höhenflug

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Perry
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höhenflug

Beitragvon Perry » 22.11.2010, 22:51

adler suchen nach auf
wind lässt schafkräuter wiegen
durch die wir geduckt
ihre akrobatischen schwünge
mit dem vergleichen
was uns zueinander bringt
doch nestanflüge
beringt mit versprechen
führen zu abstürzen

wir nehmen die seilbahn
für die fahrt ins tal

Näherungsweise
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Re: höhenflug

Beitragvon Näherungsweise » 22.11.2010, 23:15

Leider kann mich deine "Kalenderblattlyrik" nicht besonders begeistern.
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus

riemsche
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Re: höhenflug

Beitragvon riemsche » 22.11.2010, 23:46

/nach/lässt/ kommt in etwa hin. gefällt mir in der form überhaupt nicht.
adler suchen nach auf ... tusch ... umbruch. nimm der ersten den sinn, red dir ein, dass sie noch einen hat, und alles nur damit der wind auch ja in die zweite rutscht, wo er die schafkräuter wiegen lässt? wie schwer war die kräutermischung denn (:->)) ?
akrobatische schwünge verbinde ich mit ring reck stufenbarrengeturne, aber keinem adlerschen bewegungsablauf bei aufwindlifting kreisezieh spirale sturzflug bremsfederspreiz und präziser punktlandung. schwünge wegen der schwingen? ne. hab mit dem pfänder greifvögel samt flugshow und erklärendem begleittext vor der haustür. erwarte mir wahrscheinlich schon deshalb auf die lyrische in sachen luftakrobatik automatisch abiz mehr an interessantem bildmaterial und fantasie vom fach.
lGr

Perry
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Re: höhenflug

Beitragvon Perry » 25.11.2010, 17:51

Hallo Näherungsweise,
welche Kalendersprüche meist du?
Vielleicht solltest du dich mehr der Textarbeit zuwenden und weniger von oben herab werten, das kann zu Abstürzen führen. ;-)
LG
Perry

Hallo riemsche,
ein morphologisches Enjambement bzw. Apokoinu macht noch keinen Absturz und wenn du eine Fachvortrag über Adlerflüge möchtest, dann schlage ich vor, bei dir vor die Tür zu gehen. ;-) Wenn ich meinen Adler akrobatische Schwünge machen lasse, dann deshalb weil ich sie im übertragen Sinn auch für die "Verrenkungen" im übertragenen Sinn verwenden möchte, die wir manchmal anstellen, bis wir zueinander finden.
LG
Perry

riemsche
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Re: höhenflug

Beitragvon riemsche » 25.11.2010, 18:13

Perry hat geschrieben: .... weil ich sie im übertragen Sinn auch für die "Verrenkungen" im übertragenen Sinn verwenden möchte, die wir manchmal anstellen, bis wir zueinander finden.


tja, so wie das hier aussieht und bei unserer differenten gedankenwelt und wortung werdens wir beide auf die forumelle wahrscheinlich nie :-)
lGr

hginsomnia
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Re: höhenflug

Beitragvon hginsomnia » 25.11.2010, 21:42

Hallo Perry,

nur kurz:

Perry hat geschrieben:ein morphologisches Enjambement bzw. Apokoinu


Das sind aber unterschiedliche Dinge. Ein morphologisches Enjambement ist das Enjambement im Wort, so wie ich es hier als wahrscheinlich realisiert finde [auf / wind]. Ein Apokoinu hingegen kennzeichnet eine syntaktische /semantische Doppelbeziehung eines Wortes oder Satzteiles, so wie es hier wahrscheinlich nicht intendiert war.
Beides wäre hier realisiert, wenn du tatsächlich ausdrücken wolltest, dass Aufwind, nicht bloß Wind, die Schafkräuter wiegen lässt.
Ausschließlich das Apokoinu wäre realisiert, wenn die Adler nach auf Wind suchen würden, was ja keinen Sinn ergiebt.
Der typische Doppelbezug des Apokoinu lässt sich hier im Wind finden (der semantische Doppelbezug ist ja gegeben), man könnte sich also tatsächlich darüber streiten, ob man ihn hier annähme. Da aber die syntaktische Komponente fehlt, also sich der Doppelbezug nicht auf einen Satz-, sondern einen Wortteil, im Konkreten das Morphem /wind/ bezieht, plädierte ich eher für das Annehmen einer Ellipse.
Allerdings ist das nicht abschließend definiert, daher durchaus diskutabel. Nur haben morphologisches Enjambement und Apokoinu erstmal nichts miteinander zu tun.


lg
hginsomnia

shuya
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Re: höhenflug

Beitragvon shuya » 25.11.2010, 23:56

Apokoinu, klingt wie ein Eskimo oder ein Spielzeug :-)

mh, zum Gedicht:
ich finde es auch ein wenig seicht.
der vergleich mit dem tier ist immer schwer, insbesondere wenn das was das tier tut nichts mit den menschlichen eigenschaften zu tun hat mit denen man es vergleicht / in relation setzt. "treu wie papageien" auf die menschliche treue zu übertragen, ist vermessen, aber funktioniert irgendwo.
wie der adler in dem bild von menschen die sich näher kommen passen soll, vor allem auch in der intention, geht mir nicht ganz auf.
in der literatur und insbesondere im gedicht muss man vieles banalisieren, kann nicht immer alles genau ausformulieren - aber ein wenig behutsamkeit ist immer angebracht
um eben nicht ins seichte, platte zu fallen.

"durch die wir geduckt
ihre akrobatischen schwünge
mit dem vergleichen
was uns zueinander bringt"

hier bietest du eigentlich einen ansatz um rein zu greifen, zu vertiefen oder zu überraschen.
z.B. vergleichen liebespaare gerne so ziemlich alles was sie nett anzusehen finden mit sich, um sich zu bestätigen oder um einen guten grund zu finden jetzt rumzuknutschen weil jemand was "süßes" gesagt hat. meist ist das totaler humbug, aber okay, weil es einem einfachen zweck (romantik & bestätigung) dient.
"die wolke sieht aus wie ein herz." "ooooaah, stimmt!"

und sicher, du greifst sogar ein wenig rein, aber eher in form einer fortführung (vielleicht um der romantik einhalt zu gebieten, oder ihr nur eine kurze zeit zu lassen, sie im alltag/der verpflichtung zu ersticken) - aber das funktioniert nicht ganz m.E.
der ansatz ist zu schwach für das fass, dass aufgemacht wird. sollte das mit den adlern ein anspiel auf romantischen humbug sein, dann kannst du die romantik nicht mit einem weiteren adlervergleich (nestanflug) lüften, oder das bild verpuffen lassen. der adler bleibt also, auch am ende.
wenn ich empfehlen darf, würde ich den letzten part, der ja bereits ernüchterung versucht, noch einmal überarbeiten.

wenn ich sehr angestrengt nachdenke
würde "seilbahn zurück ins tal" implizieren, dass man nicht fliegen kann, somit kein adlerpärchen ist und deine formulierung da sehr nüchtern, trocken wird.
ich würde behaupten du versuchst eben die illusion des lesers über die illusion des pärchens zu zerstören - was ich wie besagt nicht verkehrt finde,
aber auch da (für mich) nicht funktioniert.

Perry
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Re: höhenflug

Beitragvon Perry » 28.11.2010, 12:23

Hallo Shuya,
hoch lebe die Theorie, wichtig ist für mich nur, dass ein Zeilenumbruch Interesse erweckt.
Danke für deine Wägungen was vergleichbar ist und was eher nicht, aber für mich fallen diese in den Bereich subjektiver Empfindungen und sind somit
Ansichtssache. Speziell gefielen mir die "akrobatischen Schwünge des Adlers beim Nestanflug" durchaus als Vergleich zum Bewegungsbemühen beim Sexspiel um zum Höhepunkt zu kommen, überlasse es aber gerne dem Leser eigene Schlüsse zu ziehen. ;-)
Was den Schluss anbelangt, will ich sicher keine Leserillusionen zerstören, dazu müsste ich ja wissen welche er hat. Ich ziehe aus meinen Bildern lediglich ein mögliches Fazit, das lautet: Freie Liebe lässt sich nur schwer mit den Fesseln (beringt) einer Bindung vereinbaren. Wie die Talfahrt in diesem Kontext zu deuten ist, bleibt für mich offen. Es kann die Wahl des sicheren Weges sein, aber auch die Resignation, dass der Höhenflug gescheitert ist.
LG
Perry

Näherungsweise
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Re: höhenflug

Beitragvon Näherungsweise » 29.11.2010, 01:53

@Perry
Perry hat geschrieben:Vielleicht solltest du dich mehr der Textarbeit zuwenden und weniger von oben herab werten, das kann zu Abstürzen führen. ;-)

Leider kann ich mit den meisten Ausdrücken nicht viel anfangen, sie klingen zwei- manchmal eindeutig, aber dann auch wieder nur effektheischend. Wems gefällt, der hat sicher seine Freude dran, ich kauf mir lieber eine Currywurst an der Pommesbude.

LG
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