terzinen

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Patina
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terzinen

Beitragvon Patina » 28.10.2008, 14:29

lauf in den morgen

morgens um sechs fit wie ein turnschuh
zwei tassen tee und einen kanten brot
mein gott ich bekomme keine ruh

dann renn ich ins kalte morgenrot
nasse blätter säumen meinen weg
eichhörnchen huschen in einem fort

die uhr fehlt leider am armgelenk
egal ich laufe was das zeug hält
am bach entlang bis zur letzten heck

bis ich umkehr und zurückschnelle
in meine kleine warme wohnung
und nun die dusche macht mich helle

Patina
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Re: terzinen

Beitragvon Patina » 28.10.2008, 14:30

die gurke

mein sohn ist oft ein kleiner schurke
wenn er so lustig lächelt und feixt
schenkt er mir vom burger die gurke

schmeißt er mir die wäsche hin voll schweiß
nach einer langen fußballwoche
am freien tag grinst die mama dreist

jedoch am werktag wird es zum joch
die mama klaut dem sohn den burger
sohn zieht sich zurück ins eigne loch

der mama kommt dann die gurke hoch

[) i r k
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Re: terzinen

Beitragvon [) i r k » 03.12.2008, 00:46

hi patina.

terzinen sind eine form, die ich besonders mag - vor allem außerhalb von sonetten. und ich mag deine terzinen.

die innere unruhe ist in dem ersten gedicht besonders schön spürbar. und, wie sie das lyrische ich auf die welt projiziert.

das zweite gedicht erscheint mir thematisch nicht ganz so gelungen. den wechsel vom ich-erzähler zum "die mama" zerreißt das gedicht für mich in zwei teile. man könnte jetzt sagen, dass es da eine inhaltliche korrespondenz gibt, freude-leid, werktag-freitag, ich-sein/mama-sein. aber es überzeugt mich nicht. der wechsel zu "die mama" ist irgendwie auch der wechsel in den selbstmitleid-modus, und den finde ich dramaturgisch eher unspannend.

den reim loch-hoch als abschluss zu verwenden, wirkt klanglich nicht so gut. trotz gleicher schreibweise ist das nach meinem gehör/empfinden dissonant. joch-hoch sind stärker gebunden. aber vielleicht ist das im süddeutschen idiom anders.

lieben gruß,
dirk
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

[) i r k
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Re: terzinen

Beitragvon [) i r k » 03.12.2008, 00:59

nachtrag: schurke-gurke ist übrigens ein schöner reim. insbesondere, da das gedicht eher etwas ernstgemeintes/reflektives hat, während der reim eher zum humoristischen tendiert. in dieser wortwahl spiegelt sich klanglich die beschriebene situation und stimmung in der ersten strophe exakt wieder.

well done.
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