das viele wenige

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Sturznest
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das viele wenige

Beitragvon Sturznest » 09.01.2012, 21:27

du gehst über diese strasse
ein anderer der du auch sein könntest
folgt dir ohne zu wissen dass du es bist

ihr geht lange so
er wirkt betreten
wie einer der gerne einen bruder hätte für den er schwärmen könnte

eine innerliche wunde brennt wie das verlangen

ein vespenauge sticht einen von euch
der taucht...taucht nicht mehr auf
ein einwandfreier abgang
denkt das vespenauge

du zitterst ein wenig
als hätte der tod seine arme nach dir ausgestreckt

aber dann bist du dort wo dein inneres nicht weiß wohin es soll

dort ist das licht und dort die alte stube
dort wirst du anklopfen
du wirst dich setzen und über die menschlichkeit fluchen

du möchtest zu der frau die neben dir wohnt
die du nur einmal sahst als sie jemand brauchte
der ihr den kühlschrank anschloss

die ihn selber anschloss
die niemanden brauchte der ihr den kühlschrank anschloss
die nur jemand zum reden brauchte wie sie dachte
aber dann schwieg sie und du standest nicht einmal neben ihr

damals warst du sicher
dass nichts beginnen würde und du hattest recht
in dieser sache hattest du recht

sie sind dir weit gefolgt
die alten narben
sie verlangen nichts
nur
bleiben wollen sie
bis du ein letztes mal sagst
sie hat den kühlschrank angeschlossen und ich

[) i r k
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Re: das viele wenige

Beitragvon [) i r k » 09.01.2012, 22:13

:thanx:
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

riemsche
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Re: das viele wenige

Beitragvon riemsche » 09.01.2012, 22:36

bei mir hat sich nichts geändert (:->))

auf gute nachbarschaft .... erinnert mich an die alte frau gegenüber. sie klopfte und bat, ihr doch behilflich zu sein. sie will unbedingt ein zimmer lüften. aber das fenster klemmt. als kleines dankeschön bekam ich ein stück kuchen ausm kühlschrank x-mal in altes butterpapier gewickelt. zuhause _gedanklich schon bei leckerernachspeise_ stellte sich heraus, dass es sich dabei nach farbe und geruch zu urteilen um nichts essbares mehr handeln konnte. aber diese freude, mir in bester absicht auch eine kleine freude zu machen .... und wenn der gedanke zählt dann isses nicht grauslich, wäh und fingerwasch. hat eher was von anschau und fassungslosigkeit danebensteh. bei so was mach ich mir plötzlich sorgen ... kurze zeit danach verstarb sie so still und heimlich, dass ich die veränderung in meinem unmittelbaren umfeld erst bei der lärmenden wohnungsräumung über verwandte mitbekam. völlig andere story, oder? oder nicht? den part mit dem vespen(Wespen?)auge krieg ich (nur wegen der schreibweise?) nicht gebacken. halte ihn wahrscheinlich deshalb für entbehrlich. die beiden erklärenden einschubzeilen

Sturznest hat geschrieben:eine innerliche wunde brennt wie das verlangen
Sturznest hat geschrieben:aber dann bist du dort wo dein inneres nicht weiß wohin es soll

wünschte ich mir aufgrund dessen was davor und danach kommt eigentlich selbst zu erlesen. hab ich annähernd auch schon. für kombis, die in zugzwang bringen, wie ein ohne/dass

Sturznest hat geschrieben:folgt dir ohne zu wissen dass du es bist

gäbe es möglichkeiten. ohne beistrich oder im zeilenumbruch. zB: folgt dir / weiß nicht dass du es bist
nehmen mE auch abiz was an gut gemeinter behauptung. die es braucht, um sich als leser auch widerwillig noch intensiver angesprochen zu fühlen. auf das eine oder andere /und/ zu verzichten, ist in der hinsicht auch ne überlegung wert.
sorry. bin noch etwas in gedanken. und was den text anbelangt, hoffentlich annähernd in deinen.
lGriemsche


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