Selbstfindung

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Samantha
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Selbstfindung

Beitragvon Samantha » 22.07.2010, 21:29

Selbstfindung

Ich habe mich nicht gesucht.
Ich suchte nur ein Licht
am Ende dieser gigantischen
bleimetallernen Röhre
in die ich geraten war.

Eine Röhre aus Gewohnheiten und Abhängigkeiten
in die mich ein Strudel immer mehr hineinsog.

Als ich des Drehens und mich Treiben-Lassens
überdrüssig war,
begann ich einfach zu tun.

Ich tat das, was ich mir schon immer gedacht hatte,
was ich tun würde, wenn diese Bleiröhre nicht wäre.

Zuerst war es eine kleine Spotanhandlung,
aber die eine Tat stärkte mich für die nächste klitzekleine Veränderung,
wo ich mir schon immer gedacht hatte,
dass das eigentlich sein müsste.

Das Ergebnis war eine gigantische Selbstfindung.

Jetzt lebe ich bewusst mein Blühen und Erwachen

Ich weiß auch was passiert,
wenn dieses Blühen beendet ist.
Ich werde nicht etwa verwelken...

..ich werde mich einbinden in ein menschliches Biotop.
In ein Biotop von Freunden, Gönnern und Wohlwollenden,
die sich einfach freuen,
dass es mich gibt und dass ich so bin wie ich bin.

Dann werden wir sitzen und reden
und jeder wird seine Geschichte erzählen,
jeder seinen einzigartigen solitären Weg und alle,
alle werden wir am gleichen Ziel sein
und in uns ruhn.

Liebe Grüße

Samantha

riemsche
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Re: Selbstfindung

Beitragvon riemsche » 24.07.2010, 09:59

ich habe diesen text mehrmals mit großem interesse gelesen. nicht zuletzt deswegen, weil ich mich in passagen sowohl in ambiente als auch wortwahl wie zuhause fühlte :-)
ich finde nur den verrgleich mit dem tunnel_licht nicht so gut. das licht schon, aber der tunnel ist mE schon zu sehr mit dem ende irdischen lebens verbandlt (:->)) und ich hatte schon träume von riesigen finsteren hallen, mit lichtspalttür am anderen ende. möglicherweise wären auch auch ein raum oder zimmer deinem tunnel ähnlich, räume müssen ja nicht immer eckig sein.
das doppel_gigantisch fällt richtig auf, absicht? ich meine, aus gigantischer finsternis in ebensolche selbstfindung, zwei gewollt so im text gesetzte bezugspunkte?
weitere grübler betreffen deine art, vergleiche zu ziehen, wie zB
zit. // in den mich eine Spirale immer mehr hineinsog. //
mit /tunnel/ gibst du die röhre mit spiralfräsung vor, also bedürfte es der extra erwähnung nicht mehr, wo du ja den strudel_sogeffekt gleich hintan beschreibst. wäre etwas, dass sich ohne den tunnel leichter in deiner bildersprache worten ließe. vergleiche sind bei mir immer die ersten passagen, die einer raffung bzw. verdichtung zum "opfer" fallen. meine meinung, und der zusatz, dass sich ein neuer vergleich, dem autor und der intension typisch, wiederum gut liest und starre vorstellungen oder voreingenommenheit lockert.

ein schönes wochenende
wünscht Dir der riemsche

Samantha
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Re: Selbstfindung

Beitragvon Samantha » 25.07.2010, 19:03

Hallo riemsche,

das Bild mit Tunnel =Todeserleben - Leben = Selbstfindung war durchaus gewollt, die Spirale war für mich keine Überzeichnung, sondern lediglich die logische Fortsetzung des Bildes, welches ich vor Augen hatte. Aber du hast recht, das gibt einen Beigeschmack vielleicht, der hier gar nicht nötig ist. - Ist vielleicht so jetzt besser. Was meinst du?

Grüße

Samantha

riemsche
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Re: Selbstfindung

Beitragvon riemsche » 27.07.2010, 09:08

so wird das nix :-) mit dunkel_licht hast du zwar von der ersten strophe weg an thematik ein mögliches spannungsfeld, das mE nun aber in wort und form und von beginn an wegen zuwenig an elektrisierendem zusammenbricht. ich versuch mal was am beispiel der ersten strophe mit einer abwandlung der ursprünglichen tunnelmetapher in eine /Röhre/, was vom urschrei bis zum indieselbige gucken ne menge spielraum lässt, vielleicht bringts dich das in sachen eigener bildaufbau und fluss auf ideen.

// Ich habe mich nicht gesucht.
Ich suchte nur ein Licht
am Ende dieses gigantischen Dunkels
in das ich geraten war. //

variation:
//
Ich habe nicht mich gesucht.
Ich suchte nur ein Licht
am Ende dieser gigantischen
finsteren Röhre.
//

lGv trotzdem
sonnigemRiemsche

Samantha
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Re: Selbstfindung

Beitragvon Samantha » 29.07.2010, 15:38

Mann, bist du pitzlig!!! - Nu aber von riemsche zumindest keinen Mucks mehr. - ;-) Aller anderen sind noch herzlich eingeladen zu loben, zu verdammen, oder dazu, Verbesserungsvorschläge zu machen. Ich freue mich über jede Meinung!

LG
Samantha

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Re: Selbstfindung

Beitragvon shuya » 03.08.2010, 10:50

"Kloakenwasserstrudel"
passt da irgendwie nicht m.E.
das ist so impro und will nicht aufrecht gehn in meinem kopf.
zumal alles so wunderbar einfach geschrieben ist, alles schön griffig - das wort sperrt sich irgendwie in meinen weg.
würde strudel genügen?

up to you :)

Samantha
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Re: Selbstfindung

Beitragvon Samantha » 16.08.2010, 17:55

Hallo shuya,

ich kann das zwar nicht jetzt total emotional nachempfinden, was dich daran stört, aber man könnte es theoretisch schon als "Überzeichnung" oder "zu starke Wertung" empfinden, das sagt mir mein rationaler Verstand. Ich habe es mal ausgebessert, möchte aber andererseits schon darauf hinweisen, dass der Text auch durch Bilder leben soll, die sozusagen "wirken". Wenn du das als sensibler Leser als zu stark empfindest, heißt das noch lange nicht, dass nun das Bild "Strudel" einem weniger sensiblen Leser noch überhaupt was uber die innere Dramatik sagt.
LG
Samantha


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