Hallo, meine Liebe,
lange nicht gelesen, aber so schön, dass ich nicht umhin komme, zu korrigieren. Ich hoffe, du gestattest...
Immer dort...
Immer dort bleiben meine Hände hängen
An den löchrigen Netzen der Fischerkneipen
Fernen Gesängen aus den Muscheln
Die Schreie der Möwen
Immer dort…
Immer dort bleiben meine Haare hängen
Um einen neuen Himmel zu bemalen
An den Gemälden mit rot orangenen Wolken
Die Kreise der Möwen
Immer dort…
Immer dort bleiben meine Augen liegen
An noch besseren Städten, der Gier
Ferne Heimaten, weit weg von dir
Die Sehnsucht der Möwen
Immer dort…
Immer dort bleiben meine Füße stehen
Wenn ich an deiner Tür vorbei will
Eine Hand voll toter Fische vom letzten Sommer
Der Hunger der Möwen
Immer dort…
Immer dort bleiben meine Lippen kleben
An dem Geschmack der Wasserpfeifen
Gebrochene Lieder aus dem Munde alter Herren
Und in der Stille der Möwen
Immer dort…
Immer dort will ich mich betrinken
Mit einem verbotenen Schluck Rotwein
Aus den gebrochenen Hälsen der Tonkrüge
Und nun zum Gedicht:
Sommer, Sonne, Süden und die Sehnsucht danach und auch die Schattenseiten des Ganzen spiegeln sich zwischen den Zeilen... das hat was.
Strophe 2:
Hier könnte ich mir vorstellen, die zweite und dritte Zeile zu tauschen, da bleibst du besser in deinem Schema „ Immer dort… An… „. Außerdem finde ich „rot orangen“ ein wenig sperrig, mir fiel bei einem eigenen Gedicht mal „orangerot“ ein…
Immer dort bleiben meine Haare hängen
An den Gemälden mit orangeroten Wolken
Um einen neuen Himmel zu (be)malen
Strophe 3:
Hier habe ich ein kleines Problem damit, ob die Augen liegen können. Augen/Blicke ruhen auf etwas, werden gefesselt von etwas, aber gut… Und meinst du Städte = Stadt oder die Stätte = Platz? Das ist mir nicht ganz klar. Und worauf bezieht sich die Gier? Meinst du gierige Plätze, Städte?
Durch die Gier ergibt sich hier auch ein Reim, der einzige im ganzen Text, beabsichtigt? Meiner Ansicht nach verzichtbar.
Ferne Heimaten, sind die nicht eh schon weit weg, soll das noch mal extra betont werden? Denke, du willst mit diesen Zeilen darauf hinaus, dass man sich die Ferne immer schöner vorstellt als zuhause.
Strophe 5:
Hier bin ich am Überlegen, ob es besser heißen müsste „ Gebrochene Lieder
aus den Mündern alter Herren“? Man sagt zwar „wie aus einem Munde“, aber vielleicht bin ich nur wieder pingelig heute. Übrigens eine wunderbare Zeile, ebenso wie die mit den gebrochenen Hälsen der Tonkrüge…
Mit Händen voller Muscheln und den Füßen im warmen Sand grüßt zurück vom blauen Meer der Gefühle
Flocke

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