AN DICH

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Nicky
Kerberos
Beiträge: 2
Registriert: 21.08.2006, 12:23

AN DICH

Beitragvon Nicky » 21.08.2006, 13:01

Es gibt Stunden, es gibt Tage,
da stellt man sich nur eine Frage?
Wann sind vorbei die unerträglichen Schmerzen?
verlassen und allein fühlt man sich im Herzen.
Fragen ohne Antworten zerfressen dich und man hat das Gefühl jeder lässt dich im Stich.
Man grübelt nur so vor sich hin,
doch das alles macht keinen Sinn.
Wenn ich dich jeden Tag seh,
es tut so höllisch weh.
Ich schlafe nur noch den ganzen Tag,
damit ich mich nicht mit Fragen plag.
Dein Herz es ist an eine andre verschenkt
und es gibt nichts was es zu mir rüber lenkt.
Ständig machst du mir Hoffnungen und lässt mich doch wieder stehen,
wie soll ich das alles verstehen?

Ich will dich endlich vergessen,
das würde einige Schmerzen von der Seele fressen.
Aber weiterhin,
mein Herz schweigt,
und auch wenn es nie mehr kommt,
weis ich es bleibt!




PS: mir ist klar, das ist eine sehr persönliche Reihmgeschichte, aber es ist das was auf meiner Seele brennt, ihr werdet noch Gedichte andrer Art von mit zu lesen bekommen, aber momentan ist das Thema Nr. 1 bei mir!

Liebe Grüsse Nicole

Fitnat
Prometheus
Beiträge: 358
Registriert: 25.02.2004, 17:06

Re: AN DICH

Beitragvon Fitnat » 22.08.2006, 02:36

Es tut mir sehr leid, was du jetzt gefühlsmäßig erlebst ist bestimmt nicht leicht für dich. Aber du hast endlich einen Weg gefunden diese Schmerzhafte Knoten aus deinem Hals herauszuhusten.

Ja, es ist eine sehr Persönliche „Reimgeschichte“ wie du sagst. Ich kenne mich mit Liebesgedichte kaum aus, und noch dazu du bist meine Tochter, auf dein Gedicht einen Kommentar abgeben kann ich nicht.
Was ich selbst schreiben versuche, ist das was du weißt, über Gott und die Welt ;-) meine Gedichte sind oft wie die Gesänge die Hirten, frei von die Gesetzte der Noten, versuchen Gedichte zu werden :-) Ich hoffe das du auch deine persönliche Stil findest und viele schöne Gedichte schreibst.

Ich werde mich sehr freuen wenn du wieder mehr Zeit hast und uns hier besuchst.

dein dichimmerliebende mam
Wenn ich mein Schatten auf dem Asphalt sehe,
denke ich, "Du Armer Poet, bist schon wieder auf dem Boden!"

F.A. "Tanz des Todes"

Flocke
Kalliope
Beiträge: 970
Registriert: 12.12.2003, 16:53

Re: AN DICH

Beitragvon Flocke » 24.08.2006, 14:20

Liebe Nicky,

dann versuche ich mich also mal an deiner Reimgeschichte. Ich finde es sehr mutig von dir, so ein Gedicht hier reinzustellen, denn es ist wirklich sehr persönlich, auch in seiner gekürzten Variante. Ich finde es deswegen auch schwierig, daran etwas zu kritisieren. Liebeskummer ist ein Thema, an dem sich so ziemlich jeder Schreiber irgendwie mal versucht, deshalb ist vieles dazu schon mal irgendwie irgendwo geschrieben und gesagt worden. Was die Sache nicht unbedingt einfacher macht.

Du musst dir wohl als erstes überlegen, für welches Publikum du das Gedicht machst, für deine Schublade, für den Geliebten, für die Öffentlichkeit? Ich weiß nicht, wieviel Erfahrung du mit dem Schreiben hast, deshalb nimm es mir bitte nicht übel, wenn das jetzt ein bisschen wie Oberlehrer klingt. Der Text erinnert mich sehr an ein Tagebuch, da würde er gut reinpassen. Unabhängig davon würde ich ihn noch etwas überarbeiten, dazu könnte ich dir folgendes raten:

1.Vermeide allgemeine Aussagen. Dein Text enthält am Anfang sehr viele davon, deshalb mach ihn da persönlich. Zum Beispiel die ganzen man- und dich-Sätze. Das mag zwar alles stimmen, aber in dem Text geht es nicht um irgendwen, sondern um dich. Also solltest du schreiben, dass DU dir diese Fragen stellst, dich alleine und im Stich gelassen fühlst etc. z.B.

Es gibt Stunden, es gibt Tage,
da stell ich mir nur eine Frage.
Wann sind vorbei die unerträglichen Schmerzen?
verlassen und allein fühl ich mich im Herzen.
Fragen ohne Antworten zerfressen mich und ich hab das Gefühl jeder lässt mich im Stich.
Ich grüble nur so vor mich hin,
doch das alles macht keinen Sinn.
Wenn ich dich jeden Tag seh,
tut es mir so höllisch weh.


Ich denke, der Leser möchte generell nicht das Gefühl haben, dasselbe schon in x Varianten anderswo gelesen zu haben, deswegen solltest du den persönlichen Bezug möglichst so ausbauen, dass er sich damit identifizieren kann, z.B. in deinem Fall, dass der Geliebte schon anderweitig vergeben ist. Versuche, dich darauf zu konzentrieren, warum es bei dir anders ist als bei den anderen, was deine Situation so besonders macht.

2.Vermeide überflüssige Adjektive, z.B. dass die Schmerzen bei Liebeskummer „unerträglich“ scheinen, weiß man im allgemeinen, das kannst du bei deinem Leser voraussetzen und musst es daher nicht mehr hinschreiben. So was soll er sich gefälligst denken. Oder dass es dir „höllisch“ weh tut, denjenigen zu sehen, den du liebst. Versuche doch mal, solche Dinge zu umschreiben, der Leser kann durchaus zwischen den Zeilen lesen, man muß ihm nicht alles auf dem Silbertablett servieren.

3.Wenn du reimst, musst du sehr auf Reim und Rhythmus achten, damit dein Text beim Lesen nicht holpert. Manchmal hilft es schon, wenn man es einfach mal laut vor sich hin liest. Außerdem würde ich versuchen, ausgefallene Reime zu suchen und möglichst keinen zu wiederholen, zumindest nicht hintereinander (hm, ich seh gerade, das Stück, auf das lezteres zutrifft, hast du ja rausgenommen, ok.) Oder auf Reime wie Schmerz/Herz ganz zu verzichten.

4.Worte wie Herz, Schmerz oder Seele würde ich generell zu meiden versuchen. Sie sind doch schon recht abgegriffen in diesem Zusammenhang und du läufst Gefahr, in Kitsch abzudriften.

5.Und last but not least, dichten kommt von verdichten, versuche also, dich möglichst kurz zu fassen, treffende Worte/Bilder zu finden.

Hm, ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu sehr wie aus dem Lehrbuch. Wir sind hier ja alle mehr oder weniger nur Laienschreiberlinge, die versuchen, es richtig oder erstmal besser zu machen.

Vielleicht konnte ich dir ja ein bißchen helfen und vielleicht kommt ja einer von unseren wirklich guten auch dazu und sagt noch was... :-&

Liebe Grüße
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...


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