bin hier ein richtiger frischling und wollte mir mal meinungen einfangen
Endstation Leben
„Ekelhaft, du bist ekelhaft.“ Angewidert schaut er in den Spiegel. „Wie kann man nur so aussehen?“ Lauter solche Gedanken durchströmen seinen Kopf. Letztendlich entscheidet er sich wieder für die weite schwarze Hose, den schlabberigen schwarzen Pulli und ein dunkelblaues T-Shirt, falls es wirklich unerträglich heiß werden sollte. Ihm ist es aber lieber, wenn er seinen Pullover anbehalten kann. Er konnte sich selbst im Spiegel nicht mehr anschauen, wie sollte es dann erst den anderen gehen?
Mit einem weiteren verachtenden Blick für sein Spiegelbild dreht er sich um und schnappt seine Schultasche. Hektisch rennt er die Treppe hinunter, verabschiedet sich mit einem Kopfnicken samt „Ciao Minka“ bei seiner Katze und hetzt zum Bus.
Völlig außer Atem erwischt er ihn gerade noch. Erleichtert steigt er ein und will sich auf den nächst besten Sitz fallen lassen. Doch wie immer ist kein Platz mehr frei. Resigniert stellt er sich an das hinterste Ende des Busses und blendet alles um sich herum aus. Die kleinen nervigen Kinder, die vermeintlich über ihn lästern, interessieren ihn nicht. Ebenso wenig interessiert ihn die laut dröhnende HipHop Musik, von denjenigen, die ihre Mp3-Player auf volle Lautstärke drehen müssen um überhaupt noch etwas zu hören.
Seine Gedanken kreisen nur um ein Thema, sein Aussehen und dessen Wirkung auf andere.
Durch seine geistige Abwesenheit hat er fast verpasst auszusteigen und hastet gerade noch rechtzeitig aus der Tür, bevor sie sich schließen kann.
Nach wenigen Metern zu Fuß kommt er an der Schule an, erste zwei Stunden Sport. „Sport Sport Sport“ dröhnt es in seinen Gedanken. Sport, das heißt sich vor allen anderen blamieren und trotzdem so zu tun als sei es unwichtig.
„Los Jungs, die Mädels rennen schon, ihr müsst auch 12 Minuten laufen auf auf!“ unterbricht ihn die Stimme des Sportlehrers in seinen Gedanken.
Langsam setzt er sich in Bewegung und läuft, immer und immer wieder dieselbe Strecke im Kreis.
„Noch 3 Minuten.“ Klingt es nach ihm unendlich erscheinender Zeit durch die Halle. Ächzend rennt die gesamte elfte Jahrgangsstufe weiter. Er schaut sich die Gesichter seiner Mitschüler genau an. Müdigkeit, Anstrengung und zu seinem erstaunen Freude spiegelt sich in ihren Gesichtern wieder. Sein Blick wandert zu der Fensterwand, in der er sich sieht.
Sein Gesicht ist blass, sein gesamtes Erscheinungsbild ist von Schwäche gekennzeichnet, schwarze krause Haare schimmern in der Spiegelung, eine durchschnittliche Figur und wunderschöne, durch die Schwäche getrübte Augen, sind zu sehen. Aber er sieht das alles nicht. Überall entdeckt er Makel, fühlt sich zu dick, hässlich, empfindet sich einfach als einen einzigen Haufen Müll.
Sein Blick trübt sich, das Spiegelbild verschwimmt vor seinen Augen. Alles ist Schwarz.
Diagnose: Kreislaufzusammenbruch durch Schlafmangel und Essensentzug.
Der Beginn des Leidesweges von nur einem von vielen. Ausgelöst durch die Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft.
Magersucht, Bulimie, Selbstverletzendes Verhalten, Borderline, alles eine Frage der Zeit.
Endstation Leben.
<Ende>
Endstation Leben
Re: Endstation Leben
Eine Meinung ... nun du bekommst meine Meinung.
Bis "Alles ist schwarz." gefällt es mir die Geschichte gut. Der Inhalt ist für mein Empfinden sprachlich gut umgesetzt. Danach geht es für mich aber alles viel zu schnell. Das klingt - entschuldige, aber das ist mein Eindruck - ein bisschen nach "Unsere Beratungsstelle, jetzt auch in ihrer Stadt". Ich könnte mir ehr sowas vorstellen, dass du entweder die Person noch aus anderen Sichtweisen (Eltern, Freunde, Arzt, Lehrer...) darstellst oder andere Charaktäre präsentierst, um dann auf dein Ende zu kommen; oder vielleicht noch die Diagnose von jedem anführen und dann dein "Endstation Leben". Ich würde einfach den Leser mehr zum selber denken anregen wollen, und ihm nicht eine Lösung so glatt präsentieren.
Sonnige Grüße
Tuesday
Bis "Alles ist schwarz." gefällt es mir die Geschichte gut. Der Inhalt ist für mein Empfinden sprachlich gut umgesetzt. Danach geht es für mich aber alles viel zu schnell. Das klingt - entschuldige, aber das ist mein Eindruck - ein bisschen nach "Unsere Beratungsstelle, jetzt auch in ihrer Stadt". Ich könnte mir ehr sowas vorstellen, dass du entweder die Person noch aus anderen Sichtweisen (Eltern, Freunde, Arzt, Lehrer...) darstellst oder andere Charaktäre präsentierst, um dann auf dein Ende zu kommen; oder vielleicht noch die Diagnose von jedem anführen und dann dein "Endstation Leben". Ich würde einfach den Leser mehr zum selber denken anregen wollen, und ihm nicht eine Lösung so glatt präsentieren.
Sonnige Grüße
Tuesday
-
deathflower
- Erinye
- Beiträge: 15
- Registriert: 31.05.2006, 18:40
Re: Endstation Leben
viele lieben dank für die kritik
mein gedanke hinter dem schluss:
"Diagnose: Kreislaufzusammenbruch durch Schlafmangel und Essensentzug."
dies sollte als überleitung zu der verallgemeinerung dienen
"Der Beginn des Leidesweges von nur einem von vielen. Ausgelöst durch die Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft."
hier nun der bezug auf die anderen, es gibt mehr als ein solches schicksal
"Magersucht, Bulimie, Selbstverletzendes Verhalten, Borderline, alles eine Frage der Zeit."
ein kleines beispiel für all die dinge, die es gibt (es soll dem leser zeigen "verdammt es gibt viel zu viele probleme auch in der gesellschaft hier")
"Endstation Leben"
dahinter hab ich mir gedacht: "hier bitteschön, jetzt hast du's so sieht's aus und nicht anderst! red dir nicht irgendwas ein, es ist nicht überall alles gut usw"
in dem fall war also die "glatt präsentierte lösung" absicht (damit's auch die, die gern mit absicht auf der leitung sitzen es sehen
)
vielleicht sind meine schlüsse dahinter unverständlich?
*weiter hin um kritik bitte*
mein gedanke hinter dem schluss:
"Diagnose: Kreislaufzusammenbruch durch Schlafmangel und Essensentzug."
dies sollte als überleitung zu der verallgemeinerung dienen
"Der Beginn des Leidesweges von nur einem von vielen. Ausgelöst durch die Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft."
hier nun der bezug auf die anderen, es gibt mehr als ein solches schicksal
"Magersucht, Bulimie, Selbstverletzendes Verhalten, Borderline, alles eine Frage der Zeit."
ein kleines beispiel für all die dinge, die es gibt (es soll dem leser zeigen "verdammt es gibt viel zu viele probleme auch in der gesellschaft hier")
"Endstation Leben"
dahinter hab ich mir gedacht: "hier bitteschön, jetzt hast du's so sieht's aus und nicht anderst! red dir nicht irgendwas ein, es ist nicht überall alles gut usw"
in dem fall war also die "glatt präsentierte lösung" absicht (damit's auch die, die gern mit absicht auf der leitung sitzen es sehen
vielleicht sind meine schlüsse dahinter unverständlich?
*weiter hin um kritik bitte*
Re: Endstation Leben
Hallo Deathflower!
Was den Inhalt betrifft, so schliesse ich mich Tuesdays Urteil an. Bis "Alles ist schwarz" ist das recht gut, danach - sorry - misslungen. Und zwar, weil Deine Geschichte da aufhört, Geschichte zu sein. Du sagst:
Gerade denen, die gerne auf der Leitung sitzen, machst Du es doch ungeheuer einfach, in dem Du so allgemein und beliebig wirst, dass man sich ohne Weiteres abwenden kann:
WELCHE Einflüsse betreffen denn Deine Figur? Welche konkret? Du stellst uns hier eine Figur vor, baust sie soweit auf, dass sie interessant wird. Du baust recht geschickt kleien Hinweise ein:
Wir wissen also - der Knabe hat ein Problem. Der Sportlehrer macht das ganze nicht besser, er ist Teil des Problems, Du vermeidest aber - auch das ist gut - ihn zu denunzieren. Es kommt ein auslösender Moment, ein Wendepunkt: Dein namenloser Protagonist bricht zusammen. Nun kann die Geschichte beginnen. Leider beginnt aber gar nichts, es folgen ein paar - nochmal sorry - extrem platte Allgemeinplätze, und Schluss ist:
Du tust, als sei das eine zwangsläufige Entwicklung, die man nicht weiter kommentieren muss. Das ist aber gerade nicht so. Wie viele Jugendliche sind den "Einflüssen unserer heutigen Gesellschaft" ausgesetzt und fallen nicht in dieses Loch? Auch Deine Gleichsetzung - oder Entwicklung, je nachdem - ist so nicht zwangsläufig. WARUM wird Deine Figur magersüchtig, was ist passiert? Wird oder ist er ein Cutter? Wird oder ist er ein Borderliner? WARUM? Es ist Deine Figur in Deiner Geschichte, Du bist für sie verantwortlich, Du kennst das Warum.
All das wäre Stoff für eine gute Geschichte. Eine Herausforderung, sicher, weil zu dem Thema schon viele Geschichten geschrieben worden sind, aber Herausforderungen sind ja dazu da, sie anzunehmen. Wenn Du Dir schon die Mühe machst, eine Figur zu erschaffen (und Du hast Dir Mühe gemacht, denn Deine Figur ist ziemlich gut eingeführt), dann gib ihr auch die Geschichte, die ihr zusteht. Und wenn es Dir darum geht, die Leute zu berühren, die mit Absicht auf der Leitung sitzen, musst Du Dir mit der Geschichte viel mehr Arbeit machen. Bisher hast Du nur soviel:
"Dem Knaben geht es dreckig, er bricht zusammen."
Warum geht es ihm dreckig:
"Wegen der Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft."
Was passiert mit ihm:
"Magersucht, Bulimie, schneiden, Borderline."
Das solltest Du erzählen, sonst ist es viel zu dünn, um irgendjemanden zu berühren. Selbst Deine gut beschriebene, namenlose Figur ist noch nicht tief genug, dass Ihr Schicksal wirklich berührt, man weiss einfach zu wenig, um sich zu identifizieren. Du musst die Antwort auf das "Warum" ja nicht platt und plakativ geben, die kleinen Hinweise in der Beschreibung Deiner Figur zeigen ja, dass Du durchaus mit Subtilität umgehen kannst. Aber das hier ist noch keine Geschichte. Da fehlen mindestens zehn Seiten. Überleg Dir: WER ist Deine Figur? WAS will sie? WAS geschieht mit ihr? WARUM geschieht genau das? Wenn Du die Leute treffen willst, die gerne auf der Leitung sitzen, muss Du erzählerisch zuhauen.
Gut, nun habe ich sehr wortreich gemeckert. Nur um es nochmal in Erinnerung zu rufen: In der Darstellung auf meinem Browser hast Du 51 Zeilen geschrieben. 45 davon finde ich - inhaltlich - gut, sehr gut oder zumindest brauchbar. Damit ist Dein Text eigentlich überwiegend gut. Was ihn scheitern lässt, ist das fehlende Ende (und der fehlende Mittelteil
). Damit bist Du niemand, dem oder der man raten sollte: "Lass die Schreiberei bleiben" sondern im Gegenteil jemand, von dem oder der ich mir wünschen würde, dass er oder sie MEHR schreibt.
Da dem aber so ist, möchte ich gleich weitermeckern. Im Gegensatz zu Tuesday bin ich nämlich nicht der Meinung, dass Deine Geschichte sprachlich gelungen ist. Zumindest teilweise ist sie es nicht. Aber um das noch einmal zu betonen: Sprachliche Kritik beinhaltet - bei mir, aber auch bei den meisten anderen hier - immer ein Kompliment. Sie bedeutet, dass der Inhalt so gut ist, dass ich mich mit den Details befassen möchte.
Eigentlich hast Du - sprachlich - nur zwei zentrale Probleme. Die stören hier zwar masiv, sind aber von der Art, die sich mit etwas Übung abstellen lässt:
1.) Adjektive
Ein altes Lied, dass ich gerne immer wieder singe: Weg, weg, weg mit den Adjektiven. Natürlich nicht mit allen: Dass Pulli und Hose schwarz sind, hat eine Bedeutung, würde er gelbe Klamotten anziehen, wäre er eine andere Figur. Aber:
"Angewidert" braucht es nicht, seine vorher und nachher zitierten Gedanken sagen das überdeutlich.
Eigentlich eine meiner Lieblingsstellen. Aber das "nervig" ist schwach. Ich will nicht gesagt bekommen, was er empfindet, ich will es sehen!
Das sind nur zwei Beispiele. Adjektive sind, immer, immer, immer, schwach, eine Notlösung, wenn es nicht anders geht. Manchmal geht es wirklich
nicht anders (schwarz) aber meistens doch. Adjektive offenbaren die Schwächen eines Autors. Ich gerate in die Adjektiverei, wenn ich romantische Szenen und Gefühle beschreibe - und habe dafür hier auch schon heftig aufs Haupt bekommen (tief, wunderbar... hallo Silly, hallo Spiderman
). Übermässiger Gebrauch von Adjektiven zeigt oft auch, dass die Autorin/der Autor, sich unbewusst nicht viel zutraut. Manchmal zu Recht. In Deinem Fall vermute ich aber, dass Du es auch ohne kannst. Sag mir nicht, was ich sehen soll, sondern zeig es mir, damit ich es von selbst sehe. Ich glaube, Du kannst das.
2.) Satzbau:
Usw., usw., usw.....
Man kann Sätze auch anders bauen
Diese Konstruktion ist für sich gar nicht schlecht, besonders, wenn es darum geht, Tempo in den Text zu bringen. Ich schreibe unter anderem - und lese daher auch - Drehbücher, da begegnet man diesem Satzbau häufiger, aber eben auch nicht dauernd, zumindest nicht in guten (Dreh)Büchern. Massenhaft eingesetzt bewirkt diese Form nämlich das genaue Gegenteil - sie nimmt das Tempo, bremst die ganze Geschichte. Dazu kommt, dass sie eine Flut von Adjektiven erfordert. Ein solcher Satzbau telegraphiert überdeutlich: ACHTUNG, ES WIRD DRAMATISCH! Und dann sollte es auch wirklich sehr dramatisch werden. Deine Figur verlässt das Haus und steigt in den Bus. Nun ja...
Fazit: Ein vielversprechender Anfang. Du solltest, finde ich, weiter daran arbeiten und ihn zu einer Geschichte ausbauen.
So long
Razorback
Was den Inhalt betrifft, so schliesse ich mich Tuesdays Urteil an. Bis "Alles ist schwarz" ist das recht gut, danach - sorry - misslungen. Und zwar, weil Deine Geschichte da aufhört, Geschichte zu sein. Du sagst:
n dem fall war also die "glatt präsentierte lösung" absicht (damit's auch die, die gern mit absicht auf der leitung sitzen es sehen )
Gerade denen, die gerne auf der Leitung sitzen, machst Du es doch ungeheuer einfach, in dem Du so allgemein und beliebig wirst, dass man sich ohne Weiteres abwenden kann:
Ausgelöst durch die Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft.
WELCHE Einflüsse betreffen denn Deine Figur? Welche konkret? Du stellst uns hier eine Figur vor, baust sie soweit auf, dass sie interessant wird. Du baust recht geschickt kleien Hinweise ein:
Ihm ist es aber lieber, wenn er seinen Pullover anbehalten kann.
Die kleinen nervigen Kinder, die vermeintlich über ihn lästern (...)
Wir wissen also - der Knabe hat ein Problem. Der Sportlehrer macht das ganze nicht besser, er ist Teil des Problems, Du vermeidest aber - auch das ist gut - ihn zu denunzieren. Es kommt ein auslösender Moment, ein Wendepunkt: Dein namenloser Protagonist bricht zusammen. Nun kann die Geschichte beginnen. Leider beginnt aber gar nichts, es folgen ein paar - nochmal sorry - extrem platte Allgemeinplätze, und Schluss ist:
Magersucht, Bulimie, Selbstverletzendes Verhalten, Borderline, alles eine Frage der Zeit.
Du tust, als sei das eine zwangsläufige Entwicklung, die man nicht weiter kommentieren muss. Das ist aber gerade nicht so. Wie viele Jugendliche sind den "Einflüssen unserer heutigen Gesellschaft" ausgesetzt und fallen nicht in dieses Loch? Auch Deine Gleichsetzung - oder Entwicklung, je nachdem - ist so nicht zwangsläufig. WARUM wird Deine Figur magersüchtig, was ist passiert? Wird oder ist er ein Cutter? Wird oder ist er ein Borderliner? WARUM? Es ist Deine Figur in Deiner Geschichte, Du bist für sie verantwortlich, Du kennst das Warum.
All das wäre Stoff für eine gute Geschichte. Eine Herausforderung, sicher, weil zu dem Thema schon viele Geschichten geschrieben worden sind, aber Herausforderungen sind ja dazu da, sie anzunehmen. Wenn Du Dir schon die Mühe machst, eine Figur zu erschaffen (und Du hast Dir Mühe gemacht, denn Deine Figur ist ziemlich gut eingeführt), dann gib ihr auch die Geschichte, die ihr zusteht. Und wenn es Dir darum geht, die Leute zu berühren, die mit Absicht auf der Leitung sitzen, musst Du Dir mit der Geschichte viel mehr Arbeit machen. Bisher hast Du nur soviel:
"Dem Knaben geht es dreckig, er bricht zusammen."
Warum geht es ihm dreckig:
"Wegen der Einflüsse unserer heutigen Gesellschaft."
Was passiert mit ihm:
"Magersucht, Bulimie, schneiden, Borderline."
Das solltest Du erzählen, sonst ist es viel zu dünn, um irgendjemanden zu berühren. Selbst Deine gut beschriebene, namenlose Figur ist noch nicht tief genug, dass Ihr Schicksal wirklich berührt, man weiss einfach zu wenig, um sich zu identifizieren. Du musst die Antwort auf das "Warum" ja nicht platt und plakativ geben, die kleinen Hinweise in der Beschreibung Deiner Figur zeigen ja, dass Du durchaus mit Subtilität umgehen kannst. Aber das hier ist noch keine Geschichte. Da fehlen mindestens zehn Seiten. Überleg Dir: WER ist Deine Figur? WAS will sie? WAS geschieht mit ihr? WARUM geschieht genau das? Wenn Du die Leute treffen willst, die gerne auf der Leitung sitzen, muss Du erzählerisch zuhauen.
Gut, nun habe ich sehr wortreich gemeckert. Nur um es nochmal in Erinnerung zu rufen: In der Darstellung auf meinem Browser hast Du 51 Zeilen geschrieben. 45 davon finde ich - inhaltlich - gut, sehr gut oder zumindest brauchbar. Damit ist Dein Text eigentlich überwiegend gut. Was ihn scheitern lässt, ist das fehlende Ende (und der fehlende Mittelteil
Da dem aber so ist, möchte ich gleich weitermeckern. Im Gegensatz zu Tuesday bin ich nämlich nicht der Meinung, dass Deine Geschichte sprachlich gelungen ist. Zumindest teilweise ist sie es nicht. Aber um das noch einmal zu betonen: Sprachliche Kritik beinhaltet - bei mir, aber auch bei den meisten anderen hier - immer ein Kompliment. Sie bedeutet, dass der Inhalt so gut ist, dass ich mich mit den Details befassen möchte.
Eigentlich hast Du - sprachlich - nur zwei zentrale Probleme. Die stören hier zwar masiv, sind aber von der Art, die sich mit etwas Übung abstellen lässt:
1.) Adjektive
Ein altes Lied, dass ich gerne immer wieder singe: Weg, weg, weg mit den Adjektiven. Natürlich nicht mit allen: Dass Pulli und Hose schwarz sind, hat eine Bedeutung, würde er gelbe Klamotten anziehen, wäre er eine andere Figur. Aber:
Angewidert schaut er in den Spiegel.
"Angewidert" braucht es nicht, seine vorher und nachher zitierten Gedanken sagen das überdeutlich.
Die kleinen nervigen Kinder, die vermeintlich über ihn lästern, interessieren ihn nicht.
Eigentlich eine meiner Lieblingsstellen. Aber das "nervig" ist schwach. Ich will nicht gesagt bekommen, was er empfindet, ich will es sehen!
Das sind nur zwei Beispiele. Adjektive sind, immer, immer, immer, schwach, eine Notlösung, wenn es nicht anders geht. Manchmal geht es wirklich
nicht anders (schwarz) aber meistens doch. Adjektive offenbaren die Schwächen eines Autors. Ich gerate in die Adjektiverei, wenn ich romantische Szenen und Gefühle beschreibe - und habe dafür hier auch schon heftig aufs Haupt bekommen (tief, wunderbar... hallo Silly, hallo Spiderman
2.) Satzbau:
Angewidert schaut er in den Spiegel.
Mit einem weiteren verachtenden Blick für sein Spiegelbild dreht er sich um und schnappt seine Schultasche.
Hektisch rennt er die Treppe hinunter
Völlig außer Atem erwischt er ihn gerade noch.
Erleichtert steigt er ein und will sich auf den nächst besten Sitz fallen lassen.
Resigniert stellt er sich an das hinterste Ende des Busses und blendet alles um sich herum aus.
Usw., usw., usw.....
Man kann Sätze auch anders bauen
Diese Konstruktion ist für sich gar nicht schlecht, besonders, wenn es darum geht, Tempo in den Text zu bringen. Ich schreibe unter anderem - und lese daher auch - Drehbücher, da begegnet man diesem Satzbau häufiger, aber eben auch nicht dauernd, zumindest nicht in guten (Dreh)Büchern. Massenhaft eingesetzt bewirkt diese Form nämlich das genaue Gegenteil - sie nimmt das Tempo, bremst die ganze Geschichte. Dazu kommt, dass sie eine Flut von Adjektiven erfordert. Ein solcher Satzbau telegraphiert überdeutlich: ACHTUNG, ES WIRD DRAMATISCH! Und dann sollte es auch wirklich sehr dramatisch werden. Deine Figur verlässt das Haus und steigt in den Bus. Nun ja...
Fazit: Ein vielversprechender Anfang. Du solltest, finde ich, weiter daran arbeiten und ihn zu einer Geschichte ausbauen.
So long
Razorback
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Endstation Leben
Hej!
Also mir gefällt die Sprache. Dass der Autor seine Schwäche in Adjektiven zeigt, ist ein mir neuer und sehr fremder Gedanke. Ich weiß auch nicht, warum das so sein sollte. Es sind natürlich zusätzliche Informationen und sie können evt. auch anders vermittelt werden, aber anders bedeutet ja nicht besser!
Das an den Anfang gestellte Adjektiv/Adverb finde ich auch nicht so störend. Die Anzahl der so formulierten Sätze ist im Vergleich zur Länge des Textes vielleicht wirklich etwas hoch, aber die deutsche Sprache bietet nunmal diese besondere Möglichkeit jeden Satzteil vor dem Verb zu positionieren, und dann muss man ja nicht immer mit dem Subjekt oder wahlweise dem Objekt anfangen. Wenn man natürlich jeglichen "Schmuck" von vorneherein verdammt (als Schwäche), dann bleibt ja keine andere Wahl...
Also, mir gefällt die Sprache!
Ich schließe ich mich folglich Razorback an:
Schöne Pfingsten!
Tuesday
Also mir gefällt die Sprache. Dass der Autor seine Schwäche in Adjektiven zeigt, ist ein mir neuer und sehr fremder Gedanke. Ich weiß auch nicht, warum das so sein sollte. Es sind natürlich zusätzliche Informationen und sie können evt. auch anders vermittelt werden, aber anders bedeutet ja nicht besser!
Das an den Anfang gestellte Adjektiv/Adverb finde ich auch nicht so störend. Die Anzahl der so formulierten Sätze ist im Vergleich zur Länge des Textes vielleicht wirklich etwas hoch, aber die deutsche Sprache bietet nunmal diese besondere Möglichkeit jeden Satzteil vor dem Verb zu positionieren, und dann muss man ja nicht immer mit dem Subjekt oder wahlweise dem Objekt anfangen. Wenn man natürlich jeglichen "Schmuck" von vorneherein verdammt (als Schwäche), dann bleibt ja keine andere Wahl...
Also, mir gefällt die Sprache!
Ich schließe ich mich folglich Razorback an:
Ein vielversprechender Anfang. Du solltest, finde ich, weiter daran arbeiten und ihn zu einer Geschichte ausbauen.
Schöne Pfingsten!
Tuesday
Re: Endstation Leben
Tuesday, ich stelle hier keine Regeln auf, sondern gebe - wie jeder - nur einen Kommentar auf der Grundlage meines ganz persönlichen ästhetischen Empfindens. Inwiefern jemand das annimmt oder nicht, ist nicht mein Problem. Dennoch:
1.) Adjektive
Ein Adjektiv ist oft ein schwaches Hilfsmittel. Mit einem Text - es muss nicht einmal eine Geschichte sein, für Reportagen gilt das auch - möchten wir unsere Leser in die Welt unserer Vorstellung entführen, wir möchten sie etwas erleben lassen. Dazu ist es notwendig, dass wir ihnen möglichst viel Gelegenheit geben, aus unseren Vorstellungen ihre zu machen. Das können Adjektive nur sehr bedingt. Konstruieren wir ein fiktives (und sehr plakatives) Beispiel:
"Traurig schlug er das Buch auf. Bekümmert las er die erste Zeile. Entsetzt legte er es wieder aus der Hand."
Das ist - da wirst Du mir vielleicht zustimmen - grottenschlecht. Besser wäre doch, der Autor (huch, das bin ja ich 8-o ) beschriebe, was die Figur macht, und dem Leser wird dadurch selbst klar, dass die Figur traurig, bekümmert, entsetzt ist. Denn dadurch entsteht beim Leser ein eigenes Bild, ein Nachempfinden, das durch den platten Einsatz von Adjektiven so nicht aufkommt. Ich habe ja gar nichts gegen das Adjektiv an sich. Im Gegenteil. Das:
zum Beispiel ist für mich einer der wunderbarsten Sätze, die ich je gelesen habe, und wenn ich einmal, auch nur einmal, einen solchen Treffer landen würde... aber ich gerate ins Schwärmen. Hier haben wir zwei Adjektive, ohne die diese Sternstunde der Literatur sicher ungleich schwächer wäre. Aber es sind eben auch NUR zwei. Kafka setzt sie da, wo sie gebraucht werden, er schleudert sie nicht mit vollen Händen den Text. Was mich stört, ist die Adjektivflut, die Unsitte, es sich einfach zu machen, indem man ein Adjektiv setzt und meint, damit habe der Leser jetzt gefälligst zu verstehen, was man ausdrücken möchte.
Und wie gesagt - da, wo ich schwach bin, neige ich durchaus auch dazu.
2.) Satzbau / Stil
Das habe ich nicht gesagt. Bloss - es drängt sich eben der Verdacht auf, dass es, in diesem Falle, kein Schmuck ist, sondern eine wirkliche Schwäche. Denn ein Stilmittel hört dann auf, wirksam zu sein, wenn man es inflationär gebraucht. Und es wird hier inflationär gebraucht. Die deutsche Sprache - reich wie sie ist - erlaubt wirklich sehr viel. Aber wenn man aus diesem Reichtum immer die selbe Konstruktion verwendet, ohne, dass dies mit einer inhaltlichen Notwendigkeit verknüpft wäre, dann ist das eine stilistische Schwäche.
Deathflower, entschuldige, wenn ich, in der Diskussion mit Tuesday, etwas härter gegen Deinen Text geredet habe als zuvor. Aber ich denke, wer den Mut hat, einen Text öffentlich zu posten, hat auch Anspruch auf eine ehrliche Kritik. Bei Tuesday hast Du Glück, er oder sie ist offenbar in diesem Falle ehrlich, indem er (ich bleibe jetzt mal bei er - DER Dienstag
) nur lobt. Aber ich habe eine andere Meinung zu Deinem Text, und es wäre unehrlich, wenn ich schon den Mund aufmache, Dir dies zu verschweigen. Kritik soll dem Autor ja helfen. Und Du hast das Glück, dass hier gleich bei Deinem ersten Post eine reiche Auswahl zu haben: Was den Inhalt betrifft, sind Tueday und ich uns weitgehend einig, das könnte ein Indiz dafür sein, dass was dran ist. Was den Stil betrifft, sind wir uneins, aber vielleicht bringt Dich ja schon unsere Diskussion weiter. Mehr als Denkanstösse können wir hier sowieso nicht liefern, es bleibt Deine Geschichte, was Du damit machst, liegt bei Dir
.
1.) Adjektive
Ein Adjektiv ist oft ein schwaches Hilfsmittel. Mit einem Text - es muss nicht einmal eine Geschichte sein, für Reportagen gilt das auch - möchten wir unsere Leser in die Welt unserer Vorstellung entführen, wir möchten sie etwas erleben lassen. Dazu ist es notwendig, dass wir ihnen möglichst viel Gelegenheit geben, aus unseren Vorstellungen ihre zu machen. Das können Adjektive nur sehr bedingt. Konstruieren wir ein fiktives (und sehr plakatives) Beispiel:
"Traurig schlug er das Buch auf. Bekümmert las er die erste Zeile. Entsetzt legte er es wieder aus der Hand."
Das ist - da wirst Du mir vielleicht zustimmen - grottenschlecht. Besser wäre doch, der Autor (huch, das bin ja ich 8-o ) beschriebe, was die Figur macht, und dem Leser wird dadurch selbst klar, dass die Figur traurig, bekümmert, entsetzt ist. Denn dadurch entsteht beim Leser ein eigenes Bild, ein Nachempfinden, das durch den platten Einsatz von Adjektiven so nicht aufkommt. Ich habe ja gar nichts gegen das Adjektiv an sich. Im Gegenteil. Das:
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.
zum Beispiel ist für mich einer der wunderbarsten Sätze, die ich je gelesen habe, und wenn ich einmal, auch nur einmal, einen solchen Treffer landen würde... aber ich gerate ins Schwärmen. Hier haben wir zwei Adjektive, ohne die diese Sternstunde der Literatur sicher ungleich schwächer wäre. Aber es sind eben auch NUR zwei. Kafka setzt sie da, wo sie gebraucht werden, er schleudert sie nicht mit vollen Händen den Text. Was mich stört, ist die Adjektivflut, die Unsitte, es sich einfach zu machen, indem man ein Adjektiv setzt und meint, damit habe der Leser jetzt gefälligst zu verstehen, was man ausdrücken möchte.
Und wie gesagt - da, wo ich schwach bin, neige ich durchaus auch dazu.
2.) Satzbau / Stil
Wenn man natürlich jeglichen "Schmuck" von vorneherein verdammt (als Schwäche), dann bleibt ja keine andere Wahl...
Das habe ich nicht gesagt. Bloss - es drängt sich eben der Verdacht auf, dass es, in diesem Falle, kein Schmuck ist, sondern eine wirkliche Schwäche. Denn ein Stilmittel hört dann auf, wirksam zu sein, wenn man es inflationär gebraucht. Und es wird hier inflationär gebraucht. Die deutsche Sprache - reich wie sie ist - erlaubt wirklich sehr viel. Aber wenn man aus diesem Reichtum immer die selbe Konstruktion verwendet, ohne, dass dies mit einer inhaltlichen Notwendigkeit verknüpft wäre, dann ist das eine stilistische Schwäche.
Deathflower, entschuldige, wenn ich, in der Diskussion mit Tuesday, etwas härter gegen Deinen Text geredet habe als zuvor. Aber ich denke, wer den Mut hat, einen Text öffentlich zu posten, hat auch Anspruch auf eine ehrliche Kritik. Bei Tuesday hast Du Glück, er oder sie ist offenbar in diesem Falle ehrlich, indem er (ich bleibe jetzt mal bei er - DER Dienstag
O You who turn the wheel and look to windward,
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deathflower
- Erinye
- Beiträge: 15
- Registriert: 31.05.2006, 18:40
Re: Endstation Leben
wenn ich mich trau *g* stell ich auch die geschichte, die eine fiktive lebensstory ist, rein.
nur so wie ich des sehe, wenn ich sie nocheinmal durchlese, merke ich a dass diese story von nicht so gut zu besser wird und b dass es ne menge dinge zu beanstanden gibt. aber faul wie ich bin hab ich das ganze noch nicht überarbeitet, sondern nur auf schreibfehler korigieren LASSEN (sprich von jemand anderm) noch dazu ist die story auch nicht abgeschlossen obwohl sie schon *nachschau* 25 wordseiten oder so hat. :-&
also nochmal ein dankeschön an euch beide
-
deathflower
- Erinye
- Beiträge: 15
- Registriert: 31.05.2006, 18:40
Re: Endstation Leben
ich hab jetzt den ersten teil ein wenig verändert, ob er so besser ist, darüber lässt sich streiten. danach habe ich versucht weiter zu schreiben, denke aber, dass es ziemlich daneben ist. geht es irgendwie in die falsche richtung oder warum denke ich, dass dort ein sehr sehr großer haken ist? :-E
Endstation Leben
„Ekelhaft, du bist ekelhaft.“ Mit kritischem Blick schaut er in den Spiegel. „Wie kann man nur so aussehen?“ Lauter solche Gedanken durchströmen seinen Kopf. Letztendlich entscheidet er sich wieder für die weite schwarze Hose, den schlabberigen schwarzen Pulli und ein dunkelblaues T-Shirt, falls es wirklich unerträglich heiß werden sollte. Ihm ist es aber lieber, wenn er seinen Pullover anbehalten kann. Er konnte sich selbst im Spiegel nicht mehr anschauen, wie sollte es dann erst den anderen gehen?
Mit einem weiteren verachtenden Blick für sein Spiegelbild dreht er sich um und schnappt seine Schultasche. Hektisch rennt er die Treppe hinunter, verabschiedet sich mit einem Kopfnicken samt „Ciao Minka“ bei seiner Katze und hetzt zum Bus.
Im letzten Augenblick erwischt er ihn gerade noch. Er füllt seine Lungen in schnellen Atemzügen mit Luft und lässt diese langsam wieder entweichen, als er sich auf den nächst besten Sitz fallen lassen will. Doch wie immer ist kein Platz mehr frei. Die gewohnte Resignation erfüllt ihn, er stellt sich an das hinterste Ende des Busses und blendet alles um sich herum aus. Die kleinen Kinder mit ihrem Gameboy, ihren Yu-Gi-Oh Karten und laut platzenden Kaugummis, die vermeintlich über ihn lästern, interessieren ihn nicht. Ebenso wenig interessiert ihn die laut dröhnende HipHop Musik, von denjenigen, die ihre Mp3-Player auf volle Lautstärke drehen müssen um überhaupt noch etwas zu hören.
Seine Gedanken kreisen nur um ein Thema, sein Aussehen und dessen Wirkung auf andere.
Durch seine geistige Abwesenheit hat er fast verpasst auszusteigen und hastet gerade noch rechtzeitig aus der Tür, bevor sie sich schließen kann.
Nach wenigen Metern zu Fuß kommt er an der Schule an, erste zwei Stunden Sport. „Sport Sport Sport“ dröhnt es in seinen Gedanken. Sport, das heißt sich vor allen anderen blamieren und trotzdem so zu tun als sei es unwichtig.
„Los Jungs, die Mädels rennen schon, ihr müsst auch 12 Minuten laufen auf auf!“ unterbricht ihn die Stimme des Sportlehrers in seinen Gedanken.
Langsam setzt er sich in Bewegung und läuft, immer und immer wieder dieselbe Strecke im Kreis.
„Noch 3 Minuten.“ Klingt es nach ihm unendlich erscheinender Zeit durch die Halle. Die gesamte elfte Jahrgangsstufe stöhnt laut auf, läuft aber, wie verlangt, weiter. Er schaut sich die Gesichter seiner Mitschüler genau an. Müdigkeit, Anstrengung und zu seinem erstaunen Freude spiegelt sich in ihren Gesichtern wieder. Sein Blick wandert zu der Fensterwand, in der er sich sieht.
Sein Gesicht ist blass, sein gesamtes Erscheinungsbild ist von Schwäche gekennzeichnet, schwarze krause Haare schimmern in der Spiegelung, eine durchschnittliche Figur und wunderschöne, durch die Schwäche getrübte Augen, sind zu sehen. Aber er sieht das alles nicht. Überall entdeckt er Makel, fühlt sich zu dick, hässlich, empfindet sich einfach als einen einzigen Haufen Müll.
Sein Blick trübt sich, das Spiegelbild verschwimmt vor seinen Augen. Alles ist Schwarz.
Im Krankenhaus wird die Diagnose Kreislaufzusammenbruch durch Schlafmangel und Essensentzug gestellt.
Seine Mutter ist entsetzt, ihr sonst so lebendiger Sohn ist krank? Natürlich ist es nicht einfach ohne Vater aufzuwachsen und sie hatten so manche schwere Stunden zusammen durchgemacht, aber dass etwas Derartiges im Gange ist, hätte sie sich nicht in den kühnsten Träumen auszumalen gewagt.
In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Krankenhauspsychologen. Sie hofft, dass er ihr helfen kann es zu verstehen, das „Warum“ herauszufinden, denn sie ist zwar die Sekretärin eines ansässigen Psychologen, doch kennt sie sich selbst nicht mit diesem Thema aus.
Zu ihrem bedauern war das Gespräch mehr als ernüchternd und so überlegt sie sich das Leben ihres Sohnes eigenhändig aufzurollen und zu analysieren. Die Inkompetenz des Krankenhauspsychologen bringt die Mutter stark ins Grübeln und sie beschließt sich bei Gelegenheit schriftlich zu beschweren.
Doch jetzt ist ihr Sohn wichtiger. Sie geht in sein Zimmer zurück und betrachtet ihn versonnen. Noch immer schläft er, sein Brustkorb senkt und hebt sich regelmäßig. Darauf bedacht kein lautes Geräusch zu machen, setzt sich seine Mutter auf die Bettkante. Welche Probleme ihren Sohn wohl bedrückten? Sie muss sich in Geduld üben und warten bis er aufwacht.
Durch die Zeit, die sie somit hat, denkt sie wieder darüber nach, wie man ihm helfen kann und kommt zu dem Schluss, dass sie es alleine sicherlich nicht hinbekommt.
Ein leiser Seufzer entfährt ihr.
Täglich hat sie das ganze Leid schon gesehen und nie daran gedacht, dass ihr Sohn davon betroffen sein könnte.
Entschlossen greift sie zu ihrem Handy und verlässt das Krankenhaus für einige Minuten, sie tut das einzig Richtige in ihren Augen, ihren Chef anrufen und um Hilfe bitten. Dieser erklärt ihr jedoch, dass ihr Sohn damit einverstanden sein müsse und sonst eine Therapie nichts bringen würde.
Angespannt kehrt sie abermals in das Zimmer zurück.
Er legt sein Telefon beiseite und schüttelt unmerkbar den Kopf. Noch ein Jugendlicher, den derartige Dinge quälen. Sein Terminkalender quillt über von Vorgesehenen Sitzungen mit seinen viel zu jungen Patienten. In fünf Minuten ist sein Sorgenkind dran.
Sie ist eines der typischen Beispiele für zuwenig Elternliebe, zu viel Spott und zu wenig Distanz zu den Dingen. Ihr Selbstbewusstsein ist kaum vorhanden und die Narben in ihrer Seele spiegeln sich auf ihrem Körper wieder.
soll ich hier weiter schreiben? oder doch besser eine andre art von fortsetzung wählen?
Endstation Leben
„Ekelhaft, du bist ekelhaft.“ Mit kritischem Blick schaut er in den Spiegel. „Wie kann man nur so aussehen?“ Lauter solche Gedanken durchströmen seinen Kopf. Letztendlich entscheidet er sich wieder für die weite schwarze Hose, den schlabberigen schwarzen Pulli und ein dunkelblaues T-Shirt, falls es wirklich unerträglich heiß werden sollte. Ihm ist es aber lieber, wenn er seinen Pullover anbehalten kann. Er konnte sich selbst im Spiegel nicht mehr anschauen, wie sollte es dann erst den anderen gehen?
Mit einem weiteren verachtenden Blick für sein Spiegelbild dreht er sich um und schnappt seine Schultasche. Hektisch rennt er die Treppe hinunter, verabschiedet sich mit einem Kopfnicken samt „Ciao Minka“ bei seiner Katze und hetzt zum Bus.
Im letzten Augenblick erwischt er ihn gerade noch. Er füllt seine Lungen in schnellen Atemzügen mit Luft und lässt diese langsam wieder entweichen, als er sich auf den nächst besten Sitz fallen lassen will. Doch wie immer ist kein Platz mehr frei. Die gewohnte Resignation erfüllt ihn, er stellt sich an das hinterste Ende des Busses und blendet alles um sich herum aus. Die kleinen Kinder mit ihrem Gameboy, ihren Yu-Gi-Oh Karten und laut platzenden Kaugummis, die vermeintlich über ihn lästern, interessieren ihn nicht. Ebenso wenig interessiert ihn die laut dröhnende HipHop Musik, von denjenigen, die ihre Mp3-Player auf volle Lautstärke drehen müssen um überhaupt noch etwas zu hören.
Seine Gedanken kreisen nur um ein Thema, sein Aussehen und dessen Wirkung auf andere.
Durch seine geistige Abwesenheit hat er fast verpasst auszusteigen und hastet gerade noch rechtzeitig aus der Tür, bevor sie sich schließen kann.
Nach wenigen Metern zu Fuß kommt er an der Schule an, erste zwei Stunden Sport. „Sport Sport Sport“ dröhnt es in seinen Gedanken. Sport, das heißt sich vor allen anderen blamieren und trotzdem so zu tun als sei es unwichtig.
„Los Jungs, die Mädels rennen schon, ihr müsst auch 12 Minuten laufen auf auf!“ unterbricht ihn die Stimme des Sportlehrers in seinen Gedanken.
Langsam setzt er sich in Bewegung und läuft, immer und immer wieder dieselbe Strecke im Kreis.
„Noch 3 Minuten.“ Klingt es nach ihm unendlich erscheinender Zeit durch die Halle. Die gesamte elfte Jahrgangsstufe stöhnt laut auf, läuft aber, wie verlangt, weiter. Er schaut sich die Gesichter seiner Mitschüler genau an. Müdigkeit, Anstrengung und zu seinem erstaunen Freude spiegelt sich in ihren Gesichtern wieder. Sein Blick wandert zu der Fensterwand, in der er sich sieht.
Sein Gesicht ist blass, sein gesamtes Erscheinungsbild ist von Schwäche gekennzeichnet, schwarze krause Haare schimmern in der Spiegelung, eine durchschnittliche Figur und wunderschöne, durch die Schwäche getrübte Augen, sind zu sehen. Aber er sieht das alles nicht. Überall entdeckt er Makel, fühlt sich zu dick, hässlich, empfindet sich einfach als einen einzigen Haufen Müll.
Sein Blick trübt sich, das Spiegelbild verschwimmt vor seinen Augen. Alles ist Schwarz.
Im Krankenhaus wird die Diagnose Kreislaufzusammenbruch durch Schlafmangel und Essensentzug gestellt.
Seine Mutter ist entsetzt, ihr sonst so lebendiger Sohn ist krank? Natürlich ist es nicht einfach ohne Vater aufzuwachsen und sie hatten so manche schwere Stunden zusammen durchgemacht, aber dass etwas Derartiges im Gange ist, hätte sie sich nicht in den kühnsten Träumen auszumalen gewagt.
In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Krankenhauspsychologen. Sie hofft, dass er ihr helfen kann es zu verstehen, das „Warum“ herauszufinden, denn sie ist zwar die Sekretärin eines ansässigen Psychologen, doch kennt sie sich selbst nicht mit diesem Thema aus.
Zu ihrem bedauern war das Gespräch mehr als ernüchternd und so überlegt sie sich das Leben ihres Sohnes eigenhändig aufzurollen und zu analysieren. Die Inkompetenz des Krankenhauspsychologen bringt die Mutter stark ins Grübeln und sie beschließt sich bei Gelegenheit schriftlich zu beschweren.
Doch jetzt ist ihr Sohn wichtiger. Sie geht in sein Zimmer zurück und betrachtet ihn versonnen. Noch immer schläft er, sein Brustkorb senkt und hebt sich regelmäßig. Darauf bedacht kein lautes Geräusch zu machen, setzt sich seine Mutter auf die Bettkante. Welche Probleme ihren Sohn wohl bedrückten? Sie muss sich in Geduld üben und warten bis er aufwacht.
Durch die Zeit, die sie somit hat, denkt sie wieder darüber nach, wie man ihm helfen kann und kommt zu dem Schluss, dass sie es alleine sicherlich nicht hinbekommt.
Ein leiser Seufzer entfährt ihr.
Täglich hat sie das ganze Leid schon gesehen und nie daran gedacht, dass ihr Sohn davon betroffen sein könnte.
Entschlossen greift sie zu ihrem Handy und verlässt das Krankenhaus für einige Minuten, sie tut das einzig Richtige in ihren Augen, ihren Chef anrufen und um Hilfe bitten. Dieser erklärt ihr jedoch, dass ihr Sohn damit einverstanden sein müsse und sonst eine Therapie nichts bringen würde.
Angespannt kehrt sie abermals in das Zimmer zurück.
Er legt sein Telefon beiseite und schüttelt unmerkbar den Kopf. Noch ein Jugendlicher, den derartige Dinge quälen. Sein Terminkalender quillt über von Vorgesehenen Sitzungen mit seinen viel zu jungen Patienten. In fünf Minuten ist sein Sorgenkind dran.
Sie ist eines der typischen Beispiele für zuwenig Elternliebe, zu viel Spott und zu wenig Distanz zu den Dingen. Ihr Selbstbewusstsein ist kaum vorhanden und die Narben in ihrer Seele spiegeln sich auf ihrem Körper wieder.
soll ich hier weiter schreiben? oder doch besser eine andre art von fortsetzung wählen?
Re: Endstation Leben
hallo,
ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich auch finde, dass deine fortsetzung hakt.
denn du gibts das auf, was die bisherige stärke des textes war: die nähe zum protagonisten, bei der ist dir recht gut gelungen ist, ihn zu zeigen.
die mutter, die du jetzt einführst kommt mir ziemlich ähm...unrealistisch vor.
ein perspektivwechsel muss ja nichts schlimmes sein, im gegenteil. aber hier gelingt es dir meiner meinung nach nicht, eine person greifbar zu machen.
der erste teil deiner geschichte weißt aber durchaus darauf hin, dass du dazu in der lage bist.
deine frage am ende lässt mich denken, dass du eigentlich gar nicht weißt wo du hinwillst. das halte ich für problematisch.
mir hilft es sehr, wenn ich wirklich nachdenke:
wohin will ich?
wovon erzähle ich?
wie ist es mit dir? willst du von dem konflikt zwischen der mutter und dem sohn erzählen, die geschichte eines jugendlichen, dem es schlecht geht? wenn ja, soll es ihm wieder besser gehen? wenn ja, warum? trifft es jemanden der ihm helfen kann?
so kann man dann weitermachen, sich entscheiden, bis irgendwann eine wirkliche konstruktion dabei herauskommt.
einfach drauf losschreiben funktioniert normalerweise nicht gut, zumindest bei längeren texten.
ich mache mittlerweile richtige listen mit szenen die vorkommen sollen.
liebe grüße
frl. ede
ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich auch finde, dass deine fortsetzung hakt.
denn du gibts das auf, was die bisherige stärke des textes war: die nähe zum protagonisten, bei der ist dir recht gut gelungen ist, ihn zu zeigen.
die mutter, die du jetzt einführst kommt mir ziemlich ähm...unrealistisch vor.
ein perspektivwechsel muss ja nichts schlimmes sein, im gegenteil. aber hier gelingt es dir meiner meinung nach nicht, eine person greifbar zu machen.
der erste teil deiner geschichte weißt aber durchaus darauf hin, dass du dazu in der lage bist.
deine frage am ende lässt mich denken, dass du eigentlich gar nicht weißt wo du hinwillst. das halte ich für problematisch.
mir hilft es sehr, wenn ich wirklich nachdenke:
wohin will ich?
wovon erzähle ich?
wie ist es mit dir? willst du von dem konflikt zwischen der mutter und dem sohn erzählen, die geschichte eines jugendlichen, dem es schlecht geht? wenn ja, soll es ihm wieder besser gehen? wenn ja, warum? trifft es jemanden der ihm helfen kann?
so kann man dann weitermachen, sich entscheiden, bis irgendwann eine wirkliche konstruktion dabei herauskommt.
einfach drauf losschreiben funktioniert normalerweise nicht gut, zumindest bei längeren texten.
ich mache mittlerweile richtige listen mit szenen die vorkommen sollen.
liebe grüße
frl. ede
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
-
deathflower
- Erinye
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- Registriert: 31.05.2006, 18:40
Re: Endstation Leben
ich lasse mich gerne von meinen eignen storys mitreisen und wenn ich listen mach weiß ich ja schon was passiert, ich hab's mal bei ner andern story probiert, aber irgendwie is mir dann im verlauf von der story ne bessere wendung (in meinen augen) eingefallen und ich konnt den rest wieder über den haufen werfen, kurz gesagt bin ich wahrscheinlich noch nicht so weit um es zu "planen" :-&
ich denke ich will verschiedene beispiele für probleme aufzeigen mich aber im verlauf an den personen entlanghangeln also hier gings etzt von dem jungen über die mutter zum arzt und dann soll es zu einer patientin von diesem arzt gehen...
taugt das als "plan"?
ich denke ich will verschiedene beispiele für probleme aufzeigen mich aber im verlauf an den personen entlanghangeln also hier gings etzt von dem jungen über die mutter zum arzt und dann soll es zu einer patientin von diesem arzt gehen...
taugt das als "plan"?
Re: Endstation Leben
das ist auf jeden fall ein plan, den man umsetzten kann. du musst nur aufpassen, dass das ganze nicht beliebig wird, oder zu einer einfach liste. weißt du, du hast jetzt den jungen gut eingeführt. daraus kannst du auf jeden fall noch mehr machen. bei deinem plan besteht die gefahr, dass du themen anreißt und den leser unbefriedet zurücklässt. wenn es dir aber gelingt, die geschichten plausibel miteiander zu verweben und die charaktere überzeugend zu gestalten kann das sehr gut werden.
das it aber nicht einfach! vielleicht solltest du zunächst etwas einfacheres probieren...
im ürbigen hilft planen auch, wenn man sich nicht sklavisch daran hält. ich variiere auch, aber zumindest fällt die konstruktion nicht auseinander.
wenn du so weiter machen willst, solltest du aber an dem letzten teil noch arbeiten.
das ist teilweise arg auktorial. du gehst auch einfach so über sachen hinweg. warum war denn das gespräch so ernüchternd? warum denkt sie dann ihr chef kann ihrem sohn besser helfen. wieso weiß sie als sein assistentin nichts darüer? das kommt mir irgendwie arg unlogisch vor.
wo dein text vorher von der nähe zum protagonisten lebt, gehst du jetzt auf distanz. und wirst teilweise unrealistisch.
wenn du aber so eine art kreisvorstellung machen willst, dann ist das nicht gut.
mein vorschlag: konzentirer dich auf wenige personen, arbeite and der sprache, and er sprache der protagnisten und der darstellung, bevor du so etwas kompliziertes versuchst.
lg
frl. ede
das it aber nicht einfach! vielleicht solltest du zunächst etwas einfacheres probieren...
im ürbigen hilft planen auch, wenn man sich nicht sklavisch daran hält. ich variiere auch, aber zumindest fällt die konstruktion nicht auseinander.
wenn du so weiter machen willst, solltest du aber an dem letzten teil noch arbeiten.
das ist teilweise arg auktorial. du gehst auch einfach so über sachen hinweg. warum war denn das gespräch so ernüchternd? warum denkt sie dann ihr chef kann ihrem sohn besser helfen. wieso weiß sie als sein assistentin nichts darüer? das kommt mir irgendwie arg unlogisch vor.
wo dein text vorher von der nähe zum protagonisten lebt, gehst du jetzt auf distanz. und wirst teilweise unrealistisch.
wenn du aber so eine art kreisvorstellung machen willst, dann ist das nicht gut.
mein vorschlag: konzentirer dich auf wenige personen, arbeite and der sprache, and er sprache der protagnisten und der darstellung, bevor du so etwas kompliziertes versuchst.
lg
frl. ede
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sarah kane
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Re: Endstation Leben
hm ich liebe herrausvorderungen auch wenns dann manchmal schief geht :-&
ich werd den teil mit der mutter aufjedenfall mal versuchen zu verbessern, hier ist noch der teil wie es dann weiter gehen soll, besteht da das gleiche problem wie bei der mutter? zu distanziert? zu kurz?
Eigentlich müsste er sich nicht mehr vorbereiten, doch das macht er grundsätzlich um auch wirklich jedes Detail wieder zu wissen. So liest er wie immer vor den Sitzungen ihre Akte.
„Mist ich bin schon wieder zu spät.“ Mit eiligen Schritten geht sie auf die Praxis zu. Vorhin ist sie rückfällig geworden, hat der Versuchung erneut nicht widerstehen können. Sie hat Angst, dass er sie ausschimpft. Als sie ankommt, empfängt sie nicht wie gewohnt die Sekretärin. Heute begrüßt der Herr Doktor sie persönlich. War sie so viel zu spät? Reumütig senkt sie den Kopf. „Tut mir Leid.“ Quetscht sie heraus. Noch lächelt er, noch ist er zufrieden. „Ist schon in Ordnung, jetzt bist du ja da.“ Er bezog die Entschuldigung wie erwartet auf das zu spät Kommen. Sie seufzt. Er führt sie durch den Empfang in das Behandlungszimmer. Sie kennt den Weg schon auswendig, seit zwei Jahren kommt sie her. Mit langsamen Schritten geht sie auf den Schreibtisch zu und bleibt stehen. Den Kopf immer noch gesenkt.
Ihr Arzt erkundigt sich wie immer nach ihrer Gesundheit, ihrem Umfeld, was sie in letzter Zeit so getan hat.
Mit leiser Stimme beginnt sie zu erzählen, von ihren Eltern, die die ganze Woche weg waren, ohne ihr etwas zu sagen und von ihrem Hasen, der gestorben ist.
Aber auch von den schönen Dingen soll sie erzählen. Es fällt ihr schwer sich an etwas zu erinnern. Dann beginnt sie von der Wiese, an der sie heute entlang gegangen ist, das einzige was ihr einfällt.
Sie weiß welche Frage als nächstes kommt, die vor der sie sich am meisten fürchtet. Noch bevor er sie stellen kann, beginnt sie zu schluchzen. „Ja, ja ich habe es wieder getan.“ Tränen fließen über ihr Gesicht, sie fühlt sich dumm und hilflos.
Aber er schimpft nicht wie erwartet, er geht um den Tisch herum und nimmt sie in den Arm, einfach so.
Nachdem sie sich beruhigt hat, nuschelt sie „Danke.“ Und schaut ihm offen in die Augen. Freundliche Augen.
Er löst die Umarmung und gibt ihr ein Taschentuch. Sie tut ihm Leid, genauso wie ihm seine anderen Patienten leid tun. Er hat schon viel zu viele Jugendliche in Behandlung und arbeitet bis tief in die Nacht. Freundlich lächelnd hält er ihr ein weiteres Taschentuch hin, das sie dankend annimmt. Eigentlich ist die Stunde vorbei, aber er will sie noch nicht gehen lassen. Sie ist ihm zu instabil und so lädt er sie auf einen kühlen Eistee ein. Dadurch beruhigt sie sich und er lässt sie noch immer leicht besorgt nach Hause, nicht ohne ihr etwas mit auf den Weg zu geben: „Rückfälle sind unvermeidlich auf dem Weg zur Besserung, du schaffst das, ich glaub an dich und das solltest du auch tun.“ Sie nickt ihm leicht mit dem Kopf zu und geht, das Cuttermesser tief in der Tasche vergraben.
Ihr Sohn ist endlich aufgewacht, er blinzelt und schaut sich um. Es dauert eine Weile, bis er seine Mutter entdeckt. Ihr Gesichtsausdruck ist so undefinierbar und verschwommen. Sein Magen rebelliert. Langsam beginnt sich sein Blick aufzuklären. „Wo bin ich?“ Seine Stimme klingt hohl in seinen Ohren wieder. „Was ist passier?“ Er versucht sich aufzurichten, schafft es nicht, wieder müht er sich damit ab in eine halbwegs normale Sitzposition zu gelangen doch er scheitert kläglich. Beim dritten Versuch hält ihn seine Mutter sanft auf.
ich werd den teil mit der mutter aufjedenfall mal versuchen zu verbessern, hier ist noch der teil wie es dann weiter gehen soll, besteht da das gleiche problem wie bei der mutter? zu distanziert? zu kurz?
Eigentlich müsste er sich nicht mehr vorbereiten, doch das macht er grundsätzlich um auch wirklich jedes Detail wieder zu wissen. So liest er wie immer vor den Sitzungen ihre Akte.
„Mist ich bin schon wieder zu spät.“ Mit eiligen Schritten geht sie auf die Praxis zu. Vorhin ist sie rückfällig geworden, hat der Versuchung erneut nicht widerstehen können. Sie hat Angst, dass er sie ausschimpft. Als sie ankommt, empfängt sie nicht wie gewohnt die Sekretärin. Heute begrüßt der Herr Doktor sie persönlich. War sie so viel zu spät? Reumütig senkt sie den Kopf. „Tut mir Leid.“ Quetscht sie heraus. Noch lächelt er, noch ist er zufrieden. „Ist schon in Ordnung, jetzt bist du ja da.“ Er bezog die Entschuldigung wie erwartet auf das zu spät Kommen. Sie seufzt. Er führt sie durch den Empfang in das Behandlungszimmer. Sie kennt den Weg schon auswendig, seit zwei Jahren kommt sie her. Mit langsamen Schritten geht sie auf den Schreibtisch zu und bleibt stehen. Den Kopf immer noch gesenkt.
Ihr Arzt erkundigt sich wie immer nach ihrer Gesundheit, ihrem Umfeld, was sie in letzter Zeit so getan hat.
Mit leiser Stimme beginnt sie zu erzählen, von ihren Eltern, die die ganze Woche weg waren, ohne ihr etwas zu sagen und von ihrem Hasen, der gestorben ist.
Aber auch von den schönen Dingen soll sie erzählen. Es fällt ihr schwer sich an etwas zu erinnern. Dann beginnt sie von der Wiese, an der sie heute entlang gegangen ist, das einzige was ihr einfällt.
Sie weiß welche Frage als nächstes kommt, die vor der sie sich am meisten fürchtet. Noch bevor er sie stellen kann, beginnt sie zu schluchzen. „Ja, ja ich habe es wieder getan.“ Tränen fließen über ihr Gesicht, sie fühlt sich dumm und hilflos.
Aber er schimpft nicht wie erwartet, er geht um den Tisch herum und nimmt sie in den Arm, einfach so.
Nachdem sie sich beruhigt hat, nuschelt sie „Danke.“ Und schaut ihm offen in die Augen. Freundliche Augen.
Er löst die Umarmung und gibt ihr ein Taschentuch. Sie tut ihm Leid, genauso wie ihm seine anderen Patienten leid tun. Er hat schon viel zu viele Jugendliche in Behandlung und arbeitet bis tief in die Nacht. Freundlich lächelnd hält er ihr ein weiteres Taschentuch hin, das sie dankend annimmt. Eigentlich ist die Stunde vorbei, aber er will sie noch nicht gehen lassen. Sie ist ihm zu instabil und so lädt er sie auf einen kühlen Eistee ein. Dadurch beruhigt sie sich und er lässt sie noch immer leicht besorgt nach Hause, nicht ohne ihr etwas mit auf den Weg zu geben: „Rückfälle sind unvermeidlich auf dem Weg zur Besserung, du schaffst das, ich glaub an dich und das solltest du auch tun.“ Sie nickt ihm leicht mit dem Kopf zu und geht, das Cuttermesser tief in der Tasche vergraben.
Ihr Sohn ist endlich aufgewacht, er blinzelt und schaut sich um. Es dauert eine Weile, bis er seine Mutter entdeckt. Ihr Gesichtsausdruck ist so undefinierbar und verschwommen. Sein Magen rebelliert. Langsam beginnt sich sein Blick aufzuklären. „Wo bin ich?“ Seine Stimme klingt hohl in seinen Ohren wieder. „Was ist passier?“ Er versucht sich aufzurichten, schafft es nicht, wieder müht er sich damit ab in eine halbwegs normale Sitzposition zu gelangen doch er scheitert kläglich. Beim dritten Versuch hält ihn seine Mutter sanft auf.
Re: Endstation Leben
dieser teil gefällt mir wieder besser. er ist wieder entschieden näher am protagonisten und realistischer. ich habe den eindruck,d ass es dir einfacher elingt, die gefühlswelt eines jugendlichen darzustellen. ich nehme jetzt mal an, dass du noch nicht uralt bist. es ist generell einfacher und zu anfang auch legetim und richtig leute zu erfinden, die einem alersmäßig nahe sind.
andernfalls passiert es leicht, dass dinge nicht überzeugend wirken.
so, jetzt ein paar probleme:
der therapheut kommt mir komisch vor. sie scheint ihn ja zu mögen und ihm zu trauen, aber, dass er sie in den arm nimmt kommt mir seltsam vor. und zwar, weil es sie überrascht. sie erwartet schelte, also scheint das eher seine reaktion zu sein. warm reagiert er anders als sonst?
du solltest dir vielleicht überlegen, welche therapieform er andwendet. verhaltensthearpie ? was anderes? dann solltest du dich ein wenig darüber informieren. denn, ganz ehrlich, das wirkt lieb wie er sie tröstet, aber nicht professionell auf mich.
wenn du einer person einen beruf gibst, muss du auch etwas darüber wissen. sonst verhedderst du dich ganz schnell.
so weit erstmal, nicht den mut verlieren
frl. ede
andernfalls passiert es leicht, dass dinge nicht überzeugend wirken.
so, jetzt ein paar probleme:
der therapheut kommt mir komisch vor. sie scheint ihn ja zu mögen und ihm zu trauen, aber, dass er sie in den arm nimmt kommt mir seltsam vor. und zwar, weil es sie überrascht. sie erwartet schelte, also scheint das eher seine reaktion zu sein. warm reagiert er anders als sonst?
du solltest dir vielleicht überlegen, welche therapieform er andwendet. verhaltensthearpie ? was anderes? dann solltest du dich ein wenig darüber informieren. denn, ganz ehrlich, das wirkt lieb wie er sie tröstet, aber nicht professionell auf mich.
wenn du einer person einen beruf gibst, muss du auch etwas darüber wissen. sonst verhedderst du dich ganz schnell.
so weit erstmal, nicht den mut verlieren
frl. ede
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
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