallo,
hier eine Kurzgeschichte zum Thema "Dazwischen". Wäre schön, wenn jemand etwas dazu sagen würde.
Liebe Grüße
crASHed
Stimmen
Um mich herum ist alles dunkel. Ich liege. Weich. Wo? Ich weiß es nicht. Zuerst ist alles still. Dann höre ich ein leises Rauschen, es kommt immer näher, bis aus dem Rauschen schließlich Stimmen werden.
Ich weiß jetzt zwar, dass das Rauschen in Wirklichkeit Stimmen sind, was diese Stimmen jedoch sagen, verstehe ich nicht.
Zusammenhangsloses Zeug.
Jetzt will ich mich aber erst noch ein wenig ausruhen. Langsam drifte ich weg. Nichts. Gar nichts.
Als ich wieder wach werde, stelle ich fest, dass ich mich wieder einmal an keinen Traum erinnern kann. Das geht scheinbar schon ewig so. Warum? Ich konnte mich doch auch früher fast immer an meine Träume erinnern.
Doch jetzt? Träume ich etwa nicht mehr? Aber nein. Das kann nicht sein. Schließlich wird man dann doch irgendwann verrückt. Und ich bin nicht verrückt.
Da sind sie wieder. Die Stimmen. Warum nur verstehe ich sie nicht? Ich versuche angestrengter zuzuhören. Irgendwie kommen mir die Stimmer schon bekannt vor.
Und warum, verdammt noch einmal, ist hier alles so dunkel? Wo bin ich? Was ist das Letzte, an das ich mich erinnern kann? Stimmen. Ja, und dann wurde ich müde und bin eingeschlafen. Davor? Ich weiß es nicht. Alles scheint so verschwommen.
Moment. Was war das? Das war doch mein Name, oder? Warum sagen die Stimmen meinen Namen? Bin ich etwa doch verrückt? Nein. Ich habe es doch ganz deutlich gehört: .......
Da. Eben schon wieder. Wer ist das? Woher kennt mich diese Person und wo ist sie? Wieso kann ich sie nicht sehen?
Meine Augen sind offen, aber ich sehe einfach nichts!
Oh, mein Gott, ich bin doch nicht etwa blind, oder? Nein. Warum sollte ich auf einmal blind sein?
Tief durchatmen. Konzentriere dich. Die Stimmen werden leiser. Nein, bitte nicht, geht nicht weg! Ich will hier nicht alleine im Dunkeln liegen!
Weg sind sie. Verdammt. Und nun? Schlafen? Ja. Schlafen.
Diesmal haben mich die Stimmen geweckt. Wie lange ich wohl geschlafen habe? Natürlich ist es immer noch dunkel und an einen Traum kann ich mich nach wie vor nicht erinnern.
Die Stimmen nennen mich wieder beim Namen. Also wirklich! Jetzt reiß dich zusammen und versuche zu verstehen, wer da mit dir spricht!
Ich verstehe es einfach nicht. Wo bin ich und warum hilft mir niemand?
„Sind Sie sich sicher?“
„Ja. Leider“
„Und es gibt keine Hoffnung mehr?“
„Frau M., ihre Tochter liegt seit drei Monaten im Koma, ohne künstliche Beatmung wäre sie schon lange tot. Ich denke nicht, dass ihre höheren Gehirnfunktionen noch aktiv sind und glaube wirklich, dass es das Beste ist, sowohl für Sie als auch für ihre Tochter, wenn wir die Geräte abschalten.“
Zögern. „Sie haben vermutlich recht.“ Stille. „Stellen Sie die Geräte ab.“
Meine Mutter!? Wieso habe ich das nicht gleich bemerkt? Natürlich. Sie ist bei mir.
Nein, bitte nicht. Die Stimmen werden schon wieder leiser.
Mama, wo gehst du hin?
hier eine Kurzgeschichte zum Thema "Dazwischen". Wäre schön, wenn jemand etwas dazu sagen würde.
Liebe Grüße
crASHed
Stimmen
Um mich herum ist alles dunkel. Ich liege. Weich. Wo? Ich weiß es nicht. Zuerst ist alles still. Dann höre ich ein leises Rauschen, es kommt immer näher, bis aus dem Rauschen schließlich Stimmen werden.
Ich weiß jetzt zwar, dass das Rauschen in Wirklichkeit Stimmen sind, was diese Stimmen jedoch sagen, verstehe ich nicht.
Zusammenhangsloses Zeug.
Jetzt will ich mich aber erst noch ein wenig ausruhen. Langsam drifte ich weg. Nichts. Gar nichts.
Als ich wieder wach werde, stelle ich fest, dass ich mich wieder einmal an keinen Traum erinnern kann. Das geht scheinbar schon ewig so. Warum? Ich konnte mich doch auch früher fast immer an meine Träume erinnern.
Doch jetzt? Träume ich etwa nicht mehr? Aber nein. Das kann nicht sein. Schließlich wird man dann doch irgendwann verrückt. Und ich bin nicht verrückt.
Da sind sie wieder. Die Stimmen. Warum nur verstehe ich sie nicht? Ich versuche angestrengter zuzuhören. Irgendwie kommen mir die Stimmer schon bekannt vor.
Und warum, verdammt noch einmal, ist hier alles so dunkel? Wo bin ich? Was ist das Letzte, an das ich mich erinnern kann? Stimmen. Ja, und dann wurde ich müde und bin eingeschlafen. Davor? Ich weiß es nicht. Alles scheint so verschwommen.
Moment. Was war das? Das war doch mein Name, oder? Warum sagen die Stimmen meinen Namen? Bin ich etwa doch verrückt? Nein. Ich habe es doch ganz deutlich gehört: .......
Da. Eben schon wieder. Wer ist das? Woher kennt mich diese Person und wo ist sie? Wieso kann ich sie nicht sehen?
Meine Augen sind offen, aber ich sehe einfach nichts!
Oh, mein Gott, ich bin doch nicht etwa blind, oder? Nein. Warum sollte ich auf einmal blind sein?
Tief durchatmen. Konzentriere dich. Die Stimmen werden leiser. Nein, bitte nicht, geht nicht weg! Ich will hier nicht alleine im Dunkeln liegen!
Weg sind sie. Verdammt. Und nun? Schlafen? Ja. Schlafen.
Diesmal haben mich die Stimmen geweckt. Wie lange ich wohl geschlafen habe? Natürlich ist es immer noch dunkel und an einen Traum kann ich mich nach wie vor nicht erinnern.
Die Stimmen nennen mich wieder beim Namen. Also wirklich! Jetzt reiß dich zusammen und versuche zu verstehen, wer da mit dir spricht!
Ich verstehe es einfach nicht. Wo bin ich und warum hilft mir niemand?
„Sind Sie sich sicher?“
„Ja. Leider“
„Und es gibt keine Hoffnung mehr?“
„Frau M., ihre Tochter liegt seit drei Monaten im Koma, ohne künstliche Beatmung wäre sie schon lange tot. Ich denke nicht, dass ihre höheren Gehirnfunktionen noch aktiv sind und glaube wirklich, dass es das Beste ist, sowohl für Sie als auch für ihre Tochter, wenn wir die Geräte abschalten.“
Zögern. „Sie haben vermutlich recht.“ Stille. „Stellen Sie die Geräte ab.“
Meine Mutter!? Wieso habe ich das nicht gleich bemerkt? Natürlich. Sie ist bei mir.
Nein, bitte nicht. Die Stimmen werden schon wieder leiser.
Mama, wo gehst du hin?