Mehr kann ich nach drei Wochen noch immer nicht sagen .. Weil ein anderer mich nicht zu verstehen scheint und ich nicht weiß, ob ich will, es aber tue und aufgehört habe darüber nach zu denken, und lüge und lüge und lüge, und ich mich doch immer im Kreise drehe und ich so oft Hunger habe aber kaum was esse, und alles is mir viel zu fremd, und ich war feig und jetz ist es so, und ich nicht weiß, was ich wirklich vermisse ..
Weil er heute "Bitte" gesagt hat und mir vorwarf, Frauen wären immer vom Grund auf böse, ich heute eine halbe Stunde gelacht habe und weil mein verhastes Wort "Körper" mich heute mehr denn je abstößt ...
[ich küsse fremde Männer]
(03 : Das Mädchen im Spiegel)
Ich bin das Mädchen. Das bin nur ich im Spiegel. Ich bin dieses Mädchen. Dieses nackte Mädchen. Und das Mädchen wird bleiben, solange ich hier stehe. Den Teppichboden unter meinen Füßen. Die Paneele an der Wand im Hintergrund. Und ich bleibe stehen, und ich blicke auf dieses Mädchen. 1 Meter 76 groß, mit rotblonden Haaren. Keine Frau, ein kleines Mädchen. Klein, naiv, und vielleicht auch süß. Ein Mädchen, das bin ich. Und ich will klein sein. Will mich vor diesen Spiegel stellen und weinen können. Weinen, so wie es das Mädchen im Spiegel tut. Ihre Augen blicken mich traurig an, die Tränen tropfen von der Wange, der Nase, auf ihr Schlüsselbein, verlieren sich dann auf ihrem Körper. Ihrem schönen Mädchenkörper. Sie weint. Und ich spüre die Tränen nicht. Sie rinnen mir nicht die Wangen herab, verlieren sich nicht in meinen roten Haaren. Ich weine nicht.
Naiv. Ist dieses Mädchen denn wirklich naiv, wenn sie lacht, und ihr wieder die Tränen kommen. Wenn sie sich den Bauch hält, und ihr Lachen all die Blicke auf sich zieht. Dieses Mädchen dort im Spiegel schaut hinaus, aus dem Fenster, sie lächelt und ihre Augen erzählen von einem Jungen. Von seinen blonden Haaren, das in der Mitte gescheitelt ist, von seiner spitzen, langen Nase, von seinen großen gütigen Augen, von seinem Geruch. Sie blickt aus dem Fenster und denkt nur an ihn, und ihre Augen glänzen. Und ich denke auch an ihn. An seine Art zu gehen, die Tasche zu tragen, seine sanfte Art sich am Telefon zu melden, und wie er unterschreibt und mir manchmal Aufträge gibt. Ich bin sein Mädchen für alles. Und ich blicke wie das Mädchen aus dem Fenster, und ich weiß, ich bin zu feige, ihm zu sagen, was ich fühle. Und ich weiß, dass es wohl auch unnütz wäre es zu tun.
Ich schließe meinen Augen, und wende meinen Kopf wieder zum Spiegel. Ich trete an das Mädchen heran, lege meine Hände an ihre zierlichen Finger. Ihre Haut ist zarter, heller, als meine, ihre Augen grüner. Ich sehe an ihr herunter. Sie hat lange Beine, so wie ich. Sie versteckt gern ihre Oberschenkel, so wie ich. Ihr Bauch ist nicht dick, ihre Arme lang, ihre Hände scheinen genauso kalt wie meine. Ihre Brust ist genauso groß wie meine. Wir sind nicht dick. Doch sie ist süß. Sie kann sich im Spiegel verdrehen, winden, wie es süße Mädchen machen. Und ich steh steif davor. Spüre den Teppich zwischen meinen Zehen, merke wie meine weichen Knie sich nur hart beugen wollen. Sie lächelt so süß, schaut von unten nach oben, und lacht mit den Tränen in den Augen. Und ich blicke sie an, versuche einen weichen Gesichtsausdruck zu zaubern, doch ich weiß, ich sehe sie hart an. Ich habe keinen verträumten Blick wie sie. Ich kann nicht aus dem Fenster blicken und an den Jungen denken.
Ich drehe mich um. Lasse zaghaft von ihren Fingern ab. Ich gehe. Und ich weiß, sie sieht mir nach und dreht sich irgendwann traurig weg. Und alles was ich kann, ist zu denken: „Ich Schlampe...“
(31.März 05)
Und ich küsse ständig fremde Männer
Und ich küsse ständig fremde Männer
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Und ich küsse ständig fremde Männer
Ihr könnt gern antworten. Ihr müsst euch nich fürchten, ich versuchs ja auch nicht mehr ...
Ich weiß nicht wieso, aber ich muss mir wohl versuchen die Angst zu nehmen, um zu vermeiden, dass ich mir mehr und mehr den Kopf zerbreche ... Der Text spielt zeitlich weiter vorn (daher auch 02-01 ..), und gehört eben auch zu diesen [ich küsse fremde Männer] Texten .. Und ich weiß, dass er manchmal zwischendurch was platt ist .. Ich mag ihn trotzdem
[ich küsse fremde Männer]
(02-01 : Strand)
.. für A.S. ..
Das Meer rauscht.
Rauscht.
Rauscht.
Dazwischen sitzen sie. Die 12er. Und ein paar 11er. Sie trinken Alkohol. Oder haben ihn schon getrunken und tanzen vor sich hin. Wir sitzen mit dem Rücken zum Meer. Ich sitze neben dir. Wir malen mit den Fingern im salzigen Sand herum.
Du drückst mit deiner Hand den Sand zwischen deinen Beinen platt, und malst ein X-X-O-Feld. Du malst ein X. Ich beuge mich über dein Knie und male an eine Stelle ein O. Du ein X. Ich ein O, du ein X, ich ein O. Ich glaube, du siehst mich an. Du drückst den Sand wieder fest, malst ein neues Feld. Ich fange an. Ich beuge mich wieder vor, und male das letzte X bevor du wieder das Feld zudrückst.
„Vielleicht solltest du mal was trinken. Dann habe ich vielleicht ne Chance gegen dich!“
Du lachst. Ich sehe dich an. Du schaust zurück. Malst noch ein Feld. Auf dem Feld sind gleich viele X und O. Du wischt das Feld weg. Stützt die Arme auf die Knie, schaust hinauf in den Himmel. Du sagst nichts. Ich lasse meinen Kopf langsam gegen deinen Arm fallen. Du läßt ihn kurz dort ruhen, sagst:
„Müde ?“
„Geht so.“
„Wollen wir hochgehen? Mir tut sowieso langsam der Kopf wieder weh, das Schmerzmittel läßt wohl nach.“
„Hm, okay.“
Du stehst auf. Läufst los.
Ich schüttele mir meine Hose aus. Der Sand fällt hinaus. Ich ziehe meine Schuhe richtig an. Ich blicke nach oben. Du stehst an den Schienen, zu mir gedreht. Du siehst so klein aus. Du bist weit weg.
Ich laufe dir nach.
„Ich bin doch nicht so schnell.“
Wir gehen durch die verwinkelten Gassen. Bergauf. Du läufst vor mir. Ein Schritt trennt uns. Ich strecke den Arm aus. Meine Hand scheint zu zittern. Ich ziehe sie zurück.
Du drehst dich kurz nach mir um. Blickst zu den Häusern, auf die Wagen, die die Straße säumen.
Du läufst einen Schritt vor mir. Ein Schritt trennt uns. Ich strecke meine Hand nicht aus.
Vor dem Hotel legst du den Finger auf den Mund.
„Psst!“
Ich nicke.
Wir gehen die Treppen hoch. Wir schleichen an den Zimmern vorbei. Drei Etagen.
Du steckst den Schlüssel in das Schloß, drehst ihn um, machst die Tür auf.
„Kommst noch kurz mit rein?“
Ich nicke.
Du öffnest die Fenster. Ich betrachte das enge Zimmer, die Koffer stehen, wie heute Nachmittag auch, noch immer an die Wände gedrängt, und lassen kaum Platz zum Gehen. Du drückst auf einen Wecker herum, stellst wohl eine Zeit ein. Du stehst auf der gegenüberliegenden Seite des Zimmers. Zwischen uns stehen drei große wuchtige Holzbetten.
Auf dem Flur sind Schritte zu hören.
„Ich glaube, sie kommen.“
„Ja.“
Du läufst um die Betten herum. Bis du vor mir stehst.
„Muß ich dich wohl rausschmeißen, was?“
„Sieht so aus.“
Ich blicke nach unten.
„Na dann …“
Ich blicke in dein Gesicht. Sehe deine Nase, deine Augen, deine gescheitelten Haare. Ich schlucke: „Gute Nacht. Schlaf gut.“
„Danke. Du auch.“
Ich drehe mich um und gehe auf den Flur. Blicke kurz den Aufgang hinunter. Es ist niemand außer mir auf dem Flur. Du schließt die Tür.
Ich blicke auf deine Tür zurück und gehe dann eine Etage höher in mein Zimmer.
Ich weiß nicht wieso, aber ich muss mir wohl versuchen die Angst zu nehmen, um zu vermeiden, dass ich mir mehr und mehr den Kopf zerbreche ... Der Text spielt zeitlich weiter vorn (daher auch 02-01 ..), und gehört eben auch zu diesen [ich küsse fremde Männer] Texten .. Und ich weiß, dass er manchmal zwischendurch was platt ist .. Ich mag ihn trotzdem
[ich küsse fremde Männer]
(02-01 : Strand)
.. für A.S. ..
Das Meer rauscht.
Rauscht.
Rauscht.
Dazwischen sitzen sie. Die 12er. Und ein paar 11er. Sie trinken Alkohol. Oder haben ihn schon getrunken und tanzen vor sich hin. Wir sitzen mit dem Rücken zum Meer. Ich sitze neben dir. Wir malen mit den Fingern im salzigen Sand herum.
Du drückst mit deiner Hand den Sand zwischen deinen Beinen platt, und malst ein X-X-O-Feld. Du malst ein X. Ich beuge mich über dein Knie und male an eine Stelle ein O. Du ein X. Ich ein O, du ein X, ich ein O. Ich glaube, du siehst mich an. Du drückst den Sand wieder fest, malst ein neues Feld. Ich fange an. Ich beuge mich wieder vor, und male das letzte X bevor du wieder das Feld zudrückst.
„Vielleicht solltest du mal was trinken. Dann habe ich vielleicht ne Chance gegen dich!“
Du lachst. Ich sehe dich an. Du schaust zurück. Malst noch ein Feld. Auf dem Feld sind gleich viele X und O. Du wischt das Feld weg. Stützt die Arme auf die Knie, schaust hinauf in den Himmel. Du sagst nichts. Ich lasse meinen Kopf langsam gegen deinen Arm fallen. Du läßt ihn kurz dort ruhen, sagst:
„Müde ?“
„Geht so.“
„Wollen wir hochgehen? Mir tut sowieso langsam der Kopf wieder weh, das Schmerzmittel läßt wohl nach.“
„Hm, okay.“
Du stehst auf. Läufst los.
Ich schüttele mir meine Hose aus. Der Sand fällt hinaus. Ich ziehe meine Schuhe richtig an. Ich blicke nach oben. Du stehst an den Schienen, zu mir gedreht. Du siehst so klein aus. Du bist weit weg.
Ich laufe dir nach.
„Ich bin doch nicht so schnell.“
Wir gehen durch die verwinkelten Gassen. Bergauf. Du läufst vor mir. Ein Schritt trennt uns. Ich strecke den Arm aus. Meine Hand scheint zu zittern. Ich ziehe sie zurück.
Du drehst dich kurz nach mir um. Blickst zu den Häusern, auf die Wagen, die die Straße säumen.
Du läufst einen Schritt vor mir. Ein Schritt trennt uns. Ich strecke meine Hand nicht aus.
Vor dem Hotel legst du den Finger auf den Mund.
„Psst!“
Ich nicke.
Wir gehen die Treppen hoch. Wir schleichen an den Zimmern vorbei. Drei Etagen.
Du steckst den Schlüssel in das Schloß, drehst ihn um, machst die Tür auf.
„Kommst noch kurz mit rein?“
Ich nicke.
Du öffnest die Fenster. Ich betrachte das enge Zimmer, die Koffer stehen, wie heute Nachmittag auch, noch immer an die Wände gedrängt, und lassen kaum Platz zum Gehen. Du drückst auf einen Wecker herum, stellst wohl eine Zeit ein. Du stehst auf der gegenüberliegenden Seite des Zimmers. Zwischen uns stehen drei große wuchtige Holzbetten.
Auf dem Flur sind Schritte zu hören.
„Ich glaube, sie kommen.“
„Ja.“
Du läufst um die Betten herum. Bis du vor mir stehst.
„Muß ich dich wohl rausschmeißen, was?“
„Sieht so aus.“
Ich blicke nach unten.
„Na dann …“
Ich blicke in dein Gesicht. Sehe deine Nase, deine Augen, deine gescheitelten Haare. Ich schlucke: „Gute Nacht. Schlaf gut.“
„Danke. Du auch.“
Ich drehe mich um und gehe auf den Flur. Blicke kurz den Aufgang hinunter. Es ist niemand außer mir auf dem Flur. Du schließt die Tür.
Ich blicke auf deine Tür zurück und gehe dann eine Etage höher in mein Zimmer.
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Und ich küsse ständig fremde Männer
Die Autorin sitzt gerade auf meinem Sofa rum und spielt mit meinen Kindern, also kann ich in Ruhe was zu den Texten schreiben
.
Beide gut, Birdy, wobei ich 03 deutlich über 02-01 stellen würde. Das soll Letzteren nicht ab-, sondern ersten aufwerten. Aber gehen wir chronologisch vor - also 02-01 zuerst:
Eigentlich finde ich gar keinen Fehler hier. Gut, dass Thema ist nicht gerade neu, aber gut bearbeitet. Nimmt man die potentiellen Symbole als solche, dann ist die Symbolik ein wenig holzhammerhaft, insbesondere im letzten und vorletzten Abschnitt. Nimmt man die Situationen statt dessen einfach als Situationen sind sie sehr genau und klug geschildert. Die Dialoge gefallen mir auch. Platt finde ich den Text gar nicht. Wie gesagt - das Thema lädt zu platten Texten ein. Aber Du hast die Einladung ausgeschlagen
.
Zu 03:
Obwohl ich diesen Text höher bewerte als den anderen, finde ich hier eine Stelle, die ich für eindeutig verbesserungswürdig halte:
Das ist ein bisschen zuviel. Zu viele Eigenheiten, zu viele Adjektive, dadurch tendiert diese Beschreibung für mich sehr stark in Richtung Kitsch. Da vielleicht ein wenig mit der Machete durchgehen.
Zuerst fand ich den häufigen Gebrauch des Wortes "Mädchen" nervend, bis ich begriffen habe, was es bedeutet und wie Du es hier verwendest. Jetzt halte ich gerade dieses Wort für eine Stärke des Textes.
Besonders lobenswert auch Dein Talent, sehr sinnlich und körperlich zu beschreiben, ohne Voyeurismus zu fördern oder selbst voyueristisch zu werden. Du wanderst immer sehr nah an der Grenze, aber Du überschreitest sie nicht, das ist bewundernswert. Ein Talent, dass Du schon in "Elda" und "Dirk H." bewiesen hast, weswegen ich diesen Text nicht für einen Zufallstreffer halte.
Stilistisch und sprachlich sind beide Texte gelungen. Erwähnens- und lobenswert außerdem, dass Du zwar in Episoden schreibst, dass die Texte aber jeder für sich (und dann selbstverständlich auch zusammen, so unterschiedlich sie sind) rund und stimmig wirken. Viele nutzen Episodentexte als Fingerübungen. Schön, dass Du mutiger bist, es scheint sich zu lohnen.
Alles in allem: Lob!!!! :applaus:
Beide gut, Birdy, wobei ich 03 deutlich über 02-01 stellen würde. Das soll Letzteren nicht ab-, sondern ersten aufwerten. Aber gehen wir chronologisch vor - also 02-01 zuerst:
Eigentlich finde ich gar keinen Fehler hier. Gut, dass Thema ist nicht gerade neu, aber gut bearbeitet. Nimmt man die potentiellen Symbole als solche, dann ist die Symbolik ein wenig holzhammerhaft, insbesondere im letzten und vorletzten Abschnitt. Nimmt man die Situationen statt dessen einfach als Situationen sind sie sehr genau und klug geschildert. Die Dialoge gefallen mir auch. Platt finde ich den Text gar nicht. Wie gesagt - das Thema lädt zu platten Texten ein. Aber Du hast die Einladung ausgeschlagen
Zu 03:
Obwohl ich diesen Text höher bewerte als den anderen, finde ich hier eine Stelle, die ich für eindeutig verbesserungswürdig halte:
Dieses Mädchen dort im Spiegel schaut hinaus, aus dem Fenster, sie lächelt und ihre Augen erzählen von einem Jungen. Von seinen blonden Haaren, das in der Mitte gescheitelt ist, von seiner spitzen, langen Nase, von seinen großen gütigen Augen, von seinem Geruch. Sie blickt aus dem Fenster und denkt nur an ihn, und ihre Augen glänzen. Und ich denke auch an ihn. An seine Art zu gehen, die Tasche zu tragen, seine sanfte Art sich am Telefon zu melden, und wie er unterschreibt und mir manchmal Aufträge gibt.
Das ist ein bisschen zuviel. Zu viele Eigenheiten, zu viele Adjektive, dadurch tendiert diese Beschreibung für mich sehr stark in Richtung Kitsch. Da vielleicht ein wenig mit der Machete durchgehen.
Zuerst fand ich den häufigen Gebrauch des Wortes "Mädchen" nervend, bis ich begriffen habe, was es bedeutet und wie Du es hier verwendest. Jetzt halte ich gerade dieses Wort für eine Stärke des Textes.
Besonders lobenswert auch Dein Talent, sehr sinnlich und körperlich zu beschreiben, ohne Voyeurismus zu fördern oder selbst voyueristisch zu werden. Du wanderst immer sehr nah an der Grenze, aber Du überschreitest sie nicht, das ist bewundernswert. Ein Talent, dass Du schon in "Elda" und "Dirk H." bewiesen hast, weswegen ich diesen Text nicht für einen Zufallstreffer halte.
Stilistisch und sprachlich sind beide Texte gelungen. Erwähnens- und lobenswert außerdem, dass Du zwar in Episoden schreibst, dass die Texte aber jeder für sich (und dann selbstverständlich auch zusammen, so unterschiedlich sie sind) rund und stimmig wirken. Viele nutzen Episodentexte als Fingerübungen. Schön, dass Du mutiger bist, es scheint sich zu lohnen.
Alles in allem: Lob!!!! :applaus:
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Und ich küsse ständig fremde Männer
Habe jetzt die erste Text gelesen und fand sie sehr gut, errinert mir einbischen nach mir, als ich noch so Jung war wie du
falls du "Mein Ton!" gelesen hast dann weisst du was ich meine.
Weiter so
Grüße Fitnat
Weiter so
Grüße Fitnat
Wenn ich mein Schatten auf dem Asphalt sehe,
denke ich, "Du Armer Poet, bist schon wieder auf dem Boden!"
F.A. "Tanz des Todes"
denke ich, "Du Armer Poet, bist schon wieder auf dem Boden!"
F.A. "Tanz des Todes"
Re: Und ich küsse ständig fremde Männer
Ich habe "Das Mädchen im Spiegel" ein bisschen bearbeitet. Soll ich ihn posten ?
Das ist der erste Text der Serie ..
[ich küsse fremde Männer]
(01 : Schnee)
Wie ruhig es ist.
Mein Herz.
Es schlägt so ruhig.
Nein, es ist nicht aufgeregt, nicht mehr, es hat keine Angst. Keine Angst vor den Schneeflocken, die von oben fallen. Wie sie langsam hinunter fallen.
Ich weiß, ich bin in einem Zimmer. Es kann nicht schneien in einem Zimmer. Nein, es schneit nicht in Zimmern und schon gar nicht in diesem – denn ich bin hier. Ich – in diesem Zimmer.
Und doch sehe ich wie die Flocken fallen. Sie schweben nicht, sie tanzen nicht. Sie fallen. Fallen die weite Strecke von der Decke bis zu mir. Von oben nach unten. Oben die Decke, die Flocken .. und unten ich, mein Körper.
Die Flocken fallen, fallen auf meinen Körper. Von oben herab fallen die weißen Flocken auf mich. Auf meine Haare, auf meine Finger, auf meinen Bauch. Und sie fallen in meine Augen, in meinen Mund. Sie legen sich schwer auf mich, streichen schwer über meine Brust, mein Herz. Und sie fallen von oben herab.
Bewegen kann ich mich nicht. Will ich mich nicht. Denn ich schaue ihnen zu. Sehe wie sie fallen, aufgereiht auf Fäden, direkt zu mir herunter. Und mein Herz schlägt ruhig. Es zittert nicht mehr. Es hat keine Angst mehr. Denn jetzt fallen schwer die Schneeflocken. Sie fallen, und fallen, und fallen.
Das ist der erste Text der Serie ..
[ich küsse fremde Männer]
(01 : Schnee)
Wie ruhig es ist.
Mein Herz.
Es schlägt so ruhig.
Nein, es ist nicht aufgeregt, nicht mehr, es hat keine Angst. Keine Angst vor den Schneeflocken, die von oben fallen. Wie sie langsam hinunter fallen.
Ich weiß, ich bin in einem Zimmer. Es kann nicht schneien in einem Zimmer. Nein, es schneit nicht in Zimmern und schon gar nicht in diesem – denn ich bin hier. Ich – in diesem Zimmer.
Und doch sehe ich wie die Flocken fallen. Sie schweben nicht, sie tanzen nicht. Sie fallen. Fallen die weite Strecke von der Decke bis zu mir. Von oben nach unten. Oben die Decke, die Flocken .. und unten ich, mein Körper.
Die Flocken fallen, fallen auf meinen Körper. Von oben herab fallen die weißen Flocken auf mich. Auf meine Haare, auf meine Finger, auf meinen Bauch. Und sie fallen in meine Augen, in meinen Mund. Sie legen sich schwer auf mich, streichen schwer über meine Brust, mein Herz. Und sie fallen von oben herab.
Bewegen kann ich mich nicht. Will ich mich nicht. Denn ich schaue ihnen zu. Sehe wie sie fallen, aufgereiht auf Fäden, direkt zu mir herunter. Und mein Herz schlägt ruhig. Es zittert nicht mehr. Es hat keine Angst mehr. Denn jetzt fallen schwer die Schneeflocken. Sie fallen, und fallen, und fallen.
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Und ich küsse ständig fremde Männer
Ich habe "Das Mädchen im Spiegel" ein bisschen bearbeitet. Soll ich ihn posten ?
Ja bitte mach ruhig, der TExt ist nämlich wirklich toll, da würde ich gerne eine überarbeitet variante lesen.
von den dreien die hier stehen, gefällt er mir am besten auch wenn ich "Strand" auch schön und atmosphärisch für gelungen halte. Naja. Um es so zu sagen: Der Razor hat recht
So, hmm... "Scheee"....
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher warum, aber ich finde den nicht so gut wie die beiden anderen. Ich kann es nicht so ganz erklären, aber die Bedrohung die er eigentlich, neben der schneeruhe enthalten müsste kommt bei mir nicht so richtig an. Es ist sozusagen so, das ich dabei Schnee fallen sehe, aber mir nicht vorstellen kann das er kalt ist. Schneewatte sozusagen.
obwohl du auch bei 03 mit Wiederholungen arbeitest, kommt mir hier das Wort fallen ein wenig übertrieben vor. DAs betrifft z.b. den letzten SAtz...es ist so häufig...und der Text ist ja wirklich kurz...
Vielleicht solltest du das ein wenig einschränken, nicht ganz natürlich, da auch schließlich das Schneien ein sehr gleichförmiger ruhiger Vorgang ist, aber so das es nicht ...hmmm... langeweilig wird...
DEnk mal drüber nach und hol dir noch jemand anderens Meinung, denn ich bin mir wirklich nicht sicher damit.
Liebste GRüße
dein Frl. Ede
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
Re: Und ich küsse ständig fremde Männer
öhm, ja, dann mach ich mal nen doppelpost, muss ja irgendwie meine postingszahl aufrecht erhalten .D
erst mal die einkleinwenig bearbeitete version von teil drei XD
[ich küsse fremde Männer]
(03 : Das Mädchen im Spiegel)
Ich bin das Mädchen. Das bin nur ich im Spiegel. Ich bin dieses Mädchen. Dieses nackte Mädchen. Und das Mädchen wird bleiben, solange ich hier stehe. Den Teppichboden unter meinen Füßen. Die Paneele an der Wand im Hintergrund. Und ich bleibe stehen, und ich blicke auf dieses Mädchen. 1 Meter 76 groß, mit rotblonden Haaren. Keine Frau, ein kleines Mädchen. Klein, naiv, und vielleicht auch süß. Ein Mädchen, das bin ich. Und ich will klein sein. Will mich vor diesen Spiegel stellen und weinen können. Weinen, so wie es das Mädchen im Spiegel tut. Ihre Augen blicken mich traurig an, die Tränen tropfen von der Wange, der Nase, auf ihr Schlüsselbein, verlieren sich dann auf ihrem Körper. Ihrem schönen Mädchenkörper. Sie weint. Und ich spüre die Tränen nicht. Sie rinnen mir nicht die Wangen herab, verlieren sich nicht in meinen roten Haaren. Ich weine nicht.
Naiv. Ist dieses Mädchen denn wirklich naiv, wenn sie lacht, und ihr wieder die Tränen kommen. Wenn sie sich den Bauch hält, und ihr Lachen all die Blicke auf sich zieht. Dieses Mädchen dort im Spiegel schaut hinaus, aus dem Fenster, sie lächelt und ihre Augen erzählen von einem Jungen. Von seinen blonden Haaren, das in der Mitte gescheitelt ist, von seiner spitzen, langen Nase, von seinem Geruch. Sie blickt aus dem Fenster und denkt nur an ihn, und ihre Augen glänzen. Und ich denke auch an ihn. An seine Art zu gehen, die Tasche zu tragen, und wie er mir manchmal Aufträge gibt. Und ich blicke wie das Mädchen aus dem Fenster, und ich weiß, ich bin zu feige, ihm zu sagen, was ich fühle. Und ich weiß, dass es wohl auch unnütz wäre es zu tun.
Ich schließe meinen Augen, und wende meinen Kopf wieder zum Spiegel. Ich trete an das Mädchen heran, lege meine Hände an ihre zierlichen Finger. Ihre Haut ist zarter, heller, als meine, ihre Augen grüner. Ich sehe an ihr herunter. Sie hat lange Beine, so wie ich. Sie versteckt gern ihre Oberschenkel, so wie ich. Ihr Bauch ist nicht dick, ihre Arme lang, ihre Hände scheinen genauso kalt wie meine. Ihre Brust ist genauso groß wie meine. Wir sind nicht dick. Doch sie ist süß. Sie kann sich im Spiegel verdrehen, winden, wie es süße Mädchen machen. Und ich steh steif davor. Spüre den Teppich zwischen meinen Zehen, merke wie meine weichen Knie sich nur hart beugen wollen. Sie lächelt so süß, schaut von unten nach oben, und lacht mit den Tränen in den Augen. Und ich blicke sie an, versuche einen weichen Gesichtsausdruck zu zaubern, doch ich weiß, ich sehe sie hart an. Ich habe keinen verträumten Blick wie sie. Ich kann nicht aus dem Fenster blicken und an den Jungen denken.
Ich drehe mich um. Lasse zaghaft von ihren Fingern ab. Ich gehe. Und ich weiß, sie sieht mir nach und dreht sich irgendwann traurig weg. Und alles was ich kann, ist zu denken: „Ich Schlampe...“
erst mal die einkleinwenig bearbeitete version von teil drei XD
[ich küsse fremde Männer]
(03 : Das Mädchen im Spiegel)
Ich bin das Mädchen. Das bin nur ich im Spiegel. Ich bin dieses Mädchen. Dieses nackte Mädchen. Und das Mädchen wird bleiben, solange ich hier stehe. Den Teppichboden unter meinen Füßen. Die Paneele an der Wand im Hintergrund. Und ich bleibe stehen, und ich blicke auf dieses Mädchen. 1 Meter 76 groß, mit rotblonden Haaren. Keine Frau, ein kleines Mädchen. Klein, naiv, und vielleicht auch süß. Ein Mädchen, das bin ich. Und ich will klein sein. Will mich vor diesen Spiegel stellen und weinen können. Weinen, so wie es das Mädchen im Spiegel tut. Ihre Augen blicken mich traurig an, die Tränen tropfen von der Wange, der Nase, auf ihr Schlüsselbein, verlieren sich dann auf ihrem Körper. Ihrem schönen Mädchenkörper. Sie weint. Und ich spüre die Tränen nicht. Sie rinnen mir nicht die Wangen herab, verlieren sich nicht in meinen roten Haaren. Ich weine nicht.
Naiv. Ist dieses Mädchen denn wirklich naiv, wenn sie lacht, und ihr wieder die Tränen kommen. Wenn sie sich den Bauch hält, und ihr Lachen all die Blicke auf sich zieht. Dieses Mädchen dort im Spiegel schaut hinaus, aus dem Fenster, sie lächelt und ihre Augen erzählen von einem Jungen. Von seinen blonden Haaren, das in der Mitte gescheitelt ist, von seiner spitzen, langen Nase, von seinem Geruch. Sie blickt aus dem Fenster und denkt nur an ihn, und ihre Augen glänzen. Und ich denke auch an ihn. An seine Art zu gehen, die Tasche zu tragen, und wie er mir manchmal Aufträge gibt. Und ich blicke wie das Mädchen aus dem Fenster, und ich weiß, ich bin zu feige, ihm zu sagen, was ich fühle. Und ich weiß, dass es wohl auch unnütz wäre es zu tun.
Ich schließe meinen Augen, und wende meinen Kopf wieder zum Spiegel. Ich trete an das Mädchen heran, lege meine Hände an ihre zierlichen Finger. Ihre Haut ist zarter, heller, als meine, ihre Augen grüner. Ich sehe an ihr herunter. Sie hat lange Beine, so wie ich. Sie versteckt gern ihre Oberschenkel, so wie ich. Ihr Bauch ist nicht dick, ihre Arme lang, ihre Hände scheinen genauso kalt wie meine. Ihre Brust ist genauso groß wie meine. Wir sind nicht dick. Doch sie ist süß. Sie kann sich im Spiegel verdrehen, winden, wie es süße Mädchen machen. Und ich steh steif davor. Spüre den Teppich zwischen meinen Zehen, merke wie meine weichen Knie sich nur hart beugen wollen. Sie lächelt so süß, schaut von unten nach oben, und lacht mit den Tränen in den Augen. Und ich blicke sie an, versuche einen weichen Gesichtsausdruck zu zaubern, doch ich weiß, ich sehe sie hart an. Ich habe keinen verträumten Blick wie sie. Ich kann nicht aus dem Fenster blicken und an den Jungen denken.
Ich drehe mich um. Lasse zaghaft von ihren Fingern ab. Ich gehe. Und ich weiß, sie sieht mir nach und dreht sich irgendwann traurig weg. Und alles was ich kann, ist zu denken: „Ich Schlampe...“
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Und ich küsse ständig fremde Männer
Hi mein Frl. Ede
Wenn ich das jetzt so lese - stimmt mein Schnee ist irgendwie nicht kalt.
Er fällt und fällt und fällt (hat mal einer gezähl wie oft ?
) aber hm, na ja, aber sonst, ich weiß nicht. Zumal der letzte Teil, der Epilog 04 - Schnee zwei, so ähnlich ist. Hm, nya, mal sehen. Mehr fällt mir auch grad nicht ein ..
*stolz auf sich sei weil an Notebooktastatur vom Spatz sitzt und trotzdem RS und Groß und Kleinschreibung beachtet*
Grüße und Küsse
vom Pf°gel
Wenn ich das jetzt so lese - stimmt mein Schnee ist irgendwie nicht kalt.
Er fällt und fällt und fällt (hat mal einer gezähl wie oft ?
*stolz auf sich sei weil an Notebooktastatur vom Spatz sitzt und trotzdem RS und Groß und Kleinschreibung beachtet*
Grüße und Küsse
vom Pf°gel
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
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