lauf in den morgen
morgens um sechs fit wie ein turnschuh
zwei tassen tee und einen kanten brot
mein gott ich bekomme keine ruh
dann renn ich ins kalte morgenrot
nasse blätter säumen meinen weg
eichhörnchen huschen in einem fort
die uhr fehlt leider am armgelenk
egal ich laufe was das zeug hält
am bach entlang bis zur letzten heck
bis ich umkehr und zurückschnelle
in meine kleine warme wohnung
und nun die dusche macht mich helle
terzinen
Re: terzinen
die gurke
mein sohn ist oft ein kleiner schurke
wenn er so lustig lächelt und feixt
schenkt er mir vom burger die gurke
schmeißt er mir die wäsche hin voll schweiß
nach einer langen fußballwoche
am freien tag grinst die mama dreist
jedoch am werktag wird es zum joch
die mama klaut dem sohn den burger
sohn zieht sich zurück ins eigne loch
der mama kommt dann die gurke hoch
mein sohn ist oft ein kleiner schurke
wenn er so lustig lächelt und feixt
schenkt er mir vom burger die gurke
schmeißt er mir die wäsche hin voll schweiß
nach einer langen fußballwoche
am freien tag grinst die mama dreist
jedoch am werktag wird es zum joch
die mama klaut dem sohn den burger
sohn zieht sich zurück ins eigne loch
der mama kommt dann die gurke hoch
Re: terzinen
hi patina.
terzinen sind eine form, die ich besonders mag - vor allem außerhalb von sonetten. und ich mag deine terzinen.
die innere unruhe ist in dem ersten gedicht besonders schön spürbar. und, wie sie das lyrische ich auf die welt projiziert.
das zweite gedicht erscheint mir thematisch nicht ganz so gelungen. den wechsel vom ich-erzähler zum "die mama" zerreißt das gedicht für mich in zwei teile. man könnte jetzt sagen, dass es da eine inhaltliche korrespondenz gibt, freude-leid, werktag-freitag, ich-sein/mama-sein. aber es überzeugt mich nicht. der wechsel zu "die mama" ist irgendwie auch der wechsel in den selbstmitleid-modus, und den finde ich dramaturgisch eher unspannend.
den reim loch-hoch als abschluss zu verwenden, wirkt klanglich nicht so gut. trotz gleicher schreibweise ist das nach meinem gehör/empfinden dissonant. joch-hoch sind stärker gebunden. aber vielleicht ist das im süddeutschen idiom anders.
lieben gruß,
dirk
terzinen sind eine form, die ich besonders mag - vor allem außerhalb von sonetten. und ich mag deine terzinen.
die innere unruhe ist in dem ersten gedicht besonders schön spürbar. und, wie sie das lyrische ich auf die welt projiziert.
das zweite gedicht erscheint mir thematisch nicht ganz so gelungen. den wechsel vom ich-erzähler zum "die mama" zerreißt das gedicht für mich in zwei teile. man könnte jetzt sagen, dass es da eine inhaltliche korrespondenz gibt, freude-leid, werktag-freitag, ich-sein/mama-sein. aber es überzeugt mich nicht. der wechsel zu "die mama" ist irgendwie auch der wechsel in den selbstmitleid-modus, und den finde ich dramaturgisch eher unspannend.
den reim loch-hoch als abschluss zu verwenden, wirkt klanglich nicht so gut. trotz gleicher schreibweise ist das nach meinem gehör/empfinden dissonant. joch-hoch sind stärker gebunden. aber vielleicht ist das im süddeutschen idiom anders.
lieben gruß,
dirk
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: terzinen
nachtrag: schurke-gurke ist übrigens ein schöner reim. insbesondere, da das gedicht eher etwas ernstgemeintes/reflektives hat, während der reim eher zum humoristischen tendiert. in dieser wortwahl spiegelt sich klanglich die beschriebene situation und stimmung in der ersten strophe exakt wieder.
well done.
well done.
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
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