Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Moderne Literatur heißt: Kino, Theater und Oper nicht vergessen. Welcher Film ist sehenswert? Welche Inszenierung gelungen?

Bilde ich mir das nur ein oder sieht es in diesem Jahr kino-orgastisch eher mau aus?

Du spinnst! Es gab doch dieses Jahr schon 10hoch3 gute Filme, als da wären.......... !!!
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Nein, wirklich nicht. Vielleicht gehst du einfach nur in die falschen Kinos.
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Stimmt, sehr mau. Gut, dass es .......... gibt.
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Yeah, Hollywood suckz. Aber der neue Film mit .......... rulez!!!
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Absolute Durststrecke. Ohne meine .......... wäre ich schon implodiert.
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Kino? Was ist das? Ist das eine analoge Variante von YouTube?
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[) i r k
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Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon [) i r k » 21.09.2009, 22:39

Hi ihrs,

ich habe gerade mal überlegt, was ich dieses Jahr alles im Kino gesehen habe und was mir davon wirklich gefallen hat...... daher starte ich mal diese kleine Umfrage. Was waren eure Highlights in diesem Jahr? Was war ein absoluter Griff in die Remake-Mottenkiste?

Bin gespannt!
[) i r k


ps. Meine kleine Filmbewertungsliste folgt... ;-)
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon vogel » 24.09.2009, 12:39

Hm, also ich habe schon einige gute Filme gesehen. Spontan fallen mir "Harry Potter" und "Issiz Adam (Einsam)" ein. Letzter ist ein türkisches Film im Verleih der Kinostar. Es geht um einen Mann mit exessiven Sexleben, der auf eine junge Damen trifft und sich sofort verliebt; sie verbringen Zeit, aber er kann sich ihr nicht versprechen. Ich war erstaunt über die expliziten Szenen (nie pornografisch und nie wirklich offensiv); schöne Bilder und sehr gute Musik. Lief nur in Ausgewählten Kinos.
Dann "Zerrissene Umarmungen": tolle Bilder, tolle Story, tolle Musik. Ich finde Penelope hat super gespielt. Ein Drehbuchschreiber und Regieuseur erblindet und erzählt rückblickend seine Geschichte. Die Tage nach dem er erblindet ist, sind so schön dargestellt. Manchmal ist das Bild schwarz und man hört nur die Stimmen. Es ist ein Film übers Filme machen.
"Die Frau des Zeitreisenden" - auch nett erzählt, aber das Buch war ausführlicher und besser (natürlich ;-) )
Ich versuche mich gerade an den Anfang des Jahres zu erinnern. Zählen auch FIlme die ich im Seminar gesehen habe, oder im Studentenkino gesehen habe *g ?
Ich bin je mal gespannt auf "Avatar" habe die Prieview gesehen, die nur in ausgewählten Städten lief. Der neue Film von James Cameron verspricht ein einzigartiges neues 3D Erlebnis. Wir werden sehen. Ich halte die Technik ja noch nicht für ausgereigt genug. Da fällt mir ein, ich habe auch "Coroline" in 3D gesehen, der war auch sehr nett.

Wirklich schlimm fand ich "Ice Age 3". Baoh, son Müll. Und dann noch in 3D. Keine Liebe zum Detail, lasche Story. Und die Babys bringt der Storch........ Die sollten sich echt mal neue Figuren ausdenken.
War "Walle-y" auch dieses Jahr? Ich liebe diesen Film. Eeeeeeeeeeeevvvaaa :-&

Mal sehn, vielleicht fällt mir noch was ein ;-) Am Wochenende sehe ich mir "Oben" an, hoffentlich hällt er was er verspricht..
Grüßle,
v.
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon hginsomnia » 24.09.2009, 14:27

Sehr mau ..
Ich gehe nächste Woche in "Inglorious Basterds" - vielleicht rettet dieser Film ja noch mein Kinojahr, wobei ich zugeben muss, noch nicht viel gesehen zu haben. Meistens haben mich schon die Titel verschreckt. :-)

vogel hat geschrieben:Hm, also ich habe schon einige gute Filme gesehen. Spontan fallen mir "Harry Potter"


Dem kann ich mich nicht anschließen. Ich muss zugeben, dass ich nie ein Harry Potter-Fan war, aber dieser Film wird daran auch nichts ändern. Ich habe mich zu dem Kinobesuch überreden lassen und war ziemlich enttäuscht.
Der Film weitet in Überlänge (gähn) in mitunter durchaus witzigen Dialogen das Wer-liebt-wen-Spiel der Charaktere aus. Da wird dann wahlweise angehimmelt, geeifersüchtelt, geliebt und geträumt. Während der Pause in der Mitte des Films habe ich überlegt, was eigentlich inhaltlich so passiert ist und meinte: Nichts.
Am enttäuschendsten ist aber das Ende. Bei einem Film, der gefühlte fünf Stunden läuft und in dem eine der Hauptpersonen stirbt, hatte ich einen ausufernden Endkampf erwartet, eine epische Filmsequenz, wenn man so will. Stattdessen fällt einer vom Turm, weil er gestoßen wird (natürlich magisch), Cut, dann wird eine Hütte angezündet. Selbst die Trauer über den Verlust bleibt merkwürdig eingeschränkt.

Ich schien allerdings der Einzige im Kinosaal zu sein, der das so sieht. Die anderen waren hellauf begeistert. Da ich die schlechte Eigenschaft besitze, jedem, der es nicht hören will, meine Meinung zu sagen, meinte meine Begleitung irgendwann: "Ja, man muss auch das Buch vorher gelesen haben." Glücklicherweise habe ich mir verkniffen, zu sagen, "dass hättest du mir auch vorher sagen können."

:-))
lg
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon vogel » 25.09.2009, 09:39

Hi,
also ich habe die Bücher nicht gelesen und mich auch immer dagegen gesträubt. Dann habe ich im Sommer alle Teile auf DVD geschaut und dann diesen im Kino gesehen. Ja, du magst recht haben, er hat epische länge. Aber hatte das Herr der Ringe nicht auch ? Nicht dass ich HdR mit HP vergleiche möchte...., jeder hat seine Stärken und Schwächen. Bei HP gilt es zu bedenken, dass der große Endkampf sogar in zwei Teilen gezeigt wird: der nächste Kommt November 2010 und der letzte März 2011. Du solltest dir also gut überlegen, ob du ihn dir ansiehst ;_)
Fraglich ist natürlich auch immer, in wie fern man sich fortsetzungstreifen anschauen sollte, wenn man die ersten Teile nicht kennt. Ich habe auch Teil sechs vor Teil fünf gesehen. Und habe einiges nicht verstanden. Das schmelert den Filmgenuss.
Und na klar verarschen (Verzeihung..) sie einen gewaltig, als die Dambeldor (den Zauberer, welcher "ominös" vom Turm fiel") in minutenlanger Großaufnahme zeigen und man dieses Haar im Wind wehen sieht und man denkt, gleich, gleich, gleich steht er wieder auf. Tut er aber nicht, das merkt man dann irgendwann...
Dieser HP ist sehr dunkel. Ich fand ihn manchmal sehr ...hm, aufdringlich, zum Beispiel als Harry mit Dumbeldor in diesem Berg ist. Das wirkte sehr gekrampft. Aber so ist es nun mal. Letztlich fand ich es war ein sehr guter Film. Ich habe schon mitgefiebert. Zumal ich dafür extra viel Geld ausgegeben habe und ihn im IMAX in Berlin gesehen habe - die ersten 15 Minuten in 3D. :-D
Und hey, es ist ein Teeni-Film. Was meinst du, was in den Teilen davor für Zickenterror um die Liebe war :-P

Da ich leider die Buchvorlage nicht kenne, kann ich mir darüber auch kein Urteil erlauben. Wir wissen doch alle, dass die Bücher besser sind. Allerdings finde ich die Aussage: "Man muss das Buch vorher gelesen haben" etwas unpassend. Auch wenn es eine Literaturverfilmung ist, muss der Film funktionieren. Musik funktioniert doch auch, auch wenn man die Noten nicht kennt. Diese Aussage zeigt dann eigentlich wirklich, wie ungenügend der Film erarbeitet wurde. Dabei ist er schon so lang.. *kopf schüttel

Beste Grüße,
V.
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon hginsomnia » 25.09.2009, 14:29

hallo,

ich habe nichts gegen Filme mit Überlänge, nur muss diese Überlänge auch durch den Stoff gerechtfertigt sein. Wie erwähnt, sehe ich das bei Harry Potter nicht. Ich habe meine Beurteilung auch völlig frei von allen sonstigen Harry Potter-Filmen und Bücher verfasst, da ich die nicht kenne. Was den Endkampf betrifft, bezog sich das einzig und allein auf den Tod Dumbledores, den ich nach wie vor als äußerst mäßig in Szene gesetzt empfinde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dumbledore dreimal stirbt ;-)

vogel hat geschrieben:Da ich leider die Buchvorlage nicht kenne, kann ich mir darüber auch kein Urteil erlauben. Wir wissen doch alle, dass die Bücher besser sind. Allerdings finde ich die Aussage: "Man muss das Buch vorher gelesen haben" etwas unpassend. Auch wenn es eine Literaturverfilmung ist, muss der Film funktionieren. Musik funktioniert doch auch, auch wenn man die Noten nicht kennt. Diese Aussage zeigt dann eigentlich wirklich, wie ungenügend der Film erarbeitet wurde. Dabei ist er schon so lang.. *kopf schüttel


Völlig richtig: Auch wenn es eine Literaturverfilmung ist, muss der Film funktionieren. Genau das tut er für mich nicht. Ich habe auch deutlich gemacht, dass ihn viele mit anderen Augen sehen.

Dass die Anekdote von dem vorher gelesenen Buch plötzlich als meine Aussage hingestellt wird, zeigt dann eigentlich, wie ungenügend mein Beitrag erarbeitet wurde. Dabei ist er doch so kurz ... :-))

lg
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon vogel » 25.09.2009, 14:47

Hallo,
ich bitte die ungenügende Ausformulierung meines Vorherigen Beitrages zu entschuldigen. Da habe ich wohl wieder an den falschen Worten gesprart.
Ich habe durchaus erkannt, dass die Aussage "Man muss das Buch gelesen haben" nicht von dir stammt.
Und dass der Film schlecht erarbeitet wurde, trifft dann wohl auf die Filmemacher zu und nicht auf dich, der ihn konsumiert, interpretiert, schluckt, kritisiert.
Eine Überlänge muss durchaus mit Stoff gefüllt werden. Deswegen sehe ich mir zum Beispiel nicht den neuen Film Ben Stiller an, da es mir schleierhaft ist, was man in einer Komödie über einen Comedian in 120 Minuten erzählen will. Das wertet vielleicht den Film ab und zeugt von meinen Vorurteilen, aber dann sei es so. HP hat sicher auch seine langsamen Phasen. Und wenn man eine Buchvorlage hat, muss man sich immer entscheiden, was lässt man weg. Manchmal wird da auch an den falschen Stellen gespart. Aber
Für mich hat der Film funktioniert. Er ist vielleicht nur ein "Zwischenfilm" bevor der große Kampf los geht. Und das Ende war auch für mich mehr als unbefriedigend...
Warum stribt Dumbeldor drei Mal? Da ist dann mein Filmgedächtnis etwas ungenügend, ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern. Bezieht sich deine Aussage bezüglich des langweiligen Endkampfes auf den Inhalt oder auf die Form?

Ich hoffe, ich hatte nicht das letzte Wort ;-)
Beste Grüße,
v.
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon hginsomnia » 25.09.2009, 14:52

Sorry,

kann durchaus auch mein Fehler gewesen sein. Vielleicht etwas (vor)schnell gepostet :-)

Ich meine natürlich nicht, dass Dumbledore dreimal stirbt. Nur das mir das eine Mal halt nicht gefällt. Von anderen Endkämpfen, die da noch kommen mögen, weiß ich eigentlich gar nichts.

lg
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon Hamburger » 01.10.2009, 23:45

Moin zusammen,

zu "Harry" Potter kann ich nur sagen, dass ich irgendwann mal einen Teil gesehen habe und den fürchterlich fand (Teil 3?). Ähnlich ging es mir bei Teil 1 von HDR. Bei beidem habe ich die Bücher nicht gelesen, aber ich finde ja ebenfalls immer, der Film muss auch für sich funktionieren. Über den aktuellen "Harry Potter" kann ich nun nix sagen, aber meine Vorurteile sind nachdem, was ich damals mitansehen musste, immens. :-D

Hervorragend fand ich in diesem Jahr "Gran Torino". Habe ich im März mit Khadija zusammen in Innsbruck gesehen und musste am Schluss heulen. Ergreifende Geschichte um einen alternden Kriegsveteranten, schwankend zwischen Komik und Tragik, gutes Skript, spannende Charaktere, beschäftigt sich mit Themen wie Rassismus und Gewalt, ohne beliebig und ohne moralinsauer zu wirken. Bietet dazu noch einen starken Twist am Schluss. Ist mein Top-Film dieses Jahr.

Genau am anderen Ende der Skala findet sich "Selbst ist die Braut" mit Sandra Bullock. Ebenfalls mit Khadija gesehen, diesmal in Hamburg in der Sneek. So was von sexistisch, rassistisch und verlogen, brrr. Wäre Khadija nicht zum gemeinsamen Lästern da gewesen, ich hätte den Kinosaal früher verlassen.
Was ich bei "Madboy", einem Independent-Film, getan habe. Auch wenn man ohne Budget dreht, wäre eine Handlung ganz nett sowie irgendein Charakter, mit dem man sich ansatzweise identifizieren kann oder der einem nicht scheissegal ist, weil er immer gleich dämlich handelt.

Gut waren noch "Coraline" und der erste Teil vom französischen Zweiteiler "Der Staatsfeind Nummer 1" - und "Blade Runner" im Klassiker-Kino. :-)

Im Mittelmaß liefen Teil 2 vom Staatsfeind, "Watchmen" und "Der Fluch der zwei Schwestern" und "District 9" ein.

An den Rest erinnere ich mich nicht mehr, was für eben diesen Rest kein gutes Zeichen ist. :-D

Es grüßt,

Filmburger

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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon [) i r k » 05.10.2009, 15:03

Absolute Durststrecke. Ohne meine "Gilmore girls"-7-Staffeln-Box wäre ich schon implodiert. :-D


Hi Leute,

hier also mein bisheriges Kinojahr in Kurzfassung:

The International – 5/10
Ein Thriller, der sich meines Erachtens zu sehr an amerikanischen Grisham-Thriller-Schemata orientiert. Leider hat Tom Tykwer alles, was ich an ihm geschätzt habe (vor allem an seinem Film „Heaven“) geopfert, um in Hollywood Erfolg zu haben. Der Film ist spannend, aber trotzdem Durchschnitt.

Der Vorleser – 6/10
Einfach eine gute Story und zwei wirklich gute Schauspieler. Allerdings an manchen Stellen etwas zu glatt (massentauglich geglättet) inszeniert.

Die Bienenhüterin – 4/10
Gott weiß, was mich in solche Filme treibt. Sehr seicht und klebrig.

Gran Torino – 9/10
Ein wirklicher Lichtblick in diesem Kinojahr: Gutes Drehbuch, glaubwürdige Handlung, tadellose Schauspieler. Ich mag amerikanische Filme, die sich mit amerikanischen Problemen der Gegenwart auseinandersetzen, die die andere, die weniger schöne Seite des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten beleuchten. Ein Grund, warum ich auch „8 Mile“ gemocht habe. Der Name der Hauptfigur, Walt Kowalski, deutet schon darauf hin, dass seine Familie nicht vor all zu langer Zeit nach Amerika eingewandert ist. Dieser alte Kauz, dessen Frau gerade gestorben ist, sieht sich in seinem Viertel mit einer neuen Einwander-Generation konfrontiert und sein ureigener Patriotismus trägt dabei durchaus einen rassistischen Zug.

Watchmen – 6/10
The time are a-changin‘. Superhelden mal anders. Einfach originell und böse, leider etwas zu komplex für die Kinoleinwand, worunter dann auch die Charakterisierung der einzelnen Helden leidet. Vielleicht wäre es besser gewesen, wie bei der X-Men-Saga auf einen Dreiteiler zu setzen.

Die Herzogin – 7/10
Ich mag Kostümfilme (wenn sie eine halbwegs glaubwürdige Handlung haben und nicht zu seicht sind) und ich mag eine kostümierte Keira Knightley. Die hat als Herzogin von Devonshire in diesem Film einiges zu erleiden. Während des Films verspürt man ein zunehmendes Bedürfnis, ihren Ehemann (gespielt von Ralph Fiennes) zu kastrieren.

X-Men Origins: Wolverine – 1/10
So sehr ich die X-Men-Saga liebe, so sehr verabscheue ich diesen 08/15-Action-Aufguss.

Star Trek – 2/10
Noch ein Ausverkauf. Das ganze Star-Trek-Arrangement bestand bisher immer aus charismatischen Darstellern, ungeschliffenen Schauspieldiamanten. An deren Stelle wurde jetzt eine Reihe von langweiligen, beliebigen Hollywoodschönheiten gesetzt. Aber einer Uhura, die mit Spock rumknutscht, kann ich wirklich nichts abgewinnen. Das Star-Trek-Universum kollabiert. Wer Vulkan in die Luft sprengen muss, um die Handlung am Leben zu erhalten, der hat keine Ideen mehr.

Rachels Hochzeit – 2/10
Schlechtestes Drehbuch des Jahres. Rührselig, theatralisch und langweilig.

Effi Briest – 7/10
Hat mir gefallen. Das tragische Ende – leider – etwas entschärft, aber sonst alles in allem gelungen. Die S/W-Version von R.W. Fassbinder bleibt aber trotzdem die bessere, schon allein wegen ihrer beklemmenden Statik und den lebenden Gemälden.

Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt – 8/10
Noch ein Lichtblick dieses Jahr. Spannend und gut gespielt.

Tage oder Stunden – 6/10
Ein Mann beginnt sein Umfeld, seine Kunden, seine Partner, seine Freunde und seine Familie mit der ätzenden Wahrheit zu konfrontieren. Französischer Film, der bis zur Mitte sehr gut ist, aber dann leider abfällt.

Elektrokohle (Von Wegen) – 4/10
Kurz vor der Maueröffnung geben die Einstürzenden Neubauten im VEB Elektrokohle in Berlin Ost ein Konzert. Heiner Müller kündigt die Band auf der Bühne an… das dokumentarische Material ist leider (sowohl von der Länge als auch von der Qualität) etwas schwach und wird mit Gegenwarts-Interviews von damaligen Konzertbesuchern gestreckt. Nur etwas für Fans und leider auch im Hinblick auf die historische Situation etwas dürftig.

Public Enemy No. 1 – Todestrieb – 6/10
Nicht so gut wie der erste Teil.

Liebe auf den zweiten Blick – 4/10
In Sachen „Liebesfilme“ ist dieses Jahr eine besondere Durststrecke. Daran ändert auch dieser Film mit dem Star-Duo Dustin Hoffmann und Emma Thompson nichts.

Harry Potter und der Halbblutprinz – 5/10
Ich mag das Buch viel zu sehr, um den Film gut finden zu können. Der Film wird z.B. dem Humor der Vorlage nicht gerecht. Außerdem sind eine ganze Reihe der Erinnerungen, die Dumbledore über Lord Voldemort gesammelt hat, dem Drehbuchkürzungszwang zum Opfer gefallen. Außerdem fand ich das Buch um einiges bedrohlicher und gruseliger als den Film. Wie alle Harry Potter-Filme ist auch dieser dem Hollywood-Kitsch zum Opfer gefallen. Selbst Dumbledores Tod, der Höhepunkt des Films, ist irgendwie zu pathetisch – und wenig ergreifend – inszeniert. Schade, denn das Buch hätte mehr hergegeben.

Affären à la carte – 4/10
Kann mich kaum noch an den Film erinnern.

Die Gräfin – 8/10
Julie Delphy etabliert sich zunehmend als Drehbuchautorin und Regisseurin – und spielt zudem in diesem Film auch noch die Hauptrolle. Aus Eifersucht und durch Intrigen eingesponnen verfällt die ungarische Adlige Erzebet Bathory in einen Verjüngungswahn, dem eine ganze Reihe von Jungfrauen zum Opfer fallen, die sie lebendig ausbluten lässt. Überzeugende Handlung, authentisch gespielt. In einer Nebenrolle Daniel Brühl – mit seinem typischen Schlafzimmerblick.

Was von der Liebe bleibt – 6/10
Ein Schwank aus dem Leben des Dichters Dylan Thomas, der dabei leider nicht besonders gut wegkommt. Hatte ich mir mehr von erwartet.

Hangover – 7/10
Unterhaltsam.

Public Enemies – 5/10
Dem Film fehlt vor allem eines: Spannung.

Coraline 3D – 6/10
3D ist toll, aber ich werde trotzdem kein Fan von Animationsfilmen mehr. An vielen Stellen vorhersehbar und streckenweise auch etwas langweilig.

Antichrist – ?!?
Die Schauspielleistung ist toll, doch leider sind die Charaktere beide nervig. Die Handlung lässt zu wünschen übrig, dehnt sich bis zur Langweile, bietet aber dennoch einige unvorhergesehene Wendungen. Die Bilder sind schön, aber stellenweise auch ganz schön eklig. Dieser Film ist unmöglich zu bewerten. Entweder man hasst ihn oder man liebt ihn. Mir fällt beides schwer. Was ich an dem Film mag ist zweierlei: a.) dass er so konsequent gegen den Kino-Mainstream schwimmt und b.) dass er an einigen Stellen sehr ins Gleichnishafte entgleitet. Was ich an dem Film nicht mag, ist die gezielte Provokation: Wenn ich merke, dass mich jemand provozieren will, hat er sein Ziel schon halb verfehlt.

Verblendung – 7/10
Ich bin eigentlich überhaupt kein Krimi-Fan, aber der Film war spannend. Besonders haben mich die beiden Hauptdarsteller Michael Nyqvist und Noomi Rapace überzeugt, die im Film ein sehr ungleiches, aber umso sympathischeres Ermittler-Paar abgeben – der eine als geschasster Journalist und die andere als Gothic-Hackerin.


MfG,
[) i r k
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon Hamburger » 06.10.2009, 02:49

Moin,

da sind ja noch ein paar dabei, die ich ganz vergessen hatte:

„Der Vorleser“: Da kann ich mich den 6/10 anschließen. Allerdings fand ich nur Kate Winslet als Hanna überzeugend. Den Jungen spielte sie für mich an die Wand und mit ihm als Erwachsenen konnte ich überhaupt nichts anfangen. Lag daran, dass ich zu der Figur nie einen Zugang fand. Ein paar nervige Sachen wie die Urteilsbekanntgabe vor den eigentlichen Prozessszenen waren für mich als Nicht-Buch-Kenner (mittlerweile habe ich es gelesen und finde es großartig) sehr nervig. Aber Kate Winslet ist wie gesagt grandios. Die holt alleine vier Punkte.

„X-Men Origins: Wolverine“: Ich gebe 4/10, aber ich bin auch sonst nicht in der X-Men-Reihe drin. Sonst würde mein Urteil vermutlich härter ausfallen. Halt ein solider Action-Film mit schlechten Dialogen. Und ein Bruderduell mit laut Filmstarts „Shakespearschen Ausmaßen“ – na wer’s glaubt!

„Affären à la carte: Gott, war der schlecht. 7000 Handy-Anrufe am Anfang des Films, 15 Figuren, vielleicht zwei davon ansatzweise interessant. Übelst nervig. Nach dreißig Minuten hat mich nur noch interessiert, wann Schluss ist. Sagen wir 3/10.

„Tage oder Stunden“: Sehr unsymphatischer Hauptdarsteller. Aus der Idee hätte man viel mehr machen können als so einen selbstgerechten Auftritt. Zeigt ganz gute Ansätze, aber viel mehr war das nicht. 5/10.

„Hangover“: „Yeah, Fick den Tiger“. Langweilig. Traf überhaupt nicht mein Humorzentrum. Und die Witze über Pädophilie sind besonders scheiße. Gut ist die Frau von dem nervigen Zahnarzt, manchmal auch der selbst. Ansonsten Holzhammer-Humor ohne Esprit. „Verrückt nach Mary“ bleibt also unerreicht. Immerhin ein cooler Abspann und gute Musik. Mit Mühe 4/10.

Filmische Grüße,

Hamburger

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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon vogel » 07.10.2009, 17:21

Hallo Leute,

da hab ich wohl wirklich viele Filme nicht gesehen :-)

Corline hab ich auch in 3D gesehen, die Musik fand ich gut.
Wo beim Aniamtionsfilm sind: "Oben" 1/10 wenn überhaupt. Absolut unangemessen. Der Film kann sich nicht entscheiden, ob er für Jung oder für Alt sein will. Sie zeigen die Geschichte eines Paares, wie es ihr Kind verliert (o.ä. - jedenfalls sitzen sie traurig beim Arzt). Das versteht man doch nicht mit 12! Die Besten Szenen waren im Trailer. Ansonsten eher leer. Als ich raus war, hatte ich wohl das gleiche Gefühl wie einige bei Harry Potter. Ich wusste nicht, was war passiert? Wo war die Moral, die Liebe, die Geschichte. Sehr enttäuschend. Und ich gehe nie wieder um 17:30 in einen Kinderfilm...
Gestern sah ich "Gigante", ein spanischer Film über einen Wachmann im Supermarkt, der nachts eine der Putzkräfte über den Monitor beobachtet und ihr dann auch nachläuft. Es geht die ganze Zeit darum, ob er sie mal anspricht. Absolut behäbig. So ist er echt sympatisch (groß, etwas breit und kräftig), aber so laaaaaaaaaaaaaaangsam. Ich war echt am einschlafen. Selten so lange 88 Minuten gesehen.
Aber so konnte ich mal unser neues Arthaus-Kino von innen sehen...

Um noch eine Film einzuwerfen, der eine Buchvorlage hat: "Der seltsame Fall des Benjamin Button". Der FIlm hat nur wenig mit der Kurzgeschichte von Fitzgerald gemein (dich ich danach prompt gelesen habe). Im großen und ganzen finde ich den FIlm sehr gut. Es gibt nur zwei Dinge die mich stören: Das Mädel ist mir im Alter von 20 einfach zu zickig. Das zerstört vieles. Und sie spielen Blasmusik als sie im Pavilion für Benjamin Ballett tanzt. Sonst ein sehr einfülsamer, ruhiger FIlm über das Rückwärtsleben. Toll.

"Selbst ist die braut" fand ich sehr unterhaltsam. Er war okay. Nicht sehr anspruchsvoll halt.

Habt ihr "Horst Schlemmer - Isch kandidiere" gesehen?! Nun ja. auch grenzwertig was den Humor betrifft (manchmal kann man einfach nicht mehr lachen über Blödheit), zum Teil schon eklig was den Inhalt betrifft (Geschlechtskrankheiten). Meine Lieblingsszene ist, wo er die "Violetten" besucht und fragt: "Wohin geht der Kurs der Violetten?" Meine Freundin meinte dann "leicht ins Rotstichtige" (da die Dame ein rotvioletten Pulli anhatte).

Tja. Vielleicht kommt ja noch ein Burner.. In meiner Liste steht für den 26.11 "Helen".

Beste Grüße,
v.
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon [) i r k » 08.10.2009, 20:14

vogel hat geschrieben:Gestern sah ich "Gigante", ein spanischer Film über einen Wachmann im Supermarkt, der nachts eine der Putzkräfte über den Monitor beobachtet und ihr dann auch nachläuft. Es geht die ganze Zeit darum, ob er sie mal anspricht. Absolut behäbig. So ist er echt sympatisch (groß, etwas breit und kräftig), aber so laaaaaaaaaaaaaaangsam. Ich war echt am einschlafen. Selten so lange 88 Minuten gesehen.

Mist, den wollte ich mir eigentlich anschauen. Wieder 'ne '09-Niete. :-D
Na, dann bin ich froh, dass du schneller warst.

Aber ich glaub, ich schau mir mal diesen türkischen Film an, den du hier empfohlen hast... "Issiz Adam (Einsam)" ... vielleicht gibt's den ja irgendwo auf DVD.
Dann "Zerrissene Umarmungen": tolle Bilder, tolle Story, tolle Musik. Ich finde Penelope hat super gespielt.

Den hab ich auch noch nicht gesehen, obwohl Frau Cruz ja eigentlich immer einen Kinobesuch wert ist. Schöne Frau. Von Almódovar mag ich eigentlich nur den Film "Sprich mit ihr". Dagegen war mir "Volver" irgendwie viel zu chaotisch.
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon [) i r k » 30.11.2009, 20:50

So, jetzt aber noch ein bisschen mitgelästert hier!
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

Reords
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Re: Das große Kinojahr 2009 - eure Highlights?

Beitragvon Reords » 03.08.2016, 17:38

Hi,

also ich fand "Der fremde Sohn" ganz schön. Der war traurig und tiefgründig. Die Mutter (Angelina Jolie) hat nie aufgehört nach ihrem Sohn zu suchen.

grüße
“You can't live your life for other people. You've got to do what's right for you, even if it hurts some people you love.”
― Nicholas Sparks, The Notebook


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