... blubb ... blub ... blubb ...
Verfasst: 02.12.2003, 20:50
So, dass muss ich euch jetzt einfach antun ! *g* Und verzeiht, wenn ich jetzt soooo ausschweife, aber dieser Film hats mir im NAchhinein angetan !
Man stelle sich vor, wir befänden uns im Ozean, in einem Korallenriff vor Sydney. Das Wasser ist kristallklar, Farbreflexe, die von rot bis blau reichen, und dazwischen tummelt sich ein Clownfisch- Paar. Diese glückselige Atmosphäre wird je gestört als Cora & Marlin, die in wenigen Wochen einen ganzen Schwarm von Baby- Clown- Fischchen um sich haben werden, also bald "Mama & Papa" sind und schon mal über Namen (man bedenke wie viele Fischeier "ein Wurf" enthält) nachdenken, plötzlich einem zig-mal größerem Fisch gegenüber"schwimmen"...
Marlin wird unter quengelnden Rufen seines Sohnes Nemos, der als einziges Ei überlebt hat, geweckt "Heute ist mein erster Schultag !" Nur langsam kommt Marlin in Trap und macht sich mit Nemo auf den Weg zur Schule. Alles geht gut, bis auf Vaters Missverhalten, dem Lehrer-Rochen ausführlich zu erzählen, was mit Nemos linker Flosse ("Glücksflosse") ist und letztendlich macht sich dann die Klasse auf den Weg. Erst als Marlin erfährt wohin die erste Schulreise geht - zum Abgrund - wird ihm Angst und Bange, er folgt der Klasse und weist Nemo derb zurecht als er mit einigen anderen Fischkindern am Abgrund "steht". Das Schicksal nimmt seinen Lauf und als Marlin kurz abgelenkt ist, schwimmt Nemo ins offene Meer und berührt ein Boot. Noch ehe sich die Szenerie abändern liese, schwimmen vor dem Riff Taucher und "entführen" Nemo !
In seiner Verzweiflung schwimmt Marlin, so schnell er kann, hinter dem Boot hinterher und versucht seinen einzigen Sohn wiederzufinden :
Findet Nemo
Bei seiner Suche stößt Marlin auf das vergessliche, aber liebevolle Fischchen Dorie und zusammen begegnen sie den "vegetarischen" Haien Bruce (welcher aber leider kurzzeitig einen "Rückfall" erleidet), sowie Hammer & Hard (*g*). Der erst ziellose Weg ist beschwerlich, doch als sich herausstellt, welche Qualitäten es hat, dass Dorie lesen kann, bekommt die Vorstellung Nemo zu finden, der zur selben Zeit sich in einem Kasten aus Glas, einem Aquarium in einer Zahnarztpraxis, zwischen Fischen, die aus dem Tierfachgeschäft, Quelle und eBay kommen (*fg*), befindet, wieder genauere Formen. Doch auch Dories Vergesslichkeit ist daran Schuld, dass die beiden Fische fast mit dem Bauch nach oben schwimmen, als sie in einen Schwarm aus Quallen geraten. Und als sie endlich Sydney durch den OAS, dem Ost-Australischem-Stom, erreichen, beginnt Dorie einen Wal (aus walisch !) nach dem Weg zu fragen, und noch immer ist die Größe Hürde zu meistern : Wie Nemo finden ?
-- Wer den Film noch nicht gesehen hat : AB INS KINO ! Und danach erst weiterlesen ! .) --
Mich hat "Findet Nemo" einfach nur mitgerissen, ich war echt begeistert als ich das Kino wieder verließ. Die Charaktere, die Animation & Umsetzung, die Wortwitze & die Gags (die vom Verständnis nicht immer für die ganz kleinen Kinder geeignet sind), die Stimmung, und auch die Story (die in meinen Augen manchmal echt etwas abgedroschen wirkt) lassen den Zuschauer einfach nicht kalt. Es gab im Kinosaal schallendes Gelächter als Dorie versucht mit dem Wal Kontakt aufzunehmen und betroffene Stille zum Anfang des Film, als nur noch ein Ei übrig ist und Marlin es liebevoll in seine Flossen schließt.
Die Charaktere durchleben, wie so oft, eine Wandlung, in Gewissermaßen einen Reifungsprozess. Und obwohl ich im Nachhinein wieder mal das Gefühl habe, eine klitzekleine "Sonntagspredigt" gesehen zu haben, stört mich das nicht weiter, eher im Gegenteil : Die Wandlung die Marlin, Dorie & Nemo (dieser allerdings nicht so ersichtlich wie die beiden anderen) durchmachen, ist so liebevoll in Szene gesetzt, und so emotionsbehaftet, ohne aber kitschig (?) zu werden, dass die Sonntagspredigt in den Hintergrund rutscht und sich doch mehr die erfreuten Gefühle, dass - wie gehofft und wie's ja immer ist .. - Nemo gefunden wird und so alles ein Happy-End hat ...
Ich möchte mal Marlin, Dorie und Nemo 'nen bissel aus einander pflücken ...
Marlin, der Anfangs ein ziemlicher Spießer zu sein scheint, ist eigentlich ein ganz nettes Kerlchen, der nur Angst um seinen Sohn hat - sehr, sehr große Angst. Er will nicht, dass sein einziger Sohn Nemo verloren geht im großem, weitem Meer. Marlins Angst ist, dass dieses eine Wesen, was den Fischangriff von damals als einziges überlebt hat, doch noch den Fischen zu Opfer fällt - denn im Korallenriff sind sie beide geschützt und so versucht er auch immer wieder den Tag der Einschulung Nemos hinauszuzögern. Doch all seine Angst bewirkt letztendlich nur das Gegenteil : Denn, was verboten ist, wird erst recht getan; also schwimmt Nemo zu Schiff und das Schicksal nimmt seinen bekannten Lauf. --- Und hier muss ich mal schnell einen Querverweis ziehen.
Marlin ist "überbesorgt" um seinen Sohn, will ihn vor allem schützen, will, dass er, am besten für ewig, in der Anemone bleibt. Dieses Verhalten erinnert mich mehr oder minder an Fr. Kohut Senior aus "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek. Beide wollen ihre Kinder schützen, haben Verlustängste, sie krallen sich fest an den Kleinen und wollen nicht sehen, was ihre Sprößlinge wirklich können bzw. trauen ihnen nichts zu, wollen sie zuhause einsperren und sie kontrollieren. Marlin wird allerdings ein wenig liebevoller und fürsorglicher dargestellt als die alte Kohut. Doch von diesem Verhalten löst sich der orange- weiß- gestreifte Clownfisch in Angesichts der Tatsache, das Nemo nun weg ist, und nur er ihn zurückholen kann : Marlin schwimmt, schwimmt, schwimmt, schwimmt immer den Boot hinterher, auf dem Nemo ist, solange bis er es verliert und ab dann beginnt seine abenteuerliche Reise. Doch längst hat er etwas getan, was ihm seit jeher wohl immer Unbehagen bereitete : Er ist ins offene Meer geschwommen.
Dorie und die Abenteuer, die der kleine Große zu bewältigen hat, formen Marlin um. Er lernt im Laufe des Film Dorie zu vertrauen, und dass "man auch mal ins kalte Wasser springen muss - sonst gewinnt man ja nie" (sagt Dorie). Marlin schaut seiner Angst ins Gesicht, und alles nur um seinen Sohn wieder zu finden. Dieser Fisch entwickelt also aus seiner überzogenen Vater- Fisch- Fürsorge eine ganz normale Fürsorge und lernt, wie bereits gesagt, dass man auch seinem Sohn vertrauen muss und wohl auch lernt er, dass Fehler dazu da sind um gemacht zu werden.
Und dass Marlin vertrauen lernt, ist bestimmt auch Dories Verdienst. Dieser kleine quasselnde, so vergessliche und mit großen roten Augen "bestückte" blau- gelbe Fisch ist einfach nur niedlich, putzig, liebenswert, lustig und was-weiß-ich-nicht-noch-alles (nur eben nicht kitschig !). Dorie kann so fürsorglich sein, kann so ... ja so neckisch eben, und selbst die Tatsache, dass die kleine alles wieder und wieder vergisst - selbst mit wem sie es zu tun hat und was sie selbst (!) mal gesagt hat - macht sie sympathisch und sie trägt am meisten dazu bei, dass "Findet Nemo" auch etwas zum lachen bietet.
Dorie kann sich anfangs nicht mal Marlins Namen merken (und erst recht nicht den seines Sohnes), aber trotzdem schwimmt sie zusammen mit Marlin auf dem gefährlichem Pfad zum anfangs noch unbekannten Ziel.
Dorie ist naiv, sie ist einfach nur naiv und dementsprechend auch verletzlich, doch diese Eigenschaft rettet die beiden Fischen einige Male auch vor dem Gang zum Fischfriedhof. Dorie ist gutmütig und eigentlich wäre sie ne echt liebevolle Mutter (?) und Freundin, wäre sie halt nur nicht so vergesslich.
Und auf Grund dieser Tatsache, ist sich dieses Fischchen gar nicht wirklich bewusst, was es alles kann : Allein die Tatsache, dass sie wildfremde Fische nach dem Weg fragt (was sicher auch von der Naivität herrührt), hat schon was mit Mut zu tun, zumal wenn dieser Fisch meilenweit weg ist und plötzlich irgendwie immer größer wird, und dann auch seltsamer Weise wie ein Wal aussieht. "Na gut", denkt sich Dorie und spricht halt mal ne Runde walisch (!) !!! [Diese Szene ist eindeutig eine der witzigsten *fg* Und Marlin daneben gibt 'nen tolles Bild ab !]
Zuvor die Actiongeladende Szene zwischen den Quallen, beruht wieder auf ihrer Schwäche des Vergessens und nur ihre Naivität rettet ihr - anfangs - das Leben, auch wenn Marlin sie dann doch aus den Quallen "fischen" muss; so war sie anfangs doch Feuer und Flamme für das Spiel, das Marlin vorschlug um (hoffentlich) unverletzt aus der Gefahr zu entrinnen.
Ich denke, Dories Wandlung besteht darin, dass sie ein Zuhause findet, und aufhört zu vergessen. Sie kann sich, solange sie bei Marlin ist, die Adresse von P. Sheerman (dem Zahnarzt) merken und das hängt auch wieder mit dem Vertrauen zusammen, denke ich. Sie sagt zu Marlin, als dieser vor Schmerz über Nemos angeblichen Tod blind ist, dass sie, wenn sie ihn ansähe, ein Zuhause gefunden habe und nichts mehr vergäße, und sie ist umso verletzter als Marlin ihr an den kleinen Kopf knallt, er aber wolle endlich vergessen und dann davon schwimmt - und auf einmal ist Dorie wieder vergesslich ...
Und was wäre eine Suche ohne jemanden, den man suchen soll ?
Nemos Trotz und die Tatsache, dass er eingeschnappt, ist, veranlassen ihn, ins offene Meer zu schwimmen und das Boot zu berühren. Er ist halt ein kleiner Fisch, und so wie alle Kinder will er irgendwann auch seine eigenen Fehler machen und die Welt entdecken.
Er wird von seinem Vater, wie bereits erwähnt, in der Anemone "festgehalten & beschützt" und daraus entwickelt sich dann irgendwann der Satz "Vater, ich hasse dich !" Nemo wird auch in gewisser Weise vor allen anderen Fischen bloßgestellt : Marlin erzählt dem Lehrer vor Nemos angeknackster Flosse und dass der Lehrer doch ab und zumal Pausen machen sollte; Nemo muss erst drängeln "Papi, du kannst jetzt gehen". Auch dass Marlin Nemo vor den Augen aller Fisch-Schüler am Abgrund zurecht weißt, beschwört diese Trotzreaktion Nemos hervor. Denn er schwimmt erst recht zum Boot und je öfter Vater sagt "Komm ja endlich zurück !" & "Wehe, du fässt dieses Boot an !", je mehr entfernen sie sich von einander.
Nemos Aufenthalt im Aquarium bringt ihm in eine andere Welt näher, eine Welt im Glaskasten, die er vorher nicht kannte. Hier findet er eine Art Ersatzfamilie, doch Marlin fehlt ihm sehr - verständlich. Und gleich zum Anfang wird er auf eine "Probe" gestellt : Er wird in das Abflußrohr gesogen und steckt fest - und erstmals befreit er sich selbst - und lernt mit seiner "Glücksflosse" umzugehen.
Nemo lernt sich zurecht zu finden in einer Welt, die er nicht kennt, und auch an sich selbst zu glauben, und letztendlich hilft sein Mut auch anderen Fischen zu überleben ... Nemo wird einfach nur erwachsen und lernt auch zu vertrauen - er vertraut sich selbst .
"Findet Nemo" gehört schon jetzt zu den meist gesehenen Filmen und spülte bis jetzt schon über 338 Mio. Dollar (man stelle sich diese Zahl mal Bildlich vor ...) in die Kassen und ist damit der erfolgreichste Trick- / Animationsfilm überhaupt - zu recht, wie ich finde. Ich denke, dass war fürs erste genug, vielleicht noch 3 Zahlen, die ich gefunden habe und die ganz witzig sind : in dem Aquarium liegen am Boden 111 998 Steine und für die eine Pelikan- Szene mussten 361 975 Feder produziert werden. Dorie und Marlin schwimmen durch 8 609 Quallen im Meer ! (TV Movie Nr. 24/2003; Seite 248)
Meine Meinung steht fest : Ein super Film und wer jetzt bis hierher gelesen hat und noch immer nicht war, der schnappt sich jetzt 'ne Begleitung und geht endlich ! *fg* "Findet Nemo" ist einfach ein stimmungsvolles Unterwasserabenteuer mit grandiosen Bildern und liebevollen Charas ! Und das Schlußwort bekommen Nemo & Marlin :
NEMO : Ich hab dich sehr lieb, Papi.
MARLIN : Ich dich auch mein Sohn.
Liebe Grüße
kleinervogel
Man stelle sich vor, wir befänden uns im Ozean, in einem Korallenriff vor Sydney. Das Wasser ist kristallklar, Farbreflexe, die von rot bis blau reichen, und dazwischen tummelt sich ein Clownfisch- Paar. Diese glückselige Atmosphäre wird je gestört als Cora & Marlin, die in wenigen Wochen einen ganzen Schwarm von Baby- Clown- Fischchen um sich haben werden, also bald "Mama & Papa" sind und schon mal über Namen (man bedenke wie viele Fischeier "ein Wurf" enthält) nachdenken, plötzlich einem zig-mal größerem Fisch gegenüber"schwimmen"...
Marlin wird unter quengelnden Rufen seines Sohnes Nemos, der als einziges Ei überlebt hat, geweckt "Heute ist mein erster Schultag !" Nur langsam kommt Marlin in Trap und macht sich mit Nemo auf den Weg zur Schule. Alles geht gut, bis auf Vaters Missverhalten, dem Lehrer-Rochen ausführlich zu erzählen, was mit Nemos linker Flosse ("Glücksflosse") ist und letztendlich macht sich dann die Klasse auf den Weg. Erst als Marlin erfährt wohin die erste Schulreise geht - zum Abgrund - wird ihm Angst und Bange, er folgt der Klasse und weist Nemo derb zurecht als er mit einigen anderen Fischkindern am Abgrund "steht". Das Schicksal nimmt seinen Lauf und als Marlin kurz abgelenkt ist, schwimmt Nemo ins offene Meer und berührt ein Boot. Noch ehe sich die Szenerie abändern liese, schwimmen vor dem Riff Taucher und "entführen" Nemo !
In seiner Verzweiflung schwimmt Marlin, so schnell er kann, hinter dem Boot hinterher und versucht seinen einzigen Sohn wiederzufinden :
Findet Nemo
Bei seiner Suche stößt Marlin auf das vergessliche, aber liebevolle Fischchen Dorie und zusammen begegnen sie den "vegetarischen" Haien Bruce (welcher aber leider kurzzeitig einen "Rückfall" erleidet), sowie Hammer & Hard (*g*). Der erst ziellose Weg ist beschwerlich, doch als sich herausstellt, welche Qualitäten es hat, dass Dorie lesen kann, bekommt die Vorstellung Nemo zu finden, der zur selben Zeit sich in einem Kasten aus Glas, einem Aquarium in einer Zahnarztpraxis, zwischen Fischen, die aus dem Tierfachgeschäft, Quelle und eBay kommen (*fg*), befindet, wieder genauere Formen. Doch auch Dories Vergesslichkeit ist daran Schuld, dass die beiden Fische fast mit dem Bauch nach oben schwimmen, als sie in einen Schwarm aus Quallen geraten. Und als sie endlich Sydney durch den OAS, dem Ost-Australischem-Stom, erreichen, beginnt Dorie einen Wal (aus walisch !) nach dem Weg zu fragen, und noch immer ist die Größe Hürde zu meistern : Wie Nemo finden ?
-- Wer den Film noch nicht gesehen hat : AB INS KINO ! Und danach erst weiterlesen ! .) --
Mich hat "Findet Nemo" einfach nur mitgerissen, ich war echt begeistert als ich das Kino wieder verließ. Die Charaktere, die Animation & Umsetzung, die Wortwitze & die Gags (die vom Verständnis nicht immer für die ganz kleinen Kinder geeignet sind), die Stimmung, und auch die Story (die in meinen Augen manchmal echt etwas abgedroschen wirkt) lassen den Zuschauer einfach nicht kalt. Es gab im Kinosaal schallendes Gelächter als Dorie versucht mit dem Wal Kontakt aufzunehmen und betroffene Stille zum Anfang des Film, als nur noch ein Ei übrig ist und Marlin es liebevoll in seine Flossen schließt.
Die Charaktere durchleben, wie so oft, eine Wandlung, in Gewissermaßen einen Reifungsprozess. Und obwohl ich im Nachhinein wieder mal das Gefühl habe, eine klitzekleine "Sonntagspredigt" gesehen zu haben, stört mich das nicht weiter, eher im Gegenteil : Die Wandlung die Marlin, Dorie & Nemo (dieser allerdings nicht so ersichtlich wie die beiden anderen) durchmachen, ist so liebevoll in Szene gesetzt, und so emotionsbehaftet, ohne aber kitschig (?) zu werden, dass die Sonntagspredigt in den Hintergrund rutscht und sich doch mehr die erfreuten Gefühle, dass - wie gehofft und wie's ja immer ist .. - Nemo gefunden wird und so alles ein Happy-End hat ...
Ich möchte mal Marlin, Dorie und Nemo 'nen bissel aus einander pflücken ...
Marlin, der Anfangs ein ziemlicher Spießer zu sein scheint, ist eigentlich ein ganz nettes Kerlchen, der nur Angst um seinen Sohn hat - sehr, sehr große Angst. Er will nicht, dass sein einziger Sohn Nemo verloren geht im großem, weitem Meer. Marlins Angst ist, dass dieses eine Wesen, was den Fischangriff von damals als einziges überlebt hat, doch noch den Fischen zu Opfer fällt - denn im Korallenriff sind sie beide geschützt und so versucht er auch immer wieder den Tag der Einschulung Nemos hinauszuzögern. Doch all seine Angst bewirkt letztendlich nur das Gegenteil : Denn, was verboten ist, wird erst recht getan; also schwimmt Nemo zu Schiff und das Schicksal nimmt seinen bekannten Lauf. --- Und hier muss ich mal schnell einen Querverweis ziehen.
Marlin ist "überbesorgt" um seinen Sohn, will ihn vor allem schützen, will, dass er, am besten für ewig, in der Anemone bleibt. Dieses Verhalten erinnert mich mehr oder minder an Fr. Kohut Senior aus "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek. Beide wollen ihre Kinder schützen, haben Verlustängste, sie krallen sich fest an den Kleinen und wollen nicht sehen, was ihre Sprößlinge wirklich können bzw. trauen ihnen nichts zu, wollen sie zuhause einsperren und sie kontrollieren. Marlin wird allerdings ein wenig liebevoller und fürsorglicher dargestellt als die alte Kohut. Doch von diesem Verhalten löst sich der orange- weiß- gestreifte Clownfisch in Angesichts der Tatsache, das Nemo nun weg ist, und nur er ihn zurückholen kann : Marlin schwimmt, schwimmt, schwimmt, schwimmt immer den Boot hinterher, auf dem Nemo ist, solange bis er es verliert und ab dann beginnt seine abenteuerliche Reise. Doch längst hat er etwas getan, was ihm seit jeher wohl immer Unbehagen bereitete : Er ist ins offene Meer geschwommen.
Dorie und die Abenteuer, die der kleine Große zu bewältigen hat, formen Marlin um. Er lernt im Laufe des Film Dorie zu vertrauen, und dass "man auch mal ins kalte Wasser springen muss - sonst gewinnt man ja nie" (sagt Dorie). Marlin schaut seiner Angst ins Gesicht, und alles nur um seinen Sohn wieder zu finden. Dieser Fisch entwickelt also aus seiner überzogenen Vater- Fisch- Fürsorge eine ganz normale Fürsorge und lernt, wie bereits gesagt, dass man auch seinem Sohn vertrauen muss und wohl auch lernt er, dass Fehler dazu da sind um gemacht zu werden.
Und dass Marlin vertrauen lernt, ist bestimmt auch Dories Verdienst. Dieser kleine quasselnde, so vergessliche und mit großen roten Augen "bestückte" blau- gelbe Fisch ist einfach nur niedlich, putzig, liebenswert, lustig und was-weiß-ich-nicht-noch-alles (nur eben nicht kitschig !). Dorie kann so fürsorglich sein, kann so ... ja so neckisch eben, und selbst die Tatsache, dass die kleine alles wieder und wieder vergisst - selbst mit wem sie es zu tun hat und was sie selbst (!) mal gesagt hat - macht sie sympathisch und sie trägt am meisten dazu bei, dass "Findet Nemo" auch etwas zum lachen bietet.
Dorie kann sich anfangs nicht mal Marlins Namen merken (und erst recht nicht den seines Sohnes), aber trotzdem schwimmt sie zusammen mit Marlin auf dem gefährlichem Pfad zum anfangs noch unbekannten Ziel.
Dorie ist naiv, sie ist einfach nur naiv und dementsprechend auch verletzlich, doch diese Eigenschaft rettet die beiden Fischen einige Male auch vor dem Gang zum Fischfriedhof. Dorie ist gutmütig und eigentlich wäre sie ne echt liebevolle Mutter (?) und Freundin, wäre sie halt nur nicht so vergesslich.
Und auf Grund dieser Tatsache, ist sich dieses Fischchen gar nicht wirklich bewusst, was es alles kann : Allein die Tatsache, dass sie wildfremde Fische nach dem Weg fragt (was sicher auch von der Naivität herrührt), hat schon was mit Mut zu tun, zumal wenn dieser Fisch meilenweit weg ist und plötzlich irgendwie immer größer wird, und dann auch seltsamer Weise wie ein Wal aussieht. "Na gut", denkt sich Dorie und spricht halt mal ne Runde walisch (!) !!! [Diese Szene ist eindeutig eine der witzigsten *fg* Und Marlin daneben gibt 'nen tolles Bild ab !]
Zuvor die Actiongeladende Szene zwischen den Quallen, beruht wieder auf ihrer Schwäche des Vergessens und nur ihre Naivität rettet ihr - anfangs - das Leben, auch wenn Marlin sie dann doch aus den Quallen "fischen" muss; so war sie anfangs doch Feuer und Flamme für das Spiel, das Marlin vorschlug um (hoffentlich) unverletzt aus der Gefahr zu entrinnen.
Ich denke, Dories Wandlung besteht darin, dass sie ein Zuhause findet, und aufhört zu vergessen. Sie kann sich, solange sie bei Marlin ist, die Adresse von P. Sheerman (dem Zahnarzt) merken und das hängt auch wieder mit dem Vertrauen zusammen, denke ich. Sie sagt zu Marlin, als dieser vor Schmerz über Nemos angeblichen Tod blind ist, dass sie, wenn sie ihn ansähe, ein Zuhause gefunden habe und nichts mehr vergäße, und sie ist umso verletzter als Marlin ihr an den kleinen Kopf knallt, er aber wolle endlich vergessen und dann davon schwimmt - und auf einmal ist Dorie wieder vergesslich ...
Und was wäre eine Suche ohne jemanden, den man suchen soll ?
Nemos Trotz und die Tatsache, dass er eingeschnappt, ist, veranlassen ihn, ins offene Meer zu schwimmen und das Boot zu berühren. Er ist halt ein kleiner Fisch, und so wie alle Kinder will er irgendwann auch seine eigenen Fehler machen und die Welt entdecken.
Er wird von seinem Vater, wie bereits erwähnt, in der Anemone "festgehalten & beschützt" und daraus entwickelt sich dann irgendwann der Satz "Vater, ich hasse dich !" Nemo wird auch in gewisser Weise vor allen anderen Fischen bloßgestellt : Marlin erzählt dem Lehrer vor Nemos angeknackster Flosse und dass der Lehrer doch ab und zumal Pausen machen sollte; Nemo muss erst drängeln "Papi, du kannst jetzt gehen". Auch dass Marlin Nemo vor den Augen aller Fisch-Schüler am Abgrund zurecht weißt, beschwört diese Trotzreaktion Nemos hervor. Denn er schwimmt erst recht zum Boot und je öfter Vater sagt "Komm ja endlich zurück !" & "Wehe, du fässt dieses Boot an !", je mehr entfernen sie sich von einander.
Nemos Aufenthalt im Aquarium bringt ihm in eine andere Welt näher, eine Welt im Glaskasten, die er vorher nicht kannte. Hier findet er eine Art Ersatzfamilie, doch Marlin fehlt ihm sehr - verständlich. Und gleich zum Anfang wird er auf eine "Probe" gestellt : Er wird in das Abflußrohr gesogen und steckt fest - und erstmals befreit er sich selbst - und lernt mit seiner "Glücksflosse" umzugehen.
Nemo lernt sich zurecht zu finden in einer Welt, die er nicht kennt, und auch an sich selbst zu glauben, und letztendlich hilft sein Mut auch anderen Fischen zu überleben ... Nemo wird einfach nur erwachsen und lernt auch zu vertrauen - er vertraut sich selbst .
"Findet Nemo" gehört schon jetzt zu den meist gesehenen Filmen und spülte bis jetzt schon über 338 Mio. Dollar (man stelle sich diese Zahl mal Bildlich vor ...) in die Kassen und ist damit der erfolgreichste Trick- / Animationsfilm überhaupt - zu recht, wie ich finde. Ich denke, dass war fürs erste genug, vielleicht noch 3 Zahlen, die ich gefunden habe und die ganz witzig sind : in dem Aquarium liegen am Boden 111 998 Steine und für die eine Pelikan- Szene mussten 361 975 Feder produziert werden. Dorie und Marlin schwimmen durch 8 609 Quallen im Meer ! (TV Movie Nr. 24/2003; Seite 248)
Meine Meinung steht fest : Ein super Film und wer jetzt bis hierher gelesen hat und noch immer nicht war, der schnappt sich jetzt 'ne Begleitung und geht endlich ! *fg* "Findet Nemo" ist einfach ein stimmungsvolles Unterwasserabenteuer mit grandiosen Bildern und liebevollen Charas ! Und das Schlußwort bekommen Nemo & Marlin :
NEMO : Ich hab dich sehr lieb, Papi.
MARLIN : Ich dich auch mein Sohn.
Liebe Grüße
kleinervogel