die kleidung der hochhausmarder am abend

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
hginsomnia
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die kleidung der hochhausmarder am abend

Beitragvon hginsomnia » 21.06.2012, 04:04

die kleidung der hochhausmarder am abend

scheint nicht / die tiere wittern eine süße soße
sickert in ein kleines loch
[" -> Zu den Abfallstoffen"] im verstand
einer disharmonischen nacht

myriaden von schnellen beschlüssen
legen sich einem trugschluss in den schoß

1.)

wo ich heimlich meine erste zigarette rauchte
steht jetzt nichts mehr gerade / dort haben sich welche
umgebracht / ständig baut man auf die blumen / sträuße
sollen augen melken

2.)

auf der demarkationslinie zwischen festgestellt
und eingeredet kriecht ein unruhiges exemplar / "Warum?"
und "Sonderangebot" liegen im selben blickfeld / ein kiosk
spuckt die münzen vom vortag
in den rachen einer kneipe

3.)

deine augen sprechen wir
sind die hohen lichter der steine
die alle gründe tragen / ein gemeiner trick
aus gewebten verstrickungen
der mörder lässt uns schlafen

Perry
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Re: die kleidung der hochhausmarder am abend

Beitragvon Perry » 21.06.2012, 15:10

Hallo hginsomnia,

ich hab lange überlegt, ob ich mal wieder zu einem Text von Dir was schreiben soll, aber da hier anscheinend fast alles im Sand verrinnt, wage ich einen Anlauf. ;-)

Da Hochhausmarder weder am Tag, geschweige denn am Abend Kleidung tragen, nehme ich an, es ist eine bestimmte Menschengruppe gemeint, die sich in oder an Hochhäusern herumtreibt. Da es im Text aber weiter (zumindest für mich) keine Bezugspunkte dazu gibt, hake ich den Titel einfach mal als Eyecatcher ab.

"steht jetzt nichts mehr" und "demarkationslinie" lassen auf ein Kriegsgebiet schließen, in dem das LI aufgewachsen ist.
Die aktuelle Situation scheint nicht viel besser zu sein, denn außer den "hohen lichtern der steine" ist wenig Positives aus den Bildern herauszulesen.

Gut gefällt mir

"sträuße sollen augen melken"

weniger das Klammer Pfeil Gekrakel.

Insgesamt ein Text der m.M. nach ein bisschen zu sehr nach anspruchsvoller Darstellung schielt, was er inhaltlich gar nicht nötig hätte. Aber übers Stilistische brauchen wir ja nicht zu diskuttieren, da haben wir ja früher schon festgestellt, dass wir wenig Gemeinsames haben. :-)

LG
Perry

riemsche
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Re: die kleidung der hochhausmarder am abend

Beitragvon riemsche » 21.06.2012, 21:27

klingt als hätt sich wer ne auszeit auf dem fensterbrett genommen ... vielleicht mit dem zuvor beschäftigt ... hinterhof, scheinbare idylle, glühwürmchen, hausmüll ....
titel erschließen sich zugern nur dem autor, adabei, maler.
hginsomnia hat geschrieben:legen sich in den schoß eines trugschlusses

würd ich dem gefühl nach in /legen sich einem trugschluss in den schoß/ umbauen ... das _usses am end beisst abiz, aber vielleicht soll es das.
hginsomnia hat geschrieben:ständig setzt man auf die blumen

klar ist was du sagen willst dennoch... gibts fürs /setzt man/ hg_alternativen?
in folge setzt du mir ein satzzeichen (bei dir sinds //// die mich samt klammerauf+zu in keinster weise irritieren) setzt du mir ein stricherl woanders, wie im fluss erwartet
hginsomnia hat geschrieben:und eingeredet kriecht ein unruhiges exemplar / "Warum?"
und "Sonderangebot" liegen im selben blickfeld / ein kiosk

da wär dem gefühl nach das / vor dem Warum entbehrlich weil die passage durchgängig ist - vielleicht stattdessen nach Sonderangebot ne atempause dieser art.
in der 3) sinds die /gründe/ über die ich stolpere. korrekte mehrzahl ja natürlich - was nicht heisst dass sie mir deshalb weniger seltsam klingt (:->))
habs mir gern intensiver angeschaut, bilder gesehen und abiz gegrübelt, nu was leser halt so tun :-)
lGriemsche

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Re: die kleidung der hochhausmarder am abend

Beitragvon hginsomnia » 24.06.2012, 02:32

hallo zusammen,

ja, es ist recht still geworden und halt auch etwas festgefahren. es fällt mir gerade ebenso schwer, etwas zu euren texten zu sagen, einfach weil das, was ich sagen würde, nicht das ist, was ihr als kommunikation wünscht (kein vorwurf, um das klar zu stellen). die positionen sind da halt recht eindeutig und ich möchte jetzt nicht noch mehr unnötige gräben ausheben.

ich versuche also etwas leichter darüber zu sprechen (so weit mir das möglich ist, eher nicht sehr weit ;-) ), so in die richtung: wie verhalte ich mich zu meinem text? ist mir eine komplexe abbildung eines inhalts gelungen?


ich fange mal so an:

@ perry

ich glaube auch, dass mir die verschiedenen blickpunkte einer szenerie hier nicht zusammenhängend genug gelungen sind. also:

Perry hat geschrieben: Da es im Text aber weiter (zumindest für mich) keine Bezugspunkte dazu gibt, hake ich den Titel einfach mal als Eyecatcher ab.


ja, da ist was wahres dran, wie gesagt, weil ich die bezugspunkte zu wenig setze. den prosaischen ausgang der bildauflösung kann ich hier schlecht liefern, also muss ich mir da noch was überlegen.

Perry hat geschrieben:"steht jetzt nichts mehr" und "demarkationslinie" lassen auf ein Kriegsgebiet schließen, in dem das LI aufgewachsen ist.
Die aktuelle Situation scheint nicht viel besser zu sein, denn außer den "hohen lichtern der steine" ist wenig Positives aus den Bildern herauszulesen.


schließe ich mal in meine obige überlegung ein. kann man sicherlich aufgrund der begriffe so assoziieren und sollte auch in die richtung gehen. ich muss da aber wohl noch etwas mehr machen.

Perry hat geschrieben:weniger das Klammer Pfeil Gekrakel.


hier muss ich mir dann wieder sagen: ruhig blut! (wegen neue gräben und so ...) aber okay: das ist nur absolut kein gekrakel, kann es ja auch gar nicht sein, weil es mit der tastatur getippt wurde. aber lassen wir die spitzfindigkeiten: der ikonische pfeil sollte klar sein. jeder kennt schilder dieser art, wage ich, zu behaupten. auf ein solches schild wird hier bezug genommen, damit ein bildelement gezeigt.

Perry hat geschrieben:Insgesamt ein Text der m.M. nach ein bisschen zu sehr nach anspruchsvoller Darstellung schielt, was er inhaltlich gar nicht nötig hätte


kann ich leider nichts mit anfangen


@ riemsche

riemsche hat geschrieben:würd ich dem gefühl nach in /legen sich einem trugschluss in den schoß/ umbauen


ja, ist viel besser als meins. übernehme ich.

riemsche hat geschrieben:klar ist was du sagen willst dennoch... gibts fürs /setzt man/ hg_alternativen


ja, ich habe auch schon eine, weil mir das auch von anfang an nicht gefiel (eher notlösung): baut man (vielleicht noch anders, aber das verb bleibt schonmal)

riemsche hat geschrieben:da wär dem gefühl nach das / vor dem Warum entbehrlich weil die passage durchgängig ist - vielleicht stattdessen nach Sonderangebot ne atempause dieser art.
in der 3) sinds die /gründe/ über die ich stolpere. korrekte mehrzahl ja natürlich - was nicht heisst dass sie mir deshalb weniger seltsam klingt (:->))


verstehe ich nicht.


soweit

lg
hginsomnia

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Re: die kleidung der hochhausmarder am abend

Beitragvon riemsche » 27.06.2012, 17:34

hginsomnia hat geschrieben:verstehe ich nicht.


hat sich erledigt (:-)) ich verstehe jetzt Warum das / da ist wo es ist.

in passage 3) find ich die wortung /die alle gründe tragen / abiz seltsam. ich weiß zwar, dass das in mehrzahl so gehört - würde mir aber auch hier alternativen für gründe oder tragen überlegen.

lG riemsche


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