Der Fetisch
Die beiden Mädchen, das eine, in der von giftigen Dünsten bewölkten Gerberei, das andere hinter einem vorsintflutlichen staubenden Webstuhl, warfen mir einen scheuen Blick zu, ein schwaches Lächeln aus einer anderen Welt, aus einer in Fetzten geflogenen oder nie dagewesenen Seele, aus untergegangenen oder nie bestanden habenden Spielzimmern, aus verhallten Kinderliedern, sie schufteten, die beiden Mädchen, trotz ihrer noch nicht voll entwickelten körperlichen Kräfte, um für sich und ihre zumeist großen Familien das Lebensnotwendige herbeizuschaffen. Der Junge, der mich hergefahren hatte, eingeschirrt wie ein Zugtier vor seiner Karre, die ihm aber nicht gehörte, döste vor sich hin. Ich gab ihm zu verstehen, er müsse mich nicht zurückfahren, seinen Lohn erhielte er trotzdem, er lehnte ab, weshalb, verstand ich nicht, er bestand darauf, daß ich mich in die Karre setzte. Sein zarter Kinderrücken, von Striemen gezeichnet, die das spröde Ledergeschirr hinterlassen hatten, glänzte im Schweiß, ich hörte seinen heftigen Atem, und seine nackten Füße trampelten durch Schmutz und Scher-ben. Hinter mir blieben die Mädchengesichter, diese großen dunklen Au-gen, die von der Kindheit verlassen waren ebenso, wie die des zwischen Deichseln gefesselten Jungen. Ich kam mir noch nie so hilflos, so überflüssig, dermaßen am falschen Ort zur falschen Zeit vor, und dies, obgleich mir bewußt war, daß, falls die Kinder diese Arbeit nicht verrichten würden, sie einer weitaus schlimmeren Erwerbsmöglichkeit nachzugehen gezwungen sein würden, und der Zorn, der in mir aufstieg, erschlug jedes Mitleid und auch jedes Verstehen, als stürze ich in die Abfallgrube allen Ekels, so griff der Schauder nach mir, und wie Gespenster schienen mir die Leute, die sich durch die Straßen drängelten.
Und immer dann, wenn ich heute in der Heimat ein Kind sehe, höre, wie es lacht, oder singt, wenn es spielt, dann halte ich inne, schaue ihm zu, damit ich mein Lachen wieder gewinne, und auf dem kleinen Teppich, von dem ich gar nicht weiß, ob er von Kinderhänden geknüpft worden ist, sitzen Teddybären und Puppen, und manchmal liegt die Katze drauf und schnurrt, als würde sie gestreichelt, was bleibt mir, außer mich zu betäuben, denn was sind sie schon mehr als nur Gewissenströstung, die monetären Opfer, sie machen nicht befreit Lachen, sie erfrischen nicht den Glanz von Kin-deraugen, weil die Seelen stumpf geworden sind, daher ein Fetisch, und falls der nicht befreit, erinnere ich mich des Schneiders, den ich unter den Arkaden irgendeiner Geschäftsstraße Bombays antraf, der dort bis in die Nacht hinein Jeanshosen anfertigte, und der mir während unserer längeren Unterhaltung auf meine Frage, warum er so spät noch arbeite, ein Foto eines Kindes hinschob, es sei seine Enkelin, damit sie zur Schule gehen könne, dafür arbeite er, wenn es nicht anders ginge, auch nachts, so versicherte er mir, ich nahm es auf, als wäre es ein Lichtblitz in der Finsternis.
Nanda und Amra spielen, sie lachen laut, weil es ihnen nicht gelingt, über ein Seil zu springen und dabei einen Ball auf dem Handrücken zu balancieren, so daß er dort liegen bleibt. Sie glauben mir nicht, daß jemand so was kann, besonders dann nicht mehr, als es dem an sich sehr geschickten Mahajan nicht glückt, dennoch lassen sie nicht ab und prüfen ihr Geschick, Nanda, Amra und Mahajan. Eines Nachts vernehme ich Kinderstimmen, ich verlasse das Bett und gehe hinunter, im schummrigen Kerzenlicht sind die Kinder im Geschicklichkeitsspiel vertieft, mich leise verhaltend setze ich mich auf den Boden und schaue zu. Es muß wohl am flackernden Licht liegen, daß mir scheint, als leuchte der Ball schwach auf, indem Amra mit ihm über das Seil springt, sie wirft ihn dem ihr gegenüberstehende Mahajan zu, der fängt ihn mit dem Handrücken auf und springt seinerseits, wobei der Ball haften bleibt wo er ist, bis Mahajan ihn Nanda zuwirft, auf deren Handrücken er liegen bleibt, als auch sie über das Seil hüpft, und dann fliegt der Ball auf mich zu, und wie aus einem Reflex heraus hebe ich einen Arm, doch verharrt der Ball schwebend über meiner Hand, dreht sich um sich selbst und um mich herum, und beginnt stärker zu leuchten als vordem in allen möglichen Farben. Die Kinder stehen mit offenen Mündern da, und ich sitze in gleicher Weise, indes der Ball sich unablässig dreht und bunt schimmert. Nanda, Amra und Mahajan kommen zu mir, setzen sich neben mich und wollen nun erfahren, wie dem so sein kann, und der Ball zieht leuchtend seine Kreise um uns Vier herum. Ich kann ihnen aber keine Ant-wort geben.
Eine Gestalt mit einer Elefantenmaske tritt aus dem Halbdunkel des Raumes, und ich erkenne sie sofort an ihrem abgebrochenen Elefantenzahn und dem dicken Bauch, beides rührte daher, daß Ganesha gern Süßigkeiten zu sich nahm, und eine solche müßte er auch in der Form einer Kugel in der Hand halten, doch fehlt sie dort . Die Kinder rücken mir näher, sie fürchten sich, so scheint es. „Ihr müßt euch nicht ängstigen“, spricht Ganesha, „ich füge euch nichts Böses zu.“
„Du hast den Ball leuchten lassen?“ frage ich ihn. „O, nein. Ich habe ein wenig geholfen. Schaut nur, worauf ihr sitzt.“ Ich blicke hin, mein und der Kinder Sitzplatz ist ein kleiner Teppich, von dem ich gar nicht weiß, ob er von Kinderhänden geknüpft worden ist. „Du warst nicht nur in Zorn“, so fährt Ganesha fort, „damals, weißt du noch, als der Junge dich zog, du die Mädchen gesehen hattest, nein Wut war es nicht allein, deine Seele hat aufgeschrieen, du hast geweint.“ Ich verneine, geweint zu haben. „O, doch, das hast du“, und damit greift er nach dem sich um uns drehenden Ball und reicht ihn mir, „du hast es nur nicht bemerkt, schau diese Kugel, deine Tränen habe ich darin aufgefangen, aber da ist etwas geschehen, denn jener, der allein eine Träne Kinder wegen vergießt, ist ihnen verbrüdert, kann nicht mehr duldsam sein, will sie lachen machen, ihre ganz besondere Süße, denn jene der Kindheit, in sich fühlen. Nimm die Kugel, gib dir und deinen Kindern davon.“ Und damit taucht er wieder im Zwielicht unter, und ich rufe ihm nach, daß die Kugel doch sein Symbol sei. „Was schon sind Symbole? Fetische, mehr nicht“, so klingt es zurück.
Und immer dann, wenn ich mich auf diesen kleinen Teppich setze, von dem ich jetzt weiß, daß er von Kinderhänden geknüpft worden ist, oder auf ihm gesessen habe, dann sehe ich meine Erinnerung, die ich nie haben wollte, anders, deutlicher, aussagender, bestimmender, ja, grundsätzlicher, sehne ich Nanda, Amra und Mahajan, ihr Schwatzen, Singen und Lachen herbei – in einem jeden Kind, das mir begegnet, oder auch in allen, die mir nicht begegnen, und fürs Erste habe ich Saris und Geshwanis nach den Mustern meiner Phantasie aus Seide und Brokat nähen lassen und vor den Rosenholzsockel, auf dem in Sandelholz Ganesha thront, andächtig niedergelegt, als weitere Fetische, die, wie Ganesha sprach, nur Weg und nicht Ziel sind, die die Ohnmacht, bessern zu wollen ohne bessern zu können, erträglich machen mögen, oder nur Träume von einer gerechten Kindheit nähren sollen, diesen großen trüben Kinderaugen Glanz verleihen…
(>ganz lautlos ist dieser lärm<, wmv2005)
Der Fetisch
Re: Der Fetisch
Lieber Pheedor,
Auch auf die Gefahr hin, dass du schon wieder verschwunden bist und das gar nicht liest:
Deine Geschichte lässt mich höchst zwiespältig zurück.
Das Positive:
Sie hat was. Ich kann dir das schlecht erklären, aber irgendwann stellte ich zwischendrin fest, dass ich das berührend fand. Das Thema ist natürlich ein sehr wesentliches und man muss ja sagen, du hast recht...Die Sache mit dem leuchteden Ball hast mich sehr übberrascht, das ist aber interessant...
Kritk:
Du hört dich an wie dem 19 Jh entlaufen... ich schränke das jetzt als kritik ein, denn irgendwie passt es zu der Gotteserscheinung usw. Aber es ist trozdem so alt. Ich meine Heute ist schließlich heute. Ist nicht ein bessere Ziel neu zu klingen, als nicht 200 Jahre alt?
Moral. Immer noch etwas durchaus lobenswertes zum haben, aber in so deutlich vorgetragener Form der Geshcichte abträglich. finde ich. ich glaube es ist gerade bei diesem thema nicht notwendig ein moral auszuformulieren. Wem wäre das nicht klar?
Mir reicht an dieser Stelle die Darstellung, wenn sie gut ist.
So das ist nur der Kern dessen was ich denke und vielleicht schafft es ja auch noch wer anders etwas zu deiner Geschichte zu sagen.
Sie ist nicht schlecht. Sie gefällt mir auch nicht richtig gut... Wie du siehst bin ich etwas hilflos. ich würde mich sehr interessieren, was du zur Stilwahl sagst.
freundliche Grüße
Frl.Ede
Auch auf die Gefahr hin, dass du schon wieder verschwunden bist und das gar nicht liest:
Deine Geschichte lässt mich höchst zwiespältig zurück.
Das Positive:
Sie hat was. Ich kann dir das schlecht erklären, aber irgendwann stellte ich zwischendrin fest, dass ich das berührend fand. Das Thema ist natürlich ein sehr wesentliches und man muss ja sagen, du hast recht...Die Sache mit dem leuchteden Ball hast mich sehr übberrascht, das ist aber interessant...
Kritk:
Du hört dich an wie dem 19 Jh entlaufen... ich schränke das jetzt als kritik ein, denn irgendwie passt es zu der Gotteserscheinung usw. Aber es ist trozdem so alt. Ich meine Heute ist schließlich heute. Ist nicht ein bessere Ziel neu zu klingen, als nicht 200 Jahre alt?
Moral. Immer noch etwas durchaus lobenswertes zum haben, aber in so deutlich vorgetragener Form der Geshcichte abträglich. finde ich. ich glaube es ist gerade bei diesem thema nicht notwendig ein moral auszuformulieren. Wem wäre das nicht klar?
Mir reicht an dieser Stelle die Darstellung, wenn sie gut ist.
So das ist nur der Kern dessen was ich denke und vielleicht schafft es ja auch noch wer anders etwas zu deiner Geschichte zu sagen.
Sie ist nicht schlecht. Sie gefällt mir auch nicht richtig gut... Wie du siehst bin ich etwas hilflos. ich würde mich sehr interessieren, was du zur Stilwahl sagst.
freundliche Grüße
Frl.Ede
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
Re: Der Fetisch
auf den ersten blick liest sich das so, als ob das jemand geschrieben hätte, der übermäßig gekifft hätte. ich kann auch immer noch nicht den faden ganz finden. irgendwie schließt sich das am schluß, aber auf der anderen seite bleibe ich ratlos zurück. vielleicht kann mir ein anderer die geschichte erklären. bin ich zu doof dafür?
Re: Der Fetisch
Finde ich gut.
Manchmal glaube ich, wir sind hier ein wenig zu perfektionistisch geworden, ein wenig zu sehr in "unseren" Stil verliebt, um etwas zu erkennen, das nicht darein passt, aber trotzdem gut ist.
Pheedor, Deine Geschichte ist gespickt mit überflüssigen Adjektiven, wodurch manche Beschreibung etwas aufgeblasen wirkt. Um einen alten Ausspruch nochmal zu verwenden: Nicht jedes Substantiv braucht ein Adjektiv, auch nicht jedes zweite. Du machst Dir damit hier mehrmals die Atmosphäre kaputt. Und Du formulierst zuweilen etwas klischeehaft.
Und auch ich bin kein Freund von Geschichten, die mir eine Moral vermitteln möchten. Andererseits geht es bei dem Thema vermutlich nicht anders.
Und damit komme ich zu dem, was ich gut finde. Du haust mir nicht mit der Moralkeule auf den Kopf, sondern webst das Thema "Kinderarbeit" in eine surreale Schilderung, und zwar eine, wie ich finde, sehr gelungene surreale Schilderung. Natürlich, Patina, liest sich das bekifft. Alles, was surreal ist, wirkt mehr oder wenige bekifft, sei es Literatur, sei es bildende Kunst. Die Frage ist dann immer, ob es in die Debilität abgleitet, die manche Kiffer schlägt, oder nicht. Und das ist hier absolut garnicht der Fall.
Ich finde, Pheedon, Du hast hier einen hübschen Rohdiamanten geschrieben, an dem Du noch ein wenig herumschleifen solltest. Adjektive raus, ein paar glänzende Kinderaugen weniger... ich denke, die Geschichte ist die Mühe wert.
Manchmal glaube ich, wir sind hier ein wenig zu perfektionistisch geworden, ein wenig zu sehr in "unseren" Stil verliebt, um etwas zu erkennen, das nicht darein passt, aber trotzdem gut ist.
Pheedor, Deine Geschichte ist gespickt mit überflüssigen Adjektiven, wodurch manche Beschreibung etwas aufgeblasen wirkt. Um einen alten Ausspruch nochmal zu verwenden: Nicht jedes Substantiv braucht ein Adjektiv, auch nicht jedes zweite. Du machst Dir damit hier mehrmals die Atmosphäre kaputt. Und Du formulierst zuweilen etwas klischeehaft.
Und auch ich bin kein Freund von Geschichten, die mir eine Moral vermitteln möchten. Andererseits geht es bei dem Thema vermutlich nicht anders.
Und damit komme ich zu dem, was ich gut finde. Du haust mir nicht mit der Moralkeule auf den Kopf, sondern webst das Thema "Kinderarbeit" in eine surreale Schilderung, und zwar eine, wie ich finde, sehr gelungene surreale Schilderung. Natürlich, Patina, liest sich das bekifft. Alles, was surreal ist, wirkt mehr oder wenige bekifft, sei es Literatur, sei es bildende Kunst. Die Frage ist dann immer, ob es in die Debilität abgleitet, die manche Kiffer schlägt, oder nicht. Und das ist hier absolut garnicht der Fall.
Ich finde, Pheedon, Du hast hier einen hübschen Rohdiamanten geschrieben, an dem Du noch ein wenig herumschleifen solltest. Adjektive raus, ein paar glänzende Kinderaugen weniger... ich denke, die Geschichte ist die Mühe wert.
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Der Fetisch
Hallo Pheedor,
ziemlich spät und noch später als die Anderen sage ich auch noch was zu deiner Geschichte.
Vielmehr gebe ich meinen Senf zu bereits besprochenen Punkten und füge noch ein bisschen eigenen Senf hinzu.
Zunächst schliesse ich mich Edekires Urteil…
...an. Das ging mir in höchstem Maße genauso.
Im Einzelnen…
Stichwort Moral:
Ich finde Edekire und razorback haben beide recht. Ich neige zwar Edekires Ansicht zu, dass die Geschichte viel zu moralisch ist, erkenne aber an, dass es bei diesem Thema schwierig ist nicht moralisch zu werden. Würde ich eine Geschichte über meine Erlebnisse in Brasilien und die Geschichten die ich dort mit Straßenkindern erlebt habe (unter anderem haben sich einmal 4 Kinder um einen meiner Joghurts geschlagen, den sie aus meiner Einkaufstüte entwendet hatten bis er auf dem Boden lag
) schreiben, würde es mir vermutlich auch schwer fallen nicht moralisch zu werden. Allerdings finde ich die surreale Schilderung ebenfalls viel zu moralisch. (man merkt: moralisch ist heute das Zauberwort…).
Der Gott Ganesha, ein leuchtender Ball, Wut, schreiende Kinderseelen – das wirkt auf mich sehr aufgedrückt und dass ich es dennoch nicht völlig ablehne liegt zum Einen daran, dass die Wendung mit dem Gott an sich ziemlich gut ist – sie kommt sehr überraschend und überraschende Wendungen beim Lesen sind mir grundsätzlich symphatisch. Außerdem gibt es da bei mir die rationale Seite (die das alles zu deutlich findet) und die emotionale Seite (eben jene Brasilien-Erlebnisse, durch die ich den Kern deiner Kritik sehr gut nachfühlen kann)
Stichwort Stil:
Tja, ich weiß auch nicht. Mir ist das zu schwelgerisch, zu überhöht. Ich habe mich beim Lesen wirklich manchmal an jubilierende Naturbeschreibungen aus wasweißichwelchen bereits aus meiner Erinnerung gestrichenen Büchern erinnert gefühlt, die ich fürs Abi lesen musste.
Andererseits stimmt es was razor sagt – man muss schon offen sein für einen anderen Stil. Es fällt mir nur immer noch schwer für diesen Stil offen zu sein.
Stichwort roter Faden:
Ich finde es auch interessant was Patina schrieb. Mir ging es nämlich ähnlich. Die Geschichte ist eigentlich ohne große Schnörkel geschrieben, scheint sich auch am Schluss zu schliessen, aber dennoch bleiben Fragen offen. Nicht falsch verstehen, das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil das reizt mich sogar.
Dennoch verstehe ich Manches eben immer noch nicht:
Bei den Kindern gehe ich auf Grund der indischen Vornamen davon aus, dass es sich um die beiden Mädchen und den Jungen der Einführung handelt. Der Gott Ganesha jedoch spricht in Gegenwart aller 4 Personen nur von den Kindern.
Das LI wiederum hat Nanda, Amra und Mahajan etwas gezeigt (das Ballspiel), von dem im ersten Absatz bei der Beschreibung der Kinderarbeit nicht die Rede ist. Das spricht wieder dagegen, dass es sich um die gleichen Kinder handelt. Außer das Ballspiel ist bereits Surrealität. Dann passt es wieder.
Oder Nanda, Amra und Mahajan sind seine, des LI`s Kinder? Die Lösung passt dann aber wieder mit der Surrealität nicht zusammen.
Bin ich zu verwirrend? Fein, dann wisst ihr ja wie ich mich gefühlt habe bei der merkwürdigen sich ständig wechselnden Distanzhaltung des LI´s zu den drei Kindern.
Außerdem würde ich die Lehre der Geschichte leicht abschwächen wollen. Monetäre Opfer und Symbole sind nur Fetische? Nur Weg und nicht Ziel? Ich würde sagen – immerhin ein Weg um das Ziel deutlich vor Augen zu führen und somit ein Ansporn. Ein Ziel wird ja ohne Weg gar nicht erreicht.
Wobei: das steckt ja in dem andächtigen Niederlegen von Saris und Geshwanis am Schluss auch drin. Die Fetische werden quasi erst per Lehre von Ganesha in ihrem Wert eingeschränkt, dann aber durch das Handeln des LI wieder aufgewertet um zum Schluss in einer Bewertung des LI wieder abgewertet zu werden. Und die Abwertungstendenzen sind mir insgesamt zu deutlich ausgefallen.
So, ich hoffe wir sind jetzt alle angemessen verwirrt und wünsche uns eine schöne Nacht und ein Feedback von Phedoor.
B-)
Liebe Grüße,
Ham
ziemlich spät und noch später als die Anderen sage ich auch noch was zu deiner Geschichte.
Vielmehr gebe ich meinen Senf zu bereits besprochenen Punkten und füge noch ein bisschen eigenen Senf hinzu.
Zunächst schliesse ich mich Edekires Urteil…
Deine Geschichte lässt mich höchst zwiespältig zurück.
...an. Das ging mir in höchstem Maße genauso.
Im Einzelnen…
Stichwort Moral:
Ich finde Edekire und razorback haben beide recht. Ich neige zwar Edekires Ansicht zu, dass die Geschichte viel zu moralisch ist, erkenne aber an, dass es bei diesem Thema schwierig ist nicht moralisch zu werden. Würde ich eine Geschichte über meine Erlebnisse in Brasilien und die Geschichten die ich dort mit Straßenkindern erlebt habe (unter anderem haben sich einmal 4 Kinder um einen meiner Joghurts geschlagen, den sie aus meiner Einkaufstüte entwendet hatten bis er auf dem Boden lag
Der Gott Ganesha, ein leuchtender Ball, Wut, schreiende Kinderseelen – das wirkt auf mich sehr aufgedrückt und dass ich es dennoch nicht völlig ablehne liegt zum Einen daran, dass die Wendung mit dem Gott an sich ziemlich gut ist – sie kommt sehr überraschend und überraschende Wendungen beim Lesen sind mir grundsätzlich symphatisch. Außerdem gibt es da bei mir die rationale Seite (die das alles zu deutlich findet) und die emotionale Seite (eben jene Brasilien-Erlebnisse, durch die ich den Kern deiner Kritik sehr gut nachfühlen kann)
Stichwort Stil:
Tja, ich weiß auch nicht. Mir ist das zu schwelgerisch, zu überhöht. Ich habe mich beim Lesen wirklich manchmal an jubilierende Naturbeschreibungen aus wasweißichwelchen bereits aus meiner Erinnerung gestrichenen Büchern erinnert gefühlt, die ich fürs Abi lesen musste.
Andererseits stimmt es was razor sagt – man muss schon offen sein für einen anderen Stil. Es fällt mir nur immer noch schwer für diesen Stil offen zu sein.
Stichwort roter Faden:
Ich finde es auch interessant was Patina schrieb. Mir ging es nämlich ähnlich. Die Geschichte ist eigentlich ohne große Schnörkel geschrieben, scheint sich auch am Schluss zu schliessen, aber dennoch bleiben Fragen offen. Nicht falsch verstehen, das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil das reizt mich sogar.
Dennoch verstehe ich Manches eben immer noch nicht:
Bei den Kindern gehe ich auf Grund der indischen Vornamen davon aus, dass es sich um die beiden Mädchen und den Jungen der Einführung handelt. Der Gott Ganesha jedoch spricht in Gegenwart aller 4 Personen nur von den Kindern.
Das LI wiederum hat Nanda, Amra und Mahajan etwas gezeigt (das Ballspiel), von dem im ersten Absatz bei der Beschreibung der Kinderarbeit nicht die Rede ist. Das spricht wieder dagegen, dass es sich um die gleichen Kinder handelt. Außer das Ballspiel ist bereits Surrealität. Dann passt es wieder.
Oder Nanda, Amra und Mahajan sind seine, des LI`s Kinder? Die Lösung passt dann aber wieder mit der Surrealität nicht zusammen.
Bin ich zu verwirrend? Fein, dann wisst ihr ja wie ich mich gefühlt habe bei der merkwürdigen sich ständig wechselnden Distanzhaltung des LI´s zu den drei Kindern.
Außerdem würde ich die Lehre der Geschichte leicht abschwächen wollen. Monetäre Opfer und Symbole sind nur Fetische? Nur Weg und nicht Ziel? Ich würde sagen – immerhin ein Weg um das Ziel deutlich vor Augen zu führen und somit ein Ansporn. Ein Ziel wird ja ohne Weg gar nicht erreicht.
Wobei: das steckt ja in dem andächtigen Niederlegen von Saris und Geshwanis am Schluss auch drin. Die Fetische werden quasi erst per Lehre von Ganesha in ihrem Wert eingeschränkt, dann aber durch das Handeln des LI wieder aufgewertet um zum Schluss in einer Bewertung des LI wieder abgewertet zu werden. Und die Abwertungstendenzen sind mir insgesamt zu deutlich ausgefallen.
So, ich hoffe wir sind jetzt alle angemessen verwirrt und wünsche uns eine schöne Nacht und ein Feedback von Phedoor.
B-)
Liebe Grüße,
Ham
"If it's a hit? - Yeah, that's me! If it's a miss? - Yeah, that's me!" (Robert Palmer)
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