Grusel-Märchenstunde

Moderne Literatur heißt: Kino, Theater und Oper nicht vergessen. Welcher Film ist sehenswert? Welche Inszenierung gelungen?
vogel
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Grusel-Märchenstunde

Beitragvon vogel » 04.10.2005, 10:50

Anmerkung vorne weg : Alles in Klammern [] ist Lautschrift ^^




Wer sagt nicht Ja, wenn er gefragt wird, ob er Schneewitchen im Kino schaun will ? Ich mein, Märchen sind doch was schönes.
Ich war zwar irgendwie etwas irritiert, als auf dem Tiket "[Gebratha Grimm]", aber wird schon stimmen.

Nach der unterhaltsamen Werbung, die ich mir im Kino ja immer wieder gern ansehe, saß ich gespannt in meinem gut gepolstertem blauen Sessel in diesesn Modernen Kino.

Ich sah Jacob und Willhelm, die die Menschen des Anfangenden 19 Jh. von Hexen und Geistern befreiten - dafür aber Jünger anheuerten, die die Hexe spielten und dafür einige Taler bekamen. Was nicht ausblieb, waren mehrere Verurteilungen zur Köpfung, Hengung, Verbrennung, Folterung und was Napoleon sonst noch so zu bieten hatte. Aber irgendwie habens die Jungs immer wieder geschafft, sich das rauszureden - mussten allerdings ein Dorf vom ECHTEN Spuck befreien....


"Gebrüder Grimm" glänzt mit Sternchen wie Heath Ledger (Jacob) und Matt Damon (Willyboy ^^). Monica Bellucci ist eines der Schnewittchen. (Was erklärt, warum ich mich den ganzen Film fragte, woher ich die alle kenne ^^).
Da ich den Film bisher nur in Russisch sah, blieben mir manche Kniffe und Witzte verwehrt (man stelle sich vor, ein riesiges Kino lacht los, nur fünf Deutsche nicht ;-) ). Donnerstag startet er allerdings hierzulande und ich kann mir das zusammengewürfel von Rotkäppchen, Hänsel&Gretel, Rapunzel, Schneewitchen und irgendwelchem Horror noch mal anschaun. Und da sag noch mal einer, ich unterstüzte die Kinos nicht !






PS : Als der kleine Sasha (der aussieht wie nen Mädel und auch versehendlich gekippnept wird) sein Gesicht verlieht, weil da irgendson komischer Klumpen Unrat auf ihn los geht, und sich dann zu einem Lebkuchen formiert, dachte ich echt : Ich esse keine Lebkuchen mehr !!
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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon Edekire » 04.10.2005, 14:44

Hmmm, du. Du hast irgendwie nicht so recht mitbekommen worum es eigentlich ging odeR? Ich nämlich nicht :-D Nach deiner Beschreibeung meine ich. ;-)
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane

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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon vogel » 04.10.2005, 19:14

Da die Menschen an Hexen und Geister glaubten, machen Jacob und Willhelm sich das zum Nutzten : Sie heuern Leute an die die Hexen spielen und "vertreiben" diese dann. Das sie beiden Schand spielen, bekommt Napoleon mit (oder iergendwer anderes .-. ) , sie bekommen den Tot gedroht, bequatschen den aber irgendwie und werden dann in ein deutsches Dorf (aber unter franz. Macht, ich glaube war in Lotringen, den Namen habe ich aber vergessen) geschickt, da sind nämlich Kinder verschwunden : u.a. Rotkäppchen und Gretel. Ja, die gehen in den Wald, zum Turm von Rapunzel, und dann Spuckt das das Richtig, also so echt mit Laufenden Bäumen etc.
Sie heuern einen Waldkenner an - eine Frau (Monica Bellucci). Ja, hm, und die kennt den Turm und ach, das is was schwer zu erklären. Sie erzählt auch ne Geschichte zu dem Turm, ich weiß die Bilder , aber euch erzählen ...
Naja in dem Turm lebt sowas wie die schöne König aus Schneewittchen : Spieglein, Spieglein halt. Und die will wieder erweckt werden, dann wird sie nämlich aus ihrem Schlaf wach, und wieder SCHÖN !!! (sie hat ganz lange weiße Haare und eckilige nägel). Das geht nur bei ner Mondfinsternis und wenn in den Särgen um den Turm so und so viele Mädchen schlafen. HJedenfalls die im Turm hat halt einen Mann gefangen genommen, der die Mädels kindept und ihr son Saft einflößt und so, und dann erwacht die halt weil er alle Särge voll hat ( u.a. mit Monica Bellucci) und so ...


Ja, aber wie das Prob nun gelöst wird, sag ich euch nia :-p



Weißt was, ich glaub, ich schlepp dich ins Kino ^^
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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon vogel » 07.10.2005, 11:47

So, ich war gestern nun im Kino und hab die Filmindustrie unterstützt. Hm, was soll ich sagen, der Saal war voll.
In Deutsch hab ich wesentlich mehr verstanden als in Russisch :-D Aber nochmal schau ich ihn mir nicht an .......
Mir ist aufgefallen, wenn man einen Film in einer Sprache schaut, die man nicht kann und nur Brocken versteht, dann hört man jene besonders raus. So viel mir auf das in Ru Jakob einmal rief: "[Paschjalsta, Paschalsta !!] (Bitte, Bitte - weiß nia wie in Lautschrift schreiben .( )" um Wilhelm zuerwecken. Im Deutschen fiel mir das nicht so auf, ich glaube hier rief er einfach den Namen.
Ein Russe übersetzte mir auch im Film einen Satz ins Deutsche als es um den Erweckungskuss der beiden Brüder ging, im Deutschen war es der gleiche Sinn, nicht Wortlaut.

Also die Handlung, die ich oben schon mal geschildert habe, stimmt so :-) Die Stadt ist Marbaden, von Frankreich besetzt.
Die Königen war die von dem Königreich und als die Pest kam hat sie sich im Turm eingespert, aber da die Pest durch die Luft kommt, begann sie zu verfallen. Die foterte die Menschen um den Zauber für ewiges Leben zu bekommen, bekam sie auch - aber als einziger blieb ihr der Zauber für ewige Jugend verborgen, daher muss sie irgendwie das Blut von 12 Jungen Mädels trinken wenn Mondfinsterniss ist ... Krank die Alte .. :vampire:


Dann versuch ich mal die Märcheninhalte zusammen zu tragen :
  • ein Mädchen verschwindet : rotes Cape (Rotkäppchen)
  • Hänsel & Grätel laufen durch den Wald, legen Brotspur
  • Böser Wolf
  • Hexe bietet roten Apfel an (Schneewittchen)
  • Lebkuchenkind ( ?! -> Wer kennt dieses Märchen, ist es von Grimm ?)
  • Zauberbohnen (ka, welches Märden es ist - ich weiß den Inhalt aber nicht den Titel ...)
  • großer Turm ohne Zugang, im oberen Raum eine Frau mit laaaaaaaaaaaaaaaaaaangen Haaren (Rapunzel )
  • "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste ?" "Ihr Königen seit es" (Schneewitchen)
  • Als Will im Bann der Königen ist, und ihr Bann gebrochen wird, zerfällt sie in tausende Stücke, Will sammelt dieses auf, um sie wieder zusammen zusetzten (Hinweis auf Schneekönigin - > Das ist von nem Tschenchen, das mag ich nämlich verdammt gerne !)
  • der Kuss der wahren Liebe um die Schlafendende zu erwecken (Schneewittchen)
  • Glasschuhe an den Füßen der 12 Opfermädels (Aschenputtel ?)
  • Jac und Will müssen den Füßboden schrppen - im süßen Mädchenkittel mit Haube :-D (Aschenputtel)

tbc ...


PS : Aber was die ganten Kakalacken und Viecher da sollen ... Ka ...
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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon Silentium » 09.10.2005, 13:02

Erlaube mir noch ein paar Ergänzungen: :besserwisser: :-D

a) Das Lebkuchenmännchen; ich weiß jetzt nicht genau, woher es kommt, aber grimmig ist es meiner Erinnerung nach nicht.

b) Die Zauberbohnen; aus dem Englischen Märchen "Jack and the giant";
Ist wohl 'n Wortspiel mit der Namensgleichheit Jakob/Jack
Allerdings ist mir nicht klar, worfür sie überhaupt im Film gebraucht werden - sie stehen zwar sinnbildlich für die verträumtheit Jakobs, werden aber dann, wo seine Hirngespinste lebensrettend werden, höchstens noch zitiert; Das Motiv wird nie aufgelöst.

c) Die Schneekönigin; Was ist ein "Tschenchen"? Bearbeitungen der Schneekönigin gibt's auf jeden Fall von H.C. Andersen und Clive St. Lewis;

d) Rotkäppchen taucht einmal persönlich auf, wird aber noch ein weiteres Mal zitiert, als nämlich das Pferd anstatt des bösen Wolfes ein Mädel schluckt und sie zuvor seine Augen, seine Ohren und sein Maul lobt.
Allerdings: seit wann pflückt man Hagebutten, wenn die Blätter noch am Strauch sind?

e) Die verspiegelte Rüstung als Schutz - das könnten Anspielungen auf die Basilisk-im-Brunnen hierzulande oder auf die unleidige Geschichte mit der Meduse zurückgehen.

f) Schneewittchen-zitate hast du zusammengetragen; auch sieht die böse Königin ein bisschen Schneewittchen-mäßig aus. Der Kuss der Wahren liebe kommt aber nicht aus diesem Märchen, da lassen nur die Diener den Glassarg fallen und der vergiftete Apfel rutscht ihr aus dem Hals. Diese Kuss-geschichte ist ohnehin Disney-mäßig. Denn im Märchen wird der Froschkönig gegen eine Wand geschmissen und so erlöst, bei Dornröschen taucht der Prinz gerade auf, als die hundert Jahre Schlaf vorbei sind.
Die Jungfrauen selbst, die im Sarg schlafen, sind aber wieder Schneewittchen.

g) Außerhalb von der Großmutter-Kröte-Geschichte kommt der Froschkönig noch einmal vor, als der ziemlich besoffene Jakob fragt, ob man einen Froschschenkelfresser (Franzosen) küssen müsse, um einen Prinzen herauszukriegen.
Derselbe Rauschige zitiert dann noch das Rumpelstilzchen : "Es gab da mal einen Kobold, dessen Namen wir erraten mussten!"
Dann nennt er noch zwei Damen, die sein Bruder gerade zu einer freundschaftlichen Bettaktion überredet, "Geißlein", womit noch der Wolf und die sieben Geißlein rein Zitatmäßig untergebracht wären und wedelt noch mit einer Wahrsagekarte vom "Gevatter Tod" herum, der ja wirklich die niedlichste aller Grimm-Märchenfiguren ist!
Vorher, in der Mühle, eine ähnliche erwähnung: "Diese Rüstung hat der [adjektiv, das ich vergessen hab] geschmiedet, der das Dornröschen aufgeweckt hat."

h) Die lebendigen Bäume - ein eher unübliches Märchenmotiv sind böse Bäume, denn der Wald hatte eher einen ernährenden und schützenden touch. Das einzige Grimm-Märchen, dass ich gefunden hab, in dem Bäume sich großartig einmischen, ist "Die Alte im Wald" - da sind ein Prinz und sein gefolge von einer bösen Hexe in Grünzeug verwandelt worden.

i) Das Mädchen mit dem Vater-Komplex, dass in Männerkleidung und mit einem Fell am Kopf durch die Welt rennt: "Allerleihrau" oder, eventuell, die "Zwölf Jäger".

j) "Die Tiere trinken nicht aus dieser Quelle" - könnte die Brunnenvergiftung von "Brüderchen und Schwesterchen" sein.

k) Aschenputtel taucht ja mehrmals auf, beispielsweise, als die Gebrüder Hausarbeit erledigen. Auch in den Glasschuhen, die die Mädchen auf einmal anhaben, als sie im Sarg liegen. Was allerdings blödsinn ist. Soweit ich mich erinnere hat Tolya in Wien erzählt, dass das ein Übersetzungsfehler aus dem Französischen (wie treffend!) ist, weil das Wort für Fell in Fellpantoffeln bei uns wie "Glas" klingt. In der Gebrüder-Grimm-Variante sind es Gold- bzw. Silberpantoffeln.

l) Der Böse Wolf;
er ist ähnlich dem im Märchen ein Verführer, lockt seine Opfer zuerst einmal an;
einen Werwolf gibt es aber in keinem Grimm-Märchen, das mir bekannt wäre. Frösche und Bären als Prinzen ja, Werwölfe fangen aber ein bisschen weiter östlich an als die Grimms gekommen sind.

m) Lieb war noch die Musik: als der böse Wolf-Vater die Mädchen in die Särge legt, summt er immer "Guten Abend, Gute Nacht"



Insgesamt löst der Film recht zwiespältige Gefühle in mir aus. Manche Szenen funktionieren wunderbar, andere sind aber so krude in Logik und Brauchbarkeit verwurschtelt, dass man den Zuständigen würgen möchte. Die Märchen tauchen zwar auf, werden aber meistens nur zitiert, erwähnt, ohne dass sie irgendeine bedeutung hätten. Sie tragen den Film nicht, sie sind nur ein bisschen schmückendes Beiwerk. Und wer war für die Synchronisation verantwortlich?? Warum nennen sich zwei Deutsche Brüder ganz englisch "Will" und "Jake"?
Das Ende ist unbefriedigend - das ging einfach zu einfach; und warum hat Damon nicht den Anstand, zu sterben, sondern lebt weiter, obwohl er schon einen Dolch und eine überdimensionale Reißzwecke im Herzen stecken gehabt hat? Außerdem ist es ohnehin ein Kapitalverbrechen, einen Deppen wie Matt Damon an die Gebrüder Grimm heranzulassen.

Dafür war der Folterknecht Mercurio Caribaldi (hab ich den Namen richtig im Gedächtnis?)eine wirklich nette Figur und am Schluss hat man ihm direkt gegönnt, dass er seine Perücke wiedergefunden hat.
Die Katze in seinem Riesenmixer war zwar nicht lieb, aber als Pointe gelungen.


Conclusio: Der Film war den Versuch wert und er hätte was werden können, ist aber im Übereifer, so viele Märchen wie möglich unterzubringen, irgendwann vom Weg abgekommen und hat sich selbst paralysiert.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon

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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon vogel » 10.10.2005, 13:24

Danke für deine Ergänzungen, liebe Silly ;-)

Dein Fazit triffts ganz gut. Ich werd mir den Film auch nicht noch mal ansehn. zwei Mal reicht eindeutig. Es ist Literarisch nicht Perfeckt :-D

Was mir jetz noch auf fiel. Es gab eine Stelle, die ich ziemlich Patetisch fand : Oben im Turm, als Wihlem und Jackob sich mit den Schwerten bekriegen müssen, meint Will : "Jackob, das ist deine Welt. Du kennst das Ende, du kannst es ändert ... blabla " Schrecklich ...

Ich fand das auch doof, dass immer nur Will und Jack gesagt wurde.

Ich meinte übrigens Tzschechisch ... Ich mag solche Worte nicht.


m) Lieb war noch die Musik: als der böse Wolf-Vater die Mädchen in die Särge legt, summt er immer "Guten Abend, Gute Nacht"
War mir doch gleich so, dass ich das kannte :-D
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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon Hamburger » 18.10.2005, 19:42

Hi ihr Beiden,

durch absoluten Zufall und ohne mich an der Kinokasse dafür zu entscheiden habe ich mir gestern den Film ebenfalls angeschaut. Nadja kriegte noch ihr Geburtstagsgeschenk und durfte sich einen Film aussuchen und ich erfuhr erst mit dem Anlauf des Vorspanns welcher es denn nun ist.

Fazit: Da sieht man mal wieder wie gut es manchmal tun kann keine Ahnung von nix zu haben – denn ich mag den Film.

Ich habe mich in meiner Kindheit eigentlich fast überhaupt nicht für Märchen interessiert, geschweige denn mal welche gelesen. Deshalb konnten mich fehlerhafte Anspielungen überhaupt nicht schocken und ich fand den Film einfach nur lustig und einfallsreich. Ich habe ihm sogar dieses eklige Ende verziehen, weil ich mich vorher bestens unterhalten gefühlt habe. Insbesondere durch Cavadi (auch ich hab` den Namen vermutlich nicht mehr richtig im Kopf?) – das ist echt eine traumhaft gute Nebenrolle.

Ein paar Punkte noch:


PS : Als der kleine Sasha (der aussieht wie nen Mädel und auch versehendlich gekippnept wird) sein Gesicht verlieht, weil da irgendson komischer Klumpen Unrat auf ihn los geht, und sich dann zu einem Lebkuchen formiert, dachte ich echt : Ich esse keine Lebkuchen mehr !!


Ziemlich zu Beginn als Will und Jake in das Dorf kommen sagt der Vater Sashas es würde sich um ein Mädchen handeln und es sieht nicht so aus als ob er in dieser Situation lügt.
Ich hatte mir das Nicht-Funktionieren der Entführung Sashas daher damit erklärt, dass Will (ich glaube Will war es) den Sarg gerade noch rechtzeitig wieder aufmacht. Aber wieso dann Lebkuchenmännchen?
Kannst das jemand für mich auflösen, denn wenn es wirklich ein Junge wäre, wäre die von mir angegebene Stelle am Anfang im Dorf kein guter Witz sondern ziemlicher Schwachsinn.


sie bekommen den Tot gedroht, bequatschen den aber irgendwie


Na ja, die Idee das die Beiden ins Dorf sollen um den Spuk dort zu beenden kommt von Napoleon ganz alleine. Von "bequatschen" kann hier eigentlich keine Rede sein, vielmehr nennt man das aus Sicht des Überlegenen "gelungene Erpressung" :-D



Die Zauberbohnen; aus dem Englischen Märchen "Jack and the giant";
Ist wohl 'n Wortspiel mit der Namensgleichheit Jakob/Jack
Allerdings ist mir nicht klar, worfür sie überhaupt im Film gebraucht werden - sie stehen zwar sinnbildlich für die verträumtheit Jakobs, werden aber dann, wo seine Hirngespinste lebensrettend werden, höchstens noch zitiert; Das Motiv wird nie aufgelöst.



Also ich fand das eindeutig – wie du schon sagtest die Zauberbohnen stehen sinnbildlich für die Verträumtheit Jacks. Und diese Verträumtheit sorgt ja schließlich auch für die Rettung, denn hätte er nicht Märchen „jahrelang studiert“ wie er sagt und würde an solche Geschichten glauben, wäre er vielmehr wie Will (sehr gute Witze über das Budget des vermeintlichen Fallenstellers im Wald :-)) ), dann würde am Schluss nicht alles gut ausgehen. Ich fand da passte jedes Zauberbohnen-Zitat.


Und wer war für die Synchronisation verantwortlich?? Warum nennen sich zwei Deutsche Brüder ganz englisch "Will" und "Jake"?


Da muss ich dir Recht geben. Merkwürdig, das mich das gestern nicht gestört hat – aber jetzt stört es mich. Genial übrigens Cavaldi am Schluss: „Ich und die Grimmi…“
:-)


Das Ende ist unbefriedigend - das ging einfach zu einfach; und warum hat Damon nicht den Anstand, zu sterben, sondern lebt weiter, obwohl er schon einen Dolch und eine überdimensionale Reißzwecke im Herzen stecken gehabt hat? Außerdem ist es ohnehin ein Kapitalverbrechen, einen Deppen wie Matt Damon an die Gebrüder Grimm heranzulassen.


Stimmt schon, er hätte ruhig sterben dürfen. Übrigens fand ich seine Leistung schauspielerisch in Ordnung – Highlight sicherlich die Szene als die Kröte sich verführerisch auf den Bauch dreht… :-D



Conclusio: Der Film war den Versuch wert und er hätte was werden können, ist aber im Übereifer, so viele Märchen wie möglich unterzubringen, irgendwann vom Weg abgekommen und hat sich selbst paralysiert.


Tja siehst du, so ist das – meine Gnade des Unwissens lässt mich sagen: Sehr guter Unterhaltungsfilm. So scheiden sich die Geister...

Märchenhafte Grüße,

Ham
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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon Silentium » 18.10.2005, 20:36

„Ich und die Grimmi…“


Ja, das war wirklich gut!

Auch sehr ansprechend war diese Spinnen-Pferde-Entführung. Ausgesprochen ästhetisch. Kann auch sein, dass ich völlig überkritisch bin. Ich sehe seit der sch... FBA überall nur noch Märchen. :paranoid:

Sascha ist, wie ich das verstanden hab, ein Mädchen, dass sich darum in das Lebkuchenmännchen verwandelt, weil es im Märchen kein Lebkuchenweibchen gibt. :-D
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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon vogel » 18.10.2005, 20:50

Also mit Sasha weiß ich noch imma nicht ...


So scheiden sich die Geister...
Nu hörts doch mal auf mit den Geistern ! :-D
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Re: Grusel-Märchenstunde

Beitragvon Hamburger » 18.10.2005, 23:33


Auch sehr ansprechend war diese Spinnen-Pferde-Entführung. Ausgesprochen ästhetisch. Kann auch sein, dass ich völlig überkritisch bin. Ich sehe seit der sch... FBA überall nur noch Märchen. :paranoid:


Ja, die Pferde-Entführung war auch äußerst stark - stimmt. Ich glaube übrigens nicht, dass du überkritisch bist. Du hast einfach mehr Ahnung vom Thema - das zeigen ja auch deine Anmerkungen. Dementsprechend stoßen dir diverse Dinge auf die mich nicht die Bohne jucken, weil mir auf Grund meines Nichtwissens hier simple Unterhaltung genügte. Das wird bei deinem Fazit...


Insgesamt löst der Film recht zwiespältige Gefühle in mir aus. Manche Szenen funktionieren wunderbar, andere sind aber so krude in Logik und Brauchbarkeit verwurschtelt, dass man den Zuständigen würgen möchte. Die Märchen tauchen zwar auf, werden aber meistens nur zitiert, erwähnt, ohne dass sie irgendeine bedeutung hätten. Sie tragen den Film nicht, sie sind nur ein bisschen schmückendes Beiwerk.


...zum Beispiel recht deutlich. Für mich reichte es schon dass Anspielungen auf Märchen drin waren und sie brauchten nicht mal eine besondere Bedeutung haben - denn die meisten Märchen kenne ich ja nicht. Diesen Film habe ich daher hauptsächlich konsumiert - für mich eher ungewöhnlich. Aber zur Abwechslung (sonst schaue ich Filme meist sehr kopfgesteuert) wirklich sehr entspannend... :-D


Sascha ist, wie ich das verstanden hab, ein Mädchen, dass sich darum in das Lebkuchenmännchen verwandelt, weil es im Märchen kein Lebkuchenweibchen gibt.
:-D


Also wenn die Anspielungen sowieso manchmal fehlerhaft sind hätte man ja auch noch schnell ein Lebkuchenweibchen erfinden können. Aber so wie du sehe ich es auch, außer kv...


Also mit Sasha weiß ich noch imma nicht ...


kann ihren Zweifel begründen. :-)


Nu hörts doch mal auf mit den Geistern ! :-D


Na gut, weil du es bist und weil du bei deinem letzten Post im "Prolog" auf das "grauer" verzichtet hast ;-)

Liebe Grüße euch beiden,

Ham
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