Maupassant

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Sascha
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Maupassant

Beitragvon Sascha » 28.02.2006, 02:11

Maupassant lief fünftausend Meter in fünfundzwanzig Minuten,
wanderte sechzig bis achtzig Kilometer an einem Tag und
schoß auf einer Jagd siebenunddreißig Rebhühner.
Er schwamm sechs Kilometer und zog insgesamt elf
Leichen aus der Seine.
Maupassant hielt Hunde, Katzen, Goldfische, Hühner, Papageien und Schildkröten;
und lernte dreihundert oder vierhundert Frauen intim kennen und vergessen.
Maupassant hatte an einem Abend in Paris siebzehn Einladungen.
Er schrieb täglich drei Stunden und sechs Druckseiten,
eine zweiundsiebzigseitige Novelle in vier Tagen
ohne eine einzige Korrektur.
In zwölf Jahren publizierte er neben Zeitungsartikeln achtundzwanzig Bände und sechsundzwanzigtausend Seiten,
verdiente an seinen Rechten achtundzwanzigtausend Francs jährlich und
erreichte in vier Monaten neununddreißig Auflagen.


(Maupassant sagte von sich:
Ich empfinde die betrügerische Infamie des
Lebens wie sie nur je einer empfunden hat.)

Silentium
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Re: Maupassant

Beitragvon Silentium » 01.03.2006, 21:01

Hallo Sascha!

Das sind aber keine authentischen Zahlen, oder? ELF Leichen? Jessas... 8-o

Gefällt mir gut (ob jetzt echte zahlen oder nicht) - weil der Schlussatz so prima passt. Getätigt wahrscheinlich bei einem Artzbesuch in direkter Folge einer der dreihundert bis vierhundert Damen. :-D

Nur: wo fängt die Klammer an, mit der das Gedicht endet?
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
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Re: Maupassant

Beitragvon Sascha » 02.03.2006, 00:49

Ich schwöre bei meinem linken Fuß: die Zahlen sind dokumentenecht, d.h. Briefen und Recherchen entnommen von einem deutschen Biographen, aus dessen Werk ich sie notiert habe (eine Monographie über den damals populären Franzosen aus den 20er Jahren, die ich in einer Uni-Bibliothek entdeckt hatte).

Bei einem Portraitgedicht besteht ja gerade der Reiz in der lyrischen Anordnung von Fakten. Erfundene Zahlen an ihrer Stelle würden das Gedicht entwerten.

Die Klammer war ein Schreibfehler, sorry.

"Maupassant" ist übrigens abgedruckt in "Das Balladenbuch", erschienen 2004 bei Artemis&Winkler und herausgegeben von dem sehr lesenswerten Poe-Biographen und Lyrikfreund Frank Zumbach. Dieses Buch empfehle ich nicht, weil ich unverdienterweise drinstehe, sondern weil es jedem, der bisher wenig mit dem Begriff 'Ballade' anfangen kann, ein weiteres Verständnis dessen vermittelt, was alles ein Gedicht sein kann.

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Re: Maupassant

Beitragvon Silentium » 02.03.2006, 12:02

Elf Wasserleichen... bist du narrisch... wow.8-o

Das Buch klingt gut. Ich glaub, das werd ich mir anschaffen.
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